Technischer Direktor

Neuzugang von Union: Lettau wird beim VfL viel Einfluss haben

Die Fans des VfL Bochum warten dieser Tage gespannt auf Neuzugänge. Die einen hätten gerne einen Verteidiger, die anderen lieber einen neuen Stürmer. Vermutlich waren sie ein wenig enttäuscht, als der VfL Bochum am Dienstag keinen Spieler, sondern einen Technischen Direktor präsentierte. Marc Lettau wird diese Aufgabe künftig übernehmen. Der 37-Jährige kommt von Union Berlin. Dabei sind Relativierungen, dass der VfL lediglich einen zusätzlichen Mitarbeiter auf der Funktionsebene verpflichtet hat, gar nicht angebracht. Denn Lettau wird beim VfL eine Schlüsselposition besetzen und großen Einfluss auf die weitere sportliche Entwicklung nehmen.

Unterstützung für Patrick Fabian

Direktoren auf der Ebene unter der Geschäftsführung gibt es beim VfL bereits seit einigen Jahren im außersportlichen Bereich – mit Ronald Bauer für die Finanzen, Knut Keymer für die Organisation und Christoph Wortmann für Marketing und Vertrieb. Wortmann wird zum 1. Januar Geschäftsführer bei Arminia Bielefeld. Sein Nachfolger steht schon fest und soll in Kürze vorgestellt werden. Im sportlichen Bereich ist ein Direktoren-Posten hingegen neu. Lettau wird dort ab dem neuen Jahr der wichtigste Mitarbeiter sein. Zu seinen Aufgaben zählt insbesondere die Kaderplanung. Lettau soll zum Beispiel Verhandlungen mit Beratern genauso wie Gespräche mit den Spielern führen.

Während Fabian künftig vor allem Termine und strategische Aufgaben als Geschäftsführer übernimmt und auch in der Öffentlichkeit das Gesicht der sportlichen Leitung bleibt, kümmert sich Lettau um die Transfervorbereitung und Abwicklung. Fabian bleibt aber der Entscheider und ist in alle Abläufe eingebunden. Darüber hinaus soll Lettau das Bindeglied zwischen Geschäftsführung, Trainerteam und Mannschaft sein. Die Jobbeschreibung ähnelt im Grunde der von Fabian bis zum 31. August, als der Ex-Profi noch Leiter der Lizenzspielerabteilung war. Lettaus Zuständigkeits- und Verantwortungsbereich ist jedoch weiter gefasst, weil Fabian freiwillig Aufgaben abgibt.

Teil der Berliner Erfolgsgeschichte

Mehr Teamarbeit scheint ihm ohnehin ein wichtiges Anliegen zu sein. „In meiner turbulenten Anfangszeit überlagerte das Tagesgeschäft alles andere. Jetzt geht es darum, auch strategische Themen voranzutreiben“, sagte Fabian bereits im November. „Der Wettbewerb um die Spieler ist größer geworden. Viele Klubs, mit teilweise größeren finanziellen Mitteln, zielen auf dieselben Märkte ab. Es ist wichtig ein Ohr dafür zu haben, wo welcher Spieler nicht zufrieden ist oder sich eine Veränderung wünscht. Das alles ist mit entsprechendem Aufwand verbunden.“ Lettau soll ab sofort auch eng mit Carsten Schüpmann-Haase zusammenarbeiten, den bereits Sebastian Schindzielorz als Chefscout verpflichtet hat.

Mit Lettau wächst also das Team, das an der Kaderplanung beteiligt ist. „Marc hat durch seine Arbeit einen Beitrag zur höchst erfolgreichen Geschichte von Union Berlin leisten können“, betont Fabian. Brancheninsider bestätigen, dass dem VfL ein kleiner Coup gelungen ist. Lettau war viereinhalb Jahre der engste Vertraute und wohl wichtigste Mitarbeiter von Manager Oliver Ruhnert. Er gilt als fleißig und sehr verlässlich, verfügt über ein belastbares Netzwerk und war bei den Köpenickern nicht nur für organisatorische Abläufe zuständig, sondern auch an sämtlichen Spielertransfers beteiligt. Die Berliner stehen schon seit einigen Jahren für eine clevere und erfolgreiche Einkaufspolitik.

Lettau kennt das Ruhrgebiet

Doch warum verlässt Lettau das Überraschungsteam der Liga, um zu einem Abstiegskandidaten zu wechseln? Der VfL habe davon profitiert, dass sich der Ex-Schalker beruflich verändern wollte und das Ruhrgebiet bereits kennt, erklärt Fabian. Zudem übernimmt Lettau in Bochum mehr Verantwortung, wird dabei allerdings im Hintergrund agieren. Die Berliner bedauern den Abgang jedenfalls sehr. „Marc hat seinen Job all die Jahre sehr professionell ausgeübt und war ein zuverlässiger Baustein unserer Abteilung“, sagt Ruhnert zum Abschied seines langjährigen Wegbegleiters. „Dass er in Bochum einen weiteren Schritt gehen kann, ist ihm zu gönnen.“

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(Foto: VfL Bochum 1848)