Kolumne

Bochumer Blautöne: Hummel bietet Chance zum Stilwechsel

Die VfL-Kolumne ist ein festes Format auf Tief im Westen – Das VfL-Magazin. Regelmäßig gibt es einen kurzen Kommentar, einen Denkanstoß oder eine Einordnung zu einem ausgewählten Thema – zum sportlichen Geschehen an der Castroper Straße oder zum Drumherum. Die Regel: Maximal 1.848 Buchstaben. Das Ziel: Diskussionen anzustoßen. Das Thema heute: Das neue Trikot.

Moers ist nicht als Fußball-Hochburg bekannt. Doch ein Laden für alte Fußballtrikots begeistert am westlichen Rand des Ruhrgebiet die Massen. Retroshirts aus einer Zeit, als Trikots noch keine Massenware waren, sind seit geraumer Zeit extrem beliebt und gehen wir teils horrende Preise über die Ladentheke.

Heute hingegen spülen die Klubs meist vier Trikots pro Saison auf den Markt, tausendfach produziert. Die Nachfrage ist groß, das Angebot entsprechend. Das ist beim VfL Bochum nicht anders. Am Dienstagabend hat der Klub das Heim- und Auswärtstrikot für die neue Saison präsentiert. Das Ausweichtrikot, das in einem schrillen Farbton daherkommen soll, wird in Kürze folgen.

Das Design und die Farbe des Heimtrikots überraschen derweil kaum. Zum siebten Mal in Folge trägt der VfL ein dunkelblaues Shirt. Das wirkt edel und sieht auch in diesem Jahr gut aus. Selbst das aufgedruckte Logo kommt verdunkelt daher. Im Aufstiegsjahr 2020/21 fing all das an. Der sportliche Erfolg begünstigte in der Folge eine rasante Entwicklung. Jahr für Jahr stellte der Klub neue Verkaufsrekorde auf, und auch nach dem Abstieg 2025 waren die Trikots keineswegs Ladenhüter. Die Verkaufszahlen geben den Designern und den VfL-Verantwortlichen aus diversen Abteilungen Recht.

Doch immer mehr Fans in den sozialen Netzwerken bezeichnen die Trikotwahl als „langweilig“ und fordern eine Rückkehr zum typischen VfL-Blau. Gemeint ist vermutlich der Blauton, der seit Jahrzehnten im offiziellen Vereinswappen steckt. Die Trikotfarben indes haben immer wieder einen Wandel durchlaufen. In den 80er-Jahren lief der VfL zum Beispiel in hellblau auf. In den 90er-Jahren wurde es wild und bunt. Was auffällt: Ein neuer Trikotstil hat stets eine neue Erfolgsepoche eingeläutet. Das war Mitte der Neunziger der Fall und 2020 ebenso.

Insofern wäre der finanziell lukrative Ausrüsterwechsel von Mizuno zum dänischen Hersteller Hummel im kommenden Sommer die Chance, etwas Neues zu wagen. Die Entscheidung dürfte bereits in diesen Tagen fallen. Branchenüblich ist es nämlich, dass ein neues Trikot bereits ein Jahr im Voraus bestellt wird.


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(Foto: VfL Bochum 1848)