2:1 gegen Fürth

Gefeierter Sündenbock: VfL hat Klassenerhalt fast sicher

Die Bochumer wussten, bei wem sie sich zu bedanken haben. Unmittelbar nach dem Abpfiff bildete sich eine Jubeltraube um Philipp Hofmann. Logisch, denn ohne den 33-Jährigen wäre dem VfL im Heimspiel gegen Greuther Fürth wohl kaum der erhoffte Befreiungsschlag gelungen. Bereits in der ersten Minute erzielte der Angreifer den Führungstreffer und nahm damit Druck von der Mannschaft. Nach der Pause legte er mit einem Kopfballtor nach einer Ecke nach und sicherte dem VfL einen wichtigen Sieg im Abstiegskampf. „Das frühe Tor war der Schlüssel zum Sieg“, erklärte Hofmann später in den Katakomben. Der Mittelstürmer hat generell für den Unterschied gesorgt: Immer anspielbar, körperlich präsent und fußballerisch erstaunlich elegant. Als Vorlagengeber trat jeweils Maximilian Wittek in Erscheinung.  

„Das erste Tor war eher Zufall, das zweite so einstudiert“, verriet Hofmann und erklärte zugleich seine gute Form: „Die Ausrichtung unter Uwe Rösler passt zu mir, es kommen viele Bälle in die Mitte. Und Tore sind meine Lieblingsbeschäftigung.“ Mit Hofmann und Wittek entwickeln sich im Saisonendspurt ausgerechnet die beiden zu Schlüsselspielern, die in der Hinrunde besonders heftige Kritik einstecken mussten und zu Sündenböcken wurden. Wie wichtig die beiden für das Team sind, war zuletzt unübersehbar. Ihr Fehlen machte sich beim Auswärtsspiel in Dresden deutlich bemerkbar. Die Bochumer Niederlage dort sowie die Resultate der Konkurrenz am Freitag und Samstag hatten den VfL gehörig unter Druck gesetzt. Die Nervosität im Stadion war spürbar, verschwand dank des schnellen Führungstreffers aber schnell.

Defensivere Ausrichtung

Unnötig spannend wurde es lediglich in der Schlussphase, als Fürth den Anschlusstreffer erzielte. „Wir hätten den Deckel früher draufsetzen müssen“, monierte Torwart Timo Horn, der aber eine insgesamt verbesserte Leistung seiner Mannschaft sah. Spieler und Trainer hatten sich im Vorfeld auf eine defensivere Herangehensweise mit weniger Spielkultur verständigt, um die Zahl der Gegentreffer zu reduzieren. „Unseren Verteidigern hat es geholfen, dass sie sich aufs Verteidigen konzentrieren konnten“, erklärte Rösler, der sein Team im Vergleich zur Vorwoche auf vier Positionen veränderte, drei davon in der Defensive. Dieser Plan ging auf. Dass Cajetan Lenz für Mats Pannewig begann, war ebenso hilfreich wie die Rückkehr von Noah Loosli, dessen Schwächen zwar bekannt sind, der aber konzentrierter und engagierter verteidigt als Erhan Masovic.

Dass der VfL auch in der kommenden Saison in der 2. Liga spielen wird, ist mit dem Sieg gegen Fürth deutlich wahrscheinlicher geworden. Die Bochumer haben sechs Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz und das beste Torverhältnis aller Abstiegskandidaten. „Es sieht extrem gut aus“, weiß auch Hofmann, der Glückwünsche zum Klassenerhalt noch nicht annehmen wollte – zu seinem Doppelpack und einer starken Form allerdings schon. Zurecht, denn seine Quote wird immer besser. Neun Tore hat der VfL Bochum in den zurückliegenden fünf Partien erzielt. An acht davon war Philipp Hofmann unmittelbar beteiligt: sechsmal als Torschütze und zweimal als Vorlagengeber. Mit 21 Scorer-Punkten, darunter zwölf Tore, gehört er zu den ligaweit torgefährlichsten Spielern. Damit bewegt er sich auf bekanntem Niveau.

Hofmanns Formanstieg

Vor seinem Wechsel nach Bochum im Sommer 2022 traf Hofmann in der 2. Liga viermal in Folge zweistellig. Selbstverständlich ist die Bestätigung dieser Leistungen im Herbst seiner Karriere nicht. Bis Ende November 2025 verzeichnete Hofmann nur ein einziges Tor und war keineswegs gesetzt. Aus Sorge vor Anfeindungen wurde seine Vertragsverlängerung wochenlang verschwiegen. Ausgerechnet mit dem Hinspiel gegen Fürth ging es bergauf, und seit Anfang März erlebt er eine Art zweiten Frühling. Der soll natürlich noch seine Fortsetzung finden. Dafür hofft Bochums bester Torschütze auf eine bessere Teamleistung in der Fremde. Aktuell ist der VfL Letzter in der Auswärtstabelle. „In Bielefeld dürfen wir uns nicht wieder verstecken“, fordert Hofmann. Mit einem Sieg wäre der Verbleib in der 2. Liga endgültig sicher.


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(Foto: Marc Niemeyer)