Kolumne

Nächster Rückschlag: Können oder wollen sie nicht mehr?

Die VfL-Kolumne ist festes ein Format auf Tief im Westen – Das VfL-Magazin. Regelmäßig gibt es einen kurzen Kommentar, einen Denkanstoß oder eine Einordnung zu einem ausgewählten Thema – zum sportlichen Geschehen an der Castroper Straße oder zum Drumherum. Die Regel: Maximal 1.848 Buchstaben. Das Ziel: Diskussionen anzustoßen. Das Thema heute: Die 0:2-Niederlage in Dresden.

Dresden ist eine sehenswerte Stadt. Wenn sich die reisefreudigen VfL-Anhänger an diesem Samstagnachmittag hätten vergnügen wollen, dann wäre ein Besuch der historischen Altstadt oder eine Tour an der Elbe sicher die bessere Wahl gewesen. Der Besuch des Bochumer Auswärtsspiels bei der SG Dynamo hat jedenfalls keinen Spaß gemacht. Generell sind die Auftritte des VfL in der Fremde seit geraumer Zeit reine Geld- und Zeitverschwendung. Auch wenn die Äußerungen von Spielern und Trainer anderes ermuten lassen: In Dresden gab es zu keinem Zeitpunkt Hoffnung auf Punkte. Auch in Magdeburg, Berlin und Düsseldorf war die Rösler-Elf über weite Strecken klar unterlegen. Die Bilanz ist verheerend: Nur zwei von 15 Auswärtsspielen in dieser Saison endeten mit einem Sieg.

Die Frage ist: Kann oder will diese Truppe nicht mehr erreichen? Für Ersteres spricht, dass sie sich nach dem 30. Spieltag immer noch in Abstiegsgefahr befindet – und deshalb auch noch punkten muss. Für Letzteres spricht, dass sie phasenweise schon deutlich besser gespielt haben. Die Niederlage gegen keineswegs überragende Dresdner war hingegen hochverdient, weil die Bochumer Defensive – insbesondere Oliver Olsen und Erhan Masovic – zweikampfscheu und die Offensive über weite Strecken unkreativ blieb. Das allein mit den drei kurzfristigen Ausfällen von Philipp Hofmann, Maximilian Wittek und Noah Loosli zu erklären, würde zu kurz greifen, auch wenn der formstarke Hofmann natürlich schmerzlich vermisst wurde.

Unabhängig vom eingesetzten Personal nehmen die frustrierenden Spielverläufe seit Februar deutlich zu und müssen bei der Saisonanalyse dringend Beachtung finden. Der Neuaufbau wird in jedem Fall herausfordernd. Aus dem jetzigen Team lässt sich lediglich mit Timo Horn, Maximilian Wittek, Mats Pannewig, Koji Miyoshi, Gerrit Holtmann und Hofmann ein solides Grundgerüst bilden; alle anderen sind Mitläufer oder bald bei einem anderen Klub. Doch bevor die Zukunftsplanung beginnt, muss die laufende Saison zunächst anständig beendet werden. Ein Heimsieg gegen Greuther Fürth am kommenden Sonntag wäre hilfreich und wohl gleichbedeutend mit dem Klassenerhalt. Anderenfalls droht ein nervenaufreibendes Saisonfinale.


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(Foto: Imago / Team 2)