Kolumne

Ruhrstadion im Jahr 2026: Umbau und neuer Name

Die VfL-Kolumne ist ein Format auf Tief im Westen – Das VfL-Magazin. Ab sofort wieder wöchentlich gibt es einen kurzen Kommentar, einen Gedankenanstoß oder eine Einordnung zu einem ausgewählten Thema – zum sportlichen Geschehen an der Castroper Straße oder zum Drumherum. Die Regel: Maximal 1.848 Buchstaben. Das Ziel: Diskussionen anzustoßen. Das Thema heute: Der Stadionname.

Neulich ist es wieder passiert. Mein Stuhl auf der Pressetribüne ist abgestürzt. Einer von vier Stuhlbeinen durchbrach die poröse Fuge zwischen den Betonteilen, blieb stecken und musste herausgezogen werden. Dieser Vorfall ist nichtig, steht aber sinnbildlich für den Zustand des Bochumer Ruhrstadions. Nur mit viel Mühe und anderthalb zugedrückten Augen, so formulierte es mal ein hochrangiger Vertreter der Stadt, könne der Spielbetrieb überhaupt fortgesetzt werden.

Eine Investitionssumme von 70 Millionen Euro hat die Stadt für die Stadionertüchtigung und für die Erweiterung des Nachwuchszentrums im aktuellen Haushaltsplan ausgewiesen. Ein beträchtlicher Teil „versickert“ in reine Mängelbehebung. Ein nennenswerter Gewinn sind lediglich die moderate Kapazitätserweiterung auf 28.000 Zuschauerplätze, der größere VIP-Bereich und die Plaza vor der Osttribüne. Weitere Details will der VfL im Frühjahr bekanntgeben, insbesondere zum Ablauf.

Bis dahin könnte es auch neue Entwicklungen beim Stadionnamen geben. Der Vertrag mit Vonovia, der 2016 erstmals aufgesetzt wurde, endet in diesem Sommer und wird sehr wahrscheinlich nicht verlängert. Die Vermarktungsabteilung des VfL und der neue Wirtschaftsrat prüfen längst Alternativen. Das wird kein leichtes Unterfangen, zumal die Bochumer ein hehres Ziel verfolgen: Sie wollen, dass das „Ruhrstadion“ in Kombination mit einem Firmennamen Bestandteil des Namens bleibt. Klar ist: Traditionalisten wie Verantwortliche werden gleichermaßen Kompromisse eingehen müssen. Denn ganz ohne Namensgeber aus der Wirtschaft wird es nicht gehen, sonst verliert der Klub seine Konkurrenzfähigkeit. Aktuell kassiert der VfL als Zweitligist fast eine Million Euro pro Jahr für den Stadionnamen.

Immerhin: Vonovia bliebe trotzdem noch der größte Geldgeber. Denn der Vertrag als Haupt- und Trikotsponsor endet erst 2028. Generell gilt: Den einzigen DAX-Konzern der Stadt bei der Stange zu halten, wäre in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten wichtiger denn je. Dafür sind auch die Fans mitverantwortlich. Diffamierende Plakataktionen wie jüngst gegen Vonovia-Vorstand Arnd Fittkau sind kontraproduktiv.


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(Foto: Marc Niemeyer)