Debatte

VfL-Kolumne: Kaderplanung war auf Dreierkette ausgerichtet

Die VfL-Kolumne ist ein neues Format auf Tief im Westen – Das VfL-Magazin. Immer zu Wochenbeginn gibt es einen kurzen Kommentar zu einem ausgewählten Thema – zum sportlichen Geschehen an der Castroper Straße, oder gerne auch zum Drumherum. Die Regel: Maximal 1.848 Buchstaben. Das Ziel: Diskussionen anzustoßen. Das Thema heute: Die Kaderplanung im Sommer.

Ist das Glas am Ende der Hinrunde nun halbvoll oder halbleer? Für beide Sichtweisen gibt es gute Argumente, wobei die positiven Aspekte überwiegen. Erfreulich ist: Der VfL war nur in wenigen Spielen klar unterlegen, krasse Ausschläge nach unten gab es zuletzt gar nicht mehr. Die Zahl der Gegentore ist gesunken, die Zahl der Niederlagen ebenso. Ebenfalls positiv: Gegen keinen der direkten Konkurrenten haben die Bochumer verloren – anders als in der vergangenen Saison. Ärgerlich und wenig berauschend ist allerdings die Tatsache, dass der VfL von 17 Spielen nur drei gewonnen hat. So erklärt sich auch der Schnitt von genau einem Punkt pro Partie. Weil die Konkurrenz aktuell so schwach ist, wird der VfL am Saisonende aber keine 40 Punkte für den Klassenerhalt benötigen.

Was er für weitere Erfolge aber braucht, ist mehr Torgefahr – und Dynamik. Und genau da zeigen sich Schwächen in der Kaderplanung. Vorneweg: Die Mannschaft ist in ihrer Gesamtheit absolut bundesligatauglich. Aber die Kaderplanung war im Sommer zu sehr auf das von Thomas Letsch zunächst angedachte 3-5-2-System ausgerichtet. Deshalb wurden Schienenspieler wie Felix Passlack und Maximilian Wittek verpflichtet, die es gegen Bremen gar nicht mehr in den Kader schafften. Ebenso wurden mit Matus Bero, Lukas Daschner und Moritz Kwarteng bevorzugt zentrale Mittelfeldspieler verpflichtet, während kaum noch Wert auf offensive Flügelspieler oder Angreifer mit hohem Tempo gelegt wurde – genau die fehlen jetzt.

Durch den Ausfall von Takuma Asano herrscht im Kader ein Vakuum, das in den kommenden zwei Wochen zum Glück noch geschlossen werden soll. Christopher Antwi-Adjei ist aktuell der einzige Flügelspieler mit ausreichend Tempo und Offensivdrang. Jordi Osei-Tutu, der diese Rolle zumindest in der Theorie einnehmen könnte, spielt seit dem Sommer keine Rolle mehr. Moritz Kwarteng kommt auch Monate nach seiner Gesundung kaum zum Einsatz – irgendetwas scheint ihm zu fehlen. Und Lukas Daschner? Ist mangels Dynamik einzig und allein im Zentrum zu Hause. Auch bei der Transferbilanz ist somit vage, ob das Glas eher halbleer oder halbvoll ist.


Ihr wollt das VfL-Magazin einmalig oder dauerhaft unterstützen? Nutzt dafür gerne die unkomplizierte Zahlungsoption via PayPal. Danke, dass ihr Berichterstattung dieser Art auch in Zukunft möglich macht.



(Foto: Imago)