Zuletzt ohne Gegentor

Kontinuität oder Umbau? VfL sucht bestes Abwehrduo

Was man nicht kennt, kann man auch nicht vermissen. Insofern hat Thomas Letsch einen kleinen Vorteil. Als der VfL Bochum im Sommer mit Armel Bella Kotchap und Maxim Leitsch seine wertvollsten Innenverteidiger zu Geld gemacht hat, war Letsch noch Trainer in Arnheim. Er hat die beiden also nur aus der Ferne verfolgt. Wahrscheinlich ist das auch besser so. Der Fußballlehrer muss nicht in den Rückspiegel schauen, sondern kann sich voll und ganz auf den Kader konzentrieren, den er nun zur Verfügung hat. 

Dazu gehören bekanntlich auch fünf Innenverteidiger: Erhan Masovic und Vasilios Lampropoulos, die schon seit 2020 das VfL-Trikot tragen, die Neuzugänge Ivan Ordets und Dominique Heintz sowie Eigengewächs Tim Oermann. Die Chance, sich zu beweisen, haben alle aus diesem Quintett bereits erhalten. Auf keiner anderen Position wurde in dieser Saison so oft das Personal gewechselt. Gebracht hat es wenig, im Gegenteil: Mit 23 Gegentreffern stellt der VfL die schwächste Abwehr der Liga.

Gegen Frankfurt erstmals zu Null

In den bislang absolvierten Partien gab es fast immer andere Konstellationen: Thomas Reis begann die (Pokal-)Saison mit dem Duo Ordets/Lampropoulos, machte in der Liga mit Masovic anstelle des Griechen weiter und stellte in Hoffenheim einmalig auf eine Dreierkette um. Neu im Team war Heintz, der gegen die Bayern mit Ordets und in Freiburg mit Masovic verteidigte – ehe die Leihgabe aus Berlin verletzt ausfiel und sich Reis mit dem Duo Masovic/Lampropoulos auf seine Abschiedstour begab.

Die beiden aus meiner Sicht besten Innenverteidiger sind...

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Interimstrainer Heiko Butscher überraschte schließlich mit Debütant Oermann neben Ordets, bevor Letsch die beiden in Leipzig mit Außenverteidiger Jannes Horn in einer Dreierkette spielen ließ. Gegen Frankfurt folgte die Rolle rückwärts zur Viererkette mit Ordets und Masovic im Zentrum – so wie am ersten Spieltag. Der Unterschied: Zum ersten Mal seit April beendete der VfL ein Pflichtspiel ohne Gegentreffer, zum ersten Mal seit Januar gewann Bochum zu Null. Seinerzeit verteidigten noch Bella Kotchap und Leitsch.

Heintz will zurück ins Team

Um endlich für personelle Kontinuität zu sorgen, ist es denkbar, dass Ordets und Masovic auch in Stuttgart gemeinsam anfangen. Sicher ist das aber nicht. Schließlich drängt auch Heintz wieder ins Team. Kein aktueller VfL-Profi hat mehr Bundesliga-Erfahrung, außerdem hat der 29-Jährige als Linksfuß ein gewisses Alleinstellungsmerkmal in der Innenverteidigung. „Ich habe die Aufstellung für Samstag schon im Kopf“, sagt Letsch, ohne sie preisgeben zu wollen. Viele Änderungen soll es aber nicht geben.

Weil Ordets zuletzt etwas stabiler war, erfahrener und robuster ist, dürfte Heintz – wenn überhaupt – Masovic ersetzen. Außen vor sind erst einmal Lampropoulos, dessen größtes Problem die fehlende Geschwindigkeit bleibt, und Oermann, der gegen Köln überzeugte, in der Dreierkette gegen Leipzig aber überfordert wirkte. Chancenlos sind sie damit in naher und ferner Zukunft aber nicht. Die Suche nach der möglichst optimalen Besetzung der Innenverteidigung schreitet zwar voran, ist aber noch nicht abgeschlossen.

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(Foto: picture alliance)