Die VfL-Kolumne ist ein Format auf Tief im Westen – Das VfL-Magazin. Ab sofort wieder wöchentlich gibt es einen kurzen Kommentar, einen Denkanstoß oder eine Einordnung zu einem ausgewählten Thema – zum sportlichen Geschehen an der Castroper Straße oder zum Drumherum. Die Regel: Maximal 1.848 Buchstaben. Das Ziel: Diskussionen anzustoßen. Das Thema heute: Die aktuelle Verfassung des VfL Bochum.
Es hätte ein ruhiger Frühlingsbeginn an der Castroper Straße werden können. Mit einigen Punkten mehr auf dem Konto könnte der VfL recht entspannt auf die Tabelle blicken. Weil die Bochumer im Monat Februar allerdings keinen einzigen Sieg eingefahren haben, sind die Abstiegsränge nicht mehr allzu weit entfernt. Doch gibt es wirklich Grund zur Besorgnis?
Vieles hängt von den Ergebnissen in diesem Monat ab. Zunächst empfängt die Rösler-Elf den 1. FC Kaiserslautern, reist anschließend zu Hertha BSC und spielt vor der Länderspielpause noch zu Hause gegen Holstein Kiel. Einfach ist dieses Programm nicht, in allen drei Mannschaften schlummert Potenzial. Die Rechnung ist relativ simpel: Gelingen zwei Siege, kann der VfL die Planungen für die kommende Zweitliga-Saison vorantreiben. Im Falle von deutlich weniger Punkten droht eine Zitterpartie bis zum Schluss, inklusive aufkeimender Unruhe im Umfeld. Die Stunden nach der Niederlage in Düsseldorf haben einen Vorgeschmack darauf geliefert. Wie schnell die grundsätzlich positive Entwicklung der vergangenen Monate stellenweise zerredet wurde, war erschreckend. Zur Erinnerung: Die Spiele in Elversberg und Hannover waren ähnlich schlecht, nur mit dem Unterschied, dass am Ende dennoch eine Punkteteilung gelang.
Im Grunde ist es ähnlich wie immer: Der März läutet die entscheidende Saisonphase ein, und die Ergebnisse haben Auswirkungen weit darüber hinaus. Denn Klassenerhalt ist nicht gleich Klassenerhalt. Zum einen monetär: Landet der VfL auf den hinteren Tabellenplätzen, könnte er im TV-Ranking kurz- wie mittelfristig wichtige Einnahmen verlieren. Zum anderen sportlich: Je später die Kaderplanung für die kommende Spielzeit konkretisiert werden kann, desto schwieriger wird der Wettstreit um die bestmöglichen Spieler auf dem Transfermarkt. Schon heute ist klar: Der Umbruch im Sommer wird kein kleiner sein. Zehn Spielverträge laufen aus.
Für einen erfolgreichen Saisonendspurt braucht es selbstverständlich auch den Zusammenhalt der Anhänger. Die zunehmenden Auseinandersetzungen und Machtdemonstrationen innerhalb der Fangemeinde sind Gift für alle. Niemand ist größer als der Verein.
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(Foto: Marc Niemeyer)
