Geschäftszahlen

JHV: VfL Bochum hebt den Spieleretat an

Der enttäuschende Saisonstart überstrahlt beim VfL Bochum derzeit fast alles. Und so dürfte das solide Zahlenwerk, das Geschäftsführer Ilja Kaenzig am Mittwochabend den 1.027 Mitgliedern im Bochumer RuhrCongress präsentiert hat, auch nicht die anschließenden Diskussionen bestimmen. Gleichwohl geben sie in sportlich unsicheren Zeiten nicht zusätzlichen Anlass zur Sorge. Denn die wirtschaftliche Entwicklung des Zweitligisten war auch im vergangenen Geschäftsjahr erfreulich.

Überschuss im vergangenen Jahr

So hat der VfL zwischen Juli 2018 und Juni 2019 einen Überschuss von 833.000 Euro erzielt. Aufwendungen von 33,242 Millionen Euro standen Erträgen von 34,075 Millionen gegenüber. Das positive Eigenkapital ist somit von 1,970 auf 2,803 Millionen Euro gestiegen. Dies geht vor allem auf unerwartete Ablösesummen zurück. Für die Transfers von Marco Stiepermann und Felix Bastians gab es Nachschläge, die Zahlungen für Evangelos Pavlidis und Dimitrios Grammozis wurden frisch verhandelt. Der Wechsel von Johannes Wurtz war bereits eingeplant, weil er schon im vergangenen Sommer vollzogen wurde. In Summe haben diese fünf Transfers Erträge von 1,158 Millionen Euro eingebracht.

Lizenzspieleretat steigt

Für die laufende Saison plant der VfL mit einem deutlich geringeren Überschuss von rund 100.000 Euro. Transfererlöse gibt es zunächst keine, dafür erhält der Revierklub knapp eine Million Euro mehr aus dem TV-Topf, also etwa 15 Millionen Euro. Dies ist und bleibt somit die wichtigste Einnahmequelle, gefolgt von der Vermarktung mit 11,4 Millionen sowie Tickets und Fanartikel mit zusammen 5,75 Millionen Euro.

Die um fast 1,2 Millionen Euro höheren Aufwendungen in der laufenden Saison kommen fast vollständig dem Lizenzspieleretat zugute, der von 10,67 auf 11,9 Millionen Euro ansteigt. Der VfL hat in diesem Sommer auch in Ablösesummen investiert – für Silvere Ganvoula, Saulo Decarli und Danny Blum. Demgegenüber sollen die Erträge um knapp 450.000 Euro auf etwas mehr als 34,5 Millionen Euro steigen. Perspektivisch will der VfL durch einen Wachstumsplan die Marke von 35 Millionen Euro knacken.

Abbau von Verbindlichkeiten

Parallel zu diesen Investitionen treibt die Vereinsführung in kleinen Schritten auch die Entschuldung voran. Allerdings sind die Nettofinanzverbindlichkeiten in der Abschlussbilanz vom 30. Juni 2019 sogar leicht um rund 200.000 Euro gestiegen. Kaenzig erklärte dies mit einer reinen Stichtagsbetrachtung, zu der ein Jahresabschluss erfolge. Der VfL bewege sich in etwa auf Vorjahresniveau und habe die Verbindlichkeiten sogar minimal reduzieren können. Dies gilt auch für das Stadioncenter, an dessen Gesellschaft der VfL maßgeblich beteiligt ist. Jährlich tilgt der Klub rund 500.000 Euro. Die Schuldenlast dort beträgt derzeit noch rund 7,7 Millionen Euro.

(Foto: P. Rentsch)