Corona-Krise

Profis verzichten auf Geld – VfL muss Kosten senken

Wenn Einnahmen plötzlich wegbrechen, müssen die Kosten gesenkt werden. Das ist logisch, aber auf die Schnelle gar nicht so leicht. Auch beim VfL Bochum gerät die Finanzplanung wegen die Corona-Krise durcheinander. Die Besserverdienenden gehen deshalb voran. Seit Dienstag ist klar: Das Trainerteam und die Mannschaft verzichten für die kommenden drei Monate, also bis zum 30. Juni, auf Teile ihrer Gehälter. Auch die Geschäftsführung schließt sich dieser Aktion an. Im Idealfall könnte der Klub einen mittleren sechsstelligen Betrag einsparen.

Erhebliche Einbußen befürchtet

Schindzielorz betont, dass dieser Vorschlag nicht von der Vereinsführung gekommen sei. „Die Spieler und Trainer haben erklärt, dass sie freiwillig ihren Beitrag dazu leisten wollen, um den VfL zu unterstützen“, wird der Ex-Profi in einer Vereinsmitteilung zitiert. In einer „Ausnahmesituation, in der wir uns befinden“, seien „außergewöhnliche Maßnahmen jeder Art herzlich willkommen.“ Der VfL folgt damit dem Beispiel anderer Klubs, bei denen Führungskräfte und Fußballprofis ebenfalls selbstgewählte Einbußen in Kauf nehmen.

Der Anfang ist also gemacht, um die zu erwartenden Verluste infolge der Corona-Pandemie auszugleichen. Der VfL plant für diese Spielzeit mit einem Gesamtetat in Höhe von 34,4 Millionen Euro. Durch mögliche Geisterspiele oder einen Saisonabbruch drohen in fast allen Bereichen Einbußen. Im schlimmsten Szenario könnte ein mittlerer siebenstelliger Betrag wegbrechen. Das wäre der Fall, wenn die Saison nicht mehr fortgesetzt wird. Der Ligaverband hat den Vereinen am Dienstag eine Verlängerung der Spielpause bis Ende April vorgeschlagen.

Fans wollen kein Geld zurück

Dass danach aber wieder gespielt werden kann, gilt nach Einschätzung vieler Experten aus der Medizin und Politik als unwahrscheinlich. Deshalb muss der VfL an weiteren Stellschrauben drehen, um die Kosten zu senken. Einige Projekte wurden zurückgestellt, auch in der Verwaltung muss gespart werden. Positive Signale gibt es unterdessen aus der Fanszene. Zahlreiche Dauerkarteninhaber haben dem Verein signalisiert, auf eine Rückerstattung zu verzichten, sollten die vier übrigen Heimspiele nicht mehr stattfinden.

(Foto: Fabian Budde)