Wintertransfers

Esser, Osterhage, Kunde: Bewegung im Kader des VfL

Am Dienstag feierte Michael Esser seinen 35. Geburtstag – vermutlich im Kreise seiner Familie. Auch deswegen war der Schlussmann im Sommer 2021 ins Ruhrgebiet zurückgekehrt. Dass ihm der VfL Bochum einen Zweijahresvertrag als Ersatzkeeper in der Bundesliga anbot, machte den heimatverbundenen Familienvater ziemlich glücklich. Viermal kam Esser seit seiner Rückkehr nach Bochum zum Einsatz, zuletzt im Mai beim Auswärtsspiel gegen Union Berlin. Esser gilt als loyal, verlässlich und äußerst mannschaftsdienlich, er nimmt die Rolle als Nummer zwei voll an. Nun könnte sich für ihn aber eine neue Tür öffnen.

Wie der kicker am Donnerstag berichtete, zeigt der 1. FC Nürnberg starkes Interesse an einer Verpflichtung des Torhüters. Weil Stammkeeper Christian Mathenia verletzungsbedingt wohl bis zum Saisonende ausfällt, ist der Zweitligist auf der Suche nach einer neuen Nummer eins. Esser soll auf der Wunschliste ganz oben stehen. Die Nürnberger wollen ihm einen Vertrag bis zum Sommer anbieten. Die Frage ist nur: Will er das überhaupt – und wie steht der VfL Bochum dazu? Für einen Wechsel nach Nürnberg spräche, dass Esser im Herbst seiner Karriere noch einmal Spielpraxis erhalten würde. Einsätze wären praktisch garantiert.

Da Esser seinen Lebensmittelpunkt aber langfristig im Ruhrgebiet sieht, könnte eine Vertragsverlängerung beim VfL Bochum für ihn mindestens genauso attraktiv sein. Esser ist nur noch bis zum Sommer an den Bundesligisten gebunden, eine weitere Zusammenarbeit scheint aber nicht ausgeschlossen. Zumal die Verträge von Marko Johansson und Paul Grave ebenfalls enden. Ein Wechsel von Esser nach Nürnberg ist auch ihretwegen keinesfalls sicher. Denn Johansson ist vom Hamburger SV nur ausgeliehen (allerdings mit Kaufoption), Paul Grave nach einer Schulter-OP in der Reha und noch etwas länger außer Gefecht gesetzt.

Osterhage verlängert bis 2026

Während die Entscheidungen auf der Torhüter-Position noch ausstehen, ist Geschäftsführer Patrick Fabian im zentralen Mittelfeld schon einen Schritt weiter. Patrick Osterhage hat seinen Vertrag zu Beginn der Woche um zwei Jahre bis 2026 verlängert. Der 22-Jährige war kurz nach dem Bundesliga-Aufstieg aus der Regionalliga-Mannschaft des BVB zum VfL gekommen und hat sich dort wie erhofft entwickelt. Osterhage pendelt zurzeit zwischen Startelf und Ersatzbank. Perspektivisch trauen ihm die Verantwortlichen die Nachfolge von Anthony Losilla zu, dessen Vertrag in wenigen Monaten ausläuft. Wie es für den Routinier weitergeht, ist noch offen.   

Gleiches gilt für Jacek Goralski, der sich vor der Abwehr ebenfalls am wohlsten fühlt. Der polnische Nationalspieler hat nach seiner Verpflichtung in diesem Sommer bislang kaum gespielt. Erst hinderte ihn eine dringend notwendige Augen-Operation an Training und Wettkampf, aktuell leidet er unter muskulären Problemen und verpasst deshalb auch die Weltmeisterschaft. Goralski wird im neuen Jahr Werbung in eigener Sache betreiben müssen. Denn nur im Falle des Klassenerhalts würde er dem VfL über das Saisonende hinaus erhalten bleiben. Anderenfalls endet sein Vertrag und Goralski würde den Klub wieder verlassen.

Zudem ist nicht ausgeschlossen, dass der VfL in diesem Winter noch einen weiteren Mittelfeldspieler verpflichten wird. So könnte etwa Pierre Kunde von Olympiakos Piräus noch einmal zum Thema werden. Der 27-Jährige war schon im Sommer ein Kandidat beim VfL, ein Wechsel kam aber nicht zustande. Kunde gehört aktuell dem WM-Kader seines Heimatlandes Kamerun an. Für Piräus hat er zuletzt Anfang September ein Ligaspiel absolviert, ansonsten kam er lediglich in der Europa League zum Einsatz. Aus diesem Wettbewerb sind die Griechen aber ausgeschieden. Der Kader umfasst zurzeit 39 Spieler, Kunde darf im Winter gehen.

Auf welcher Position sollte sich der VfL Bochum in diesem Winter am ehesten verstärken?

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(Foto: Firo Sportphoto)