Transferticker

Reis ist zufrieden mit den Wintertransfers

Im Januar ist das Transferfenster wieder geöffnet. Auch der VfL Bochum möchte aktiv werden, sowohl Spieler abgeben als auch neue dazuholen. „Tief im Westen – Das VfL-Magazin“ bietet in diesem Winter zum ersten Mal einen Transferticker an. Hier gibt es regelmäßig ein Update zu aktuellen Entwicklungen. Heißt: Neben Vollzugsmeldungen auch Gerüchte inklusive Einordnung.

3. Februar: Trainer Thomas Reis zieht zum Abschluss der Transferperiode ein positives Fazit. „Wir haben uns viele Gedanken gemacht und sind jetzt wirklich zufrieden“, sagte der Fußballlehrer in der Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel bei Hertha BSC. „Wir wollten den Kader etwas verkleinern und das Mannschaftsgefüge, die Hierarchie nicht durch zu viele Neuzugänge durcheinanderbringen“, erklärt Reis. „Die Saison zeigt ja, dass es funktioniert.“ Aktuell sind die Bochumer Tabellenelfter mit fünf Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz.

2. Februar: Raman Chibsah hat den VfL Bochum doch noch verlassen. Der Mittelfeldspieler löste seinen Vertrag am 31. Januar auf und hat sich nun dem griechischen Erstligisten Apollon Smyrnis F.C. angeschlossen. Chibsah, dessen Vertrag beim VfL Ende Juni dieses Jahres ausgelaufen wäre, hat für die Blau-Weißen elf Pflichtspiele bestritten, alle in der vergangenen Saison.

31. Januar: Beim VfL Bochum ist es am letzten Transfertag ruhig geblieben. Ergänzungsspieler wie Tom Weilandt, Raman Chibsah, Saulo Decarli oder Tarsis Bonga haben – wie schon im Sommer – keinen neuen Klub gefunden. Wobei Abgänge teilweise noch bis Anfang oder Mitte Februar möglich sind, weil die Transferperiode zum Beispiel in Österreich oder in der Schweiz erst später endet.

Seinerseits kann der VfL aber nicht mehr aktiv werden. Angedacht war noch die Verpflichtung eines zentralen Mittelfeldspielers, doch eine sportlich und wirtschaftlich passende Option, vor allem mit Perspektive, hat der Markt nicht hergegeben. Der Ex-Bochumer Kevin Stöger war gar nicht erst verfügbar. Mainz 05 war nicht bereit, den Spielgestalter abzugeben. Der Name Stöger wurde in den sozialen Netzwerken recht häufig als mögliche Transferoption genannt.

Ganz untätig waren die Verantwortlichen um Manager Sebastian Schindzielorz trotzdem nicht. Zumindest im Angriff hat sich einiges getan: Soma Novothny hat den Verein ebenso verlassen wie Silvere Ganvoula. Novothny hat seinen Vertrag in Bochum aufgelöst und spielt jetzt in Zypern, Ganvoula auf Leihbasis in Belgien. Stattdessen stürmt jetzt Jürgen Locadia für den VfL. Der 28-Jährige ist aus der Premier League von Brighton & Hove Albion zum Revierklub gewechselt. Drei Pflichtspiele hat er schon absolviert. Sein Arbeitspapier gilt zunächst bis zum Sommer. Elf weitere Spielerverträge laufen dann ebenfalls aus.

29. Januar: Noch bis einschließlich Montag sind Zu- und Abgänge auf Spielerseite möglich, danach endet die Transferperiode. Beim VfL Bochum zeichnen sich zur Stunde keine weiteren Wechsel ab. Das aber kann sich kurzfristig noch ändern. Nach wie vor wären die Verantwortlichen bereit, Ergänzungsspieler wie Tom Weilandt, Tarsis Bonga, Luis Hartwig, Raman Chibsah oder Saulo Decarli abzugeben. Dass der VfL seinerseits noch einen neuen Mittelfeldspieler verpflichtet, ist nicht ausgeschlossen, aber eher unwahrscheinlich.

25. Januar: Silvere Ganvoula wird bis zum Saisonende an den belgischen Erstligisten Cercle Brügge verliehen. Das gab der VfL am Dienstagnachmittag bekannt. Eine Kaufoption wurde nicht vereinbart. Ganvoula ist noch bis zum Sommer 2023 an den VfL gebunden. In dieser Saison kam er auf neun Kurzeinsätze. Seine Situation hat sich durch die Verpflichtung von Jürgen Locadia weiter verschlechtert. Zuletzt war der 25-Jährige nur noch Stürmer Nummer drei. In den vergangenen drei Spielen gehörte Ganvoula gar nicht mehr zum Spieltagskader.

24. Januar: Seit Wochen hoffen einige VfL-Fans auf eine Rückkehr von Spielgestalter Robert Zulj. Doch dazu wird es in diesem Winter voraussichtlich nicht kommen. Nach Informationen von Tief im Westen Das VfL-Magazin gab es bis Ende letzter Woche keine intensiven Bemühungen der Verantwortlichen, den 29-Jährigen nach Bochum zurückzuholen. Der Top-Scorer der Aufstiegsmannschaft war im Sommer in die Vereinigten Arabischen Emirate gewechselt, bekräftigte zuletzt aber mehrfach öffentlich, wieder nach Europa zurückzukehren zu wollen – am liebsten zum VfL. Zulj hat sich also selber ins Gespräch gebracht. Der VfL sucht zwar einen zentralen Mittelfeldspieler, doch es gibt Indizien, dass die Verantwortlichen einen anderen Spielertypen bevorzugen. Zudem: Wäre der VfL ernsthaft an einer Rückkehr interessiert, hätten sie dieses Vorhaben bereits zu Beginn der Transferperiode angehen können. Zulj würde nach eigenem Bekunden zunächst einige Wochen Anlaufzeit benötigen, um den Leistungsstand der Vorsaison zu erreichen.

20. Januar: Eine Meldung aus Italien hat viele VfL-Fans zur Wochenmitte in Aufregung versetzt. Der Journalist Gianluca Di Marzio sowie Sky Italia haben gemeldet, dass Armel Bella Kotchap beim Serie-A-Klub Udinese Calcio zugesagt haben soll. Angeblich würde sich der Klub um einen Wechsel noch in dieser Transferperiode bemühen und hätte fünf Millionen Euro als Ablöse geboten. Anzeichen für einen solchen Wechsel gibt es aktuell aber keine, sagen Branchenkenner. VfL-Geschäftsführer Sebastian Schindzielorz erklärte auf Anfrage von Tief im Westen – Das VfL-Magazin, dass es keine Überlegungen gebe, den hochtalentierten Innenverteidiger in diesem Winter noch abzugeben.

Der 20-Jährige hat sich zum Jahreswechsel wieder einen Platz in der Startelf gesichert. Bella Kotchap ist noch bis 2024 an den VfL gebunden, eine Ausstiegsklausel gibt es nicht. Nur ein außergewöhnlich hohes Angebot könnte die Bochumer zum Umdenken bewegen. Das aber liegt nicht vor und ist zur Stunde auch nicht in Sicht. Dass Bella Kotchap von diversen Klubs aus dem In- und Ausland beobachtet wird und dementsprechend auch Wechselgerüchte aufkommen, ist nicht neu – und wird sicher auch so bleiben.

19. Januar: Am Tag nach dem Pokalerfolg gegen Mainz 05 mit dem Doppelpack von Milos Pantovic kommen erste Wechselgerüchte auf. Nach Informationen der Sport Bild soll Bochums aktuell bester Pflichtspiel-Torschütze ein Kandidat bei Union Berlin sein. Pantovic wäre im Sommer ablösefrei zu haben, und der Bundesliga-Konkurrent ist finanziell in der Liga, ein Bochumer Vertragsangebot zu überbieten. Der VfL will den Mittelfeldspieler über die Saison hinaus halten. Der 25-Jährige kam vor dreieinhalb Jahren aus dem Nachwuchs des FC Bayern nach Bochum und ist aktuell ein wichtiger Bestandteil der Mannschaft. Er befindet sich also in einer günstigen Verhandlungsposition. Wie konkret das Berliner Interesse allerdings ist, darüber ist zur Stunde noch nichts bekannt. Vorteil für Bochum: Pantovic fühlt sich beim VfL wohl und ist nicht abgeneigt, noch länger zu bleiben.

18. Januar: Saulo Decarli spielt in den Überlegungen des FC Luzern offenbar keine Rolle mehr. Der Innenverteidiger wurde vor wenigen Wochen von der Zeitung Blick mit dem Erstligisten aus der Schweiz in Verbindung gebracht. Nun berichtet die Luzerner Zeitung, dass sich der Klub sehr wahrscheinlich für einen anderen Abwehrspieler entscheidet. Beim VfL ist bislang auch kein Angebot für Decarli eingegangen.

17. Januar: Möglicherweise wird Silvere Ganvoula den VfL Bochum noch in diesem Winter verlassen. Er beschäftigt sich mit einem Wechsel. Nach Informationen von Tief im Westen – Das VfL-Magazin hat der Angreifer Ende letzter Woche Gespräche mit mindestens einem anderen Klub geführt. Dem Portal Voetbal Belgie zufolge handelt es sich dabei wohl um den belgischen Erstligisten VV St. Truiden. In der Jupiler Pro League hat der 25-Jährige bereits vor seinem Wechsel nach Bochum gespielt. Über den aktuellen Verhandlungsstand ist jedoch nichts bekannt. Schon im Sommer gab es verschiedene Anfragen für Ganvoula, ein Wechsel kam aber nicht zustande. Auch aus Belgien gibt es immer wieder Interessenten.

16. Januar: Fünf Spieler dürfen den VfL Bochum in diesem Winter verlassen, sofern sie einen neuen Arbeitgeber finden. Das trifft auf Raman Chibsah, Tarsis Bonga, Tom Weilandt, Saulo Decarli und auf Luis Hartwig zu. Das Quintett hat keine realistischen Chancen mehr auf Einsätze. Die Verantwortlichen würden ihnen also keine Steine in den Weg legen. Aktuell lägen aber keine konkreten Angebote für sie vor, verrät VfL-Geschäftsführer Sebastian Schindzielorz. Bonga ist noch bis 2023 und Hartwig sogar bis 2024 an den Verein gebunden – sie könnten also auch verliehen werden. Chibsah, Weilandt und Decarli stehen nur noch bis zum Saisonende unter Vertrag. Bei Decarli gab es Ende Dezember Gerüchte, dass der FC Luzern an einer Verpflichtung interessiert sein soll, konkreter ist es bislang aber nicht geworden.

13. Januar: Ein mögliches Weiterkommen im DFB-Pokal hätte keinen Einfluss auf weitere Wintertransfers beim VfL Bochum. Das hat Geschäftsführer Sebastian Schindzielorz in der Pressekonferenz am Donnerstag bekräftigt. Der VfL trifft in der kommenden Woche zu Hause auf den FSV Mainz 05 und könnte mit einem Sieg erstmals seit 2015/16 ins Viertelfinale einziehen. In diesem Fall würde der VfL rund eine Million Euro zusätzlich einnehmen. „Natürlich wäre das ein warmer Geldregen. Es wären Mittel, die bislang nicht eingeplant sind. Dennoch: Davon sind Transferaktivitäten nicht abhängig. Der finanzielle Rahmen ist bereits definiert“, erklärte Schindzielorz auf Nachfrage von Tief im Westen – Das VfL-Magazin.

12. Januar: Ronaldo Deaconu, der mit dem VfL Bochum in Verbindung gebracht wurde, hat gegenüber Digisport in seiner rumänischen Heimat Gespräche mit zwei Bundesligisten bestätigt. Greuther Fürth nannte er dabei sogar namentlich. Demnach würde er einen Wechsel nach Deutschland bevorzugen. Ob der VfL wirklich an Deaconu interessiert ist, darüber ist aktuell nichts bekannt.

11. Januar: Die größte Sportzeitung Rumäniens, die Gazeta Sporturilor, berichtet über ein angebliches Interesse des VfL Bochum an Mittelfeldspieler Ronaldo Deaconu. Der 24-Jährige steht aktuell bei Gaz Metan Medias unter Vertrag, dem Tabellendreizehnten der ersten rumänischen Liga, und ist dort der „Star“ der Mannschaft. Allerdings haben sich der Spieler und der Verein auf eine Vertragsauflösung zum 27. Januar geeinigt. Deaconu ist Linksfuß und spielt im zentralen Mittelfeld, also auf einer Position, für die der VfL noch Verstärkung sucht. Ob der Spieler eine solche wäre, ist aus der Ferne kaum einzuschätzen.

In dem Artikel werden gleich mehrere Klubs genannt, was eher für ein gezielt lanciertes Gerücht spricht. Auch Greuther Fürth, Wisla Krakau und Sturm Graz finden als Interessenten Erwähnung. Nach Bochum gibt es nur eine Verbindung: Chefscout Carsten Schüpmann-Haase dürfte den Spieler noch aus der gemeinsamen Zeit bei Twente Enschede kennen – das allerdings muss kein Indiz für einen bevorstehenden Transfer sein. Deaconu war auch nur Jugendspieler bei den Niederländern.

10. Januar: Für viel Wirbel hat zu Wochenbeginn ein Transfergerücht des Portals fussballtransfers.com gesorgt. Angeblich soll der VfL Bochum an einer Rückkehr von Jan Gyamerah interessiert sein. Der Außenverteidiger ist im Sommer 2019 zum Hamburger SV gewechselt. In wenigen Monaten läuft sein Vertrag beim Zweitligisten aus. Der 26-Jährige wäre dann ablösefrei zu haben. Recherchen von Tief im Westen – Das VfL-Magazin haben allerdings ergeben, dass es zur Stunde keine Anzeichen für einen solchen Transfer gibt, weder von Spieler- noch von Vereinsseite.

Viele Fans haben am Montag mit Ablehnung auf dieses Gerücht reagiert. Gyamerahs Ansehen hat gelitten, weil er seinen Ausbildungsverein seinerzeit ablösefrei verlassen hat. Für seine Stammposition hinten rechts hat der VfL mit Konstantinos Stafylidis, Herbert Bockhorn und Cristian Gamboa zurzeit gleich drei Kandidaten im Kader. Im Sommer laufen allerdings die Verträge von Stafylidis und Bockhorn aus. Dass der VfL dann einen neuen Außenverteidiger benötigt, ist zumindest nicht ausgeschlossen.

7. Januar: Unter VfL-Fans macht gerade das Gerücht die Runde, dass eine Verpflichtung von Robert Zulj unmittelbar bevorstünde und womöglich noch an diesem Freitag verkündet werden soll. Dieses Gerücht ist in verschiedenen Foren und sozialen Netzwerken aufgetaucht, entspricht nach Recherchen von Tief im Westen – Das VfL-Magazin aber nicht den Tatsachen. Zulj hat sich – wie berichtet – über den Boulevard selbst ins Gespräch gebracht. Der VfL schließt eine Rückkehr nicht aus, hält sich die Option offen. Gesucht wird ein Mittelfeldspieler für mehr Kreativität, konkreter ist es bislang aber nicht. Womöglich wird auch ein etwas anderer Spielertyp gesucht, der besser ins jetzige System passt.

6. Januar: Der VfL Bochum hat die Verpflichtung von Jürgen Locadia mittlerweile bestätigt. Der Angreifer wechselt ablösefrei an die Castroper Straße. Sein Vertrag gilt zunächst nur für die Rückrunde, ist also bis Juni 2022 datiert. Locadia wird die Rückennummer 19 erhalten. „Wir sind sehr froh, einen solch interessanten und international erfahrenen Spieler für den VfL begeistern zu können“, sagt Sebastian Schindzielorz, Geschäftsführer Sport. Und Locadia ergänzt: „Ich freue mich, erneut in der Bundesliga zu spielen. Nachdem ich zuletzt wenig Einsatzzeit hatte, hoffe ich natürlich, dass sich das beim VfL ändert“.

5. Januar: Nach eigenen und bislang exklusiven Recherchen von Tief im Westen – Das VfL-Magazin beschäftigen sich die Verantwortlichen aktuell intensiv mit dem Angreifer Jürgen Locadia. Der 28-Jährige steht bei Brighton & Hove Albion in der Premier League unter Vertrag, kam in dieser Saison aber nur zu einem Kurzeinsatz. Zuletzt fiel er mit einer Corona-Infektion aus. Locadia spielte 2019 eine Halbserie in Hoffenheim und erzielte in elf Bundesliga-Partien vier Tore.

Der aus den Niederlanden stammende Mittelstürmer gilt als beweglich und körperlich robust, der Gegenspieler bindet, das Pressing beherrscht und über einen guten, kräftigen Abschluss verfügt. Die meiste Zeit seiner Karriere hat er bei PSV Eindhoven verbracht, ehe es ihn nach England, kurzzeitig nach Deutschland und für anderthalb Jahre in die USA zog. Sollte er zum VfL wechseln, müsste er deutliche finanzielle Einbußen in Kauf nehmen. Allerdings läuft sein Vertrag im Sommer aus. Vorteil für Bochum: Locadia und Trainer Thomas Reis haben denselben Berater.

5. Januar: Laut einem Bericht der Bild soll sich der VfL Bochum mit BVB-Angreifer Steffen Tigges beschäftigt haben. Der 23-Jährige steht beim Reviernachbarn noch bis 2024 unter Vertrag und käme allerhöchstens als Leihkandidat infrage. Allerdings wollen ihn die Dortmunder nach Recherchen von Tief im Westen – Das VfL-Magazin vorerst nicht abgeben, da er als Mittelstürmer die einzige Alternative zu Erling Haaland ist. Tigges kommt in dieser Saison bislang auf sieben Kurzeinsätze und zwei Tore in der Bundesliga. Spielpraxis erhielt er teilweise auch in der Champions League und im DFB-Pokal, außerdem in der U23, die in der 3. Liga spielt. Tigges wäre schnell integrierbar, weil er die Bundesliga kennt, doch nach jetzigem Stand ist ein Wechsel unwahrscheinlich – es sei denn, der BVB ändert seine Meinung.

4. Januar: Robert Zulj hat sich via Bild erneut zu einem möglichen Vereinswechsel geäußert und seinen Rückkehr-Wunsch bekräftigt: „Ich will hier nicht unbedingt weg. Aber […] Bochum hätte Priorität“, sagte der Mittelfeldspieler in einem Interview. Einen Austausch mit den Klubverantwortlichen habe es schon gegeben: „Mein Berater hatte vor einer Woche Kontakt. Wir haben unsere Sichtweise kundgetan, jetzt liegt der Ball bei Bochum. Die wissen ganz genau, dass wir uns das vorstellen können.“

Ob das für den VfL auch gilt, ist weiter unklar, ein klares Statement dazu gibt es nicht. Was für eine Rückkehr spricht: Zulj kennt das Team, ein Mittelfeldspieler wird außerdem gesucht. Was dagegen spricht: Da Zulj seinen Wunsch bereits im Herbst öffentlich kundgetan hat, wäre eigentlich schon genug Zeit gewesen, eine Rückholaktion in die Wege zu leiten. Der Rückrundenstart naht, und Zulj müsste sich dem höheren Niveau in der Bundesliga erst wieder anpassen.

3. Januar: Neues Jahr, neuer Vertrag: Der VfL Bochum und Kapitän Anthony Losilla haben sich am Montag auf eine weitere Zusammenarbeit bis 2023 geeinigt. „Der VfL ist mein Verein, das kann ich guten Gewissens so sagen. Die Stadt Bochum habe ich ins Herz geschlossen“, wird der 35-Jährige in der Pressemitteilung des Vereins zitiert. Losilla ist der dienstälteste VfL-Profi. 256 Spiele hat der Franzose seit seiner Verpflichtung im Jahr 2014 für den Klub absolviert. Er hat die Mannschaft in allen Partien der Bundesliga-Hinrunde als Kapitän aufs Feld geführt.

„Toto ist ein Bochumer Junge, unabhängig von seiner Herkunft“, sagt Geschäftsführer Sebastian Schindzielorz über die Vertragsverlängerung mit dem Leistungsträger und Publikumsliebling. „Er geht immer voran, egal ob im Training, auf dem Platz oder außerhalb. Mit seiner tadellosen Einstellung zu seinem Beruf hat er es geschafft, auch im hohen Alter von 35 Jahren in der Bundesliga Fuß zu fassen. Anthony Losilla ist ein Fixpunkt innerhalb der Mannschaft, eine Identifikationsfigur für unsere Fans. Toto ist ein VfLer.“

3. Januar: Der Wechsel von Soma Novothny nach Zypern ist perfekt. Er schließt sich – wie berichtet – dem 13-fachen Meister Anorthosis Famagusta an. Das hat der VfL nun bestätigt. Über die Ablösemodalitäten ist nichts bekannt. Novothny habe den Wunsch geäußert, sich einer neuen Herausforderung widmen zu wollen, sagte Geschäftsführer Sebastian Schindzielorz am Montag. Novothny ist im Sommer 2020 aus seinem Heimatland Ungarn nach Bochum gewechselt und hat insgesamt 21 Pflichtspiele absolviert.

2. Januar: Soma Novothny steht nach Recherchen von Tief im Westen – Das VfL-Magazin vor einem Wechsel zum zyprischen Traditionsverein Anorthosis Famagusta. Dies war bereits vor einigen Tagen Thema in diesem Ticker. Nun verdichten sich die Anzeichen, dass der Angreifer den VfL Bochum in Kürze verlassen wird. Er wird zu Beginn der neuen Woche sogar schon zum Medizincheck in Zypern erwartet, schreibt das Portal 24sports. Novothny erhofft sich von diesem Wechsel mehr Spielzeit. In dieser Saison kam er beim VfL nur auf sechs Kurzeinsätze. Dabei gelang ihm ein Tor beim 2:0-Erfolg gegen die TSG Hoffenheim. Sein Vertrag in Bochum läuft am Saisonende aus, die Chancen auf eine Verlängerung sind äußerst gering. Bei einem Abgang hätte der VfL nur noch zwei fitte Mittelstürmer in seinem Kader. Die Verantwortlichen suchen allerdings unabhängig von der Personalie Novothny nach Verstärkung.

30. Dezember: Robert Zulj hat den Oberösterreichischen Nachrichten ein Interview gegeben und sich auch zu einer möglichen Rückkehr nach Europa geäußert: „Sollte sich Bochum im Winter melden, werden wir sehen, was passiert. Es gibt auch andere Interessenten. Aber: Es gefällt mir hier sehr gut. Dubai ist eine Stadt mit unglaublichen Möglichkeiten.“

Zulj hatte den VfL erst in diesem Sommer als Top-Scorer der Aufstiegsmannschaft verlassen und eine Ausstiegsklausel genutzt, um zu Al-Ittihad Kalba in die Vereinigten Arabischen Emirate zu wechseln. Schon im Oktober hat er in der Bild laut über eine Rückkehr nach Deutschland, speziell nach Bochum, nachgedacht. Die Verantwortlichen des VfL wollen sich in der Offensive zwar verstärken, ob Zulj aber ihr Wunschkandidat ist, bleibt weiter offen. Trainer Thomas Reis äußerte sich dazu bereits vor einigen Wochen: „Mit seiner Art fehlt er uns. Er ist ein Führungsspieler. Ich habe immer noch ein gutes Verhältnis zu ihm, der Kontakt ist nicht abgerissen.“ Gleichwohl betonte Reis, dass er nicht weiß, in welcher körperlichen Verfassung sich der Spielmacher befindet: „Er ist nicht unbedingt ein Trainingsweltmeister. Der Weg zurück kann sehr schwer sein, auch wenn man nur ein halbes Jahr weg ist.“

Wenn Zulj zurückkäme, müsste er dem VfL sofort weiterhelfen. Daran hat der 29-Jährige aber ebenso Zweifel: „Mit Deutschland kann man das Niveau hier natürlich nicht vergleichen. Es würde sicher ein paar Wochen benötigen, um sich wieder umzustellen, aber ich habe ja nicht sechs Monate Urlaub gemacht und meine Beine nur hochgelegt.“ Offen wäre außerdem noch die Finanzierung des Transfers. Zulj verdient in den Emiraten deutlich besser als zuvor beim VfL, er müsste deutliche Abstriche in Kauf nehmen. Geschäftsführer Sebastian Schindzielorz wollte sich zu diesem Thema auf Nachfrage nicht äußern.

28. Dezember: Saulo Decarli wird den VfL Bochum spätestens im Sommer verlassen, wenn sein Vertrag endet. Allerdings ist auch ein vorzeitiger Abgang des Schweizers denkbar. Die Boulevardzeitung Blick aus seinem Heimatland meldet, dass der FC Luzern wohl über eine Verpflichtung von Saulo Decarli nachdenkt. Der Innenverteidiger spielt seit 2019 beim VfL. Ursprünglich als Abwehrchef verpflichtet, hat er die Erwartungen aber nicht erfüllen können. In dieser Saison kommt der 29-Jährige auf genau acht Einsatzminuten. Decarli ist beim VfL nur noch Innenverteidiger fünf. Auch in der Vorsaison war er meist nur Reservist. Im November hat er sich in einem Testspiel an der Schulter verletzt und befindet sich aktuell im Aufbautraining. Auch aus finanziellen Gründen würde ihn der VfL bei einem Angebot ziehen lassen. Luzern ist Tabellenletzter in der Schweizer Super League und dringend auf der Suche nach Verstärkung, auch für die Innenverteidigung.

27. Dezember: Die Boulevardzeitung The Sun – das britische Pendant zur Bild – berichtet über ein angebliches Interesse von Manchester United an Armel Bella Kotchap, wobei gleich vier deutsche Juniorennationalspieler auf einmal genannt werden. Die Quelle ist also mit Vorsicht zu genießen. So soll Ralf Rangnick, neuer Coach des Premier-League-Klubs, neben Armel Bella Kotchap auch Florian Wirtz (Bayer Leverkusen), Luca Netz (Borussia Mönchengladbach) und Eric Martel (RB Leipzig) auf seine Wunschliste gesetzt haben. Finanziell wäre Manchester ganz sicher dazu in der Lage, Bochums Abwehr-Youngster abzuwerben. Sein Vertrag läuft noch 2024, zuletzt war der 20-Jährige allerdings nur noch Reservist und mit dieser Rolle unzufrieden. Bella Kotchap wurde in der Vergangenheit schon mit zahlreichen Klubs aus England in Verbindung gebracht, wovon aber nur wenige konkret beim VfL angefragt haben.

27. Dezember: Gerne würden die Bochumer in diesem Winter noch einen Stürmer verpflichten. Ausgeschlossen ist aber auch nicht, dass der VfL noch einen Angreifer abgibt. So berichten Medien in Ungarn darüber, dass ihr Landsmann Soma Novothny ein Kandidat beim zyprischen Traditionsverein Anorthosis Famagusta sein soll. Novothny Vertrag läuft in diesem Sommer aus, eine Verlängerung ist ziemlich unwahrscheinlich. Sollte das Interesse tatsächlich existieren, würden ihm die Bochumer wohl kaum Steine in den Weg legen – sofern sie selbst auf dem Transfermarkt fündig werden.

27. Dezember: Die Frankfurter Rundschau bringt den VfL Bochum mit Eintracht-Profi Aymen Barkok in Verbindung. Demnach soll sich der Revierklub für eine Verpflichtung des 23-Jährigen interessieren. Barkok spielt im zentral-offensiven Mittelfeld, also auf einer Position, die beim VfL nicht optimal besetzt ist. Die Verantwortlichen überlegen, den Kader auch an dieser Stelle zu verstärken. Der marokkanische Nationalspieler wäre im kommenden Sommer ablösefrei und in diesem Winter wahrscheinlich für kleines Geld zu haben. Allerdings stünde er im Januar wohl nicht zur Verfügung, weil er mit Marokko am Afrika-Cup teilnehmen wird. Barkok kam in dieser Bundesliga-Saison zu vier Kurzeinsätzen. Auch Greuther Fürth soll interessiert sein.

(Foto: Imago / Nordphoto)

Interview

Pantovic: „Ich wurde für die Bundesliga ausgebildet“

Vom Buhmann zum Publikumsliebling: Milos Pantovic blüht beim VfL Bochum in der Bundesliga auf. Im Interview spricht der Mittelfeldspieler über Kabinen-Gags, Weitschusstore und die Partie gegen seinen Ex-Verein Bayern München.

Herr Pantovic, Hermann Gerland hat nach Ihrem Wechsel zum VfL im Sommer 2018 gesagt, er habe schon bessere Spieler nach Bochum geschickt. Wie oft hat Sie dieser Satz danach noch verfolgt?

Ich habe natürlich mitbekommen, was er gesagt hat. Wenn das seine Meinung ist, dann ist das auch völlig okay. Wir kennen ihn doch: Er ist sehr ehrlich. Aber er hat bei meinem Transfer keine Rolle gespielt. Vielleicht hat ihn jemand vom VfL nach seiner Meinung gefragt, mehr aber auch nicht.

Kritisch beäugt wurden Sie dann allerdings sehr lange.

Ja, und das war nicht immer so einfach für mich. Warum auch immer, ich habe viel Kritik abbekommen, manchmal mehr als andere. Das ist erst in den letzten Monaten spürbar weniger geworden.

Es war auch Thema in der Kabine, haben Sie mal gesagt.

Um ehrlich zu sein: Wir haben sogar darüber gelacht. Niemand hat verstanden, warum es nach schlechten Spielen hieß: Pantovic ist schuld. Irgendwann war es nur noch ein Kabinen-Gag.

Lesen Sie in den sozialen Netzwerken mit?

Mit der Zeit nicht mehr. Ich weiß, was ich kann. Dann ist es nicht so entscheidend, wie mich andere von außen beurteilen. Kritische Kommentare sind ja kein Problem, aber es muss immer fair bleiben.

Der Wind hat sich mittlerweile gedreht. Sie gehören fast schon zu den Publikumslieblingen, sportlich zum Stammpersonal. Warum läuft es in dieser Saison so gut für Sie?

Da kommen verschiedene Faktoren zusammen: Tore, die zum Teil ziemlich krass waren. Mehr Einsätze im Zentrum, und: Die neue Liga, in der ich mich gut zurechtfinde. Jetzt sind mehr meine spielerischen Fähigkeiten gefragt. Ich wurde beim FC Bayern ja auch für die Bundesliga ausgebildet.

Heißt, für Sie ist es einfacher, in der Bundesliga zu glänzen als in der 2. Liga? Klingt im ersten Moment fast schräg.

Zumindest kann ich in der Bundesliga meine spielerischen Qualitäten häufiger einbringen. Ich habe in München eine gute Grundausbildung genossen, gerade im Hinblick auf Technik und Ausdauer. Außerdem hatte ich im Sommer ein Gespräch mit Thomas Reis. Wir waren uns einig, dass ich meine Stärken im Zentrum am besten zeigen kann. Aber: Ich wurde beim FC Bayern für alle Offensivpositionen ausgebildet, kann also auch außen spielen.

Sie waren insgesamt elf Jahre in der Jugend beim FC Bayern. Wie sehr hat Sie diese Zeit geprägt?

Vieles von dem, was mich fußballerisch heute auszeichnet, habe ich dort gelernt. Ich hatte mit vielen sehr guten Trainern und Spielern zu tun. Die ersten Erfolge und Misserfolge, Auslandsreisen, aber auch Verletzungen – all das habe ich dort zum ersten Mal erlebt. Außerdem habe ich für den FC Bayern mein Bundesliga-Debüt gefeiert (ein Einsatz unter Pep Guardiola, Anm. d. Red.).

Wurden in München eigentlich auch Distanzschüsse trainiert? Sie haben in dieser Saison einmal aus 66 und einmal aus 45 Metern getroffen.

Solche Schüsse trainiere ich in dieser Form gar nicht. Es ist wohl eine Mischung aus Talent und Instinkt. Wenn das Tor frei ist, überlege ich nicht lange, sondern setze die erste Idee direkt um. Natürlich gehört auch Selbstvertrauen dazu, das habe ich momentan. Es gab Phasen, da hätte ich den Ball wohl übers Stadiondach geschossen (lacht).

Wie realistisch ist es denn, dass Ihnen ein solches Tor auch am Samstag gegen Ihren Ex-Verein gelingt? Im Hinspiel gab eine 0:7-Klatsche.

Ich würde mich auch über ein Tor aus drei Metern mit der Kniescheibe freuen (lacht erneut). Aber ernsthaft: Ein 0:7 wird uns nicht noch einmal passieren. Wir sind auch nicht mehr die Mannschaft, die wir noch vor einem halben Jahr waren. Das war ein einschneidendes Erlebnis. Wir haben uns weiterentwickelt, sind defensiv kompakter geworden. Das haben wir in vielen Spielen bewiesen. Jetzt wollen wir uns mit den Besten der Liga messen – auch wenn wir wissen, dass das Spiel gegen Stuttgart eine Woche später fast noch wichtiger wird. Weil es dann gegen einen direkten Konkurrenten geht.

Vor der Saison galt der VfL als Abstiegskandidat. Aktuell stehen Sie auf Platz elf. Was spricht für den Klassenerhalt?

Wir müssen aufpassen, so groß ist der Vorsprung nicht. Dennoch: Wir schaffen es, auch nach Rückschlägen und Rückständen schnell wieder aufzustehen. Sicher ist es auch ein Vorteil, dass wir vom ersten Spieltag an wussten, dass es nur gegen den Abstieg geht. Ich glaube, dass wir viele Fußballfans in ganz Deutschland bislang positiv überrascht haben. Außerdem haben wir unsere Fans im Rücken. Auch wenn das Stadion aktuell nicht voll sein darf: Hier ist immer was los, es ist lauter als anderswo.

Sind das auch Argumente für eine Verlängerung beim VfL? Ihr Vertrag läuft aus. Wollen Sie warten oder schon bald Nägel mit Köpfen machen?

Es gibt keinen Grund zur Eile. Ich möchte mich zunächst auf den Abstiegskampf konzentrieren.

(Foto: Firo Sportphoto)

Omikron-Welle

VfL Bochum meldet zwei Corona-Fälle

+++ Update am 31. Januar: +++

Der VfL Bochum meldet zwei Corona-Fälle: Kapitän Anthony Losilla und Verteidiger Erhan Masovic haben sich am spiel- und trainingsfreien Wochenende positiv auf Covid-19 getestet. Eine anschließende PCR-Testung hat das Resultat bestätigt. Sie befinden sich seitdem in häuslicher Isolation. Die Reise zum nächsten Bundesligaspiel bei Hertha BSC am Freitag (4.2.) werden die beiden demzufolge nicht antreten können. Den Spielern gehe es gut, schreibt der Verein. Die vor dem Montagstraining durchgeführten Schnelltests erbrachten bei allen anderen Teammitgliedern ein negatives Ergebnis.

Ursprünglicher Text vom 27./28. Januar:

Der 27. Januar geht wohl gleich doppelt in die Geschichte der Covid-19-Pandemie ein. Vor zwei Jahren wurde an diesem Tag der erste Corona-Fall in Deutschland bestätigt. Nun, 2022, waren es zum ersten Mal mehr als 200.000 Neuinfektionen am Tag. Omikron rollt durchs Land, die Einschläge kommen näher – auch beim VfL Bochum.

Asano mit unklarem Testergebnis

Als Verdachtsfall wurde in dieser Woche Takuma Asano eingestuft. Der Japaner befindet sich aktuell auf Länderspielreise. Doch beim WM-Qualifikationsduell gegen China war er überraschend nicht dabei. Warum genau, wisse man noch nicht, sagte Pressesprecher Jens Fricke im Livestream während des Testspiels gegen Fortuna Düsseldorf (0:2) am Donnerstagnachmittag. Japanische Medien meldeten dann am Abend, dass Asano über leichte Krankheitssymptome klagt und deshalb geschont wurde. Ein erster PCR-Test habe zu einem unklaren Ergebnis mit einem hohen ct-Wert geführt, sagte ein Sprecher des japanischen Verbandes. Ein hoher ct-Wert bedeutet, dass die getestete Person wenig oder gar nicht mehr infektiös ist. Ein zweiter Test an diesem Freitag ergab zum Glück ein negatives Ergebnis.

Interessant: Japanische Medien berichten, dass Asano bereits im Dezember infiziert gewesen sein soll. Dazu passt, dass seinerzeit zwei Spieler als Kontaktpersonen des infizierten Eduard Löwen in Quarantäne geschickt wurden. Offiziell hat der VfL aber nie die Namen genannt. Auch über eine weitere Infektion wurde nichts bekannt. Auffällig war nur, dass Asano drei Spiele verpasst hat und Trainer Thomas Reis Nachfragen zu den Gründen ausgewichen ist.

Vorsichtsmaßnahme bei Gamboa

Zwar geimpft, aber trotzdem gefährdet, ist in diesen Tagen auch Cristian Gamboa. Der Rechtsverteidiger fehlte beim Testspiel gegen Düsseldorf ebenfalls. Seine Frau postete am Donnerstag öffentlich auf Instagram, dass sie positiv getestet wurde. Gamboa blieb deshalb vorsichtshalber daheim, mit räumlicher Trennung.

Ob Saulo Decarli und Raman Chibsah aus ähnlichen oder aus ganz anderen Gründen am Donnerstag nicht auf dem Platz standen, war zunächst offen. Eigentlich sollten sie als Ersatzspieler zum Einsatz kommen. Einige Fans mutmaßten in den sozialen Netzwerken, dass bei beiden Spielern ein Wechsel bevorstehen könnte. Gegenüber der WAZ, die vor Ort war, wollte der Verein keine näheren Angaben machen, warum das Duo gefehlt hat. Sie seien nicht verletzt, aber auch nicht einsatzfähig, hieß es nur. Das ließ natürlich Raum für Spekulationen. Am Freitag folgte dann die Info, dass beide geschont wurden, damit eine Verletzung einem noch möglichen Wechsel nicht im Wege steht.

Wie auch immer: Dass an diesem Wochenende kein Pflichtspiel ansteht, ist wohl ebenso hilfreich wie die Tatsache, dass Thomas Reis seiner Mannschaft drei freie Tage gewährt. Doch selbst bei größtmöglicher Vorsicht lassen sich Infektionen in diesen Tagen und Wochen teilweise kaum vermeiden. Aktuell ist in Bochum fast jeder hundertste Einwohner infiziert, Risikokontakte werden wahrscheinlicher.

Alle Spieler erfüllen 2G

Erfreulich ist: Einen größeren Ausbruch oder Infektionsketten hat der VfL bislang verhindern können. Ob das mit der deutlich ansteckenderen Omikron-Variante überhaupt möglich sein wird, bleibt abzuwarten. Immer wieder melden Vereine Corona-Fälle, was natürlich auch Bochums Geschäftsführer Sebastian Schindzielorz registriert: „Das Thema Corona wird vermutlich auch Einfluss auf die Ergebnisse haben. Wenn sieben, acht Stammspieler ausfallen, kann das kein Verein kompensieren. Das ist schon ein Faktor für die nächsten Wochen.“ Zusätzliche Maßnahmen will der VfL nicht ergreifen, sagte Schindzielorz jüngst in einer Pressekonferenz: „Zu erhöhen gibt es da wenig, weil wir den Standard schon sehr lange hochhalten.“

Bereits Ende Dezember verriet Schindzielorz, dass in der Rückrunde jeder Spieler den 2G-Status erfülle. Dieser ist auch über ein Genesenenzertifikat zu erbringen. Nach Informationen von Tief im Westen – Das VfL-Magazin soll es noch mindestens einen Spieler geben, der bislang kein Impfangebot angenommen hat. Die meisten Profis sind geimpft, viele auch geboostert.

(Foto: Firo Sportphoto)

Kommentar

Kneipe voll, Stadion leer: Logisch ist das nicht

Die 750 Zuschauer am Dienstagabend haben alles gegeben. Mit viel Leidenschaft haben sie den VfL im DFB-Pokal gegen Mainz ins Viertelfinale geschrien. Ob im Stadion oder an den Fernsehgeräten – der Unterschied zu einem Geisterspiel war deutlich zu hören. Dennoch: Ein normales Heimspiel, so wie wir es kennen, war es natürlich nicht. 

Maßnahmen müssen Sinn ergeben

Wichtig und richtig sind die Corona-Schutzmaßnahmen ja grundsätzlich schon. Tag für Tag beschert uns die Omikron-Variante neue Höchstwerte, aktuell jenseits der 100.000 – und noch ist kein Ende in Sicht. Nur weil die Variante offenbar milder ist, ist sie nicht harmlos. Zumal sie deutlich ansteckender ist. Die deutsche Vorsicht ist also gar nicht verkehrt. Logisch sind einige Regeln allerdings nicht, im schlimmstenfalls sogar kontraproduktiv. 

Zum Beispiel beim Fußball. Von 27.600 Plätzen im Bochumer Ruhrstadion waren am Dienstag gegen Mainz nur 750 belegt. Mehr dürfen es auch an diesem Samstag gegen Köln nicht sein. Allerdings: Von den anderen 26.850 guckt ja nicht jeder allein auf dem Sofa. Ein Leser dieser Seite schickte mir während des Pokalspiels ein Foto aus einer Kneipe – mit vielen Gäste, natürlich ohne Maske, eher eng und stickig als großräumig und luftig. 

Wir wissen noch nicht alles über dieses Virus, manches aber schon. Vor allem, was hilft: Drei Impfungen, Abstand halten, FFP2-Maske tragen. Und: Draußen an der frischen Luft ist das Risiko nicht gleich null, aber geringer als in Innenräumen. Es wäre also sinnvoller, die Leute ins Stadion zu „lenken“. Nicht alle, klar. Das gibt die Situation nicht her. Kritisch wird es dann wieder bei der An- und Abreise. Aber jeden zweiten oder dritten Sitzplatz mit Geimpften zu besetzen und eine FFP2-Maskenpflicht anzuordnen, das wäre doch guten Gewissens möglich.

Viel Platz und trotzdem eng

Zumal es mit nur 750 Zuschauern im Stadion nicht unbedingt besser läuft. An dieser Stelle muss sich auch der VfL Bochum Kritik gefallen lassen: Die Fans saßen am Dienstag erstaunlich eng beieinander, ohne Maske und ohne den allseits empfohlenen Abstand von anderthalb Metern. Ja, das ist so erlaubt. Aber Platz wäre doch genug, selbst wenn man nur eine Tribüne öffnet. Im VIP-Raum sah es ähnlich aus. Hier sollte der Klub aus Vernunft und Verantwortung nachbessern – und darauf hoffen, dass die Landesregierung schon bald eine ganz neue Lösung findet.

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2:2 gegen Köln

Mit Upgrade im Sturm: Bochum weiter heimstark

Ja, er kann es auch mit rechts. Etwas zu weit schien sich Gerrit Holtmann den Ball vor dem 1:0 schon vorgelegt zu haben. Doch dann, aus der Not heraus, schenkte der pfeilschnelle Flügelstürmer seinem deutlich schwächeren Fuß das Vertrauen – mit Erfolg. Holtmann tunnelte Kölns Keeper Marvin Schwäbe und brachte den VfL in Führung. Am Ende nahmen die Bochumer hochverdient einen Punkt mit.

„Wir können damit gut leben, ein bisschen unzufrieden sind wir aber auch“, sagte Trainer Thomas Reis. Denn seine Mannschaft war aktiver, hatte deutlich mehr Chancen. Doch zu viele davon, darunter auch Hochkaräter, ließ sie ungenutzt liegen.​ Auch Jürgen Locadia war an vielen Offensivaktionen beteiligt, jedoch eher als Vorbereiter. Der Winter-Neuzugang erhielt erneut den Vorzug vor Sebastian Polter und zeigte, dass er eine Verstärkung für Bochums Angriff ist. Locadia vereint Robustheit und Beweglichkeit, hat außerdem ein Auge für die Mitspieler. So bereitete er auch das Tor von Holtmann vor. „Er hat viel fürs Team gearbeitet, ist technisch versiert, hat ein gutes Timing beim Passspiel – das haben wir beim Tor ja gesehen“, lobte ihn Trainer Reis nach der Partie. „Das haben wir uns von ihm erhofft.“ Und genau das, die fußballerische Qualität, unterscheidet ihn von Polter.

Locadia angeschlagen

In der 56. Minute musste der Niederländer allerdings angeschlagen ausgewechselt werden. Eine Diagnose gibt es noch nicht, Thomas Reis ist aber zuversichtlich, dass der Angreifer schnell ins Training zurückkehren wird. Für Locadia kam wiederum Sebastian Polter ins Spiel. Auch mit ihm war Bochums Chefcoach „sehr zufrieden“, denn Polter trat als Vorlagengeber ebenso in Erscheinung, als er Takuma Asano vor dem 2:2 bediente. Für den Japaner war es das Premierentor im VfL-Trikot. Bemerkenswert: An dieser Aktion waren alle drei Joker beteiligt. Der Einwurf vor dem Ausgleichstreffer kam vom ebenfalls eingewechselten Cristian Gamboa. ​Ein effektives Trio also, wobei die Kölner in der Hinsicht noch besser waren. Denn aus deutlich weniger Chancen machten sie ebenfalls zwei Tore.

Das 1:1 fiel unter gütiger Mithilfe der VfL-Abwehr. Erst köpfte Armel Bella Kotchap den Ball völlig unbedrängt ins Toraus, worüber sich Thomas Reis in diesem Moment mächtig ärgerte. Dann waren bei der Ecke gleich drei Bochumer zuerst am Ball, und trotzdem zappelte er wenige Sekunden später im Netz. Kurz vor der Pause glänzte dann Anthony Modeste mit einem eleganten Lupfer, mit dem er Bochums Torhüter Manuel Riemann überwand. „Tore entstehen immer durch Fehler, aber diese geben wir zu leicht her“, analysierte Reis. Dem 2:1 der Kölner war ein ziemlich unnötiger und leichtsinniger Fehlpass von Milos Pantovic vorausgegangen.

Bochum bleibt heimstark

​Dennoch: Mit dem Unentschieden bleibt der VfL auf Kurs, ist immer noch Tabellenelfter und hat fünf Punkte Vorsprung vor dem Relegationsrang. Vor allem zu Hause sind die Bochumer kaum zu schlagen. Das könnte der entscheidende Trumpf im Kampf um den Klassenerhalt sein. Inklusive Pokal gab es in dieser Saison schon 12 Spiele im Ruhrstadion. Nur zwei davon hat der VfL verloren, insgesamt sieben gewonnen – eine bemerkenswerte Bilanz für einen Aufsteiger. „Die Entwicklung ist zu sehen, das ist das Wichtigste“, sagt Gerrit Holtmann, für den es jetzt in eine kurze Pause geht.

Erst am 4. Februar findet das nächste Pflichtspiel statt, dann gastiert der VfL bei der Hertha in Berlin. Wegen einer Länderspielpause für alle Nicht-Europäer ruht der Bundesliga-Betrieb am kommenden Wochenende. Die Profis des VfL erhalten drei freie Tage. Zuvor steht aber noch ein Testspiel auf dem Programm. An diesem Donnerstag empfangen die Bochumer den krisengeschüttelten Zweitligisten aus Düsseldorf. Ob Fans dabei sein dürfen, ist noch nicht bekannt.

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Viertelfinale erreicht

VfL-Fans träumen: Ohne Dortmund nach Berlin

Dieses Mal hat sich niemand getraut, Milos Pantovic den Ball noch wegzunehmen. Beim Elfmeter in der 56. Minute ging der Mittelfeldspieler als einziger Bochumer zum Punkt – und erzielte mit einem halbhohen Schuss in die Mitte den Ausgleich. Für den VfL war es der entscheidende Moment, um das Pokal-Achtelfinale gegen Mainz noch zu drehen und am Ende verdient mit 3:1 zu gewinnen. In der zweiten Halbzeit brannten die Gastgeber auf dem Rasen ein Feuerwerk ab, noch spektakulärer als das vor dem Anpfiff. Einige Fans zeigten hinter der Südtribüne, dass sie noch ein paar Reste vom Silvesterfest hatten.

Gefeiert wurde natürlich auch nach dem Spiel, mit immerhin 750 Fans im Stadion. Sie stimmten den Klassiker „Berlin, Berlin, wir fahr‘n nach Berlin“ gleich mehrfach an – nach dem Spiel dann leicht abgewandelt und mit einem Gruß in die Nachbarstadt: „Ohne Dortmund fahr’n wir nach Berlin.“ Der BVB war im Parallelspiel gegen St. Pauli aus dem Wettbewerb geflogen. „Darüber freuen sich die Fans im Pott natürlich immer“, sagte Trainer Thomas Reis mit einem Schmunzeln, wollte aber lieber den eigenen Erfolg in den Mittelpunkt rücken. Zum ersten Mal seit 2016 hat der VfL das Viertelfinale im DFB-Pokal erreicht.

Pantovic trifft doppelt

Danach sah es in der ersten Halbzeit nicht unbedingt aus. Die Mainzer machten aus ihrer einzig nennenswerten Torchance das 0:1, als Manuel Riemann einen Weitschuss unglücklich nach vorne abwehrte und Karim Onisiwo den Abpraller zur Gästeführung nutzte. Vom VfL, der im Vergleich zum Duell in der Liga am vergangenen Samstag auf fünf Positionen wechselte, war im gegnerischen Strafraum fast gar nichts zu sehen, nur die Abwehr glänzte. Das blieb bis zum Ende so, doch die Offensive legte nach der Pause deutlich zu. „In der Kabine war es etwas lauter“, verriet Milos Pantovic.

Das Entscheidende: Die Bochumer eroberten mehr Bälle und schalteten blitzschnell um. Nach dem verwandelten Strafstoß durch Milos Pantovic waren sie nicht mehr zu bremsen. Pantovic strotzte vor Selbstbewusstsein und erzielte per Heber das 2:1, Gerrit Holtmann war der Vorlagengeber. Nur drei Minuten lagen zwischen Ausgleich und Führung. Danach ergaben sich neue Räume. Einige Chancen ließ der VfL zunächst liegen, doch als der eingewechselte Sebastian Polter auf den ebenfalls eingewechselten Eduard Löwen ablegte, fiel endlich das dritte Tor – und der Einzug ins Viertelfinale war perfekt.

Bayern und BVB schon raus

„Wenn du dort stehst, willst du auch ins Halbfinale“, sagte Machtwinner Pantovic, auch wenn er „die großen Träumereien“ anderen überlässt – nämlich den Fans. Sie hoffen auf ein Heimspiel, denn im eigenen Stadion sind die Bochumer – ob vor kleiner oder großer Kulisse – deutlich stärker als in der Fremde. Auch auf Pantovic wird es in der nächsten Runde Anfang März wieder ankommen. Viermal war er in dieser Pokalsaison schon erfolgreich, mit sieben Pflichtspieltreffern ist er aktuell sogar der treffsicherste Schütze beim VfL. Wann der nächste Gegner ermittelt wird, steht übrigens noch nicht fest.

Wohl aber, dass sich weder Bayern München noch Borussia Dortmund im Lostopf befinden. Die beiden großen Favoriten sind schon raus. Mehr noch: Alle neun Pokalsieger der letzten 27 Jahre sind nicht mehr dabei. Am Dienstagabend haben sich zunächst drei Zweitligisten qualifiziert, mindestens drei Bundesligisten werden am Mittwoch aber dazukommen. Die Chance für den VfL Bochum, in diesem Jahr etwas Besonderes zu erreichen, stehen so gut wie lange nicht mehr. Das weiß auch die Mannschaft, die sich intern manchmal höhere Ziele setzt, als sie nach außen kommuniziert…

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Wieder gegen Mainz

Pokalrotation – aber Riemann bleibt im Tor

Wiedersehen macht bekanntlich Vorfreude, und so treffen der VfL Bochum und Mainz 05 nur drei Tage nach dem Duell in der Bundesliga schon wieder aufeinander. Am Dienstag (20.45 Uhr, vor 750 Zuschauern) kämpfen die beiden Klubs im DFB-Pokal um den Einzug ins Viertelfinale. So weit ist der VfL zuletzt in der Saison 2015/16 gekommen. „Der DFB-Pokal ist der kürzeste Weg, um etwas ganz Tolles zu erreichen. Das ist für den Verein, aber auch für die Mannschaft ein wichtiger Wettbewerb. Die Gier, gewinnen zu wollen, wird da sein“, sagt Bochums Trainer Thomas Reis.

Nach der 0:1-Niederlage am Samstag wollen die Bochumer natürlich auch die Chance zur Revanche nutzen: „Wiedergutmachung ist nicht möglich. Aber wir wissen, was auf uns zukommt und werden eine Schippe drauflegen.“ Wie die Mainzer im Pokal zu schlagen sind, wissen die VfL-Profis. In der vergangenen Saison haben sie die 05er in der zweiten Runde geschlagen, im Elfmeterschießen gab es die Entscheidung. Auch in dieser Saison haben die Bochumer jeweils länger gebraucht: In Wuppertal gab es den Sieg nach 120 Minuten, gegen Augsburg im Elfmeterschießen.

Drei Stammkräfte kehren zurück

Das möchte Thomas Reis nach Möglichkeit vermeiden und auch in diesem Fall den kürzesten Weg nehmen, denn „jede Minute in einer englischen Woche ist kräftezehrend.“ Deshalb denkt der 48-Jährige schon im Vorfeld über personelle Veränderungen nach: „Wir haben einige Spieler, die aus Verletzungen oder Erkrankungen kommen. Da müssen wir schauen, ob es Sinn macht, sie in dieser Woche dreimal einzusetzen.“ Weil bis auf Simon Zoller alle Startelfkandidaten fit sind, „und die Leistungsdichte enger geworden ist“, ist eine Rotation sehr wahrscheinlich.

Mit Danilo Soares, Gerrit Holtmann und Elvis Rexhbecaj werden sogar drei Leistungsträger in die Mannschaft zurückkehren, die zuletzt angeschlagen waren oder aus privaten Gründen gefehlt haben. Auch Erhan Masovic, Herbert Bockhorn und Neuzugang Jürgen Locadia drängen ins Team. Keinen Wechsel wird es dagegen zwischen den Pfosten geben. In der zweiten Pokalrunde hatte Thomas Reis auf die etatmäßige Nummer zwei Michael Esser gesetzt. Nun wird Stammkeeper Manuel Riemann das Tor hüten.

(Foto: Firo Sportphoto)