3:3 gegen Verl

VfL sucht Verstärkung: Reis will Abwehr stabilisieren

Thomas Reis grinste zwar kurz, als er nach dem 3:3 im 120-Minuten-Test gegen den SC Verl zum Interview erschien. Doch wirklich zufrieden war VfL-Coach mit dem Auftritt seiner Mannschaft nicht. Zumindest die Defensivleistung kritisierte er deutlich: „Wir haben zu viele Torchancen zugelassen. Manchmal ist es aber hilfreich, dass so etwas in Testspielen passiert. Da müssen wir zwingend besser werden. So hätten wir in der Bundesliga keine Chance.“

Klare Worte von Thomas Reis, der bemängelte, dass seine Spieler einige Situationen unterschätzt hätten „und nicht griffig in den Zweikämpfen waren.“ Hinzu kam, dass einige Akteure auf ungewohnten Positionen eingesetzt wurden. Tarsis Bonga spielte etwa als rechter Außenverteidiger, weil Cristian Gamboa angeschlagen fehlte. Auf dieser Position ist aktuell nur Herbert Bockhorn gesund. Dass Bonga definitiv keine Alternative ist, war gegen Verl nicht zu übersehen.

Verteidiger für die linke Seite

Trotz des 30-Mann-Kaders ist die Personaldecke in der Abwehr eher dünn. Der VfL sucht deshalb noch einen Verteidiger für die linke Seite. Bockhorn, der rechts gebraucht wird, und Maxim Leitsch, der eigentlich zentral verteidigt, sind die einzigen Alternativen zu Danilo Soares, der sich defensiv auch noch steigern muss. Theoretisch könnte auch Gerrit Holtmann links hinten verteidigen, dieses Experiment ist aber schon bei anderen Klubs missglückt.

Der neue Mann sollte im Idealfall nicht nur Druck auf Soares ausüben, sondern auch zentral verteidigen können. Denn wie souverän die beiden Youngster Armel Bella Kotchap und Maxim Leitsch in der Bundesliga sein werden, muss sich erst zeigen. Beide haben bekanntlich großes Potenzial. Vor allem Bella Kotchap muss es aber schaffen, ohne einen schweren Lapsus durch ein Spiel zu kommen. Eine Klasse höher werden diese Fehler schneller bestraft.

Dass neben ihm Maxim Leitsch verteidigen wird, gilt als sicher, doch auch er zeigte gegen Verl keine gute Leistung und war an zwei der drei Gegentreffer binnen einer Viertelstunde beteiligt – ebenso wie Saulo Decarli, der sich nicht als Alternative aufdrängen konnte. Zuvor hatte der VfL stark losgelegt und war durch Anthony Losilla und Simon Zoller in Führung gegangen. Den Ausgleich erzielte der Ex-Bochumer Tom Baack mit einem Eigentor.

Masovic könnte den VfL verlassen

Thomas Reis kündigte bereits an, bis zum Trainingslager in Südtirol weiter am Abwehrverhalten arbeiten zu wollen. Personelle Verstärkung ist noch nicht in Sicht, zumindest sickert nichts durch. Zugleich hoffen die Verantwortlichen auf Abgänge von Spielern aus der zweiten Reihe. Dem jungen Erhan Masovic täte ein Leihgeschäft mit Spielpraxis gut. Fraglich bleibt, ob es Vasilios Lampropoulos gelingen wird, in der Bundesliga Fuß zu fassen.

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9:0 im ersten Test

Neuzugang Löwen glänzt und geht schon wieder

Der erste Eindruck ist bekanntlich wichtig und war in diesem Fall positiv. Mit 9:0 fegte der VfL Bochum am Mittwochabend die ambitionierte, aber in diesem Spiel doch recht wehrlose SSVg Velbert vom eigenen Platz. Vor knapp 1.000 Zuschauern, darunter auch viele Bochumer, zeigte der Bundesligist eine gute Leistung. „Meine Mannschaft war sehr aktiv, hat gepresst und den Gegner nicht unterschätzt“, lobte Trainer Thomas Reis sein Team nach dem ersten Testspiel. Große Aussagekraft hat der Auftritt zu diesem Zeitpunkt der Vorbereitung freilich noch nicht. Sechs Partien sowie das Turnier in Duisburg werden bis zum Pflichtspielstart Anfang August noch folgen.

Bis dahin will Trainer Thomas Reis seine neue Startelf gefunden haben. In Velbert probierte er bereits ein bisschen was aus, ließ für jeweils 45 Minuten zwei unterschiedliche, nominell in etwa gleich starke Mannschaften spielen. So setzte der Fußballlehrer im ersten Durchgang mit Robert Tesche auf einen Sechser und mit den beiden Neuzugängen Eduard Löwen und Patrick Osterhage auf zwei Achter. Das Trio harmonierte schon gut miteinander. Tesche blieb – wie schon in der Aufstiegssaison – der absichernde Part im defensiven Mittelfeld, während sich Löwen und Osterhage immer wieder ins Offensivspiel einschalteten und dabei zu gefallen wussten.

Löwen spielt für Deutschland

Mit zwei Toren, darunter ein direkter verwandelter Freistoß, sowie zwei Vorlagen trug sich Löwen auch in die Scorerliste ein. „Er hat das gezeigt, was wir uns von ihm erhoffen. Wir haben mit ihm einen Spieler dazugewonnen, der eine andere Spielweise pflegt als Robert Zulj. Er kommt mehr aus der Tiefe. Aber die Standards sind nicht schlechter geworden“, sagte Reis in Velbert über den Neuzugang. Der VfL hat den 24-Jährigen für ein Jahr vom Bundesliga-Konkurrenten Hertha BSC ausgeliehen, ohne Kaufoption. Das Problem: Löwen glänzte zwar im ersten Test mit seiner Physis und seiner Technik, wird den VfL aber schon in wenigen Tagen wieder verlassen.

Denn er gehört dem deutschen Olympia-Kader für Tokio an – für den Spieler eine große Ehre und eine besondere Erfahrung, für seinen neuen Arbeitgeber aber eher suboptimal. Löwen wird mindestens das Pokalspiel in Wuppertal und natürlich wichtige Wochen der Saisonvorbereitung verpassen. Und wenn er im August zurückkommt, muss er sich womöglich weiterer Konkurrenz stellen. Nach wie vor schaut sich der VfL nach einem weiteren Spieler fürs Mittelfeldzentrum um. Auch auf der linken Abwehrseite gibt es noch Bedarf. In Velbert half Maxim Leitsch dort aus, machte auch einen ordentlichen Job, ist aber in der Innenverteidigung eingeplant.

Trio darf den VfL verlassen

„Wir wollten unseren Kader sinnvoll verstärken und die Leistungsdichte im Kader vergrößern. Das ist unheimlich wichtig, wenn man in der Bundesliga bestehen will. Das ist uns meiner Meinung nach schon gelungen“, zeigt sich Reis bereits zufrieden, würde weitere Verstärkungen aber sicher nicht ablehnen. Neben Löwen und Osterhage kamen im ersten Testspiel übrigens auch die Neuzugänge Christopher Antwi-Adjei und Michael Esser zum Einsatz. Takuma Asano, der Fünfte im Bunde, fehlte dagegen. Der Japaner trainiert erst seit wenigen Tagen mit der Mannschaft. Manuel Riemann, Cristian Gamboa und Danny Blum blieben ebenfalls daheim.

Während Riemann und Gamboa ihren Trainingsrückstand bald aufgeholt haben, hat Blum noch deutlich mehr Nachholbedarf. Thomas Reis denkt sogar darüber nach, ihn gar nicht mit ins Trainingslager nach Südtirol mitzunehmen, das in anderthalb Wochen beginnt. Auch Tom Weilandt und Baris Ekincier könnten dann fehlen. Das Duo kam in Velbert nicht zum Einsatz, beide Spieler können den Verein verlassen. Das gilt auch für Lars Holtkamp. Der Youngster absolvierte zuletzt ein Probetraining beim VfB Oldenburg. Ob der Regionalligist ihn nun verpflichten möchte, ist allerdings nicht bekannt.

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11.000 Dauerkarten verkauft

So läuft die Fanrückkehr beim VfL Bochum

Sollte Karl Lauterbach als Fußballfan noch einen Lieblingsverein suchen, müsste er sich eigentlich für den VfL Bochum entscheiden. Vorbildlich lenken die Verantwortlichen und Mitarbeiter den Klub durch die Corona-Pandemie. Ihr Handeln war stets von Vorsicht und Vernunft geprägt, Infektionsketten innerhalb der Mannschaft gab es nicht. Die Vorgaben der Stadt, des Landes und der DFL wurden praktisch nie infragestellt, sondern umgesetzt, teils übererfüllt. Daran hat sich bis heute nichts geändert, der großen Lockerungsstimmung im Land zum Trotz.

Das Kontrastprogramm zur Fußball-EM könnte kaum größer sein. Die UEFA drängt darauf, die Stadien zu füllen, auf den Tribünen liegen sich tausende Fans ohne Masken oder Abstände in den Armen, und anschließend reisen sie quer durch Europa. Und der VfL? Der Bundesligist hat zum Trainingsauftakt immerhin bis zu 200 Fans Zutritt zum Gelände gewährt, allerdings nur mit Maske und einem Impf- oder Testnachweis. Letzteres wurde genau kontrolliert. Bei den Testspielen gegen Verl und Bonn dürfen nun ebenfalls 200 Anhänger dabei sein.

Sorge vor Superspreading-Event

Klar ist: Noch ist der VfL Bochum weit entfernt von der altbekannten Normalität. Für diese Vorgehensweise gibt es aber gute Gründe. Offen ist etwa, welche Auswirkungen die Delta-Variante auf das weitere Infektionsgeschehen haben wird, sie ist ansteckender. Und: Die Quote der Zweitimpfungen liegt in NRW noch deutlich unter 50 Prozent. Der VfL möchte ungern mit Neuansteckungen in Verbindungen gebracht werden. Tatsächlich haben die unkontrollierten Aufstiegsfeierlichkeiten nach Recherchen des Bochumer Gesundheitsamtes vereinzelt zu Infektionen geführt. 

Dass Fußballspiele auch an der frischen Luft zum Superspreading-Event werden können, zeigt ein Beispiel aus St. Petersburg: Beim EM-Spiel zwischen Finnland und Belgien kam es zu knapp 300 Neuansteckungen. Nur: Wenn nicht jetzt – bei deutschlandweit sehr niedrigen Infektionszahlen – der Versuch unternommen wird, die Stadionrückkehr von Fans zu ermöglichen, wann dann? Spätestens bis zum Saisonstart, insbesondere bis zum ersten Heimspiel gegen Mainz Ende August, dürfte jeder Fan vollständig geimpft sein, so er denn möchte.

Bundesliga-Start vor Publikum

Der VfL wird aber auch schon vorher wieder vor größerem Publikum spielen, zumindest auswärts. Beim Testspiel an diesem Mittwoch in Velbert sind 1.000 Fans zugelassen, beim Vorbereitungsturnier in Duisburg sogar knapp 10.000. Das haben die jeweiligen Gastgeber so entschieden und die Gesundheitsbehörden erlaubt. Der Unterschied: Während in Duisburg in der großen Arena gespielt wird, kann der VfL zurzeit nur den Leichtathletikplatz ohne Zuschauerränge nutzen. Im Ruhrstadion wird nämlich ein neuer Rasen verlegt.

Parallel arbeitet auch der VfL an einer Stadionöffnung für mehrere tausend Menschen. Mit dem neuen Hygienekonzept der DFL und der Corona-Schutzverordnung des Landes könnte ein Bundesliga-Start vor Zuschauern möglich sein. Aktuellen Beschlüssen zufolge dürfte der VfL bei einer Inzidenz von unter 35 jeden zweiten Platz nutzen, also maximal 13.500. In der Praxis werden es wegen der vielen Stehplätze aber deutlich weniger sein. Die Tickets werden wohl nur an geimpfte, genesene oder getestete Dauerkarteninhaber gehen, denn 11.000 Stammplätze sind bereits vergeben.

Auswärtsfahrten auf der Kippe

Noch unklar ist, ob auch Karten für Auswärtsspiele verkauft werden. Drei von vier Partien absolviert der VfL zu Saisonbeginn in der Fremde: in Wuppertal, Wolfsburg und Köln. Eine Entscheidung, ob Gästefans in die Stadien dürfen, steht noch aus. Das gilt ebenso für den Trainingsbesuch unter der Woche. Aktuell ist das Vereinsgelände noch abgeriegelt, Ordner kontrollieren den Zugang. Doch es gibt Überlegungen, auch hier wieder mehr zu ermöglichen. Fans könnten dann aus sicherer Entfernung zuschauen. Selbst Karl Lauterbach dürfte nichts dagegen haben.

(Foto: Imago / Beautiful Sports)

Jetzt auch Trikotsponsor

VfL und Vonovia: Details zum Millionendeal

Gerüchte und Vermutungen gab es schon länger, jetzt ist die Katze aus dem Sack: Der Immobilienriese Vonovia und der Bundesligist VfL Bochum weiten die Zusammenarbeit deutlich aus. Den Stadionnamen hatte sich der Konzern mit Hauptsitz in Bochum schon vor einigen Monaten bis 2026 gesichert, nun kommt die Trikotbrust dazu. Als Hauptsponsor ist Vonovia ab sofort der mit Abstand größte und wichtigste Geldgeber des Vereins. Allein in dieser Saison fließt ein mittlerer einstelliger Millionenbetrag auf das Konto des Erstligisten. Der neue Vertrag für das Haupt- und Trikotsponsoring gilt bis 2023, unabhängig von der Liga, allerdings mit unterschiedlichen Konditionen.

Für Vonovia ist das so oder so eher Kleingeld. Durch die Übernahme des einstiegen Mitbewerbers Deutsche Wohnen wird Europas größter Immobilienkonzern entstehen, mit mehr als 500.000 Wohnungen und einem Immobilienwert von geschätzten 90 Milliarden Euro. Trotzdem: Warum investiert das im DAX gelistete Unternehmen nun weitere Millionen in die Partnerschaft mit dem VfL? Vorstandsmitglied Arnd Fittkau bezeichnet das Sponsoring als „Bekenntnis zur Nachbarschaft. Den Effekt messen wir gar nicht so genau.“ Dem immer wieder in der öffentlichen Kritik stehenden Wohnungsvermieter dürfte es auch um Imagepflege gehen.

Deutlich mehr Geld für Bochum

Die Entscheidung der Konzernspitze macht den Bundesliga-Aufsteiger natürlich glücklich. „Es ist ein weiteres Bekenntnis zum Standort Bochum, dass einer der größten Arbeitgeber der Stadt den größten Verein der Stadt als Hauptsponsor unterstützt“, sagt Präsidiumschef Hans-Peter Villis. Vonovia zahlt deutlich mehr als Vorgänger Tricorp, wohl mindestens das Dreifache. Die niederländische Firma für Arbeitsschutzkleidung überwies zwischen 2018 und 2021 eine hohe sechsstellige Summe pro Saison. Bundesliga-Konditionen waren für Tricorp nicht zu stemmen. Womöglich bleibt das Unternehmen aber weiter Partner des VfL, nur auf einer anderen Ebene. Die Gespräche laufen zurzeit.

Die Fans des VfL Bochum sind mit dem neuen Hauptsponsor ebenfalls zufrieden. Hier und da gibt es auch Kritik an Vonovia, vielen geht es aber, ganz simpel, um die zusätzlichen Einnahmen für den Klub und um die Optik des Logos auf den neuen Trikots. Vonovia wirbt lediglich mit dem Unternehmensnamen, setzt auf weiße Buchstaben, schlicht und ohne störende Elemente. Die Trikots sollen in den kommenden Wochen vorgestellt werden, sind anschließend aber nur eingeschränkt erhältlich. Aufgrund eines größeren Produktionsfehlers beim Hersteller Nike wird zunächst nur die figurbetonte Linie ausgeliefert, alle weiteren Shirts kommen erst im Herbst.

Ärmel im Pokal ist wieder frei

In den ersten beiden Testspielen wird der VfL ohnehin mit einem Sondertrikot auflaufen, das zum 700. Geburtstag der Stadt Bochum kreiert wurde. Vonovia verzichtet dabei auf eine Logo-Präsenz, ähnlich wie im DFB-Pokal. Ursprünglich sollte Vonovia in diesen Partien auf dem Trikotärmel werben. Diese Vereinbarung wurde gestrichen. „Wir wollen nicht doppelt präsent sein“, erklärt Arnd Fittkau die Entscheidung. Der VfL kann die Fläche also neu vermarkten und auf weitere Einnahmen hoffen. In der Bundesliga fungiert weiter die Viactiv Krankenkasse als Ärmelsponsor, der Vertrag läuft noch bis Mitte 2022. Gleiches gilt für die Zusammenarbeit mit Ausrüster Nike.

(Foto: Jan Aben / VfL Bochum)

Abenteuer Bundesliga

VfL-Start: „Edu“ schon da, Kaderumbau geht weiter

Was tut man nicht alles für seinen Klub: Frisch getestet, sofern nicht doppelt geimpft, mussten die 120 VfL-Fans sein, um am Montag der ersten Trainingseinheit der neuen Saison beizuwohnen. Zum Start begrüßte Trainer Thomas Reis insgesamt 27 Spieler, darunter vier Neuzugänge. Michael Esser, Patrick Osterhage, Eduard Löwen und Christopher Antwi-Adjei waren schon dabei, Takuma Asano noch nicht. Der Japaner steigt erst Anfang Juli ein. Auch Danny Blum und Lars Holtkamp wurden vermisst. Blum hat noch Trainingsrückstand, Holtkamp befindet sich im Probetraining bei einem anderen Verein. Außerdem mussten Manuel Riemann und Cristian Gamboa noch etwas kürzertreten.

Löwen kommt aus Berlin

Die Vorbereitung beginnt ohnehin erst am Donnerstag so richtig. Zuvor müssen die Spieler zu Medizin- und Fitnesschecks antreten. Insgesamt acht Testspiele und ein Trainingslager stehen bis Ende Juli auf dem Programm, ehe der VfL Anfang August im DFB-Pokal antritt und eine Woche später das erste Bundesliga-Spieltag seit elf Jahren absolviert. Die Bochumer sind zu Gast in Wolfsburg. Dann wird auch Eduard Löwen zum Kader gehören. Der Mittelfeldspieler wurde am Montag als fünfter Neuzugang vorgestellt. Gerüchte, dass es den 24-Jährigen zum VfL ziehen könnte, gab es schon länger. Nun hat der Spieler in Bochum einen Leihvertrag für diese Saison unterschrieben.

Eine Kaufoption gibt es nicht, verriet VfL-Geschäftsführer Sebastian Schindzielorz auf Nachfrage. In diesem Zuge erklärte der Manager auch, warum er ‚Edu‘ zum VfL gelotst hat: „Er vereint Physis, Technik und Tempo und entspricht somit unserem Anforderungsprofil.“ Außerdem bringt Löwen bereits Bundesliga-Erfahrung aus Berlin, Augsburg und Nürnberg mit. Der Bonus: Die Flexibilität. „Eduard kann im zentralen Mittelfeld auf allen Positionen spielen.“ Da Löwen in der Vergangenheit trotz guter Schusstechnik eher defensiv positioniert war, dürfte er noch nicht der erwartete Nachfolger von Spielmacher Robert Zulj sein, sondern eher eine Alternative zu Anthony Losilla und Robert Tesche.

Weitere Transfers geplant

Abgeschlossen sind die Bochumer Transferaktivitäten ohnehin noch nicht. Das bestätigte Sebastian Schindzielorz am Rande des Trainingsplatzes: „Wir schauen uns weiter um, auch im zentralen Mittelfeld.“ Er sei jedoch froh, dass „der Kader im Großen und Ganzen schon steht. Wir wollen eine gute Gemeinschaft entwickeln und dafür ist es wichtig, alle so früh wie möglich beisammen zu haben.“ Das schließt weitere Abgänge übrigens nicht aus, ganz im Gegenteil. Mit aktuell 30 Profis möchte auch Thomas Reis ungern weitermachen, wenngleich er ab sofort Unterstützung von einem weiteren Co-Trainer erhält: VfL-Urgestein Frank Heinemann ist zurück ‚anne Castroper‘.

Neuer Kader

Auf diesen Positionen sucht der VfL noch Verstärkung

Der Trainingsauftakt naht. Ziemlich genau fünf Wochen durften die Fußballprofis des VfL Bochum ihre Beine hochlegen. Doch am kommenden Montag (28.6.) geht es wieder los, sogar mit Publikum. 200 Fans dürfen den Akteuren bei der ersten Trainingseinheit zuschauen. Die Plätze hinter der Bande werden noch verlost, die auf dem Rasen sind bereits vergeben. Stand jetzt wird das Abenteuer Bundesliga mit 29 Spielern beginnen.

Bislang vier Abgänge und drei Neue

Die Zahl wird sich bis zum ersten Ligaspiel am zweiten August-Wochenende aber sicher noch verändern. Spieler wie Tom Weilandt, Raman Chibsah oder Baris Ekincier stehen auf der Streichliste, außerdem gibt es Kandidaten für eine Leihe. Weitere Profis könnten im Laufe der Vorbereitung hinzukommen. Denn eine Klasse höher ist noch mehr Qualität gefragt. Für einige Nebendarsteller aus der Aufstiegssaison könnte es dann eng werden.

Zugleich halten die Verantwortlichen um Trainer Thomas Reis und Manager Sebastian Schindzielorz weiter Ausschau nach Verstärkungen. Mit Außenbahnspieler Christopher Antwi-Adjei, dem zentralen Mittelfeldspieler Patrick Osterhage, Torwart Michael Esser und Offensivallrounder Takuma Asano haben sie schon vier Neuzugänge präsentiert. Doch dabei soll es nicht bleiben. Wahrscheinlich wird es sogar mehr Bewegung im Kader geben als ursprünglich angekündigt. Von drei bis vier Neuen war zeitweise die Rede. Am Ende der Transferperiode könnten es in etwa doppelt so viele sein.

Spätere Transfers durch Fußball-EM

Denn der VfL Bochum sucht noch auf verschiedenen Positionen: In der Abwehr möglichst einen Linksfuß, dazu eine jüngere und schnellere Alternative zu Anthony Losilla und Robert Tesche sowie einen Ersatz für Top-Scorer Robert Zulj, bei entsprechenden Abgängen eventuell auch noch einen Mittelstürmer. Die Herausforderung: Alle Spieler sollten ablösefrei sein. Auch Leihgeschäfte ziehen die Verantwortlichen in Betracht.

Dass der Kader zum Trainingsstart also nicht komplett sein wird, mag einige Fans beunruhigen, ist aber keineswegs überraschend. Die 18 Bundesligisten haben bis dato lediglich 47 Neuverpflichtungen getätigt. Zum einen sorgt die noch laufende Europameisterschaft für zeitliche Verschiebungen und spätere Transfers, zum anderen sind die finanziellen Folgen der Corona-Pandemie weiterhin zu spüren. Vermutlich kommen bis Ende August auch noch interessante Spieler auf den Markt, sodass es sogar ein Vorteil sein kann, wenn nicht alle Positionen sofort besetzt sind.

(Foto: Imago / Team 2)

Neuzugang

Torwart kehrt heim: VfL holt Esser zurück

Der VfL Bochum hat am Montag seinen dritten Neuzugang für die kommende Bundesliga-Saison präsentiert. Torhüter Michael Esser kehrt zum Revierklub zurück. Der 33-Jährige kommt ablösefrei von Hannover 96 und soll die Nachfolge von Ersatzkeeper Patrick Drewes antreten, der zum SV Sandhausen wechselt.

Bis 2015 beim VfL

Esser stammt aus Castrop-Rauxel, ist sehr heimatverbunden und war bereits zwischen 2010 und 2015 Profi beim VfL, zeitweise auch Stammtorhüter. Anschließend spielte er für Sturm Graz, Darmstadt 98, 1899 Hoffenheim und Hannover 96. In der abgelaufenen Spielzeit war Esser lange Zeit die Nummer eins im Tor der Niedersachsen, verlor seinen Platz aber im Endspurt.

Seine Verbindungen zum VfL sind nie ganz abgerissen, weder zu Thomas Reis noch zu Torwarttrainer Peter Greiber, der Esser stets gefördert hat. Der 1,98-Meter-Hüne spielte bereits in der Jugend beim VfL, wurde da aber aussortiert. Greiber lotste Esser 2008 zurück nach Bochum, zunächst in die Reservemannschaft, später wurde er dann Profi und absolvierte insgesamt 24 Zweitliga-Spiele für den VfL.

Vier Torhüter im Kader

Zudem bringt er die Erfahrung aus 63 Bundesliga-Partien für Darmstadt und Hannover mit. In Bochum ist Esser nun in erster Linie als Back-up für Stammtorhüter Manuel Riemann vorgesehen, soll aber insgesamt den Konkurrenzkampf im Bochumer Tor ankurbeln. Hinter ihm sollen sich die Eigengewächse Paul Grave und Tjark Ernst in Ruhe entwickeln. Das ist auch deshalb möglich, weil Esser stets loyal ist und als Teamplayer gilt.

(Foto: Firo Sportphoto)