Piksen für den Stadionbesuch

VfL-Impfaktionen: Verein will Fans „ermutigen“

Sie sind Nachbarn und machen jetzt gemeinsame Sache: Der VfL Bochum wird in der kommenden Woche (2. bis 5. August) das Impfzentrum der Stadt im RuhrCongress unterstützen. An vier Tagen können sich Fans ohne Termin impfen lassen und den Impfstoff sogar aussuchen. Im Anschluss erhalten sie einen Gutscheincode für den Onlineshop des Vereins. So gibt es etwa 18,48 Prozent Rabatt auf das neue Trikot. Außerdem steht beim Testspiel gegen den FC Utrecht am Samstag (31. Juli) ein mobiles Impfteam bereit. Wer das Angebot nutzt, bekommt einen Catering-Gutschein.

Anreize fürs Impfen

Für alle, die mehr Gründe für eine Impfung brauchen als einen ziemlich zuverlässigen Schutz vor einer schweren Covid19-Erkrankung, versucht also auch der VfL zusätzliche Anreize zu schaffen. VfL-Geschäftsführer Ilja Kaenzig hofft darauf, Skeptiker zu überzeugen und lockt indirekt mit einem Stadionbesuch. „Wir alle sehnen uns nach Normalität und vollen Stadien“, sagt der 48-Jährige. „Wir hoffen, dass wir diejenigen unter unseren Fans, die bislang noch nicht geimpft wurden, dazu ermutigen können. So können wir zusammen die Pandemie bekämpfen.“

Für einen Stadionbesuch genügt es derzeit zwar, den 3G-Status zu erfüllen, also entweder geimpft, genesen oder getestet zu sein, ob diese Regel aber auch bei höheren Inzidenzen unverändert gelten wird, kann niemand genau sagen. Aktuell ist es so, dass ab einer Inzidenz von über 35 nur maximal 5.000 Zuschauer in die Stadien dürfen. Momentan liegt der Wert in Bochum noch darunter. Somit dürfen nach Vereinbarungen zwischen Stadt und Verein bis zu 10.500 Fans ins Ruhrstadion, etwa beim Testspiel gegen Utrecht.

In Frankfurt zum Beispiel hat die Inzidenz den Schwellenwert von 35 schon wieder überschritten. Deshalb sprechen sich die Hessen für neue Regeln aus. Sie wollen Geimpfte und Getestete nicht mehr gleich behandeln. Ihre Idee: Die Zuschauerzahl von 5.000 darf dann überschritten werden, wenn mindestens 50 Prozent der Anwesenden geimpft oder genesen sind. Die Stadt Frankfurt teilt die Auffassung ihrer Eintracht, das Gesundheitsministerium des Landes allerdings nicht – ein Rechtsstreit droht. Das Ergebnis dürfte bundesweit von Interesse sein.

Kreative Idee aus Dortmund

Nicht nur deshalb ist es naheliegend, dass die Vereine nun verstärkt ihre Reichweite nutzen, um fürs Impfen zu werben. Borussia Dortmund geht sogar noch einen Schritt weiter als der VfL und hat im Westfalenstadion ein eigenes „Pop-Up“-Impfzentrum eingerichtet. Das Besondere: Impfwillige werden nicht nur gepikst, sondern dürfen sich anschließend auf eine Stadiontour begeben und sich mit dem DFB-Pokal ablichten lassen. Die Nachfrage an den ersten Tagen war riesig. Vielleicht ist das noch eine Idee für Bochum. Fotos mit der Meisterschale dürften sicher auch begehrt sein…

(Foto: Imago / Revierfoto)

Später Sieg im Pokal

Nur Jimmy punktet: Noch viele Mängel beim VfL

Trotz der 1:2-Niederlage konnten sich die Wuppertaler Fans ein bisschen Stichelei erlauben. Erst spät, nämlich in der Verlängerung, hatte der VfL Bochum den tapferen Regionalligisten in der ersten Pokalrunde bezwungen und damit eine Blamage abwenden können. „Und ihr wollt 1. Liga sein…?“, sangen die Fans des WSV. Womit sie nicht ganz Unrecht hatten: Mit einer solchen Leistung, wie sie der VfL an diesem Samstag gezeigt hat, wird er in der Bundesliga große Probleme bekommen.

Speziell in der ersten Halbzeit enttäuschte die Mannschaft auf ganzer Linie – defensiv wie offensiv. Folgerichtig geriet der Favorit mit 0:1 in Rückstand. Trainer Thomas Reis brachte es hinterher auf den Punkt: „Wir haben sehr viel zugelassen, Wuppertal war uns in vielen Belangen überlegen und man hatte das Gefühl, sie wollten es mehr.“ Die Bochumer wirkten nicht fokussiert, waren hinten anfällig und hatten nach vorne keine Ideen und erst recht keine Durchschlagskraft.

Steigerung nach der Pause

Besser wurde es erst nach dem Seitenwechsel, als der VfL Fehler der Gastgeber provozierte und immer wieder Christopher Antwi-Adjei suchte. ‚Jimmy‘ war für den schwachen Gerrit Holtmann gekommen. Der Neuzugang aus Paderborn belebte das Bochumer Spiel und war der mit Abstand beste und schnellste Mann auf dem Feld. Logisch, dass er als Vorlagengeber auch am Ausgleichstreffer durch Simon Zoller entscheidend beteiligt war. „Da hat man gesehen, dass wir in der Lage sind, guten Fußball zu spielen“, lobte Reis sein Team für die Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit, die allerdings nicht ausreichte, um den Pokalfight nach 90 Minuten zu beenden. Erst ‚Goalgetter‘ Robert Tesche erlöste die Bochumer, als er in der zweiten Hälfte der Verlängerung das entscheidende Tor erzielte.

„Wir sind froh, die nächste Runde erreicht zu haben“, sagte Reis, der die Mängel trotz des Weiterkommens nicht ignorieren wird: „Wir haben noch sehr, sehr viel Arbeit vor uns.“ Und zwar in allen Mannschaftsteilen. Stellungsfehler und andere Nachlässigkeiten, die in Wuppertal besonders oft auf das Konto von Cristian Gamboa und Armel Bella Kotchap gingen, werden in der Bundesliga konsequent bestraft. Außerdem hatte Reis schon während der Vorbereitung mehr Konsequenz in den Zweikämpfen gefordert. Auch im Mittelfeld gibt es Verbesserungs- und Abstimmungsbedarf. Neuzugang Elvis Rexhbecaj muss sich sportlich weiter integrieren. Er war bemüht mit ordentlichen Ansätzen als Bindeglied zwischen Defensive und Offensive, sah in vielen Szenen aber noch unglücklich aus.

Löwen könnte helfen

Gebraucht hätte der VfL vielleicht einen echten Ballverteiler, um Simon Zoller oder den agilen Takuma Asano mehr und besser in Szene zu setzen. Diese Aufgabe wird in Zukunft wohl am ehesten Eduard Löwen übernehmen können, der in Wuppertal allerdings verletzt gefehlt hat. Löwen könnte auch mehr körperliche Präsenz ins Bochumer Offensivspiel bringen. Für die stünde theoretisch auch Silvere Ganvoula, doch der Angreifer gab nach seiner Einwechslung kein Bewerbungsschreiben ab. Ganz im Gegensatz zu Antwi-Adjei, der die meisten Pluspunkte sammelte und sich Hoffnung machen darf, beim Bundesligastart in Wolfsburg zur Startformation zu gehören. Gleiches gilt für Vasilios Lampropoulos, der nach seiner Hereinnahme für Bella Kotchap zwar wenig zu tun hatte, seine Aufgabe aber souverän erfüllte.

(Foto: Firo Sportphoto)

Transfers

Schindzielorz‘ Strategie: VfL leiht sich Erfahrung

In diesem Transfersommer sickert etwas mehr durch als sonst. Schon vor einigen Wochen wurde Elvis Rexhbecaj mit dem VfL Bochum in Verbindung gebracht. Nun ist aus dem Gerücht Realität geworden. Der Bundesliga-Aufsteiger hat den 23-Jährigen für ein Jahr vom Ligakonkurrenten und Auftaktgegner aus Wolfsburg ausgeliehen. Gleiches gilt für Konstantinos Stafylidis von der TSG Hoffenheim. Auch er soll den VfL verstärken, ebenfalls auf Leihbasis für ein Jahr. Die Kaderlücken im zentralen Mittelfeld und auf der linken Abwehrseite wurden somit rechtzeitig vor dem Saisonstart geschlossen – im Idealfall nicht nur auf dem Papier.

Rexhbecaj fürs Mittelfeld

Für Bochumer Verhältnisse sind Rexhbecaj und Stafylidis durchaus als Hochkaräter zu sehen. Rexhbecaj bringt es mit 23 Jahren schon auf 71 Bundesliga-Partien für den VfL Wolfsburg und den 1. FC Köln. Nun sollen weitere für den VfL Bochum dazukommen. „Ein feiner Junge mit einer super Mentalität“, urteilt Trainer Thomas Reis, der den Neuzugang noch aus seiner Zeit als Jugendtrainer bei den Niedersachsen kennt. Der Deutsch-Kosovare kann im zentralen Mittelfeld im Prinzip alle Positionen bekleiden, dürfte sich auf der neuen Doppel-Acht im Bochumer System aber am wohlsten fühlen. In Köln war er in der vergangenen Saison lange Zeit Stammspieler und brachte es auf sieben Torbeteiligungen. Die Kaufoption in Höhe von sieben Millionen Euro war für die Kölner aber nicht ansatzweise zu stemmen. Deshalb kehrte Rexhbecaj zunächst nach Wolfsburg zurück, hatte dort aber keine Aussicht auf Spielzeit.

Stafylidis für die Defensive

Und Stafylidis? Der 27-Jährige kommt vom Bundesliga-Konkurrenten aus Hoffenheim. Dort war er wegen diverser Verletzungen nur noch Reservist. Nun darf sich der griechische Nationalspieler, der auch schon für Augsburg und Leverkusen am Ball war, in Bochum neu beweisen. Er soll den Konkurrenzkampf auf der linken Abwehrseite beleben, kann aber auch auf anderen Positionen, offensiver oder zentraler, spielen. Ohne sein Verletzungspech wäre Stafylidis wohl nie beim VfL gelandet. Der Linksfuß war schon Kapitän seiner Nationalmannschaft und überzeugte dort mit seiner Physis, seinem Tempo und einem strammen Schuss. Bleibt er fit, dürfte Stafylidis mehr als nur ein Back-up sein. „Er ist top ausgebildet, kennt die Bundesliga, verfügt zudem über internationale Erfahrung und erhöht die Qualität in unserem Kader“, sagt Sebastian Schindzielorz.

Drei Leihspieler

Dessen Transferstrategie ist in diesem Sommer ziemlich klar. Sechs von sieben Neuzugängen bringen Bundesliga-Erfahrung mit: Elvis Rexhbecaj (71 Spiele) und Konstantinos Stafylidis (60) ebenso wie Michael Esser (63), Eduard Löwen (52), Christopher Antwi-Adjei (34) und Takuma Asano (28). Zusammen kommen sie auf 308 Einsätze im Oberhaus. Zum Vergleich: Die sechs Akteure aus der Aufstiegsmannschaft, die schon in der höchsten Spielklasse gekickt haben, verzeichnen zusammen 270 Partien. Das ist sicher kein Zufall, genauso wie die Tatsache, dass drei der sieben Neuen nur ausgeliehen sind. Ablösesummen kann der VfL nicht zahlen, also müssen die Verantwortlichen Kompromisse eingehen, um das Team zu verstärken und die Chancen auf den Klassenerhalt zu erhöhen. Schlagen sie ein, hat der VfL mangels Kaufoption in allen drei Fällen aber keinen direkten Zugriff auf die Spieler.

(Foto: Imago / RHR-Foto)

Kader

Holtkamp vor Wechsel – Hoffen auf weitere Abgänge

+++ Update: Lars Holtkamp könnte den VfL Bochum in Kürze verlassen. Bei ihm bahnt sich ein Wechsel zum Regionalligisten Bonner SC an. Baris Ekincier ist hingegen wieder zurück in Bochum. Ob ein Transfer zu Waldhof Mannheim zustande kommt, ist noch offen. +++

Ursprünglicher Text vom 18. Juli:

Knapp 850 Reisekilometer liegen zwischen Bochum und Gais, wo der VfL in diesem Sommer sein Trainingslager abhält. An diesem Sonntag, knapp 24 Stunden nach dem 3:1-Testspielsieg gegen den BVB, ist die Mannschaft zunächst nach Innsbruck geflogen. Von dort aus ging es weiter mit dem Bus nach Südtirol. Nicht mit an Bord: Ein Trio, das den Verein noch verlassen soll. Trainer Thomas Reis verzichtet freiwillig auf Tom Weilandt, Baris Ekincier und Lars Holtkamp.

Ekincier zur Probe in Mannheim

Immerhin: Ekincier prüft zurzeit eine Alternative, befindet sich im Probetraining beim Drittligisten Waldhof Mannheim – Ausgang offen. Auch Lars Holtkamp war schon unterwegs, stellte sich beim Regionalligisten VfB Oldenburg vor, ohne dass ein Wechsel zustande kam. Und Tom Weilandt? Der Mittelfeldspieler wird immer wieder mit seinem Heimatverein Hansa Rostock in Verbindung gebracht. Dort müsste er aber massive Abstriche beim Gehalt in Kauf nehmen – sofern der Zweitliga-Aufsteiger überhaupt noch an einer Verpflichtung interessiert ist.

Während Ekincier und Holtkamp noch zu den eher preisgünstigen Jungprofis zählen, würde ein Abgang von Tom Weilandt vor allem wirtschaftlich helfen, je nach Abnehmer und Abfindungsregelung natürlich. Der heute 29-Jährige hat beim VfL Bochum im Frühjahr 2019 einen gut dotierten Dreijahresvertrag unterschrieben, als er noch zu den Leistungsträgern der Mannschaft zählte. In der Zeit danach ging es jedoch steil bergab, Weilandt konnte nicht mehr an seine starken Auftritte aus der Saison 2018/19 anknüpfen.

Drei Kandidaten für eine Leihe

In Corona-Zeiten mit weniger Geld in sämtlichen Vereinskassen wird die gewünschte Kaderverkleinerung wohl ein schwieriges Unterfangen für den VfL Bochum. Zumal es weitere Wechselkandidaten gibt. Bei Tarsis Bonga und Erhan Masovic würden die Verantwortlichen ein Leihgeschäft begrüßen, eventuell auch bei Luis Hartwig. Sie alle haben ihr Potenzial schon angedeutet, für die Bundesliga dürfte es aber vorerst nicht reichen. Sie sollen woanders Spielpraxis sammeln. Auch Raman Chibsah steht auf der Kippe.

Auf eine genaue Kadergröße möchten sich die Verantwortlichen zwar nicht festlegen, 30 Spieler sind aber definitiv zu viele – da sind sich Thomas Reis und Manager Sebastian Schindzielorz einig. Zwei, eventuell sogar drei Verstärkungen sollen schließlich noch hinzukommen. Da wird es nicht nur finanziell eng, sondern auch in der Kabine und auf dem Trainingsplatz. In Gais stehen nun 26 Akteure auf dem Rasen.

(Foto: Imago / RHR-Foto)

Neue Saison

Mitmachen: VfL-Tippspiel für alle Unterstützer

Endlich wieder Bundesliga: Unser Tippspiel geht in eine neue Runde – jetzt eine Klasse höher! Das Besondere: Wir tippen nur die Spiele des VfL – aber genau auf das Ergebnis. Das gilt für die Bundesliga ebenso wie für den DFB-Pokal. Gesucht wird also der ultimative VfL-Experte. Dem Gesamtsieger mit den meisten Punkten winkt am Saisonende ein kleines Fan-Paket. Bei Punktgleichheit am Saisonende entscheidet das Los.

Wichtig: Das Tippspiel läuft exklusiv für alle Unterstützer dieser Seite. Wenn ihr euch finanziell an „Tief im Westen – Das VfL-Magazin“ beteiligt habt, könnt ihr ab sofort mitmachen.

Zum Tippspiel: https://www.kicktipp.de/vfl-magazin

Wichtiger Hinweis: Bitte nutzt bei der Anmeldung euren Klarnamen oder die E-Mail-Adresse, die ihr im Zuge des Crowdfunding oder später bei einer Spende angegeben habt. Wenn ihr daran interessiert seid, dieses Projekt zum Erhalt einer unabhängigen Berichterstattung über den VfL Bochum zu fördern, meldet euch gern unter rentsch@vfl-magazin.de. Unter dieser Mailadresse sind auch Spenden via PayPal möglich.

Der glückliche Vorjahresgewinner: Johannes Doll aus Passau freut sich über das Fan-Paket zum Bundesliga-Aufstieg

Trainingslager

Corona-Fälle und Verletzte: Bochumer Pechsträhne

+++ Update 1: Beim VfL Bochum gibt es einen weiteren Corona-Fall. Betroffen ist allerdings eine Person, die zuletzt keinen Kontakt zur Mannschaft hatte und auch nicht mit ins Trainingslager gereist ist. Der Fall hat somit keinen Einfluss auf den weiteren Trainings- und Spielbetrieb. +++

+++ Update 2: Bei Paul Grave wurde mittlerweile eine Diagnose gestellt. Der junge Torhüter hat eine Schulterluxation erlitten. Er wird nicht operiert, fällt aber trotzdem für mehrere Wochen aus. +++

Ursprünglicher Text:

Am Sonntagvormittag ist die Mannschaft des VfL Bochum sicher in Deutschland gelandet. Das Trainingslager in Südtirol ist vorbei, und damit (hoffentlich) auch die schlechten Nachrichten. Torhüter Michael Esser verletzte sich am Knie, er wird vorerst fehlen. Trainer Thomas Reis musste aus dringenden privaten Gründen in die Heimat fliegen. Und mit Herbert Bockhorn gab es einen Corona-Fall. Fast ein Jahr lang blieb der VfL verschont. Nun hat es den Aufsteiger erwischt. Seit Ausbruch der Pandemie ist es der vierte Fall innerhalb des Teams, jedes Mal in der Saisonvorbereitung. 

Bockhorn hatte bereits zu Wochenbeginn über milde Krankheitssymptome geklagt, wurde umgehend isoliert und ist am Dienstag vorsorglich aus dem Trainingslager abgereist. Dort fielen erste (Schnell-)Tests noch negativ aus, ein PCR-Test in der Heimat dann aber nicht mehr. Glück im Unglück für den Klub: Die Gesundheitsbehörden haben entschieden, dass weder einzelne Spieler noch die gesamte Mannschaft in Quarantäne müssen. Der Trainingsbetrieb geht also weiter, begleitet von regelmäßigen Corona-Tests, die bislang alle negativ ausfielen.

Hohe Impfquote beim VfL

Bei der Kontaktverfolgung wurde wahrscheinlich auch der Impfstatus der Spieler berücksichtigt. Manche Profis sind schon vollständig, die meisten mindestens einmal geimpft. Zum Saisonstart, verriet Manager Sebastian Schindzielorz vor der Abreise ins Trainingslager, sollen die Impfungen abgeschlossen sein. Einige Spieler hätten sich in der Sommerpause privat um Termine gekümmert, andere hätten das Angebot des Vereins genutzt. Für alle Mitarbeiter gab es die Möglichkeit, sich impfen zu lassen. Viele, auch aus dem Kreis der Mannschaft, haben sich dafür entschieden. 

Einen Impfzwang gibt es indes nicht, allerdings macht die DFL mit ihrem neuen Hygienekonzept klare Vorgaben. Spieler, die nicht vollständig geimpft sind, müssen sich weiter regelmäßig testen lassen. Alle anderen nicht mehr. Teilweise setzen die Vereine aber noch freiwillige Schnelltests ein. Auch der VfL ist noch längst nicht zur Normalität zurückgekehrt, einige Vorsichtsmaßnahmen bleiben. Möglicherweise haben sie im Fall Bockhorn dazu beigetragen, weitere Ansteckungen zu verhindern. Auch die Impfungen dürften helfen.

Ärger über Testspielabsage

Ein Restrisiko bleibt natürlich, zumal auch Bockhorn zunächst negativ und dann doch positiv getestet wurde. Vermutlich deshalb hat der FC Turin, eigentlich Gegner der Bochumer am Samstag, das vereinbarte Testspiel abgesagt. Der VfL zeigte dafür kein Verständnis und betonte mehrfach, dass der Nachweis von Bockhorns Corona-Infektion nicht im Trainingslager erfolgte, sondern erst in Deutschland. Allerdings klagte Bockhorn schon in Italien über Krankheitssymptome, was den Verdacht nahelegt, dass er schon dort infiziert war.

Statt des Testspiels wurde trainiert, dabei hat sich mit Paul Grave allerdings ein weiterer Torhüter an der Schulter verletzt. Eine genauere Diagnose steht noch aus, die erste Prognose verheißt nichts Gutes. Die letzten beiden Testspiele vor dem Saisonstart wird er sicher verpassen. Gleich zwei Mannschaften aus der niederländischen Eredivisie sind zu Gast in Bochum: Vitesse Arnheim am Donnerstag (16.30 Uhr, ohne Zuschauer) und der FC Utrecht am Samstag (15.30 Uhr). Bei der Generalprobe im Ruhrstadion dürfen bis zu 10.500 Zuschauer dabei sein.

(Foto: Firo Sportphoto)

Nach Test gegen Utrecht

VfL holt Verstärkung nach verpatzter Generalprobe

Die Spieler des VfL Bochum drehten nach dem Testspiel gegen den FC Utrecht noch eine Ehrenrunde durchs Stadion. Der Applaus der knapp 4.000 Zuschauer galt den Akteuren auf dem Rasen – wohl nachträglich für den Aufstieg und für die Leistungen in der vergangenen Saison. Zum ersten Mal seit mehr als neun Monaten durften wieder Fans ins Bochumer Ruhrstadion und die Generalprobe vor dem Saisonstart live miterleben.

Was sie am Samstagnachmittag sahen, hätte allein nicht für diese Begeisterung gesorgt. Der VfL überzeugte gegen den niederländischen Erstligisten nur bedingt, war in der Defensive keinesfalls sattelfest und auch bei eigenen Abschlüssen viel zu harmlos. Hinzukam ein individueller Fehler, der so in der Bundesliga nicht passieren darf: Keeper Manuel Riemann vertändelte vor seinem Tor den Ball und spielte ihn genau in die Füße von Bart Ramselaar, der ohne Mühe das 1:0 erzielte. Beim zweiten Gegentreffer blieb Riemann ohne Schuld, doch seine Vorderleute hielten sich mehr mehr an das Abstandsgebot als es derzeit notwendig ist.

Reis nicht ganz zufrieden

„Utrecht hat verdient gewonnen. Wir haben es ihnen mit eigenen Fehlern zu einfach gemacht. In der eigenen Chancenverwertung waren wir außerdem zu fahrlässig. Die Gelegenheiten waren ja da“, sagte VfL-Trainer Thomas Reis nach der Partie, der sein Team für das Pokalspiel gegen Wuppertal nächste Woche und für den Ligastart gegen Wolfsburg sieben Tage später „trotzdem gut gerüstet“ sieht.

Dann sieht der Kader aber auch etwas anders aus. Ein Transfer ist bereits vollzogen, ein weiterer steht unmittelbar bevor. Elvis Rexhbecaj soll vom VfL Wolfsburg ausgeliehen werden. „Ein feiner Junge mit einer super Mentalität“, urteilte Reis nach dem Spiel gegen Utrecht mit einem Grinsen. Der 23-Jährige soll gemeinsam mit dem ausgeschiedenen Olympia-Teilnehmer Eduard Löwen, der am Montag ins Mannschaftstraining zurückkehren wird, die Qualität im zentralen Mittelfeld erhöhen. Zwischen den Vereinen herrscht im Grunde Einigkeit, auch der Spieler will nach Bochum wechseln. Letzte Formalitäten müssen aber noch geklärt werden.

Stafylidis schon da

Das ist beim neuen Linksverteidiger bereits geschehen. Schon vor zwei Wochen hatte „Tief im Westen – Das VfL-Magazin“ exklusiv den Namen Konstantinos Stafylidis ins Gespräch gebracht und in einem Bericht erwähnt. Und das nicht ohne Grund: Der griechische Nationalspieler, der noch bei 1899 Hoffenheim unter Vertrag steht, wird die Lücke auf der linken Abwehrseite schließen. Der Wechsel wurde am Sonntag offiziell verkündet.

Damit sind die Bochumer Transferaktivitäten aber nicht abgeschlossen. Ein weiterer Einkauf wäre noch zu stemmen, wobei der Kader insgesamt zu groß ist und fünf Spieler – konkret: Baris Ekincier, Tom Weilandt, Erhan Masovic, Tarsis Bonga und Raman Chibsah – gehen dürfen. Die Frage ist: Auf welcher Position möchte der VfL noch aktiv werden? „Nach so einem Spiel auf mehreren Positionen“, sagte Reis am Samstag, wobei das im ersten Moment härter klingt als es gemeint war. Trotzdem: Weder gegen einen Defensivmann noch gegen einen Spielgestalter oder aber einen Mittelstürmer würde er sich wehren. Wo der Bedarf am größten ist, wird sich in den ersten Pflichtspielen zeigen.

(Foto: VfL Bochum 1848)