Kolumne

In der Breite nicht so spitze: VfL abhängig von Holtmann

Die VfL-Kolumne ist ein Format auf Tief im Westen – Das VfL-Magazin. Ab sofort wieder wöchentlich gibt es einen kurzen Kommentar, einen Denkanstoß oder eine Einordnung zu einem ausgewählten Thema – zum sportlichen Geschehen an der Castroper Straße oder zum Drumherum. Die Regel: Maximal 1.848 Buchstaben. Das Ziel: Diskussionen anzustoßen. Das Thema heute: Die Ausfälle im Heimspiel gegen Nürnberg.

Die Bochumer Startelf ist meist vorhersehbar. Uwe Rösler nimmt nur wenige bis gar keine Änderungen vor. Vor dem Heimspiel gegen Nürnberg war er aber zu Anpassungen gezwungen. Mit Koji Miyoshi und Philipp Strompf fehlten zwei Stammkräfte gelbgesperrt. Zudem fiel Gerrit Holtmann kurzfristig aus, weil er das sogenannte Anschwitzen am Vormittag des Spiels mit muskulären Problemen beendete. Ein weiterer Wermutstropfen: Bereits in der Anfangsphase musste Leandro Morgalla ausgewechselt werden.

In den meisten Fällen waren die Ausfälle nicht zu kompensieren. Das liegt nicht zwingend an der individuellen Qualität, sondern auch an mangelnder Wettkampfpraxis oder an fehlenden Automatismen. Oder im Fall von Farid Alfa-Ruprecht an zu viel Leichtsinn. Als Holtmann-Ersatz war er zwar umtriebig, machte aber viele Fehler und war somit auch maßgeblich an der Entstehung des 0:1 beteiligt – ebenso wie Oliver Olsen. Beim Gegentreffer lief ihm Torschütze Zoma davon, für den der Däne laut Rösler zuständig war. Auch Francis Onyeka, der den Platz von Miyoshi einnahm, trat bis auf den verwandelten Handelfmeter kaum in Erscheinung. Es könnte helfen, ihn nicht ständig mit neuen Aufgaben zu betrauen. Unter Rösler musste er bereits vier verschiedene Positionen bekleiden, nun auf der rechten Offensivseite. Überzeugen konnte lediglich Moritz Kwarteng, der das Bochumer Spiel nach seiner Einwechslung deutlich belebt hat.

Sicher ist: Umstellungen werden in den kommenden Wochen eher die Regel als die Ausnahme sein. Gegen Düsseldorf fehlt Maximilian Wittek, während Miyoshi und Strompf zurückkehren. Bei Morgalla und Holtmann gibt es noch keine Prognose. Speziell Holtmann ist aktuell kaum zu ersetzen. Das ist problematisch, denn: Nur Siege helfen dem VfL wirklich weiter. Drei Remis in Folge sind umgerechnet ein Sieg und zwei Niederlage. „Immer wieder Unentschieden zu holen, kann gefährlich sein“, warnt Philipp Hofmann. „Wir waren in der ersten Halbzeit gegen Nürnberg zu pomadig.“ Erst nach dem Seitenwechsel verdienten sich die Bochumer den Punkt. Im Gegensatz zu den vergangenen Wochen war die Gesamtleistung aber schlechter. Was maßgeblich an den Ausfällen lag.


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(Foto: Marc Niemeyer)