Die VfL-Kolumne ist ein Format auf Tief im Westen – Das VfL-Magazin. Ab sofort wieder wöchentlich gibt es einen kurzen Kommentar, einen Gedankenanstoß oder eine Einordnung zu einem ausgewählten Thema – zum sportlichen Geschehen an der Castroper Straße oder zum Drumherum. Die Regel: Maximal 1.848 Buchstaben. Das Ziel: Diskussionen anzustoßen. Das Thema heute: Noah Loosli und die Innenverteidigung.
Die Namen Losilla und Loosli klingen nicht nur sehr ähnlich, die dahinterstehenden Personen verbindet auch einiges. Der langjährige VfL-Kapitän war ein Musterprofi, der aktuell gesetzte Innenverteidiger ist ebenso einer. Beide investieren auf vorbildliche Art in ihre Leistungsfähigkeit, stellen sich in den Dienst der Mannschaft und identifizieren sich in besonderer Weise mit dem Klub.
Das Kapitel Anthony Losilla ist seit dem vergangenen Sommer geschlossen, zumindest die Karriere als Profifußballer beendet. Für Noah Loosli hingegen ist die dritte Saison im VfL-Trikot bislang die erfolgreichste. In 14 von 21 Pflichtspielen gehörte er zur Startelf und ist seit Anfang November in der Abwehrzentrale praktisch gesetzt. Der Vertrag des Schweizers läuft am Saisonende allerdings aus. Gibt es für ihn eine Zukunft beim VfL?
Mit ordentlichen Leistungen – nicht mehr und nicht weniger – hat sich der seit heute 29-Jährige in den vergangenen Wochen für eine Vertragsverlängerung beworben. Mit seinem Engagement und seiner aufmerksamen Spielweise, seiner Ausdauer und Kopfballstärke wäre Loosli auch über den Sommer hinaus ein Gewinn für diese Mannschaft. Jedoch: Seine Defizite hinsichtlich Technik und Tempo sowie wiederkehrende Stellungsfehler sind ebenso unübersehbar. Kurzum: Mit Loosli als Stammspieler zu planen, wäre riskant. Als zuverlässiger Back-Up wäre er dagegen die Optimallösung.
Das Dilemma ist: Mit Kevin Vogt, Philipp Strompf und Colin Kleine-Bekel stehen bereits drei ähnliche Innenverteidiger für die neue Saison unter Vertrag. Sie alle passen mit ihrer fehlenden Agilität nur eingeschränkt zum Spielstil von Trainer Uwe Rösler. Den Vertrag mit Loosli zu verlängern, würde bedeuten, dass ein weiterer Kaderplatz für die kommende Saison bereits besetzt wäre. Wenn der VfL um den Aufstieg mitspielen möchte, bräuchte es mindestens einen, eigentlich zwei neue (Stamm-)Innenverteidiger auf gehobenem Zweitliga-Niveau. Weil insgesamt sechs zentrale Abwehrspieler aber zu viele wären, wird es in mindestens einem Fall auf eine Trennung hinauslaufen müssen. Am einfachsten wäre sie – leider – bei Noah Loosli. Am sinnvollsten eher bei anderen.
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(Foto: Marc Niemeyer)
