Gewinnspiel

Das VfL-Adventsquiz: Alle Gewinner ermittelt

In diesem Jahr ist vieles anders. Doch „Tief im Westen – Das VfL-Magazin“ versucht für ein bisschen Spaß und Ablenkung zu sorgen. Deshalb verlosen wir an allen vier Adventssonntagen attraktive Fanartikel des VfL Bochum, die dankenswerterweise gestiftet wurden.

Nachdem die ersten drei Runden ausschließlich den finanziellen Unterstützern dieser Seite vorbehalten waren, hatte nun zum krönenden Abschluss JEDER Leser die Chance, einen Jahreswandkalender für 2021 zu gewinnen. Die Frage lautete wie folgt…

Welcher Artikel hier auf „Tief im Westen – Das VfL-Magazin“ war der mit Abstand meistgelesene im Jahr 2020, gemessen an den Klickzahlen? Richtig war Antwort B „VfL-Sturm: Die Lage bei Terodde, Ganvoula & Co.“.

Die Gewinner:

  • 1. Advent: Thomas Neuhäuser aus Borchen
  • 2. Advent: Bernhard Lohfink aus Bochum
  • 3. Advent: Jürgen Kuhn aus Bochum
  • 4. Advent: Daniel Kurz aus Dortmund

Bitte beachtet, dass die Pakete erst Anfang des neuen Jahres zugestellt werden.

Und noch ein wichtiger Hinweis: Die Informationen auf dieser Seite sind für alle zugänglich, und so soll es auch bleiben. Doch das ist nur möglich, weil sich bis heute mehr als 180 VfL-Fans und Sympathisanten finanziell an den Kosten beteiligt haben. Wer ebenfalls zum Kreis der Unterstützer zählen möchte, um weiter eine unabhängige Berichterstattung über den VfL Bochum zu ermöglichen, kann sich gerne unter rentsch@vfl-magazin.de melden. Auch eine PayPal-Überweisung an diese Mailadresse ist möglich. Ihr werdet dann automatisch in den Kreis der Unterstützer aufgenommen.

3:0 gegen Heidenheim

Bochum bestes Team 2020 – Reis winkt neuer Vertrag

Pünktlich um 18.48 Uhr gab Danny Blum eine neue Bewerbung für das Tor des Monats ab. Aus mehr als 25 Metern traf er den Ball nahezu perfekt. Das Spielgerät ging zwar an den Pfosten, sprang von dort aber direkt ins gegnerische Tor. Schon in Hamburg Ende November hatte Blum sehenswert getroffen. An diesem Freitag ebnete er nun den Weg zum dritten Bochumer Heimsieg in Folge. Der VfL musste nicht seine Bestleistung zeigen, um harmlose Heidenheimer mit 3:0 zu besiegen.

Bochum gnadenlos effektiv

„Wir haben eine gute Reaktion auf die enttäuschende Leistung in Hannover gezeigt“, sagte VfL-Trainer Thomas Reis nach dem Spiel, bei dem sich Rechtsverteidiger Cristian Gamboa, Kapitän Anthony Losilla und Bochums Top-Scorer Simon Zoller die Bestnoten verdienten. Insgesamt sah Reis in der ersten Halbzeit einen „ordentlichen, engagierten Auftritt“; auch von Startelfdebütant Erhan Masovic, der den müden Robert Tesche trotz einiger Wackler anständig vertrat.

Das größte Bochumer Plus war an diesem Abend die Effektivität. Aus drei Chancen machte der VfL in den ersten 45 Minuten zwei Tore. Simon Zoller vollendete noch vor dem Seitenwechsel eine Hereingabe von Gerrit Holtmann zum 2:0. Ganz anders die Gäste von der Ostalb, die nach der Pause gute Möglichkeiten nicht nutzten. Zweimal trafen die Heidenheimer nur die Latte, sogar aus kürzester Distanz. Der VfL bot immer mehr Räume, Thomas Reis bemängelte „einige Unkonzentriertheiten. Das Spiel hätte noch kippen können.“

Erfolgreich im Jahr 2020

Was aber nicht passierte. Stattdessen gab es auf Bochumer Seite noch ein zweites Traumtor. Der eingewechselte Thomas Eisfeld hob den Ball bei einem Freistoß elegant über die Mauer und sorgte für den 3:0-Endstand. Damit steht fest: Der VfL wird über Weihnachten mindestens auf dem vierten Tabellenplatz stehen, je nach Leistung der Konkurrenz am Wochenende vielleicht sogar auf einem Aufstiegsrang. Zudem gibt es einen inoffiziellen Titel für ein sportlich gutes Jahr 2020.

Denn sollten Darmstadt und Hamburg am Wochenende nicht haushoch gewinnen, sind die Bochumer das beste Team der Zweiten Liga in diesem Kalenderjahr. Saisonübergreifend holte der VfL 49 Punkte aus 29 Partien. Für Trainer Thomas Reis sind das starke Argumente bei den nahenden Vertragsgesprächen. Klubchef Hans-Peter Villis deutete am Freitagabend an, dass eine Verlängerung über den Sommer hinaus klar angestrebt wird. Im neuen Jahr sollen die Verhandlungen beginnen.

(Foto: Imago / RHR-Foto)

0:2-Pleite in Hannover

Was war da los? Riemann findet deutliche Worte

Gegentreffer sind immer das Resultat einer Fehlerkette. Doch so schlecht wie beim frühen 0:1 in Hannover war der VfL in dieser Saison noch nicht organisiert. Ein Einwurf der Gastgeber im hinteren Drittel des Spielfeldes leitete am Dienstag die hochverdiente 0:2-Niederlage aus Bochumer Sicht ein. Weil gleich drei VfL-Spieler vergeblich zum Ball gingen und dann völlig falsch postiert waren, konnte Hannover blitzschnell nach vorne kombinieren. Als Absicherung blieb nur noch Cristian Gamboa, der nicht mehr verhindern konnte, dass Valmir Sulejmani den Führungstreffer erzielte.

93 Minuten inklusive Nachspielzeit blieben dann noch, den frühen Fehler zu korrigieren. Doch der VfL kam nicht einmal in die Nähe eines eigenen Treffers und der guten Form der vergangenen Wochen. Bochum enttäuschte auf ganzer Linie: Das Tempo fehlte, die Präzision, die Spielfreude, vor allem auch die Ordnung und der Zugriff. Die Abwehrreihe ließ sich immer wieder übertölpeln, im Mittelfeld gab es viele Ballverluste und eklatante Lücken und im Angriff keine nennenswerte Torchance. Die berechtigte Frage lautet also: Was war da los?

Riemann und Zulj kritisieren

„Wir holen Hannover mit einem Einwurf ins Spiel, bei dem niemals etwas anbrennen darf“, monierte Manuel Riemann später am TV-Mikrofon. Der Torhüter verhinderte mit einigen Paraden eine noch viel höhere Niederlage und spornte seine Teamkollegen immer wieder lautstark an. „Ich hatte gehofft, dass noch ein Ruck durch die Mannschaft geht. Dazu kam es aber nicht. Wir haben eine der verdientesten Niederlagen kassiert, die ich bislang erlebt habe“, sagte Riemann, der sich vehement dagegen wehrt, den VfL als „Top-Team“ zu bezeichnen.

Die Leistungsschwankungen bleiben einfach zu groß. Zuletzt überzeugte der VfL noch gegen mehrere Aufstiegskandidaten. Nun scheiterte er „kläglich“ gegen keinesfalls überragende Hannoveraner, wie es Robert Zulj treffend zusammenfasste und dabei hoffentlich auch sich selbst meinte. Der Spielmacher tauchte nämlich völlig unter, ebenso wie Gerrit Holtmann und Danny Blum auf den Flügelpositionen. Auch Robert Tesche, Danilo Soares und Maxim Leitsch, zuletzt Leistungsträger, erwischten einen rabenschwarzen Tag.

Chibsah und Lampropoulos enttäuschen

Hannover präsentierte sich wacher und robuster, zwang den VfL immer wieder zu Fehlern. „Die Belastung der Englischen Woche darf da keine Ausrede sein. Wir müssen in der Lage sein, zwei Spiele in fünf Tagen zu absolvieren“, sagte Zulj. Trainer Thomas Reis hatte auf eine große Rotation verzichtet. Er veränderte die Startelf nur auf zwei Positionen, bewies dabei aber kein allzu glückliches Händchen. Raman Chibsah, der den gesperrten Anthony Losilla ersetzte, brachte mehr Unruhe als Struktur ins Bochumer Spiel.

Auch Innenverteidiger Vasilios Lampropoulos, der etwas überraschend für Armel Bella Kotchap beginnen durfte, überzeugte nicht und stand in der zweiten Halbzeit sogar am Rande eines Platzverweises. Er war nicht nur an der Entstehung des 0:1 beteiligt, sondern verschuldete auch vollkommen ohne Not den Elfmeter, der zum 0:2-Endstand führte. Gut möglich also, dass die Anfangsformation gegen Heidenheim schon wieder anders aussehen wird. Lange schütteln kann sich der VfL ohnehin nicht, am Freitag geht es schon weiter.

(Foto: Imago / Joachim Sielski)

Zentrale Frage

In Hannover und in Zukunft: Bochum sucht Sechser

Rotiert er oder rotiert er nicht? VfL-Trainer Thomas Reis steht vor der Frage, wie sehr er seine Erfolgself der vergangenen Wochen verändern darf, ohne die Harmonie auf dem Rasen zu zerstören. In immer gleicher Besetzung haben die Bochumer zuletzt drei von vier Partien gewonnen und fußballerisch stets überzeugen können, auch beim 3:0 gegen Paderborn. Doch die Erholungspause war kurz. Schon an diesem Dienstag spielt der VfL in Hannover, am Freitag geht es weiter gegen Heidenheim. Am Tag vor Heiligabend folgt das Pokalduell in Mainz. Deshalb könnte es personelle Veränderungen geben – muss es aber nicht. „Der Mannschaft ist zuzutrauen, dass sie ihr intensives Spiel so auch in Hannover durchziehen kann“, sagt Thomas Reis.

Verträge laufen aus

Einer hat sich allerdings selbst aus dem Spiel genommen: Kapitän Anthony Losilla darf nur zuschauen. Er sah schon bei seinem elften Saisoneinsatz die fünfte Gelbe Karte. Drei Kandidaten gibt es, die ihn ersetzen könnten: Schaut man auf die teaminterne Hierarchie, wäre die Hereinnahme von Raman Chibsah naheliegend, „der allerdings ein anderer Spielertyp ist“, wie Thomas Reis betont. Sommerneuzugang Erhan Masovic, „der sich gut entwickelt hat“, und Spielgestalter Thomas Eisfeld, „der auch als zweiter Sechser spielen kann“, sind weitere Optionen. Gesetzt ist Robert Tesche als „kontrollierender Sechser“, der also den defensiveren Part im zentralen Mittelfeld übernimmt und dort auch unantastbar ist. Versuche ohne ihn auszukommen scheiterten saisonübergreifend, der VfL verlor an Stabilität.

Das ist ein wichtiger Punkt, denn sowohl bei Tesche als auch bei Losilla stellt sich in Kürze wieder einmal die Zukunftsfrage. Die Verträge der beiden Stammkräfte und Führungsspieler laufen am Saisonende aus. Ob sie erneut verlängert werden, ist unklar. Anthony Losilla will seine Karriere nach eigener Aussage noch nicht beenden. Für ihn sprechen seine Routine, sein Status in der Kabine und seine hohe Einsatzfreude. Der Franzose hat zuletzt aber auch immer wieder Schwächen gezeigt. Fraglich ist außerdem, ob sich der dann 35-Jährige im Falle eines möglichen Aufstiegs dem noch höheren Bundesliga-Niveau anpassen könnte. Gleiches gilt für Robert Tesche, der zuletzt stärker war als Losilla. Auch er bekommt immer dann Probleme, wenn die Belastung größer wird oder mehr Tempo gefragt ist.

Gerüchte über Eisfeld-Abgang

Der irgendwann notwendige Umbruch auf der Sechser-Position gestaltet sich auch deshalb so schwierig, weil sich passende Nachfolger bislang noch nicht gefunden haben. Raman Chibsah wird erst noch beweisen müssen, wie stark er wirklich ist. Seine bisherigen Auftritte waren zwar ordentlich, technisch und taktisch aber auch etwas wild. Dagegen kaum zu bewerten sind die Fähigkeiten von Erhan Masovic, der nur einmal eingewechselt wurde. Und ob Thomas Eisfeld noch eine Zukunft in Bochum haben wird, steht in den Sternen. Der Ex-Dortmunder kokettiert wohl mit einem Abgang. Zuletzt tauchten immer wieder Gerüchte über ein angebliches Interesse anderer Klubs auf. Ein solches Insiderwissen kann eigentlich nur gezielt lanciert worden sein.

(Foto: Firo Sportphoto)

3:0 gegen Paderborn

So macht Fußball Spaß: VfL auf dem richtigen Weg

Sie rennen, sie attackieren, sie kombinieren und treffen am Ende auch noch: Mit drei Toren in nur sieben Minuten haben die Profis des VfL Bochum gegen den SC Paderborn erneut eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass großes Potenzial in ihnen steckt. Wenn sie mit Tempo und Leidenschaft spielen, dann scheint in dieser Saison einiges möglich zu sein. Und selbst wenn nicht: Für den Moment macht dieser Fußball einfach Spaß.

Matchwinner Zulj und Zoller

Seit dem verkorksten Heimspiel gegen Greuther Fürth hat der VfL Bochum einen Weg eingeschlagen, der bemerkenswert ist. Mit einer runderneuerten Startelf, mit viel Dynamik, Aggressivität und fußballerischer Klasse hat das Team von Trainer Thomas Reis seither jedes Spiel dominiert und neun von zwölf möglichen Punkten geholt. Selbst gegen die vermeintlichen Schwergewichte HSV und Düsseldorf gab es Siege.

Auch das 3:0 gegen engagierte Paderborner unterstreicht, dass der VfL mittlerweile zu Recht einen Spitzenplatz in der Tabelle einnimmt. Nach einer ausgeglichenen und intensiven ersten Halbzeit machten die Bochumer kurzen Prozess: Zwischen der 54. und 61. Minute trafen sie gleich dreifach. Dabei avancierte der zuvor eher unsichtbare Robert Zulj ebenso zum Matchwinner wie der stets fleißige Simon Zoller.

Zulj erzielte nach Vorarbeit von Gerrit Holtmann zunächst das Führungstor. Dann legte der Österreicher nach einem Foul an Zoller vom Elfmeterpunkt nach. Zoller krönte seine starke Leistung schließlich noch mit einem eigenen Treffer zum 3:0. Kleine Wackler in der Endphase blieben folgenlos, das Ergebnis vielleicht etwas zu hoch, der Sieg aber verdient. Jeder Fan wird in diesen Wochen bedauern, nicht ins Stadion zu dürfen.

Dienstag geht es schon weiter

Doch die Freude über die jüngsten Resultate dürfte das nicht schmälern. „Die Mannschaft hat sich gefunden, diese Elf hat sich festgespielt“, lobt Thomas Reis sein Team, „das derzeit vieles gut und richtig macht.“ Auch der Trainer verdient aktuell Anerkennung. Er hat aus einem spielerisch holprigen Saisonstart die richtigen Schlüsse gezogen und seinen Profis zusätzlich vermittelt, dass sie nach zwei guten Ergebnissen nicht nachlassen dürfen.

Die Gier nach einem weiteren Erfolg wird der VfL bereits am Dienstag wieder benötigen. Denn von vorweihnachtlicher Entspannung kann noch längst keine Rede sein. Insgesamt drei Spiele stehen vor den Feiertagen auf dem Programm. Zunächst geht es zu Hannover 96. Verzichten muss der VfL dabei auf Anthony Losilla, der gegen Paderborn schon seine fünfte Gelbe Karte sah.

Vielleicht tut dem Kapitän diese kurze Schaffenspause aber auch gut. Zuletzt zeigte er ein paar Schwächen. Ob Trainer Thomas Reis darüber hinaus Veränderungen vornehmen wird, ist wegen der kurzen Regenerationszeit denkbar. Der 47-Jährige wird die Balance finden müssen: Wie sehr kann er seine Startelf ohne Qualitätseinbußen verändern? Und wie sehr muss er das sogar, um die intensive Spielweise aufrechtzuerhalten? Denn die ist die Basis des Erfolgs.

(Foto: Imago / RHR-Foto)

DFL-Entscheidung

TV-Geld wird neu verteilt: Folgen für den VfL Bochum

So komplex und kleinteilig war die Vergabe der Fernsehgelder im deutschen Profifußball noch nie. Zu Beginn dieser Woche hat die DFL den neuen Verteilungsschlüssel präsentiert. Die ab der kommenden Saison und für vier Jahre geltende Vereinbarung basiere auf „grundlegenden Veränderungen“, sagt DFL-Geschäftsführer Christian Seifert.

Das Ziel für die nahe Zukunft ist klar definiert: Die Spreizung zwischen den Klubs an der Spitze und den Vereinen weiter unten zu verringern. Ob das wirklich gelingen wird, daran haben einige Klubs schon Zweifel geäußert. Andere wiederum zeigten sich zufrieden mit der neuen Lösung. Die Bedeutung der Fernsehgelder bleibt indes für alle Klubs immens: Sie machen einen erheblichen Teil der Einnahmen aus, teils bis zu 50 Prozent.

6,9 Millionen Euro garantiert

Beim VfL Bochum drücken sich die Verantwortlichen in der Verteilungsdebatte eher diplomatisch aus. Der neue Schlüssel sei eine Evolution, aber keine Revolution, erklärt Geschäftsführer Ilja Kaenzig auf Nachfrage. Der VfL profitiere speziell in der Corona-Krise davon, dass die DFL jedem Klub einen Sockelbetrag zugesichert hat.

Konkret heißt das: Jeder Zweitligist erhält in der Saison 2021/22 6,9 Millionen Euro garantiert, jeder Erstligist sogar 24,7. Dieser Betrag verändert sich in den folgenden Jahren, weil sich das Gesamtvolumen des TV-Vertrags verändert – und weil die DFL den Verteilungsschlüssel zweigeteilt hat: Von 2021 bis 2023 gelten etwas andere Regeln als von 2023 bis 2025. Bei genauerer Betrachtung gibt es in Zukunft acht Verteilungskriterien.   

Leistung wird weiter belohnt

Für wirklich konkrete Aussagen, bezogen auf den VfL Bochum, sei es eigentlich noch zu früh, betont Ilja Kaenzig. Ob der VfL also über die Jahre betrachtet vom neuen Verteilungsschlüssel profitieren wird oder nicht, ist noch nicht ganz klar. Es hängt erneut von vielen Faktoren ab, nicht zuletzt von der sportlichen Entwicklung.

Auch die bislang bekannte Fünfjahrestabelle spielt dabei weiter eine wichtige Rolle. Darüber werden in der kommenden Saison rund 40 Prozent der gesamten TV-Gelder vergeben. Ein großer Nachteil für den VfL ist, dass die 20-Jahrestabelle wegfallen wird. Davon haben die Bochumer zuletzt massiv profitiert und einen siebenstelligen Betrag eingespielt. Ersetzt wird sie durch eine 10-Jahrestabelle. Viele Bundesligajahre fallen also aus der Wertung.

Neue Verteilungskriterien

Neu honoriert wird in Zukunft auch der Einsatz von Nachwuchsspielern unter 23, die nicht mehr beim VfL, sondern hierzulande bei anderen Erst- und Zweitligisten spielen. Auch das ist wohl eher ein Nachteil für die Bochumer, dessen Nachwuchsabteilung nur einen Spieler hervorgebracht hat, der aktuell für dieses Ranking infrage kommt.

Noch offen ist dagegen, ob der VfL daran partizipieren wird, dass die DFL mehr als 20 Millionen Euro an Klubs ausschüttet, die bundesweit ein besonders großes Interesse hervorrufen und somit zur Gesamtattraktivität des deutschen Fußballs beitragen. Als Grundlage hierfür dient eine Marktanalyse des Allensbach-Instituts. Dort steht der VfL aktuell auf Platz 24 von 36, wird demnach also nicht massiv von der Neuerung profitieren.

Weniger Geld im Umlauf

Was bei all diesen Verteilungsfragen fast ein wenig unterzugehen droht, ist die Tatsache, dass alle Klubs – in absoluten Zahlen betrachtet – ohnehin Einbußen in Kauf nehmen müssen. In der kommenden Saison fließen insgesamt fast 200 Millionen Euro weniger aus dem TV-Topf an die Vereine als in der aktuellen Spielzeit.

Heißt: Etwas mehr als eine Milliarde Euro zahlen die nationalen Medienpartner, etwas weniger als 200 Millionen Euro die internationalen TV-Anstalten. Die Rechtevergabe fiel genau in die Corona-Zeit. Im Vorfeld der Ausschreibung wurde eher eine Steigerung der Einnahmen erwartet – doch das Gegenteil ist das Fall. Da andere Ligen ihre TV-Verträge aber erst noch verlängern müssen, könnte es sogar sein, dass der deutsche Fußball besser davonkommt als andere Länder.

(Foto: Imago / Team 2)

In eigener Sache: Journalismus kostet Zeit und Geld. Dieser Artikel erscheint nur deshalb, weil sich bis heute mehr als 180 VfL-Fans und Sympathisanten finanziell an den Kosten von Tief im Westen – Das VfL-Magazin beteiligt haben. Wer ebenfalls zum Kreis der Unterstützer zählen möchte, um weiter eine unabhängige Berichterstattung über den VfL Bochum zu ermöglichen, kann sich gerne unter rentsch@vfl-magazin.de melden. Vielen Dank für euer Interesse!

1:3 trotz guter Leistung

VfL verliert in Kiel: Sieg der Theoretiker

Die Aussicht auf Größeres scheint dem VfL Bochum per se nicht gut zu tun. Das ist jedenfalls eine Theorie, die unter den Anhängern schon seit Jahren die Runde macht. Soll heißen: Gibt es, wie etwa an diesem Freitagabend, die Chance, sogar die Tabellenführung zu übernehmen, den dritten Sieg in Folge einzufahren und die Euphorie weiter befeuern, dann droht wohl wieder eine Enttäuschung. Wer an diesem Wochenende nur auf die Anzeigetafel und die Tabelle schaut, hat mit seiner Theorie tatsächlich Recht behalten: Der VfL verlor bei Holstein Kiel mit 1:3.

Eine Stunde lang besser

Das Ergebnis ist im Fußball natürlich entscheidend, verrät aber nicht alles. Denn dieses Mal ist der Fall etwas anders gelagert. Die Niederlage war nicht das Ergebnis einer schludrigen Spielweise oder taktischer Tüftelei ohne Erfolg, sondern lediglich fehlender Effizienz und einer Mittelfeldreihe, die mit zunehmender Spieldauer den Zugriff und irgendwie auch die Kraft verlor. Anthony Losilla und Robert Tesche machten erstaunlich viele Fehler. Auch Robert Zulj gönnte sich mal wieder eine schöpferische Pause.

Trotzdem: Grundsätzlich knüpfte das Team von Trainer Thomas Reis an die zuletzt überzeugenden Leistungen gegen Hamburg und Düsseldorf an. Der VfL war somit auch an der Kieler Förde die bessere Mannschaft. Aggressiv gegen den Ball, mutig und temporeich im Vorwärtsgang – so wusste die Revierelf erneut zu überzeugen. Zumindest 60 Minuten lang. Dann aber kam ein Bruch ins Spiel. Binnen 120 Sekunden stellte Holstein Kiel die Partie auf den Kopf. Bei beiden Gegentreffern fehlte der Zugriff, kein Bochumer attackierte konsequent.

Umstrittener Elfmeter

Während der VfL zuvor einige gute Gelegenheiten liegen gelassen hatte, zeigten sich die Kieler vor dem Tor also ziemlich konsequent. Das war am Ende auch einer der Hauptgründe für die dritte Bochumer Saisonniederlage. Hinzu kam ein fragwürdiger Elfmeter schon in der ersten Halbzeit. Nach einem verunglückten Kopfballversuch kam der Ball ohne Absicht an den Unterarm von Armel Bella Kotchap. Kein Kieler prostierte, der Videoassistent dagegen schon. Schiedsrichter Robert Schröder prüfte die Szene und entschied auf Elfmeter.

Alexander Mühling traf anschließend souverän vom Punkt. Dass sich Bella Kotchap keinen Vorteil verschafft hatte, und die Armbewegung eher natürlich als unnatürlich war, spielte bei der Regelauslegung offenbar keine Rolle. Immerhin beschäftigte sich der VfL nicht lange mit dieser Szene und lieferte mit dem Ausgleich durch Simon Zoller umgehend die Antwort. Davor wie auch danach war der VfL die aktivere, gefährlichere Mannschaft, ohne die Überlegenheit in eine eigene Führung zu verwandeln. Vor allem der umtriebige und dynamische Gerrit Holtmann belohnte sich nicht.

Rückschlag nach Aufwärtstrend

Und genau das rächte sich nach etwas mehr als einer Stunde, als der VfL zunehmend die Spielkontrolle verlor und sich von dem Doppelschlag der Hausherren auch nicht mehr erholte. „Wenn man sich den kompletten Spielverlauf anschaut, ist das sehr, sehr ärgerlich. Die Partie hätte auch anders ausgehen können“, sagte Reis nach dem Schlusspfiff. Auch er dürfte erkannt haben, dass der neue Weg, eingeschlagen nach der Niederlage gegen Fürth, grundsätzlich der richtige ist – trotz des Rückschlags an diesem Spieltag.   

(Foto: Firo Sportphoto)