Kolumne

Bochumer Formschwäche? Der März ist entscheidend!

Die VfL-Kolumne ist ein Format auf Tief im Westen – Das VfL-Magazin. Ab sofort wieder wöchentlich gibt es einen kurzen Kommentar, einen Denkanstoß oder eine Einordnung zu einem ausgewählten Thema – zum sportlichen Geschehen an der Castroper Straße oder zum Drumherum. Die Regel: Maximal 1.848 Buchstaben. Das Ziel: Diskussionen anzustoßen. Das Thema heute: Die aktuelle Verfassung des VfL Bochum.

Es hätte ein ruhiger Frühlingsbeginn an der Castroper Straße werden können. Mit einigen Punkten mehr auf dem Konto könnte der VfL recht entspannt auf die Tabelle blicken. Weil die Bochumer im Monat Februar allerdings keinen einzigen Sieg eingefahren haben, sind die Abstiegsränge nicht mehr allzu weit entfernt. Doch gibt es wirklich Grund zur Besorgnis?

Vieles hängt von den Ergebnissen in diesem Monat ab. Zunächst empfängt die Rösler-Elf den 1. FC Kaiserslautern, reist anschließend zu Hertha BSC und spielt vor der Länderspielpause noch zu Hause gegen Holstein Kiel. Einfach ist dieses Programm nicht, in allen drei Mannschaften schlummert Potenzial. Die Rechnung ist relativ simpel: Gelingen zwei Siege, kann der VfL die Planungen für die kommende Zweitliga-Saison vorantreiben. Im Falle von deutlich weniger Punkten droht eine Zitterpartie bis zum Schluss, inklusive aufkeimender Unruhe im Umfeld. Die Stunden nach der Niederlage in Düsseldorf haben einen Vorgeschmack darauf geliefert. Wie schnell die grundsätzlich positive Entwicklung der vergangenen Monate stellenweise zerredet wurde, war erschreckend. Zur Erinnerung: Die Spiele in Elversberg und Hannover waren ähnlich schlecht, nur mit dem Unterschied, dass am Ende dennoch eine Punkteteilung gelang.

Im Grunde ist es ähnlich wie immer: Der März läutet die entscheidende Saisonphase ein, und die Ergebnisse haben Auswirkungen weit darüber hinaus. Denn Klassenerhalt ist nicht gleich Klassenerhalt. Zum einen monetär: Landet der VfL auf den hinteren Tabellenplätzen, könnte er im TV-Ranking kurz- wie mittelfristig wichtige Einnahmen verlieren. Zum anderen sportlich: Je später die Kaderplanung für die kommende Spielzeit konkretisiert werden kann, desto schwieriger wird der Wettstreit um die bestmöglichen Spieler auf dem Transfermarkt. Schon heute ist klar: Der Umbruch im Sommer wird kein kleiner sein. Zehn Spielverträge laufen aus.

Für einen erfolgreichen Saisonendspurt braucht es selbstverständlich auch den Zusammenhalt der Anhänger. Die zunehmenden Auseinandersetzungen und Machtdemonstrationen innerhalb der Fangemeinde sind Gift für alle. Niemand ist größer als der Verein.


Ihr wollt das VfL-Magazin einmalig oder dauerhaft unterstützen? Nutzt dafür gerne die unkomplizierte Zahlungsoption via PayPal. Danke, dass ihr Berichterstattung dieser Art auch in Zukunft möglich macht.



(Foto: Marc Niemeyer)

Podcast

Interview: Zoller über Ziele und seinen neuen VfL-Job

Unsere neue, mittlerweile 13. Podcast-Folge ist online! Zum ersten Mal haben Claudio Gentile und ich einen Gast dabei: Simon Zoller, Direktor Lizenzfußball beim VfL Bochum. Mit ihm sprechen wir unter anderem über seine neue Rolle als Funktionär, die Aufgabenverteilung im Team und über Kriterien bei der Spielersuche. Viel Spaß beim Anschauen oder Zuhören!

Hinweis: Die Aufnahme erfolgte bereits vor dem Spiel in Düsseldorf.


Ihr wollt das VfL-Magazin einmalig oder dauerhaft unterstützen? Nutzt dafür gerne die unkomplizierte Zahlungsoption via PayPal. Danke, dass ihr Berichterstattung dieser Art auch in Zukunft möglich macht.



(Foto: Marc Niemeyer)

1:2 in Düsseldorf

„So eine Grütze“: VfL mit alarmierender Februar-Bilanz

So schnell wendet sich das Blatt. Vor dem Duell gegen Fortuna Düsseldorf war der VfL seit neun Ligaspielen ungeschlagen. Von Abstiegskampf sprach an der Castroper Straße kaum noch jemand, auch wenn Trainer Uwe Rösler und erfahrene Spieler wie Philipp Hofmann in steter Regelmäßigkeit von einer trügerischen Sicherheit sprachen und an die Tabellensituation erinnerten. Geschönt wurde die Bilanz von zahlreichen Punkteteilungen. Und nun? Nach der hochverdienten 1:2-Niederlage schaut die Statistik nicht mehr ganz so erfreulich aus, die Remis-Serie verliert an Bedeutung. Die Bochumer haben nur eines von sieben Pflichtspielen in diesem Kalenderjahr gewonnen. Vor allem die Februar-Bilanz schafft Sorgenfalten: Aus vier Spielen holte der VfL nur drei Punkte und erzielte lediglich zwei Tore.

Rösler entschuldigt sich bei Fans

Gewiss: Einige Punkteteilungen zuletzt waren unglücklich. Gegen Münster und erst recht gegen Paderborn hätte der VfL den Sieg verdient gehabt. Auf reichlich Pech folgte nun aber nicht der Befreiungsschlag, sondern die zweite Pleite unter Rösler. Kein Spieler bis auf Torwart Timo Horn präsentierte sich gegen Düsseldorf in Normalform – obwohl die Bochumer mit Ausnahme des gelbgesperrten Maximilian Wittek in Bestbesetzung antraten. Gerrit Holtmann, Koji Miyoshi und Philipp Strompf kehrten ins Team zurück, außerdem feierte Winter-Neuzugang Mikkel Rakneberg sein Startelfdebüt. Sogar Top-Torschütze Francis Onyeka blieb wegen der großen Auswahl auf der Bank. Doch keiner der Genannten konnte die Niederlage verhindern. Alle trugen zur schlechtesten Leistung unter der Leitung von Rösler bei.

Als „mutlos“ und „energielos“ bezeichnete der Fußballlehrer den Auftritt und dachte dabei auch an die gut 10.000 mitgereisten VfL-Fans, so viele wie noch nie bei einem Zweitliga-Auswärtsspiel der Bochumer: „Ich muss mich das erste Mal, seitdem ich beim VfL bin, bei den Fans entschuldigen.“ Diejenigen, die auf dem Platz besonders enttäuscht haben, durften wieder mal nicht sprechen; vorgeschickt wurde abermals Keeper Horn. Der wiederum war in der Position, kein Blatt vor den Mund nehmen zu müssen. „Gerade die erste Halbzeit war grottenschlecht. Da fahren so viele Fans mit und wir spielen so eine Grütze. Es tut mir leid.“ Horn sah das, was alle sahen: Eine passive Bochumer Mannschaft, die hinten nur zusah und sich vorne viele Ungenauigkeiten erlaubte. „Das war von allem zu wenig“, bekräftigte Horn.

Der erfahrene Schlussmann wirkte ratlos: „Ich kann es nicht nachvollziehen. Wir waren eigentlich auf einem sehr guten Weg und hätten mit einem Sieg einen großen Schritt machen können. Den haben wir verpasst.“ Für den 32-Jährigen ist klar: „Wir müssen uns schleunigst straffen. Vielleicht war es ein Dämpfer zur richtigen Zeit.“ Klar ist: In dieser Verfassung wird es gegen keine Mannschaft in der Liga reichen. Was Zuversicht gibt: Die Leistungsschwankungen waren in den vergangenen Monaten nicht allzu groß. Ein Ausrutscher wie dieser sollte im Saisonendspurt allerdings die Ausnahme bleiben, zumal ab Ende März überwiegend Gegner aus unteren Tabellendrittel warten, die derzeit – und zwar nur knapp – hinter dem VfL platziert sind. Die Remis-Serie zeigt, dass im Abstiegskampf nur Siege wirklich weiterhelfen.

Plätze werden neu vergeben

Damit diese wieder gelingen, hat Rösler für Samstag eine längere Videositzung angesetzt, in der sich die Spieler erklären sollen. Schon vorher verkündete er: „Der Bonus ist jetzt aufgebraucht, die Karten werden neu gemischt.“ Bis auf Horn und Wittek, der für den überforderten Rakneberg ins Team zurückkehren wird, ist für das wegweisende Heimspiel gegen Kaiserslautern am kommenden Samstag wohl kein Platz fest vergeben. Eigentlich ist Rösler ein Freund davon, möglichst wenige Änderungen vorzunehmen. Nun aber scheint er ins Grübeln zu kommen und Konsequenzen ziehen zu wollen. „Ich habe meine Mannschaft nicht wiedererkannt“, sagte Rösler am späten Freitagabend. Nachdem er zuletzt auch öffentlich viel Lob verteilt hat, muss er allerdings aufpassen, aus Enttäuschung nicht in Aktionismus zu verfallen.


Ihr wollt das VfL-Magazin einmalig oder dauerhaft unterstützen? Nutzt dafür gerne die unkomplizierte Zahlungsoption via PayPal. Danke, dass ihr Berichterstattung dieser Art auch in Zukunft möglich macht.



(Foto: Imago / Revierfoto)

Teil zwei

Rösler über Akademiker, Transfers und Matchpläne

Uwe Rösler hat sich Zeit genommen. Zeit für ein ausführliches Gespräch. Insgesamt 30 Fragen und 30 Antworten über den VfL und die Fußballwelt zeichnen ein noch genaueres Bild des 57-Jährigen. Im zweiten Teil des großen Interviews spricht Rösler über die Zusammenarbeit im Trainerteam, über seinen Spielstil und seine Rückkehr nach Deutschland.

(Disclaimer vorab: Uwe Rösler hat allen Reportern in Bochum und Menschen im Umfeld des VfL das „Du“ angeboten. Um den Gesprächsverlauf authentisch wiederzugeben, weichen wir an dieser Stelle vom journalistischen Standard-„Sie“ in Interviews ab)

Uwe, du hast zu Beginn deiner Zeit in Bochum gesagt, dass sich die heutige Spielergeneration auf dem Platz anders verhält und nicht mehr so viel selber in die Hand nimmt, weil sie im Nachwuchs sehr detailreich gecoacht wird. Kannst du das näher ausführen?

Das ist nicht böse gemeint, aber wir erleben einen Wandel bei den Trainern, die zunehmend zum Fußballlehrer ausgebildet werden, ohne eine große Fußballerkarriere vorweisen zu können. In meiner Generation haben die meisten Trainer selber lange auf dem Platz gestanden. Wir haben uns schon während der Karriere oder direkt danach weitergebildet, um anschließend als Trainer arbeiten zu können. Das machen viele Spieler heutzutage nicht mehr. Sie verdienen so gut, dass sie das nicht mehr tun müssen. Das wiederum ist die Chance für diejenigen, die ohne langjährige Profi-Erfahrung Trainer werden, die den Fußball dadurch aber anders lehren als wir.

Aber ist es nicht auch eine Chance für alle, wenn Ex-Fußballer und Akademiker in einem Team zusammenarbeiten?

Absolut. Das sehe ich auch hier beim VfL. Die Mischung im Trainerteam ist wichtig. Jeder bringt seine Fähigkeiten ein. Wir haben junge Co-Trainer, die selber auf hohem Niveau gespielt, aber auch eine gute Trainerausbildung absolviert haben und moderne Ansätze mitbringen. Dank ihnen kann auch ich mich weiterentwickeln. Entscheidend ist, Fachkompetenz zuzulassen und auch zu nutzen. Meine Aufgabe als Cheftrainer ist es, alles zu managen. Das kann ich mittlerweile besser als früher. Da wollte ich vieles lieber alleine lösen. Heute baue auf die Kompetenz aller Mitarbeiter.

Wie würdest du dich als Führungskraft beschreiben?

Im Trainerteam diskutieren wir auf Augenhöhe. Wenn es um Vorgaben an die Spieler geht, kann es aber keine flache Hierarchie geben, auch wenn die Spieler schlussendlich die entscheidenden Protagonisten sind, nicht wir Trainer.

Fokussiert sich im Fußball zu viel auf die Trainer?

Ich habe mal mit jemandem zusammengearbeitet, der meinte, die Taktik sei das entscheidende. Ich sehe das anders. Ich sage: Das entscheidende sind die Spieler. Wir Trainer dürfen uns nicht zu wichtig nehmen und sollten nicht meinen, die Spieler seien nur Schachfiguren. Sie treffen auf dem Spielfeld situativ ihre Entscheidungen. Du kannst nicht alles planen. Wir haben das jüngst gegen Münster gesehen. Unsere Vorbereitung war extrem akribisch, so intensiv wie noch nie zuvor. Dann hat Münster aber ganz anders gespielt: weniger flach, mehr lange Bälle. Da nützt dann der beste Matchplan nichts mehr.  

Was hältst du davon, dass der VfL bei Transfers und Neuzugängen verstärkt auf Daten setzt? 

Auch hier ist die Mischung entscheidend: Was sagen die Daten, aber auch unsere Erfahrungen und das Bauchgefühl? Bei unseren Neuzugängen im Winter habe ich mir persönliche Referenzen beispielsweise zu Callum Marshall eingeholt. Alle waren positiv. Abschließend haben wir ein persönliches Gespräch geführt. Damit gibt es immer noch keine Garantie, dass der Plan aufgeht, aber die Wahrscheinlichkeit steigt. Bislang ist es noch nicht vorgekommen, dass zwar die Daten gepasst haben, aber nach dem persönlichen Gespräch so große Bedenken da waren, dass ich als Trainer gegen eine Verpflichtung war. Im Gegensatz zu den Daten ist das Bauchgefühl nicht messbar. 

Seid ihr mit den Wintertransfers näher an deine Wunschvorstellungen hinsichtlich der Kaderzusammenstellung herangerückt?

Wir haben uns von Spielern getrennt, die sich mehr Spielzeit erhofft haben, und neue dazugeholt, die viel Energie mitbringen und besser zu unserer Spielweise passen. Das hilft allen Beteiligten. Wir dürfen aber nicht die vergessen, die schon da waren. Wir haben gemeinsam viele Punkte geholt, mehr als ich im Oktober gedacht hätte. Ich fordere viel, aber die Mannschaft zieht auch hervorragend mit, ist aufmerksam und lernwillig.

Was auffällt: Du veränderst deine Startelf nur selten oder allenfalls punktuell.

Ich bin ein Freund von Kontinuität und eingespielten Beziehungen, gerade in der Mitte des Spielfeldes, etwa zwischen Torwart und Innenverteidigung oder zwischen Zehner und Stürmer. Eine stabile Achse ist wichtig. Demzufolge nehme ich dort eher selten Wechsel vor. Veränderungen gibt es dann eher, auch aus taktischen Gründen, auf den Außenpositionen.

Aber wie gelingt es dir dann, alle bei Laune zu halten, speziell diejenigen, die nicht spielen?

Ich kann nicht alle gleichzeitig glücklich machen. Der gemeinsame Erfolg genießt Priorität. Ich muss manchmal auch Entscheidungen treffen, die mir schwerfallen, aber ich werde sie nicht daran ausrichten, wer gerade unzufrieden ist. Bislang haben alle Spieler eine faire Chance bei mir bekommen.

Wie nah ist dein jetziges Team schon an deiner Idealvorstellung?

Das Spiel in Münster war schon sehr gut. Wir haben hoch Mann gegen Mann gepresst. Das geht natürlich nicht immer und ist abhängig vom Gegner. Gegen Paderborn ist es uns auch gelungen, da waren wir hoch überlegen. Das Manko: Diese guten Spiele konnten wir nicht in Siege verwandeln, auch wenn sie Punkte brachten. Generell ist es mein Wunsch, aggressiv nach vorne zu verteidigen, um hohe Ballgewinne zu erzielen. Dadurch kommt es zu vielen Abschlüssen, was wiederum mehr Standardsituationen provoziert. Ballbesitz ist dort nicht das Entscheidende.

Deshalb hat der VfL also in den meisten Spielen weniger Ballbesitz als der Gegner?

Mit diesem Ansatz kommt man nur bis zu einem gewissen Punkt. Langfristig wollen wir Spiele noch stärker über Ballbesitz kontrollieren. Optimal ist ein Mix aus aggressivem Umschaltspiel und kontrolliertem Ballbesitz. Genau diese Balance zu finden, ist die Kunst. Dafür braucht es Zeit.

Befürchtest du nicht, im Sommer – wenn es sehr wahrscheinlich Abgänge geben wird – wieder zurückgeworfen zu werden?

Abgänge wird es immer geben, das hat mich in meiner Trainerkarriere immer begleitet. Wir haben Spieler entwickelt und anschließend verkauft. Als Trainer wünscht man sich natürlich Kontinuität, ich verstehe aber auch die finanzielle Tragweite von Transfers. Ich weiß, dass man keine komplette Mannschaft über drei oder vier Jahre hinweg aufbauen kann, sondern Jahr für Jahr neuen Willen und neue Energie aufbringen und auch Rückschritte verkraften muss. Das gilt für den gesamten Verein und das Umfeld.

Spürst du gerade etwas Genugtuung, dass du endlich auch in Deutschland als Trainer richtig angekommen bist?

Ich denke, dass ich mir eine zweite Chance in Deutschland verdient habe. Es gab zwischen dem Engagement in Düsseldorf und Bochum bereits andere Offerten aus der 2. Bundesliga, aber ich hatte einen Vertrag in Aarhus. Ich habe dort mit offenen Karten gespielt, von den Angeboten berichtet und gefragt: Wollt ihr mich behalten? Das wollten sie. Also habe ich die Angebote abgelehnt.

Weil du wusstest, was du dort hattest?

Ich wünsche mir umgekehrt auch Loyalität, von meinen Spielern wie von meinem Arbeitgeber. Dann muss und möchte ich das auch zurückgeben.

Hast du eine Erklärung dafür, warum dich erst deine neunte und nun auch deine elfte Trainerstation zurück in dein Heimatland geführt hat?

Ich bin zwar Deutscher, wurde aber lange Zeit nicht als deutscher Trainer wahrgenommen. Ich habe in Norwegen als Trainer begonnen, weil dort der Einstieg leichter war. Dann in England zu arbeiten, wo es mir schon als Spieler gefallen hat, war immer mein Traum. Der Wunsch, nach Deutschland zurückzukommen, kam erst später.

Wo fühlst du dich denn am ehesten zu Hause? In Deutschland oder woanders? Geboren bist du ja in der DDR.

Ich bin kein Ossi, ich bin kein Wessi, ich bin Europäer. So gesehen habe ich keine richtige Heimat. Am ehesten ist es Manchester. Ich mag das Land, die Stadt, die Kultur. Mit Manchester City, als es noch ein Arbeiterverein war, habe ich mich immer voll identifiziert. Jetzt genieße ich es aber, wieder in Deutschland zu sein und jedes Wochenende in volle Stadien zu fahren. Das wird am Freitag auch in Düsseldorf ein besonderes Erlebnis – zumal ja sehr viele Bochumer dabei sein werden, die alle gute Erinnerungen an den letzten Besuch dort haben.

Dies war der zweiten Teil des großen Rösler-Interviews auf Tief im Westen – Das VfL-Magazin. Den ersten Teil könnt ihr hier nachlesen:

Übrigens: Ich freue mich sehr darüber, wenn ihr meine Arbeit und damit auch aufwendige Interviews wie dieses unterstützen würdet.


Ihr wollt das VfL-Magazin einmalig oder dauerhaft unterstützen? Nutzt dafür gerne die unkomplizierte Zahlungsoption via PayPal. Danke, dass ihr Berichterstattung dieser Art auch in Zukunft möglich macht.



(Foto: Marc Niemeyer)

Teil eins

Interview: Rösler über Fans, Instagram und Düsseldorf

Ganz frei von Abstiegssorgen ist der VfL Bochum noch nicht. Dass er aber als Tabellenzehnter der 2. Bundesliga ins letzte Saisondrittel geht, ist vor allem ein Verdienst von Trainer Uwe Rösler. Mit ihm hat der Revierklub nur eines von nunmehr 15 Ligaspielen verloren. Anlass genug, ausführlich mit dem Fußballlehrer zu sprechen. Im ersten Teil des großen Interviews vor dem Duell bei seinem Ex-Klub Fortuna Düsseldorf geht es unter anderem um seine Zeit beim kommenden Gegner, um einen Kneipenbesuch nach dem Derbysieg gegen Schalke und darum, wieso Skandinavier so gut zum VfL passen.

(Disclaimer vorab: Uwe Rösler hat allen Reportern in Bochum und Menschen im Umfeld des VfL das „Du“ angeboten. Um den Gesprächsverlauf authentisch wiederzugeben, weichen wir an dieser Stelle vom journalistischen Standard-„Sie“ in Interviews ab)

Uwe, die Olympischen Winterspiele liegen gerade hinter uns. Hattest du die Gelegenheit, die Wettkämpfe zu verfolgen?

Ich mag Wintersport und hätte gerne noch mehr mitbekommen, hatte aber kaum Zeit, weil ich den Großteil des Tages beim VfL verbringe. Abends habe ich mir meist die Zusammenfassungen angesehen.

Hast du neben Fußball früher auch andere Sportarten betrieben? Oder jetzt noch?

Ich spiele Golf und mache hin und wieder Langlauf. Abfahrt hat mir früher auch viel Spaß gemacht, ist mir heute aber zu riskant. Als Zuschauer habe ich zu Zeiten von Lance Armstrong und Jan Ullrich sehr intensiv die Tour de France verfolgt, bis die Doping-Skandale kamen. Und ganz früher bin ich selber gerne Schlittschuh gefahren. In meiner Heimat haben die Ausläufer des Thüringer Waldes damals die besten Bedingungen dafür geboten.

Heute dominiert der Fußball deinen Alltag. Ist das Spiel am Freitag bei Fortuna Düsseldorf ein besonderes für dich?

Ich mache kein Geheimnis daraus, dass ich seinerzeit gerne dortgeblieben wäre. Ich habe gerne für die Fortuna gearbeitet und auch gerne in der Stadt gelebt. Leider wurde mein Vertrag nicht verlängert, weil wir den Wiederaufstieg knapp verpasst haben. Trotzdem war und bin ich der Meinung, dass es genügend Argumente für eine Verlängerung gab.

Kannst du das konkretisieren?

Wir haben uns in vielen Bereichen verbessert und ich hatte immer eine gute Bindung zur Mannschaft. Wir sind nur knapp gescheitert, auch deshalb, weil der Verein wegen Corona erschwerte Bedingungen hatte. Dadurch konnten wir die Kaderplanung erst spät beenden und sind schwer in die Saison gekommen.

Du hast vor einigen Wochen in einer Pressekonferenz mal beiläufig betont, dass du in Bochum ganz anders empfangen wurdest als in Düsseldorf. Wie meintest du das?

In Düsseldorf war ich der Nachfolger von Friedhelm Funkel. Er war sehr beliebt. Für mich war das kein Problem, für andere schon. Das habe ich von Beginn an gemerkt und hat sich teilweise bis zum Ende durchgezogen. Hier in Bochum war das anders. Ich wurde ausnahmslos von allen – im Verein, von den Fans und auch medial – mit offenen Armen empfangen und habe von allen eine faire Chance bekommen.

Du hast in Düsseldorf vorwiegend vor leeren Rängen spielen müssen. War das schwierig?

Ich bin damals aus Malmö nach Düsseldorf gegangen, weil ich mich unbedingt in Deutschland beweisen wollte. Das war mit einem Risiko verbunden, weil Düsseldorf Letzter in der Bundesliga war. Ich habe dabei auch auf mehr als 40.000 Zuschauer pro Heimspiel vertraut. Die brauchst du im Abstiegskampf, so wie hier. Nach zwei Spielen durften sie wegen Corona nicht mehr kommen. Hätten wir ein Spiel mehr gewonnen, wären wir in der Relegation gelandet. Die Chance dazu war da, wir hatten einige unglückliche Momente. Es war mein bislang einziger Abstieg. Das vergisst man nicht und tut immer noch weh.

Genießt du die vollen Stadien jetzt umso mehr?

Mein erstes Spiel hier in Bochum gegen Hertha werde ich nie vergessen. Alle im Stadion haben gebibbert, alle Fans haben mitgefightet um den Sieg. So eine Atmosphäre brauchen wir so oft wie möglich. Gegen Schalke war es ähnlich. Natürlich genieße ich das. Es ist kein Zufall, dass wir auch dieses Spiel gewonnen haben.

Anschließend bist du in die Ritterburg gegangen und hast mit den Fans gefeiert. War das geplant oder eine spontane Idee?

Ich wollte nach dem Spiel ein Bier mit unserem Zeugwart Andreas Pahl trinken. Ich habe ihn aber nicht mehr bei uns in den Katakomben gesehen. Wir haben dann telefoniert und er meinte, er sei nur gut 100 Meter entfernt – in der Ritterburg. Ich bin dann dort hingegangen, wusste aber nicht, dass da so viel los ist. Trotzdem oder gerade deswegen hat es großen Spaß gemacht.

Es ist ja heutzutage höchst selten, dass sich Fans und Trainer oder Spieler in einem solchen Rahmen begegnen.

So sollte es aber eigentlich sein und war früher der Standard. Heute findet ein Austausch kaum noch statt. Das ist etwas, was mir am modernen Fußball nicht gefällt, besonders in England. Die Spieler und die Fans sind in verschiedenen Welten unterwegs. Das ist sehr schade. Zu meiner Zeit als Spieler war das noch anders. Ich bin einmal im Monat zu einem Fanclubtreffen gegangen. Ich habe das immer gerne gemacht, nicht nur, weil es dort immer Essen und Trinken gab (lacht).

Wie nimmst du das Miteinander hier in Bochum wahr?

Hier ist es anders als in England und erinnert mich noch mehr an früher. Auch in Malmö war es noch sehr familiär. Beim VfL ist es ähnlich, und so wünsche ich mir das. Daraus schöpfe ich Kraft, deshalb mag ich den Job. Ich weiß nicht, ob das noch so wäre, wenn die Distanz zu den Zuschauern viel größer wäre.

Vieles verlagert sich heutzutage in die sozialen Netzwerke. Auch du bist bei Instagram aktiv. Für einen Trainer ist das eher ungewöhnlich. Zumal du den Kanal offensichtlich selber betreibst…

Ich bin ja ein moderner Coach (lacht). Aber im Ernst: Wer soll es denn machen? Eine Agentur? Dann brauche ich kein Instagram-Konto. Es soll authentisch sein. Meine Frau hat mir das vorgeschlagen, als ich eine Zeit lang ohne Klub war und vor allem als TV-Experte gearbeitet habe. Ich wollte nicht in Vergessenheit geraten. Es kamen dann sogar zwei, drei Offerten von Vereinen direkt über Instagram. Ich nutze die Plattform weiter, aber fast nur für sportliche Themen, weniger für Privates.

Wenn wir über Kommunikation reden, sind wir auch beim Thema Sprache. Du hast an anderer Stelle mal gesagt, dass es dir immer ein Anliegen, die jeweilige Landessprache zu lernen.

Ich finde es wichtig, dass man die Sprache eines Landes lernt, in dem man lebt und seine Zukunft sieht. Das war bei mir vor allem in England der Fall. Ich konnte vorher kein Englisch, habe es dort aber sofort gelernt, weil ich mir vorstellen konnte, lange zu bleiben. Für Norwegisch zum Beispiel habe ich länger gebraucht, was auch daran lag, dass dort alle mit mir Englisch sprechen wollten. Mittlerweile verstehe ich alles, was auch an meiner Frau liegt, die Norwegerin ist.

Erwartest du das auch von deinen Spielern, für die der VfL womöglich nur eine Durchgangsstation ist, beispielsweise von Oliver Olsen oder Mikkel Rakneberg?

Die beiden werden die deutsche Sprache lernen, da bin ich mir sicher. Einfach deshalb, weil es ihrem Naturell entspricht und sie sehr ehrgeizig sind. Für mich war immer klar: Die Sprache ist nicht nur in der Kabine wichtig, auch darüber hinaus. Man hat die Möglichkeit, eine neue Stadt, eine andere Kultur kennenzulernen.

Dass ihr im Winter zwei Spieler aus Skandinavien verpflichtet, war sicher kein Zufall, oder?

Wir können nicht auf allen Märkten unterwegs sein. Ich kenne mich dort sehr gut aus, Markus Brunnschneider auch. Skandinavier waren in der Geschichte des VfL meist sehr erfolgreich, sind fußballerisch gut ausgebildet, oft unkomplizierte Typen und sehr anpassungsfähig. Sie passen zur Kultur des Klubs und zu unserer Spielweise.

Du hast zu Beginn deiner Amtszeit in Bochum die fehlende Kommunikation auf dem Platz beklagt. Ist das mittlerweile besser geworden?

Ich sehe klare Fortschritte. Maximilian Wittek möchte ich da hervorheben, er kommuniziert sehr gut und dirigiert seine Teamkollegen. Das fällt ihm mit seiner Erfahrung natürlich auch leichter als den jüngeren, die sich noch auf ihr eigenes Spiel konzentrieren müssen. Sich gegenseitig auf dem Platz zu unterstützen, bleibt aus meiner Sicht sehr wichtig. So kenne ich es und so möchte ich es auch weitergeben.

Dies war der erste Teil des großen Rösler-Interviews auf Tief im Westen – Das VfL-Magazin. Den zweiten Teil über Röslers Spielstil, die Bochumer Transferstrategie und einiges mehr findet ihr mittlerweile hier:


Ihr wollt das VfL-Magazin einmalig oder dauerhaft unterstützen? Nutzt dafür gerne die unkomplizierte Zahlungsoption via PayPal. Danke, dass ihr Berichterstattung dieser Art auch in Zukunft möglich macht.



(Foto: Marc Niemeyer)

Kolumne

In der Breite nicht so spitze: Holtmann-Ausfall schmerzt

Die VfL-Kolumne ist ein Format auf Tief im Westen – Das VfL-Magazin. Ab sofort wieder wöchentlich gibt es einen kurzen Kommentar, einen Denkanstoß oder eine Einordnung zu einem ausgewählten Thema – zum sportlichen Geschehen an der Castroper Straße oder zum Drumherum. Die Regel: Maximal 1.848 Buchstaben. Das Ziel: Diskussionen anzustoßen. Das Thema heute: Die Ausfälle im Heimspiel gegen Nürnberg.

Die Startelf ist meist vorhersehbar. Uwe Rösler nimmt nur wenige bis gar keine Änderungen vor. Vor dem Heimspiel gegen Nürnberg war er aber zu Anpassungen gezwungen. Mit Koji Miyoshi und Philipp Strompf waren zwei Stammkräfte gelbgesperrt. Zudem fiel Gerrit Holtmann aus, weil er das sogenannte Anschwitzen vor dem Spiel mit muskulären Problemen beendete. Ein weiterer Wermutstropfen: Bereits in der Anfangsphase musste Leandro Morgalla ausgewechselt werden.

Auch wenn Rösler die Kaderbreite oft hervorhebt: In den meisten Fällen waren die Ausfälle nicht zu kompensieren. Das liegt nicht zwingend an der individuellen Qualität, sondern auch an mangelnder Wettkampfpraxis oder an fehlenden Automatismen. Oder im Fall von Farid Alfa-Ruprecht an zu viel Leichtsinn. Als Holtmann-Ersatz war er zwar umtriebig, machte aber viele Fehler und war somit auch maßgeblich an der Entstehung des 0:1 beteiligt – ebenso wie Oliver Olsen. Beim Gegentreffer lief ihm Torschütze Zoma davon, für den der Däne laut Rösler zuständig war. Auch Francis Onyeka, der den Platz von Miyoshi einnahm, trat bis auf den verwandelten Handelfmeter kaum in Erscheinung. Es könnte helfen, ihn nicht ständig mit neuen Aufgaben zu betrauen. Unter Rösler musste er bereits vier verschiedene Positionen bekleiden, nun auf der rechten Offensivseite. Überzeugen konnte lediglich Moritz Kwarteng, der das Spiel nach seiner Einwechslung deutlich belebt hat, und mit Abstrichen auch Erhan Masovic.

Sicher ist: Umstellungen werden in den kommenden Wochen eher die Regel als die Ausnahme sein. Gegen Düsseldorf fehlt Maximilian Wittek, während Miyoshi und Strompf zurückkehren. Bei Morgalla und Holtmann gibt es noch keine Prognose. Speziell Holtmann ist aktuell kaum zu ersetzen. Das ist problematisch, denn: Nur Siege helfen dem VfL wirklich weiter. Drei Remis in Folge sind umgerechnet ein Sieg und zwei Niederlage. „Immer wieder Unentschieden zu holen, kann gefährlich sein“, warnt Philipp Hofmann. „Wir waren in der ersten Halbzeit gegen Nürnberg zu pomadig.“ Erst nach dem Seitenwechsel verdienten sich die Bochumer den Punkt. Im Gegensatz zu den vergangenen Wochen war die Gesamtleistung aber schlechter. Was maßgeblich an den Ausfällen lag.


Ihr wollt das VfL-Magazin einmalig oder dauerhaft unterstützen? Nutzt dafür gerne die unkomplizierte Zahlungsoption via PayPal. Danke, dass ihr Berichterstattung dieser Art auch in Zukunft möglich macht.



(Foto: Marc Niemeyer)

0:0 gegen Paderborn

Chancenwucher und Remis-Serie: „Glas ist halbvoll“

Es war wie verhext. Quasi mit dem Schlusspfiff parierte Paderborns Torwart Dennis Seimen die letzte von etlichen Bochumer Großchancen, als es sogar Verteidiger Maximilian Wittek noch einmal versuchte. 22 Torschüsse verzeichnete der VfL am Sonntagnachmittag gegen die Ostwestfalen. Trotzdem stand am Ende die Null auf beiden Seiten, weil der Schlussmann der Gäste immer wieder zur Stelle war – und weil den Hausherren allzu oft die Präzision im Abschluss fehlte, besonders in der Phase vor der Halbzeitpause. Es ist ein bekanntes Manko beim Team von Trainer Uwe Rösler, das auch schon vor einer Woche gegen Münster einen Sieg verhinderte. Rösler war mit dem Auftritt und dem Ergebnis gegen Paderborn trotzdem nicht unzufrieden: „Wir waren dynamisch und hatten unsere Chancen, haben sie nur nicht genutzt. Ansonsten haben wir vieles richtig gemacht. Für mich ist das Glas halbvoll.“ Der Fußballlehrer weiß schließlich, wo die Bochumer herkommen – und dass die Entwicklung generell positiv ist.

Zahlreiche Chancen für den Sieg

Sie knüpften im ersten von zwei Heimspielen in nur sechs Tagen an zuletzt gute Leistungen an, blieben ihrer Spielweise treu und überzeugten vor allem bei schnellen Umschaltaktionen. Rösler hatte überraschend den zuletzt guten Callum Marshall aus der Startelf genommen und dafür auf Mats Pannewig gesetzt. So wollte er mehr Lufthoheit erlangen und Cajetan Lenz im Rückwärtsgang als fünften Spieler in die Abwehrkette schieben. Der Plan ging auf: Nach einer ereignisarmen und taktisch geprägten Anfangsphase dominierten die Gastgeber die Partie, blieben aber ohne Fortune im Abschluss. Vor allem der agile und clevere Koji Miyoshi scheiterte mehrfach. „Vorne fehlte uns die Coolness. Eigentlich hätten wir dieses Spiel gewinnen müssen“, sagte Gerrit Holtmann nach der Partie und erntete keinen Widerspruch, auch nicht von den Gästen, die immerhin im erweiterten Kreis der Aufstiegsanwärter zählen. „Wir haben uns stabilisiert, ein gutes Spiel gemacht und wieder gegen eine Top-Mannschaft gepunktet“, ergänzte Holtmann.

Zwei Gesperrte gegen Nürnberg

Das Paradoxe: Der VfL hat seit Ende November kein Ligaspiel mehr verloren, kommt wegen der Vielzahl an Unentschieden tabellarisch aber nicht richtig vom Fleck. Rang neun ist trügerisch, denn nach wie vor sind es nur fünf Zähler Vorsprung auf Platz 16. Sechs der letzten sieben Bochumer Spiele endeten mit einer Punkteteilung. Vier dieser Partien absolvierte der VfL gegen ein Team aus dem oberen Tabellendrittel. Auch deshalb ist sich Rösler sicher: „Wenn wir so weiterspielen, dann werden wir den Klassenerhalt schaffen.“ Bereits am kommenden Freitag empfängt der VfL den 1. FC Nürnberg zu einem weiteren Heimspiel im Ruhrstadion. Gegen die nur einen Punkt besseren Franken muss Rösler allerdings auf zwei Stammspieler verzichten. Miyoshi und Philipp Strompf sind gelbgesperrt. Für Miyoshi könnte Marshall oder Moritz Kwarteng in die Anfangsformation rücken. Theoretisch sind auch Kjell Wätjen und Farid Alfa-Ruprecht Optionen, je nach Herangehensweise. Für Strompf wird wohl Erhan Masovic beginnen.

Bochum fehlt ein echter Knipser

Routinier Kevin Vogt trainiert zwar seit einiger Zeit wieder mit der Mannschaft, gehört bislang aber nicht zum Kader. Zumindest das dürfte sich am Freitag ändern. Und ansonsten? Personal, das den Bochumer Chancenwucher per Garantie beenden kann, gibt der Kader nicht her. Mittelstürmer Philipp Hofmann hat sich unter Rösler klar gesteigert und die Ansage erhalten, seine Position strikt einzuhalten, was Rösler anerkennt: „Er braucht den kürzesten Weg zum Tor. Ich bin seiner Entwicklung sehr zufrieden.“ Dennoch steht der 32-Jährige weiterhin bei nur fünf Saisontoren. Bester Bochumer Torschütze ist Francis Onyeka, dem gegen Paderborn die Möglichkeit genommen wurde, seinen achten Treffer im VfL-Dress zu erzielen. Die Leihgabe aus Leverkusen stand nach einer halben Stunde bereits am Elfmeterpunkt, doch der Strafstoß nach einem klaren Handspiel wurde wegen einer knappen Abseitsposition im Vorfeld zurückgenommen. Über einen weiteren Angreifer mit zuverlässigem Torinstinkt verfügt der VfL derzeit nicht.


Ihr wollt das VfL-Magazin einmalig oder dauerhaft unterstützen? Nutzt dafür gerne die unkomplizierte Zahlungsoption via PayPal. Danke, dass ihr Berichterstattung dieser Art auch in Zukunft möglich macht.



(Foto: Imago / RHR-Foto)