3:3 gegen Darmstadt

Stürmer stark, Abwehr am Limit: Obacht statt Träumerei

Der Plan von Trainer Uwe Rösler ging zügig auf. Nur acht Minuten war Debütant Callum Marshall nach seiner Einwechslung auf dem Feld, als er den verdienten Ausgleich zum 3:3 im Heimspiel gegen Darmstadt 98 erzielte. Damit sorgte der Winter-Neuzugang für einen zufriedenstellenden Jahresstart, wenngleich die Tabellensituation gefährlich bleibt. Der Abstand des VfL auf den Relegationsplatz ist geschrumpft und beträgt nur drei Punkte. Allen Anhängern, die zu Beginn der Rückrunde noch auf eine furiose Aufholjagd samt Bundesliga-Rückkehr gehofft haben, gab Rösler am Sonntag eine klare Botschaft mit auf den Heimweg: „Wir dürfen nicht träumen, sondern müssen so schnell wie möglich 40 Punkte für den Klassenerhalt holen.“ Nicht nur Rösler weiß: Der Weg wird steinig, Obacht ist angeraten.

Denn das Bochumer Auftaktprogramm hat es in sich. Kommenden Sonntag geht zum Zweitplatzierten nach Elversberg, danach kommt Tabellenführer Schalke an die Castroper Straße. „Das sind starke Gegner, aber die Leistung gegen Darmstadt stimmt mich optimistisch“, sagte Rösler nach einem wilden Ritt und einer äußerst unterhaltsamen Partie mit mehreren Führungswechseln, hohem Tempo und zahlreichen Torchancen. Der VfL war einem Sieg am Ende sogar näher. „Alle Daten sprechen für uns“, berichtete Rösler und verwies unter anderem auf die Torschussstatistik. Auch lobte er die eingewechselten Spieler, darunter Neuzugang Marshall und Felix Passlack. Die ebenfalls frisch verpflichteten Mikkel Rakneberg und Marcel Sobottka gehörten zwar zum Spieltagskader, blieben aber auf der Bank.

Hofmann überzeugt, Loosli schwächelt

Von dort aus sahen sie einen offenen Schlagabtausch mit vier Toren in der ersten und zwei Treffern in der zweiten Halbzeit. Rösler hatte seiner Mannschaft eine offensivere Gangart verordnet, sie stand höher, lief aggressiver an und hatte mehr Ballbesitz. Vor allem das 1:1 und das 2:1 waren auf die verfeinerte Herangehensweise zurückzuführen. In beiden Fällen zwangen die Bochumer die Gäste zu Fehlern, der Weg zum Tor war daraufhin frei. Insbesondere Philipp Hofmann trat als Torschütze und Wegbereiter positiv in Erscheinung. Aber auch Farid Alfa-Ruprecht, der erstmals auf der linken Seite begann, fiel positiv auf, zumindest in der Offensive. „Er hat uns mehr Tiefe gegeben, ähnlich wie Gerrit. Das brauchen wir. Farid war ein konstanter Unruheherd. Ich bin sehr zufrieden mit seiner Leistung“, betonte Rösler.

Defensiv allerdings hatte die Leverkusen-Leihgabe Probleme. So auch vor dem 0:1, als Alfa-Ruprecht in einem entscheidenden Zweikampf zurückzog, weil er bereits früh in der Partie mit Gelb verwarnt wurde. Generell waren die Bochumer gegen den Ball zu zaghaft und nicht gut sortiert. Oft benötigten die Darmstädter nur wenige Stationen, um zum Torerfolg zu kommen. Beim 2:3 genügte ein langer Ball, um die komplette Hintermannschaft auszuhebeln. „Da schlafen wir brutal. Darüber müssen wir sprechen“, kritisierte Rösler, der im Abwehrzentrum erneut Noah Loosli und Philipp Strompf sein Vertrauen schenkte. Das war nach ordentlichen Leistungen vor dem Jahreswechsel nur allzu logisch. Gegen Darmstadt aber war Loosli an zwei Gegentoren beteiligt. Ebenso wie Strompf spielt er längst am Limit.

Rösler kritisiert Buhrufe gegen Passlack

Ohne Timo Horn wären wohl auch in der Hinrunde schon mehr Gegentore gefallen. Das Dilemma ist: Mit Kevin Vogt und Erhan Masovic stehen zwar erfahrene Innenverteidiger bereit, wirklich stark waren sie in der Hinrunde aber nicht. Vogt gehörte nach längerer Verletzungspause gegen Darmstadt noch nicht zum Kader, macht allerdings Fortschritte. „Kevin ist sehr schlau und weiß, was ich verlange“, lobt Rösler. Auch Masovic wartet seit mittlerweile zweieinhalb Monaten auf den nächsten Einsatz. „Er ist nicht so weit weg von der Startelf“, meint Rösler, der aber noch nicht fest mit dem Serben planen kann. Der Defensivallrounder prüft Wechseloptionen. Gleiches gilt für Passlack, den Rösler nach dem Spiel aber vehement verteidigte. Der Fußballlehrer hatte bei der Einwechslung „Buhrufe“ vernommen, die er scharf verurteilte.


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bonamic – IT aus Bochum, die verbindet

Die Digitalisierung gehört längst zum privaten und beruflichen Alltag. Doch eine verlässliche IT bleibt für viele Unternehmen eine Herausforderung. In Bochum hat sich ein junges Unternehmen diesem Problem angenommen: die bonamic GmbH. Seit 2019 entwickelt das Team Lösungen für kleine wie große Kunden, darunter zahlreiche Partner aus der Sozialwirtschaft. Das bonamic-Team verfügt dabei dank der tiefen Verwurzelung am Unternehmensstandort über ein gutes Verständnis für die Bedürfnisse der Menschen vor Ort. Aus dieser Mischung ist ein IT-Partner entstanden, der im Ruhrgebiet zunehmend an Bedeutung gewinnt – nicht nur wegen seiner Expertise, sondern auch wegen seines Engagements für die Region.

Auffällig ist dabei der klare Fokus auf Menschlichkeit. Es geht den Expertinnen und Experten nicht nur um funktionierende Technik, sondern um verlässliche Partnerschaften, die den Alltag erleichtern. Statt einer unpersönlichen Hotline gibt es feste Ansprechpersonen, schnelle Reaktionszeiten und einen Service, der darauf ausgerichtet ist, dass einfach alles läuft: die IT, Business-Mobilfunk, Cloud-Telefonie und IoT-Lösungen, ganz gleich, ob im Büro, im Homeoffice oder unterwegs. bonamic schafft die technische Basis, damit Teams produktiv arbeiten können, ohne sich um Systeme und Störungen kümmern zu müssen. Die persönliche Begleitung, von der ersten Bedarfsanalyse bis zur langfristigen Betreuung, ist dabei ein zentraler Teil der Unternehmensphilosophie. „Im Ruhrgebiet zählt nicht, wie groß du bist, sondern wie du mit Menschen umgehst. Darum bauen wir auf feste Ansprechpartner, klare Worte und Lösungen, die wirklich helfen“, erklärt bonamic-Geschäftsführer und Gründer Tobias Dörk.

Diese Haltung zeigt sich nicht nur im Umgang mit Kunden, sondern auch im Engagement für die Region. Viele Partner stammen aus der Sozialwirtschaft; ein Bereich, in dem Verlässlichkeit und pragmatische Lösungen besonders gefragt sind. Hier zeigt sich, wie stark bonamic Technik und Haltung miteinander verbindet: modern, lösungsorientiert und auf Augenhöhe. bonamic unterstützt beispielsweise die Bochumer Ehrenamtsagentur BEA, fördert lokale Projekte und setzt mit dem Seniorencafé – einem Azubi-Projekt zum Austausch der Generationen – ein Zeichen für digitale Teilhabe. Hier helfen Auszubildende älteren Menschen im Umgang mit Tablet und Smartphone, beantworten Fragen und schaffen Räume für Begegnung.

Auch im Sport zeigt das Unternehmen Flagge. Als Sponsor und IT-Partner des VfL Bochum 1848 sowie als Partner der VfL-Frauen unterstreicht bonamic seine Verwurzelung in der Stadt. Die Zusammenarbeit ist mehr als ein klassisches Sponsoring: Sie spiegelt den Anspruch wider, Verantwortung zu übernehmen, Gleichberechtigung zu fördern und die Region dort zu unterstützen, wo Menschen zusammenkommen und Gemeinschaft entsteht. „Wir entwickeln moderne IT für eine Region, die sich ständig wandelt und wir begleiten die Menschen dabei. Für mich als Bochumer Junge ist genau das der Kern unserer Arbeit: Nähe, Ehrlichkeit und echte Partnerschaft“, bekräftigt Dörk.

bonamic versteht sich nicht als reiner Dienstleister, sondern als Partner für moderne IT und Konnektivität, der begleitet, unterstützt und vorausdenkt. Im Kern geht es bei bonamic um das, was im Ruhrgebiet seit jeher zählt: Zusammenhalt und Verlässlichkeit. Technik ist dabei das Werkzeug – aber die Menschen sind der Antrieb.

(Foto: bonamic)

Podcast

Zuversicht und Zweifel: VfL gerüstet für die Rückrunde?

Unsere neue, mittlerweile zehnte Podcast-Folge ist da! Claudio Gentile und ich sprechen vor dem Rückrundenstart am Wochenende über den Kaderumbau in diesem Winter mit drei Neuzugängen, den Abgang von Ibrahima Sissoko und das schwierige Auftaktprogramm. Viel Spaß beim Anschauen oder Zuhören!


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(Foto: Marc Niemeyer)

Kolumne

Sissoko-Verkauf: Warum der „Marktwert“ irreführend ist

Die VfL-Kolumne ist ein Format auf Tief im Westen – Das VfL-Magazin. Ab sofort wieder wöchentlich gibt es einen kurzen Kommentar, einen Gedankenanstoß oder eine Einordnung zu einem ausgewählten Thema – zum sportlichen Geschehen an der Castroper Straße oder zum Drumherum. Die Regel: Maximal 1.848 Buchstaben. Das Ziel: Diskussionen anzustoßen. Das Thema heute: Der Transfer von Ibrahima Sissoko.

Nun also doch: Ibrahima Sissoko verlässt den VfL und wechselt zum FC Nantes nach Frankreich. Für den Transfer fließen angeblich rund zwei Millionen Euro. Das sei zu wenig, meinen zahlreiche Fans in den sozialen Netzwerken und darüber hinaus. Haben sie recht? Schon in der vergangenen Woche habe ich mit einigen Branchenkennern gesprochen, die vergleichbare Deals dutzendfach abgeschlossen haben. Ihre Einschätzung zum Wert des Spielers war nicht eindeutig, die Tendenz aber klar: Eine wesentlich höhere Ablöse sei unrealistisch.

Das Kernproblem: transfermarkt.de weist für Sissoko einen „Marktwert“ von drei Millionen Euro aus. Diese Zahl ist irreführend. Denn: Dieser „Marktwert“ wird von der eigenen Community festgelegt. Sogar die Plattform-Betreiber selbst weisen darauf hin, dass diese Werte „nicht pauschal mit den tatsächlich gezahlten Ablösesummen gleichzusetzen sind.“ Der reale Marktwert entspricht der Summe, die ein Klub bereit ist, für einen Spieler zu zahlen. Eine ähnliche Diskussion gab es im Fall Bernardo. Nicht wenige Fans forderten eine Ablöse von zehn Millionen Euro, die damalige Vereinsführung verlangte gemäß der Transfermarkt-Einschätzung sechs bis acht Millionen. Diese Summe wollte aber niemand zahlen. Die Folge: Der Spieler ist beim VfL geblieben – und ein Jahr später ablösefrei gewechselt. Logisch: Das wäre auch bei Sissoko möglich gewesen, wenn man den sportlichen Wert höher eingestuft hätte als den Nutzen der Ablöse. Die Schwächung ist schließlich unübersehbar.

Aber: Der VfL braucht Transfererlöse, um den Kader insgesamt zu stärken. Deshalb ist es richtig, Sissoko, der einst ablösefrei kam, jetzt zu verkaufen, auch zu diesem Preis. Denn viele Fans blenden aus, dass der Spieler keineswegs begehrt war, aber unbedingt weg wollte. Bis auf den FC Nantes gab es keinen nennenswerten Interessenten, weder jetzt noch im vergangenen Sommer, als Sissoko gerade aus der Bundesliga kam und reichlich Spielpraxis hatte. Nach einer längeren Verletzungspause, mit einer Vertragslaufzeit von nur noch anderthalb Jahren und ohne Wiederverkaufswert ist die kolportierte Summe nicht besonders hoch, entspricht aber der Marktlage. Wer sich wesentlich mehr erhofft hat, hätte nicht drei oder vier Millionen, sondern 0 Euro kassiert.


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(Foto: Marc Niemeyer)

Zu- und Abgänge

VfL baut Kader um: Marshall-Plan und Streichliste

Der Kontakt ist offensichtlich nie ganz abgerissen. Trainer Uwe Rösler und Marcel Sobottka sind sich vor einigen Jahren bereits bei Fortuna Düsseldorf begegnet. Seit dieser Woche kommt es zum Wiedersehen. Sobottka ist mit dem VfL ins sehr kurzfristig anberaumte Trainingslager nach Belek in die Türkei gereist, um sich für einen Vertrag zu empfehlen. Der 31-Jährige ist seit einem halben Jahr vereinslos, nachdem sein Vertrag in Düsseldorf trotz zehnjähriger Vereinszugehörigkeit wegen zu langer Ausfallzeiten nicht verlängert wurde. Zwischenzeitlich hat er sich in der U23 von Schalke 04 fit gehalten, Auslandsangebote abgelehnt. Sobottka wohnt in Bottrop und hat bislang ausschließlich für Klubs in Nordrhein-Westfalen gespielt. Er gilt als heimatverbunden, als loyaler und kluger Kopf mit Führungsqualitäten.

Ob zu seinen 178 Zweitliga-Spielen noch welche im VfL-Trikot dazukommen werden, hängt auch vom Transfergeschehen ab. Eigentlich sind die Bochumer im defensiven Mittelfeld mit Ibrabima Sissoko, Cajetan Lenz, Mats Pannewig und dem noch bis Februar verletzten Matus Bero gut aufgestellt. Allerdings forciert Sissoko einen Abgang, es laufen bereits Verhandlungen. Für eine marktgerechte Ablöse, die entgegen der Erwartungen vieler Fans nicht wesentlich mehr als zwei Millionen Euro betragen dürfte, würden ihn die Bochumer ziehen lassen. Aktuell weilt der 28-Jährige beim Afrika-Cup, steht dort mit Mali im Viertelfinale. Sollte er den VfL bis zum Transferschluss am 2. Februar verlassen, wäre Sobottka – so er denn im Training überzeugt – ein positionsgetreuer und auch kostengünstiger Ersatz.

Norweger Rakneberg stärkt linke Seite

Generell hat sich – im Gegensatz zu den vergangenen Jahren – früh in dieser Transferperiode schon einiges getan. Pünktlich zum Trainingsauftakt am 2. Januar haben die Bochumer Mikkel Rakneberg als Neuzugang präsentiert. Der Norweger hat einen Vertrag bis 2029 samt Option für eine weitere Saison unterschrieben. Der Außenbahnspezialist soll den VfL in erster Linie als Linksverteidiger verstärken. Dort wird er mit dem bislang fast konkurrenzlosen Maximilian Wittek um einen Platz in der Startelf wetteifern. Romario Rösch hat diese Aufgabe bislang nicht zur Zufriedenheit der Verantwortlichen erfüllt und wird den VfL spätestens mit Vertragsende im kommenden Sommer verlassen. Eigengewächs Darnell Keumo ist zwar sehr talentiert, noch aber sieht ihn das Trainerteam nicht im Aufgebot der Profis.

Rakneberg, der zuletzt für den norwegischen Erstligisten Kristiansund BK gespielt hat, kam ablösefrei nach Bochum. Die Idee hatte der neue Kaderplaner Markus Brunnschneider. Daraufhin hat sich auch Rösler nach Rakneberg erkundigt und positive Referenzen erhalten. Der Fußballlehrer war fünf Jahre in Norwegen tätig, dort begann seine Trainerkarriere. Auch Brunnschneider hat die skandinavischen Länder, unter anderem wegen seiner früheren Tätigkeit als Chefscout von Holstein Kiel, schon länger gut im Blick. Die Vertragslaufzeit von mindestens dreieinhalb Jahren deutet darauf hin, dass die Verantwortlichen großes Potenzial in Rakneberg sehen und sich eines Tages einen gewinnbringenden Verkauf erhoffen. Er sei ziemlich schnell, sehr ausdauerstark und habe einen ausgeprägten Vorwärtsdrang, so Rösler.

Drei Stürmer dürfen den VfL verlassen

Kein Wunder, schließlich hat der 23-Jährige vor einigen Jahren noch als Stürmer gespielt, bevor er zum Verteidiger umfunktioniert wurde. Diese Position soll Rakneberg beim VfL allerdings nicht einnehmen. Die Bochumer planen mit ihm lediglich als Alternative fürs linke Mittelfeld. Dort war die Personaldecke in der Hinrunde verletzungsbedingt eher dünn. Sollten Gerrit Holtmann, Koji Miyoshi und Moritz Kwarteng die Vorbereitung auf die Rückrunde gut überstehen, ist auf den offensiven Außenbahnen mit keinem weiteren Transfer zu rechnen. Stattdessen haben die Verantwortlichen den Angriff mit dem nordirischen Nationalspieler Callum Marshall von West Ham United verstärkt. Dort war Philipp Hofmann zuletzt fast alternativlos, Francis Onyeka musste mehrfach in erster Reihe aushelfen.

Die übrigen unter Vertrag stehenden und erst im vergangenen Sommer verpflichteten Stürmer spielen in den Planungen keine große Rolle mehr; die Verantwortlichen wären froh, sie von der Gehaltsliste zu bekommen. Das gilt sowohl für Ibrahim Sissoko als auch für Michael Obafemi und Mathis Clairicia. Bei Sissoko und Clairicia wäre aufgrund der Vertragssituation auch ein Leihgeschäft möglich. Obafemi indes steht ohnehin nur bis zum Saisonende unter Vertrag. Der ehemalige irische Nationalspieler befindet sich weiterhin nicht in dem Fitnesszustand, der eigentlich gewünscht und notwendig ist. Zudem ist er immer wieder verletzt, auch momentan, und ist deshalb gar nicht mit nach Belek gereist. Angesichts der finanziellen Lage wären Abgänge wichtig, damit Neuverpflichtungen leichter finanziert werden können.

Neuzugang Marshall ist Nationalspieler

Zum Beispiel die Leihe von Marshall, der am Mittwoch einen Vertrag bis zum Saisonende unterschrieben hat und am Donnerstag zum ersten Mal mittrainiert hat. Der 21-Jährige ist der erste Nordire im Trikot des VfL und kann in der Offensive fast alle Positionen bekleiden. Er hat Erfahrung als Mittelstürmer, als hängende Spitze und auf der rechten Außenbahn. Marshall hat die Verantwortlichen mit ähnlichen Attributen überzeugt wie Rakneberg. Er ist sehr agil, lauffreudig sowie im positiven Sinne aggressiv und soll damit das von Rösler forcierte Pressing und Umschaltspiel verbessern. Marshall kam in dieser Saison zu zwei Premier-League-Einsätzen, in der vergangenen Spielzeit war er Stammkraft beim englischen Drittligisten Huddersfield Town. Über eine Kaufoption ist nichts bekannt.

Gleiches gilt für Colin Kleine-Bekel, der den umgekehrten Weg einschlägt. Der Innenverteidiger ist am Mittwoch für ein halbes Jahr auf Leihbasis in die Schweiz zum FC St. Gallen gewechselt. Der ebenfalls erst im Sommer verpflichtete Innenverteidiger kam in der Hinrunde nur auf einen Kurzeinsatz, gehörte unter Rösler kein einziges Mal zum Spieltagskader und lief zuletzt nur noch für die U21 in der Regionalliga auf. Bei den Eidgenossen soll er Spielpraxis auf hohem Niveau sammeln, um den VfL ab Sommer zu verstärken. Handlungsbedarf in der Abwehr entsteht durch diesen Wechsel nicht. Noah Loosli, Philipp Strompf, Kevin Vogt und Erhan Masovic kämpfen um die beiden Startelfplätze im Zentrum. Bei Masovic, der mit seiner Reservistenrolle zuletzt unzufrieden war, zeichnet sich zur Stunde kein Transfer ab.


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(Foto: VfL Bochum 1848)

Kolumne

Ruhrstadion im Jahr 2026: Umbau und neuer Name

Die VfL-Kolumne ist ein Format auf Tief im Westen – Das VfL-Magazin. Ab sofort wieder wöchentlich gibt es einen kurzen Kommentar, einen Gedankenanstoß oder eine Einordnung zu einem ausgewählten Thema – zum sportlichen Geschehen an der Castroper Straße oder zum Drumherum. Die Regel: Maximal 1.848 Buchstaben. Das Ziel: Diskussionen anzustoßen. Das Thema heute: Der Stadionname.

Neulich ist es wieder passiert. Mein Stuhl auf der Pressetribüne ist abgestürzt. Einer von vier Stuhlbeinen durchbrach die poröse Fuge zwischen den Betonteilen, blieb stecken und musste herausgezogen werden. Dieser Vorfall ist nichtig, steht aber sinnbildlich für den Zustand des Bochumer Ruhrstadions. Nur mit viel Mühe und anderthalb zugedrückten Augen, so formulierte es mal ein hochrangiger Vertreter der Stadt, könne der Spielbetrieb überhaupt fortgesetzt werden.

Eine Investitionssumme von 70 Millionen Euro hat die Stadt für die Stadionertüchtigung und für die Erweiterung des Nachwuchszentrums im aktuellen Haushaltsplan ausgewiesen. Ein beträchtlicher Teil „versickert“ in reine Mängelbehebung. Ein nennenswerter Gewinn sind lediglich die moderate Kapazitätserweiterung auf 28.000 Zuschauerplätze, der größere VIP-Bereich und die Plaza vor der Osttribüne. Weitere Details will der VfL im Frühjahr bekanntgeben, insbesondere zum Ablauf.

Bis dahin könnte es auch neue Entwicklungen beim Stadionnamen geben. Der Vertrag mit Vonovia, der 2016 erstmals aufgesetzt wurde, endet in diesem Sommer und wird sehr wahrscheinlich nicht verlängert. Die Vermarktungsabteilung des VfL und der neue Wirtschaftsrat prüfen längst Alternativen. Das wird kein leichtes Unterfangen, zumal die Bochumer ein hehres Ziel verfolgen: Sie wollen, dass das „Ruhrstadion“ in Kombination mit einem Firmennamen Bestandteil des Namens bleibt. Klar ist: Traditionalisten wie Verantwortliche werden gleichermaßen Kompromisse eingehen müssen. Denn ganz ohne Namensgeber aus der Wirtschaft wird es nicht gehen, sonst verliert der Klub seine Konkurrenzfähigkeit. Aktuell kassiert der VfL als Zweitligist fast eine Million Euro pro Jahr für den Stadionnamen.

Immerhin: Vonovia bliebe trotzdem noch der größte Geldgeber. Denn der Vertrag als Haupt- und Trikotsponsor endet erst 2028. Generell gilt: Den einzigen DAX-Konzern der Stadt bei der Stange zu halten, wäre in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten wichtiger denn je. Dafür sind auch die Fans mitverantwortlich. Diffamierende Plakataktionen wie jüngst gegen Vonovia-Vorstand Arnd Fittkau sind kontraproduktiv.


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(Foto: Marc Niemeyer)

Tief im Westen

VfL-Podcast: Rückblick 2025 – und was uns 2026 erwartet

Unsere neue, mittlerweile neunte Podcast-Folge ist da! Claudio Gentile und ich sprechen über Highlights und Enttäuschungen im Jahr 2025 und wagen einen Ausblick auf 2026. Viel Spaß beim Anschauen oder Zuhören!


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(Foto: Marc Niemeyer)