Jetzt anmelden! VfL-Quiz im Sonnendeck feiert Comeback

Liebe Leserinnen und Leser,

ich nutze die spielfreie Zeit für eine Ankündigung in eigener Sache: Das VfL-Quiz im Sonnendeck feiert am 18. November 2026 sein Comeback!

Zum ersten Mal seit mehr als sechs Jahren stelle ich wieder interessante, knifflige Fragen rund um den VfL Bochum in geselliger Atmosphäre. Das Prinzip bleibt unverändert: Teams mit bis zu fünf Personen treten gegeneinander an und kämpfen um einen attraktiven Gewinn. Auch ein Talkgast aus dem VfL-Kosmos wird vor Ort sein. Der Eintritt ist frei, der Mindestverzehr liegt bei 10 Euro.

Wir starten um 18.48 Uhr mit der Begrüßung. Veranstaltungsort ist die Gastronomie im Tennisclub im Schatten des Ruhrstadions. Bitte meldet euer Team per Mail (rentsch@vfl-magazin.de) an, um garantiert einen Platz zu erhalten. Die Kapazität ist begrenzt!

Ich freue mich auf einen spannenden, unterhaltsamen Abend!

Glück auf und bis zum 18. November!

Philipp Rentsch

Kolumne

Talente werden lieber verliehen: Wofür hat der VfL eine U21?

Die VfL-Kolumne ist ein festes Format auf Tief im Westen – Das VfL-Magazin. Regelmäßig gibt es einen kurzen Kommentar, einen Denkanstoß oder eine Einordnung zu einem ausgewählten Thema – zum sportlichen Geschehen an der Castroper Straße oder zum Drumherum. Die Regel: Maximal 1.848 Buchstaben. Das Ziel: Diskussionen anzustoßen. Das Thema heute: Der VfL-Nachwuchs.

Dass es aus der Nachwuchsabteilung des VfL zuletzt auffallend viele Abgangsmeldungen gab, sticht sofort ins Auge. Mit Torwarttrainer Michael Esser, U17-Coach Florian Jungwirth, Co-Trainer Simon Schuchert sowie Kaderplaner Max Kögel sind vier wichtige Mitarbeiter allesamt auf „eigenen Wunsch“ gegangen. Wer sich ihre Vita mit langer Zugehörigkeit zum VfL anschaut, hegt den Verdacht, dass diese Häufung kein Zufall mehr ist. Zumal: Die kritischen Stimmen zum atmosphärischen Zustand der Abteilung mehren sich.

Klar ist: Die Nachwuchsabteilung ist für den Klub von existenzieller Bedeutung und gutes Personal wettbewerbsentscheidend. Das knappe Geld muss sinnvoll eingesetzt werden. Gerade bei der U21 ist der Optimierungsbedarf unübersehbar. Der VfL investiert pro Saison einen siebenstelligen Betrag in sein Regionalliga-Team. Von diesem Geld ließen sich zwei gute Zweitligaspieler finanzieren. Der Anspruch muss es also sein, sie in der U21 selbst zu entwickeln.

Doch ist das realistisch, damit die Rechnung halbwegs aufgeht? Top-Talente wie Tom Meyer, Cajetan Lenz oder Armel Bella Kotchap haben die U21 gar nicht gebraucht. Andere Eigengewächse, die bei den Profis nicht sofort durchstarten, aber großes Potenzial besitzen, werden lieber verliehen statt im eigenen Unterbau zu spielen, siehe Darnell Keumo und Kacper Koscierski. Das ist sogar nachvollziehbar, weil die 3. Liga ein höheres Niveau als die Regionalliga bietet. Keumo zum Beispiel profitiert massiv davon, er gehört bei Waldhof Mannheim bereits nach wenigen Wochen zu den Leistungsträgern. Bei Koscierski aber ist die Vorgehensweise nicht plausibel. Eigentlich sollte er in dieser Saison das Verteidigen in einer Viererkette lernen. Stattdessen wurde er nach Aachen verliehen, wo die Alemannia auf eine Dreierkette setzt.

Der Widerspruch ist offensichtlich: Wenn die eigene U21 für den Feinschliff bei der Ausbildung nicht gut genug ist, dann stehen Kosten und Nutzen in keinem gesunden Verhältnis zueinander. Denn aktuell verbleiben in der U21 lediglich diejenigen, für die der Sprung zu den Profis deutlich unrealistischer ist.

(Foto: Marc Niemeyer)

Podcast

Zwischen Lob & Ladehemmung: Neuer Vertrag für Rösler?

Mit sieben Punkten nach sechs Spielen geht der VfL Bochum in die dreiwöchige Länderspielpause. Wie sind Ergebnisse und Leistungen zu bewerten? Warum stellt der VfL die harmloseste Offensive der Liga? Und macht eine vorzeitige Vertragsverlängerung mit Trainer Uwe Rösler Sinn? All das diskutieren wir in unserer neuen Podcast-Folge.

(Foto: Marc Niemeyer)

Baustellenblog

Ruhrstadion wird saniert: Das sind die ersten Baumaßnahmen

Bis Mitte 2029 soll das Bochumer Ruhrstadion saniert werden. Mehr als 90 Millionen Euro investiert die Stadt als Eigentümerin. In diesem Baustellenblog wird es mindestens einmal im Monat einen Überblick zum Baufortschritt geben.

16. September:

Rund um das Ruhrstadion sind die ersten Veränderungen bereits sichtbar. Hinter der Westtribüne entsteht das neue Technikgebäude, das bereits im Oktober 2026 fertig sein und als Schaltzentrale für das gesamte Stadion dienen soll. Von hier aus sollen alle Bereiche unter anderem mit Strom und Internet versorgt und gesteuert werden. Die alte Technik ist für die heutigen Bedürfnisse nicht mehr ausreichend und hat in der jüngeren Vergangenheit immer wieder zu erheblichen Störungen geführt.


Parallel erfolgen erste Arbeiten auf dem Trainingsgelände. Der an der Nord-Ost-Ecke gelegene Trainingsplatz verschwindet gerade. Hier entsteht ein Parkhaus, insbesondere für die VIP-Bereiche. Als Ersatz wurde bereits im vergangenen Jahr der Kunstrasenplatz nahe der Starlight-Halle in einen Naturrasenplatz umgewandelt.


In Kürze kreist der Abrissbagger auch an der Haupttribüne. Das Gebäude, in dem sich unter anderem die alten Spielerkabinen, der Presseraum und der frühere VIP-Treff Morrizz befanden, wird abgerissen und durch ein moderneres, größeres mit ähnlichen Funktionen ersetzt. Darin soll künftig unter anderem der Premium-VIP-Bereich für rund 600 Personen beheimatet sein.


Parallel dazu beginnt die Sanierung der Haupttribüne, die ab dem kommenden Heimspiel gegen Bielefeld bis voraussichtlich Anfang 2028 nur noch von VIP-Gästen und den Medien genutzt werden darf. Außerdem bleiben 25 von 60 Rollstuhlfahrer-Plätzen nutzbar. Rund 2.100 Dauerkarteninhaber müssen weichen. Sie erhalten ein Vorkaufsrecht auf verfügbare Tageskarten. Die Haupttribüne wird nicht abgerissen, sondern im Bestand saniert. Bislang liegt hierfür allerdings noch keine Baugenehmigung vor.

(Fotos: Philipp Rentsch)

Kolumne

VfL-Dauerkarte ist ein Privileg: No-Show-Rate muss sinken

Die VfL-Kolumne ist ein festes Format auf Tief im Westen – Das VfL-Magazin. Regelmäßig gibt es einen kurzen Kommentar, einen Denkanstoß oder eine Einordnung zu einem ausgewählten Thema – zum sportlichen Geschehen an der Castroper Straße oder zum Drumherum. Die Regel: Maximal 1.848 Buchstaben. Das Ziel: Diskussionen anzustoßen. Das Thema heute: Die No-Show-Rate.

Der Dauerkartenmarkt beim VfL Bochum ist seit einigen Jahren eingefroren. Wer eine hat, darf sich glücklich schätzen und gibt sie nicht mehr her. Wer keine hat, muss auf Einzeltickets hoffen. Denn neue Dauerkarten werden aktuell nicht mehr verkauft. Das wird mindestens während der Stadionsanierung auch so bleiben.

Zumindest in der 2. Liga ist das Problem überschaubar. Wer eines der ersten Heimspiele in dieser Saison im Stadion verfolgen wollte, kam mühelos an Einzelkarten. Für das Duell gegen Fürth sind auch einen Tag vorher noch zahlreiche Tickets verfügbar. Es ist das letzte Spiel bis Mitte 2029, bei dem alle Tribünen genutzt werden können. Danach müssen die Fans auf der Haupttribüne weichen, ab 2027 auch die Anhänger in den Blöcken C und D. Die 3.200 betroffenen Dauerkarteninhaber erhalten in dieser Phase ein Erstzugriffsrecht auf Einzeltickets. Das ist fair und eine gute Lösung. Aber: Rechnerisch steht nicht für jeden ein Alternativplatz zur Verfügung. Zudem wird es weiterhin Vereinsmitglieder mit einem Interesse an Einzelkarten geben.

Komplett lösen lässt sich das Problem freilich nicht. Aber der Verteilungskampf wäre weniger hart, wenn mehr Dauerkarteninhaber ihren Platz im Zweitmarkt freigeben oder anderweitig vergeben. Die No-Show-Rate ist erschreckend: In der vergangenen Saison blieben im Schnitt mehr als 2.000 Dauerkarten pro Spiel ungenutzt.

Andere Vereine haben bereits reagiert und eine verbindliche Besuchsquote eingeführt. Wer diese unterschreitet, verliert seinen Platz. Der VfL versucht es zunächst auf die sanfte Tour und belässt es bei Hinweisen. Er verlangt auch gar nicht, dass der Dauerkarteninhaber immer persönlich erscheint, sondern fordert lediglich die Freigabe des Platzes bei Nicht-Nutzung. Ich finde: Wer das Privileg, eine Dauerkarte zu besitzen, nicht zu schätzen weiß und anderen regelmäßig einen Stadionbesuch verbaut, indem der Platz häufiger ungenutzt bleibt, sollte irgendwann Konsequenzen spüren. Denn egal, ob private oder berufliche Gründe gegen einen Stadionbesuch sprechen: Die (digitale) Weitergabe der Karte sollte im Normalfall immer möglich sein. Alles andere ist vor allem während der Bauphase egoistisch und unanständig.

(Foto: Marc Niemeyer)

Podcast

Gelungene VfL-Woche: Miyoshi-Gala und die letzten Transfers

Zu Hause läuft es noch nicht, in der Fremde dafür umso mehr: Auch in Dresden ging der VfL Bochum als Sieger vom Platz. In unserer neuen Podcast-Folge sprechen wir über das Spiel gegen Dynamo, die neue Rolle von Matchwinner Koji Miyoshi sowie über die drei Last-Minute-Transfers Jarne Steuckers, Sean Klaiber und Charlie Patino.

(Foto: Marc Niemeyer)

Transfers

Plan, Panik und Preispoker: Drei Neue im Endspurt

Die Relegationsteilnahme 2024 hatte abschreckende Wirkung. Schon damals stand Jarne Steuckers ganz weit oben auf dem Wunschzettel des VfL Bochum. Ex-Sportdirektor Marc Lettau wollte den Belgier unbedingt an die Castroper Straße lotsen. Doch Steuckers wollte nicht auf den Saisonausgang warten und entschied sich für den KRC Genk. In diesem Sommer unternahm der VfL einen zweiten Anlauf – und hatte Erfolg. Am Dienstagabend, kurz vor Ende der Transferperiode, setzte Steuckers seine Unterschrift unter einen Leihvertrag. Der 24-Jährige soll den Kader auf den offensiven Außenbahnen verstärken. Weil er kein klassischer Flügelflitzer wie Gerrit Holtmann ist, könnte der Belgier auch zentral hinter der Sturmspitze agieren. So oder so: VfL-Direktor Simon Zoller legt die Messlatte hoch und sieht in Steuckers einen „Unterschiedsspieler“, der „sehr guten Speed, ein ausgeprägtes Spielverständnis und eine hohe Qualität mit Ball mitbringt. Besonders in engen Räumen und im letzten Drittel kann er Situationen erkennen und Lösungen finden.“

Zuletzt wenig Konkurrenzkampf

Damit geht auch der letzte Transferwunsch von Trainer Uwe Rösler in Erfüllung. Bereits vor dem Saisonstart hatte er mit Nachdruck und auch öffentlich je einen „Qualitätsspieler“ für den Flügel sowie die Mittelfeldzentrale gefordert. Für die Achter-Rolle präsentierte der VfL am Montag Charlie Patino, der ebenfalls für ein Jahr ausgeliehen ist. Der Engländer, der beim FC Arsenal ausgebildet wurde, spielte beim Erstliga-Aufsteiger Deportivo A Coruna keine Rolle mehr und soll den Bochumern dabei helfen, mehr Torgefahr zu entwickeln. In den ersten drei Ligaspielen gelang nur ein einziger Treffer. Diese Tatsache hat die Notwendigkeit weiterer Transfers unterstrichen. Die Startelfbesetzung im Mittelfeld und Angriff war zuletzt im Grunde klar, es fehlten Alternativen, auch für Einwechslungen. Das dürfte sich jetzt ändern, der Konkurrenzkampf endlich Fahrt aufnehmen.

Patino wird voraussichtlich mit Mats Pannewig um einen Platz im Team wetteifern. Steuckers wiederum wird sich mit Christian Rasmussen, Gerrit Holtmann und Koji Miyoshi duellieren. Wobei Letztgenannter nun ins Zentrum gezogen werden könnte, also dorthin, wo Berkan Taz bislang eher enttäuscht hat. Das wiederum ist ein generelles Problem: Nicht alle Neuzugänge zünden wie erhofft. Daniel Hanslik etwa blieb gegen Osnabrück aus Leistungsgründen 90 Minuten auf der Bank, obwohl der VfL einen weiteren Stürmer dringend gebraucht hätte. Die Transfers von Patino und Steuckers sind somit wegweisend. Von ihrer Entwicklung ist abhängig, wie das Transferfenster in einigen Monaten bewertet wird. Dass die beiden Last-Minute-Zugänge Potenzial haben, zeigt ihre Vita. Ohne einen Karriereknick wären sie allerdings nicht in Bochum gelandet. Patino, der in England alle Juniorennationalmannschaften erfolgreich durchlief, hat sich auf Profiebene bislang noch nicht nachhaltig durchsetzen können.

VfL sichert sich Kaufoptionen

Beobachter nennen fehlende Körperlichkeit und eine gelegentliche Lethargie als Hauptgründe dafür, attestieren ihm aber auch besondere Fähigkeiten am Ball. Bei Steuckers ist der Fall etwas anders gelagert. Nach einer starken Premierensaison in Genk, in der er ligaweit Top-Werte bei der Vorbereitung von Chancen und bei erfolgreichen Dribblings erzielte, erhielt er mit dem heutigen BVB-Spieler Konstantinos Karetsas übermächtige Konkurrenz. Erneut durchsetzen konnte sich Steuckers nach dessen Abgang allerdings nicht mehr, was dem VfL erst die Chance auf einen Transfer eröffnete. Dass der VfL große Hoffnungen in ihn setzt, belegt die Vertragsgestaltung. Die Verantwortlichen haben sich, ebenso wie bei Patino, eine Kaufoption gesichert. Diese dient in erster Linie dazu, bei einer positiven Entwicklung finanziell zu profitieren, sprich: Den oder die Spieler gewinnbringend weiterzuverkaufen.

Was ebenfalls auffällt: Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren agierte der VfL im Endspurt der Transferphase strukturierter. Zur Erinnerung: Vor einem Jahr wechselte Michael Obafemi nach Bochum, der nicht nur teuer, sondern auch sportlich keine Hilfe war. Zumindest bei Steuckers und Patino ist überliefert, dass sie schon länger auf der Beobachtungsliste standen. Bei Sean Klaiber ist der Fall etwas anders gelagert, dieser Transfer kam kurzfristig zustande. Der dritte Last-Minute-Neuzugang wechselte am Montag von Bröndby IF zum VfL. Es ist bereits die vierte Verpflichtung mit Dänemark-Bezug in diesem Kalenderjahr. Sie kam zustande, weil Jean Manuel Mbom voraussichtlich drei Monate fehlen wird und der zuletzt schwache Oliver Olsen damit die einzige Option für die Rechtsverteidiger-Position war. Klaiber bringt reichlich Erfahrung mit und hat seine Stärken vor allem in der Defensive. Sein Manko: Ihm fehlt Spielpraxis. Das letzte Pflichtspiel liegt mehr als ein halbes Jahr zurück. Wie lange sein Vertrag läuft, hat der VfL nicht kommuniziert.

Zwei Abgänge machen Budget frei

Dass am Ende überhaupt noch drei Neuverpflichtungen gelungen sind, war vor wenigen Tagen nicht absehbar und eigentlich unrealistisch. Das Umfeld wurde bereits panisch, und auch intern wurde diskutiert, welche Position bei begrenzten Mitteln Priorität genießen würde. Dann aber kamen mehrere Faktoren zusammen: Die Abgänge von Ibrahim Sissoko und Mikkel Rakneberg, der samt Kaufoption zu Odense BK verliehen wurde, entlasteten den Etat spürbar. Zudem fielen die Preise für potenzielle Zugänge. Das Pokern auf bezahlbare Lösungen und eine gute Verhandlungsstrategie zahlten sich schlussendlich aus – und verschiebt die Last vom Management zum Trainer. Rösler ist nun damit beauftragt, die Neuen bestmöglich einzubauen und mit ihnen die zuletzt sichtbaren Probleme zu beheben. Einen grundsätzlichen Stilwechsel wird es vorerst nicht geben. Die Transfers von Patino und Steuckers unterstreichen, dass der VfL nach wie vor auf einen ballbesitzorientierten Fußball setzen will. Im Idealfall hat er jetzt auch die passenden Spieler dafür.

(Foto: VfL Bochum 1848)