Große Kaderanalyse: Hier braucht der VfL Verstärkung
28. Mai 2026 von
Philipp Rentsch
Sommerpause ist Transferzeit. Deshalb schauen wir in unserer neuen Podcast-Folge auf den Bochumer Kader. Wo gibt es Handlungsbedarf und welche Spielertypen braucht es, um in der kommenden Saison wieder erfolgreicher zu sein?Wir ordnen Gerüchte ein und sprechen über jede Position.
Zwei Hinweise in eigener Sache: Die Aufnahme erfolgte bereits am Mittwochabend, also vor der Verpflichtung von Daniel Hanslik. Der Spieler ist in dieser Folge trotzdem schon Thema. Überdies handelt es sich um die letzte Aufnahme vor unserer Sommerpause. In gut dreieinhalb Wochen, pünktlich zum Trainingsauftakt (24/25.6.), melden wir uns mit einer neuen Folge wieder.
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(Foto: Marc Niemeyer)
Kolumne
Etat? Fast egal! VfL kann von Elversberg und Paderborn lernen
24. Mai 2026 von
Philipp Rentsch
Die VfL-Kolumne ist ein festes Format auf Tief im Westen – Das VfL-Magazin. Regelmäßig gibt es einen kurzen Kommentar, einen Denkanstoß oder eine Einordnung zu einem ausgewählten Thema – zum sportlichen Geschehen an der Castroper Straße oder zum Drumherum. Die Regel: Maximal 1.848 Buchstaben. Das Ziel: Diskussionen anzustoßen. Das Thema heute: Die Kaderplanung.
Zum Saisonende ist es ratsam, noch einmal auf die eigenen Prognosen zu schauen. Was davon ist eingetreten, und was nicht? Rückblickend war es richtig, schon im Sommer die Bochumer Transferpolitik deutlich zu kritisieren. Falsch war es hingegen, in diesem Zuge Fortuna Düsseldorf für ihre Neueinkäufe zu loben. Im Einzelfall war das gar nicht ganz verkehrt. Im Großen und Ganzen aber ist in der Landeshauptstadt offensichtlich noch viel mehr schiefgelaufen als in Bochum. Ganz besonders bei der Trainerfrage: Während Uwe Rösler die Wende eingeleitet, den VfL gerettet und auf Platz neun geführt hat, hat die Fortuna mit Markus Anfang und Alexander Ende zwei unpassende Trainer verpflichtet. Das war, gestattet mir den Wortwitz, der Anfang vom Ende. Zum Glück ist es beim VfL anders gelaufen!
Das Beispiel Düsseldorf zeigt aber noch viel mehr. Erstens: Auch die vermeintlich Großen sind in dieser Liga nicht sicher. Und zweitens: Die Etathöhe ist gar nicht so entscheidend. Sonst wäre nicht nur Düsseldorf viel weiter oben in der Tabelle platziert, sondern auch der VfL oder die Berliner Hertha. Umgekehrt wären Paderborn und Elversberg höchstens im Mittelfeld gelandet. Was aber machen die genannten Teams – wohlgemerkt seit Jahren – besser? Beide Klubs haben ein gutes Auge für talentierte Spieler und Trainer aus unteren Ligen und den Nachwuchsmannschaften der Bundesligisten. Zudem bestätigen Kenner beider Klubs, dass der Teamgeist an beiden Standorten ein besonderer sei. Die Spieler haben eine ähnliche Vita, kaum Allüren, ticken ähnlich und müssen nicht ständig motiviert werden. Führungsspieler, die schon länger für den Klub spielen, bilden die Basis.
Daraus leitet sich unweigerlich der Auftrag für die Verantwortlichen des VfL Bochum in diesem Sommer ab. Sie müssen nicht nur auf die individuelle Qualität der Spieler achten, sondern auch auf ihre charakterliche Eignung. Scouting ist das A und O! Die Ausgangslage ist nach zwei verkorksten Sommertransferperioden Fluch und Segen zugleich: Viel schlechter kann es nicht laufen. Ein bisschen besser zu werden, reicht aber auch nicht, weil Fehler der Vergangenheit immer noch nachwirken.
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(Foto: Marc Niemeyer)
Personal
Taz, Loosli, Gamboa: Wer kommt, wer bleibt, wer geht?!
19. Mai 2026 von
Philipp Rentsch
Von den neun parallel ausgetragenen Zweitliga-Spielen am Sonntagnachmittag war das Duell zwischen dem Karlsruher SC und dem VfL Bochum das einzige, das für Bluthochdruck-Patienten geeignet war. Denn beim Aufeinandertreffen der beiden Tabellennachbarn ging es weder um den Auf- noch um den Abstieg. Entsprechend befreit traten beide Mannschaften auf – und der VfL ging als Sieger aus dem Duell hervor. Trainer Uwe Rösler und seiner Mannschaft ist damit ein versöhnliches Saisonende auf einem einstelligen Tabellenplatz gelungen. Den ursprüngliche Ambitionen als Bundesliga-Absteiger wird das zwar nicht gerecht, nach dem Fehlstart mit sieben Niederlagen nach acht Spielen ist das Ergebnis jedoch beachtlich. „Hätte mir am 6. Oktober bei meinem Antritt jemand gesagt, dass wir 44 Punkte holen und Tabellenneunter werden, hätte ich ihn für verrückt erklärt“, sagte Rösler nach dem 2:1-Auswärtssieg beim KSC. In der sogenannten Rösler-Tabelle wäre der VfL, hochgerechnet auf die Saison, sogar auf Rang fünf gelandet.
Mehr Spielkulturund Ballbesitzmit Taz
Ein Platz im oberen Tabellendrittel müsste auch in der kommenden Saison das Ziel sein. Ob dieses realistisch ist, hängt von der Neugestaltung der Mannschaft ab. Mindestens zwölf Abgänge verzeichnet der VfL schon jetzt, darunter einige Stammkräfte. Aus der Startelf, die in Karlsruhe begonnen hat, wurden sieben Profis verabschiedet. Wobei in mindestens einem Fall noch nicht das letzte Wort gesprochen ist. Denn Rösler macht sich für einen Verbleib von Noah Loosli stark: „Er verkörpert unsere Kultur und hat sportlich eine Konstanz entwickelt. Ich möchte ihn nicht verlieren.“ Dem Spieler liegt ein Vertragsangebot vor, eine Entscheidung steht noch aus. Dabei dürfte es neben finanziellen Aspekten auch um die sportliche Perspektive gehen. Loosli war zwar Stammkraft in der abgelaufenen Saison, mit seinen Darbietungen aber keineswegs unanfechtbar. Defizite hinsichtlich Tempo und Technik sind unübersehbar. Will sich der VfL weiterentwickeln, muss er sich verstärken. Loosli oder Nebenmann Philipp Strompf droht dann ein Platz auf der Bank.
Indizien dafür, dass die Abwehrzentrale mit schnelleren, spielstärkeren Kräften besetzt werden muss, weil sich die taktische Ausrichtung ändert, liefert der Verein selbst, zum Beispiel mit der Verpflichtung von Berkan Taz. Der 27-Jährige wechselt vom SC Verl ablösefrei an die Castroper Straße, sein Vertrag ist bis 2028 datiert. Beim Drittligisten glänzte Taz zuletzt mit 38 Torbeteiligungen in 38 Spielen. Mit ihm hat der VfL einen typischen Spielgestalter verpflichtet, der den entscheidenden Pass spielen kann und selbst den Abschluss sucht. „Er verfügt über Klasse in engen Räumen und ist auch ein Standardspezialist. Berkan bringt das mit, was wir gesucht haben“, betont Rösler. Zur bisherigen Spielweise würde Taz eher nicht passen. Während der VfL in zurückliegenden Saison durchschnittlich nur 45 Prozent Ballbesitz verzeichnete und damit ligaweit auf dem letzten Platz landete, war Taz in Verl 67 Prozent Ballbesitz pro Partie gewohnt. Umstellen muss sich der Neuzugang allerdings so oder so. Bislang war die 3. Liga das sportliche Zuhause von Taz. VfL-Direktor Simon Zoller traut ihm den Klassensprung jedoch „ohne Umschweife“ zu.
Neuzugänge für alle Mannschaftsteile
Komplette Fehleinschätzungen können sich die Kaderplaner nicht erlauben. Während Zoller die Neuzugänge der Öffentlichkeit präsentieren darf, ist im Hintergrund vor allem Markus Brunnschneider für die Vorauswahl und Umsetzung der Transfers zuständig. Neben eigenen Netzwerken setzt er verstärkt auf datenbasiertes Scouting. Hierfür hat der VfL in diesem Jahr einen Spezialisten eingestellt. Währenddessen befindet sich Ex-VfL-Profi Cristian Gamboa vor dem Absprung aus der Abteilung. Nach seinem Karriereende im vergangenen Sommer hat Gamboa zuletzt im Scouting gearbeitet. Seine Zukunft sieht der Publikumsliebling darin aber nicht. Ob er dem Klub in anderer Funktion erhalten bleibt oder komplett verlässt, ist noch nicht bekannt. Klar ist nur: Der Prototyp Gamboa ist gefragter denn je. Leidenschaft, Teamgeist und Siegermentalität sollen die Neuzugänge mitbringen. Rösler soll intern moniert haben, dass zu viele Spieler aus dem bisherigen Kader immer wieder auf Energieschübe von außen angewiesen waren.
Gesucht wird beim VfL derzeit für alle Mannschaftsteile. Für die Abwehrzentrale sollen zwei neue Spieler kommen; ein erfahrener Abwehrboss und ein junges Talent, das Eingewöhnungszeit bekommt, aber möglichst zügig spielen soll. Auch in der Reihe davor ist die Wunschliste etwas länger. Vom griechischen Erstligisten APO Levadiakos wechselt Enis Cokaj an die Castroper Straße; zwei weitere zentrale Mittelfeldspieler sollen ihm folgen. Für die offensiven Außenbahnen und fürs Sturmzentrum benötigt der VfL ebenfalls neues Personal. Dass er dafür bei Absteiger Fortuna Düsseldorf wildern wird, wie einige Fans hoffen, ist zwar denkbar, aber schwierig zugleich. Die wenigen Top-Spieler wie Torjäger Cedric Itten haben lukrativere Optionen, wiederum andere haben Drittliga-Verträge. Dass dies nicht per se ein Hindernis ist, zeigt ein Blick in die Gerüchteküche. Dort tauchen auffallend viele Spielernamen von verschiedenen Drittligisten auf. Mit einigen beschäftigt sich der VfL tatsächlich, mit anderen weniger bis gar nicht. Das gilt für Transfergerüchte generell. Nichts dran ist zum Beispiel an der Meldung, dass Umut Tohumcu von der TSG Hoffenheim nach Bochum wechseln könnte. Das Gerücht hat sich ein Nutzer der Plattform Transfermarkt schlicht ausgedacht. Unseriöse Fanseiten verbreiten die Information speziell auf Instagram trotzdem weiter.
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(Foto: Marc Niemeyer)
Podcast
Saisonfazit und Neuzugänge: Wo der VfL besser werden muss
17. Mai 2026 von
Philipp Rentsch
Mit einem 2:1-Auswärtssieg beim Karlsruher SC verabschiedet sich der VfL Bochum in die Sommerpause. In unserer neuen Podcast-Folge blicken wir auf den letzten Spieltag, sprechen über positive wie negative Erkenntnisse aus dieser Saison und schauen voraus: Was braucht es für eine bessere Platzierung in der Spielzeit 2026/27? Viel Spaß beim Anschauen oder Zuhören!
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(Foto: Marc Niemeyer)
1:1 gegen Hannover
Bochumer Abschiedsspiel: Bei elf Abgängen bleibt es nicht
10. Mai 2026 von
Philipp Rentsch
Die Rückennummern auf der Auswechseltafel waren die von Leandro Morgalla und Kjell Wätjen. Doch zuerst lief Matus Bero an den Spielfeldrand. Der Kapitän des VfL Bochum nahm die Binde von seinem Arm und übergab sie an Kevin Vogt – ein Zeichen der Wertschätzung bei dessen letztem Spiel an der Castroper Straße und vermutlich auch generell. Vogt wird seine Karriere nach der Saison beenden. Trainer Uwe Rösler schenkte ihm in der Schlussphase gegen Hannover einen letzten Auftritt und damit sein exakt 500. Spiel in der 1. oder 2. Liga. „Als kleiner Junge habe ich hier die Bälle reingeworfen, nun konnte ich wiederkommen und hier meine Karriere beenden. Das ist für mich der perfekte Abschluss“, sagte Vogt später in den Katakomben. Zwei Tage zuvor hatten er und der Verein das Karriereende verkündet.
Elf Spieler schon verabschiedet
Eigentlich wäre der 34-Jährige noch bis 2027 beim VfL geblieben, doch sein Körper machte nicht mehr mit. Beide Parteien fanden deshalb einen Kompromiss, der Vogt einen sanften Übergang in den neuen Lebensabschnitt und dem Verein zugleich die Möglichkeit einer Neubesetzung ermöglicht. Damit ist auch klar: Die Veränderungen im Kader fallen noch größer aus als ohnehin schon. Vor dem Spiel gegen Hannover haben die Verantwortlichen insgesamt elf Spieler verabschiedet. In mindestens acht Fällen herrscht bereits Gewissheit, dass es keine gemeinsame Zukunft mehr geben wird. Neben Vogt verlassen auch Bero, Morgalla, Wätjen, Erhan Masovic, Francis Onyeka, Marcel Sobottka sowie Romario Rösch den Klub nach dem letzten Saisonspiel beim Karlsruher SC am kommenden Sonntag.
Auch bei Noah Loosli, Farid Alfa-Ruprecht und Callum Marshall stehen die Zeichen klar auf Abschied. Wobei Loosli und Alfa-Ruprecht gegen Hannover die besten Bochumer Feldspieler waren. Loosli verteidigte stets aufmerksam und bereitete mit einer Seitenverlagerung den Ausgleichstreffer zum 1:1 vor, das Alfa-Ruprecht sehenswert erzielte. Doch Trainer und Management wollen im Abwehrzentrum künftig schnellere und spielstärkere Verteidiger einsetzen – was gegen einen Verbleib von Loosli spricht. Auch bei Alfa-Ruprecht und Marshall stehen die neuen Prinzipien einer weiteren Zusammenarbeit eher im Weg. Das Ziel ist es, deutlich weniger Leihspieler im eigenen Kader zu haben. Das Duo zu kaufen, ist für den VfL nicht darstellbar. Eine erneute Leihe ist zwar denkbar, aktuell aber nicht in Sicht.
Fünf weitere Abgangskandidaten
Die Liste der Abgänge wird ohnehin noch größer als kleiner werden. Cajetan Lenz wechselt bekanntlich zur TSG Hoffenheim. Der Transfer ist nur noch nicht offiziell kommuniziert, weshalb Lenz am Samstag auch noch nicht verabschiedet wurde. Während mit ihm ein weiterer Stammspieler geht, stehen ansonsten noch einige Reservisten auf der Streichliste. Mit Ibrahim Sissoko planen die Verantwortlichen schon länger nicht mehr, und auch den aktuell verliehenen Profis fehlt die Perspektive an der Castroper Straße. Das gilt insbesondere für Samuel Bamba, Lirim Jashari und Mathis Clairicia, aber auch für Colin Kleine-Bekel, der beim FC St. Gallen bleiben könnte. Sollte es so kommen, wäre Philipp Strompf der einzige von den elf Sommerneuzugängen 2025, der länger als eine Saison beim VfL bliebe.
Das wiederum verdeutlicht einmal mehr, dass die fast beendete und insgesamt enttäuschende Saison schon während der ersten Transferperiode verloren wurde. Der Auftrag an die neuen Kaderplaner ist somit klar. Sie müssen zahlreiche Positionen neu und zugleich besser besetzen, in der Innenverteidigung und im zentralen Mittelfeld ganz besonders. Für das Gespann vor der Abwehr, das bei Rösler in der Regel aus einem Sechser und einem Achter besteht, gibt es im derzeitigen Kader sechs mögliche Kandidaten. Fünf von ihnen werden den Klub verlassen – und der sechste droht länger auszufallen. Mats Pannewig musste gegen Hannover mit einer Knieverletzung früh ausgewechselt werden. Eine genaue Diagnose soll es am Montag geben. Eigentlich ist Pannewig als Stammkraft für die neue Saison fest eingeplant.
Cokaj wird der erste Neuzugang
Immerhin: Einen neuen Spieler fürs Mittelfeld hat der VfL bereits gefunden. Enis Cokaj vom griechischen Erstligisten APO Levadiakos wird an die Castroper Straße wechseln. Der 27-jährige Albaner ist ein klassischer Sechser, der in Griechenland mit einem guten Passspiel und seinen Zweikampfwerten überzeugt hat, sich hinsichtlich Intensität und Spieltempo aber umstellen muss. Dass er die benötigte Verstärkung auf dieser Schlüsselposition ist, lässt seine Vita zwar noch nicht vermuten, klar ist aber auch: Kein Transfer wird in der Bochumer Preisklasse ohne Risiko bleiben. Zugleich besteht die Hoffnung, dass eigene Talente einen ähnlichen Weg einschlagen wie Lenz. Im zentralen Mittelfeld gibt es mit Tom Meyer, Moritz Göttlicher und insbesondere Lasse Isbruch gleich drei Kandidaten dafür.
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(Foto: Imago / Team 2)
Podcast
Kosten, Dauerkarten und mehr: Details zur Stadionsanierung
4. Mai 2026 von
Philipp Rentsch
Unsere neue Podcast-Folge ist online! In dieser Ausgabe sprechen wir über die anstehende Stadionsanierung. Womit müssen Dauerkarteninhaber und Mitglieder rechnen und wie könnte eine faire Ticketvergabe in den kommenden drei Jahre aussehen? Was bedeutet die Baumaßnahme aus wirtschaftlicher Sicht, sowohl für den Verein als auch für die Stadt? Außerdem werfen wir einen Blick auf die Neuvergabe des Stadionnamens. Ist es ein Vor- oder Nachteil, das Sponsoring für eine Baustelle zu übernehmen? Zum Abschluss geht es außerdem um die Zukunftsperspektiven und um eine Grundsatzfrage, die viele Fans umtreibt: Wäre ein Neu- oder Ausbau nicht die bessere Lösung, oder ist das gar nicht umsetzbar? Viel Spaß beim Anschauen und Zuhören!
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Nur wenige Augenblicke war Moritz Kwarteng nach seiner späten Einwechslung auf dem Platz, als er mit einem Salto vor dem Bochumer Block für das Bild das Tages sorgte. Mit seinem ersten Ballkontakt hatte der Offensivallrounder gerade das Tor zum 1:1 erzielt und sicherte seinem VfL damit einen glücklichen Auswärtspunkt in Bielefeld. Mehr noch: Der Klassenerhalt ist mit Erreichen der 40-Punkte-Marke praktisch sicher. Ein Grund zum Feiern ist das aber nicht, schließlich ist der Revierklub mit ganz anderen Ambitionen in die Saison gestartet. Wieso es für den VfL nicht zu mehr gereicht hat, war auch in Bielefeld zu erkennen. Vor allem in der ersten Halbzeit zeigten die Gäste eine erschreckend schwache Leistung, gingen mit einem hochverdienten 0:1-Rückstand und ohne echte Torchance in die Pause.
„Die ersten 45 Minuten waren in allen Bereichen inakzeptabel“, leitete Trainer Uwe Rösler sein Spielfazit ein und wehrte Nachfragen zu den Ursachen weitestgehend ab: „Da müsst ihr die Spieler fragen.“ Die wiederum lieferten zwar keine Erklärungen, wollten und konnten ihrem Trainer aber nicht widersprechen. „Das einzig Positive war, dass wir nur einen Gegentreffer kassiert haben. Wir haben es nicht geschafft, uns zu befreien, wir haben uns nicht gewehrt. Das war leblos“, kritisierte Torwart Timo Horn, der nach einer gemeinsamen Halbzeitansprache von Kapitän Matus Bero und Rösler eine „Reaktion“ sah. Doch warum nicht gleich so, vor allem nach den Ankündigungen vor der Partie? Spieler wie Trainer haben mehrfach die Bedeutung des Spiels hervorgehoben und indirekt einen couragierten Auftritt versprochen.
Nur zwei Auswärtssiege
Speziell auswärts offenbart der VfL seit Monaten immer wieder große Anlaufschwierigkeiten. Die Leistungen in der ersten Halbzeit waren in diesem Kalenderjahr fast immer schlechter als in der zweiten. Erfolgserlebnisse waren somit kaum möglich. Zwei Siege nach 16 Begegnungen in der Fremde sind ein Negativwert in der Zweitliga-Geschichte des VfL, der einzig beim Auswärtsspiel in Karlsruhe noch verhindert werden kann. Den Verantwortlichen bleibt dieses Problem freilich nicht verborgen. Längst gibt es im Hintergrund konkrete Überlegungen, wie der Kaderumbau gestaltet werden muss, damit die kommende Saison erfolgreicher verläuft. „Wir müssen einen großen Schritt gehen, damit wir nächstes Jahr nicht wieder in diese Situation kommen“, betonte Rösler nach dem Spiel bei Arminia Bielefeld.
Trotz sinkender TV-Erlöse und Mindereinnahmen durch die Stadionsanierung plant die VfL-Spitze mit einem ähnlichen Etat wie in dieser Saison. Dazu soll unter anderem der Verkauf von Cajetan Lenz an die TSG Hoffenheim beitragen. Das Bochumer Eigengewächs verschuldete in Bielefeld den Elfmeter, der zum 0:1 führte, und sah überdies seine zehnte Gelbe Karte, weshalb ihm ein letztes Spiel im heimischen Ruhrstadion verwehrt bleibt. Neben Lenz könnten gegen Hannover 96 am kommenden Samstag theoretisch schon weitere Spieler verabschiedet werden. Neben Francis Onyeka und Leandro Morgalla, deren Leihverträge auslaufen und die ihr Glück künftig höherklassig suchen, stehen Erhan Masovic, Marcel Sobottka und Romario Rösch auf der Streichliste. Auch Kjell Wätjen wird den Klub wohl verlassen.
Kwartengs Zukunft offen
Insgesamt zehn Verträge laufen in diesem Sommer aus, darunter auch die von Bero, Callum Marshall, Farid-Alfa-Ruprecht und Noah Loosli. Klare Auskünfte zu ihrer Zukunft gibt es noch nicht. Bei Marshall und Alfa-Ruprecht ist das Problem, dass sie nur geliehen sind. In beiden Fällen wäre der VfL nicht abgeneigt, die Zusammenarbeit fortzusetzen, doch ein Kauf ist nicht darstellbar, allenfalls eine erneute Leihe. Davon soll es aber deutlich weniger geben – erstens für mehr Planungssicherheit und zweitens, um Kaderwerte zu schaffen. Vor allem sollen keine Ergänzungsspieler mehr geliehen werden, sondern nur noch potenzielle Stammkräfte. Klar ist zudem: Alle Mannschaftsteile sollen und müssen im Sommer verstärkt werden, wobei der Fokus auf der Innenverteidigung und dem zentralen Mittelfeld liegt.
Dafür befindet sich der VfL in fortgeschrittenen Verhandlungen mit Enis Cokaj. Der Albaner spielt aktuell für den griechischen Erstligisten APO Levadiakos. Der 27-Jährige würde als klassischer Sechser die Nachfolge von Lenz antreten. Ob Cokaj dann auch mit Kwarteng zusammenspielen wird? In seiner dritten VfL-Saison ist er wiederholt nicht über die Reservistenrolle hinausgekommen. Die Frage, ob Kwarteng ins vierte vereinbarte Vertragsjahr gehen wird, ist noch zu klären. „Die ganzen drei Jahre waren schwierig für mich. Von außen ist es schwer nachvollziehbar, was man da durchmacht“, sprach Kwarteng am Samstag über zahlreiche Rückschläge, aber auch über sein erstes Tor im VfL-Trikot: „Ich habe immer versucht, da wieder rauszukommen. In einem solchen Moment sieht man wieder den Ausgang.“
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