Transfers

Plan, Panik und Preispoker: Drei Neue im Endspurt

Die Relegationsteilnahme 2024 hatte abschreckende Wirkung. Schon damals stand Jarne Steuckers ganz weit oben auf dem Wunschzettel des VfL Bochum. Ex-Sportdirektor Marc Lettau wollte den Belgier unbedingt an die Castroper Straße lotsen. Doch Steuckers wollte nicht auf den Saisonausgang warten und entschied sich für den KRC Genk. In diesem Sommer unternahm der VfL einen zweiten Anlauf – und hatte Erfolg. Am Dienstagabend, kurz vor Ende der Transferperiode, setzte Steuckers seine Unterschrift unter einen Leihvertrag. Der 24-Jährige soll den Kader auf den offensiven Außenbahnen verstärken. Weil er kein klassischer Flügelflitzer wie Gerrit Holtmann ist, könnte der Belgier auch zentral hinter der Sturmspitze agieren. So oder so: VfL-Direktor Simon Zoller legt die Messlatte hoch und sieht in Steuckers einen „Unterschiedsspieler“, der „sehr guten Speed, ein ausgeprägtes Spielverständnis und eine hohe Qualität mit Ball mitbringt. Besonders in engen Räumen und im letzten Drittel kann er Situationen erkennen und Lösungen finden.“

Zuletzt wenig Konkurrenzkampf

Damit geht auch der letzte Transferwunsch von Trainer Uwe Rösler in Erfüllung. Bereits vor dem Saisonstart hatte er mit Nachdruck und auch öffentlich je einen „Qualitätsspieler“ für den Flügel sowie die Mittelfeldzentrale gefordert. Für die Achter-Rolle präsentierte der VfL am Montag Charlie Patino, der ebenfalls für ein Jahr ausgeliehen ist. Der Engländer, der beim FC Arsenal ausgebildet wurde, spielte beim Erstliga-Aufsteiger Deportivo A Coruna keine Rolle mehr und soll den Bochumern dabei helfen, mehr Torgefahr zu entwickeln. In den ersten drei Ligaspielen gelang nur ein einziger Treffer. Diese Tatsache hat die Notwendigkeit weiterer Transfers unterstrichen. Die Startelfbesetzung im Mittelfeld und Angriff war zuletzt im Grunde klar, es fehlten Alternativen, auch für Einwechslungen. Das dürfte sich jetzt ändern, der Konkurrenzkampf endlich Fahrt aufnehmen.

Patino wird voraussichtlich mit Mats Pannewig um einen Platz im Team wetteifern. Steuckers wiederum wird sich mit Christian Rasmussen, Gerrit Holtmann und Koji Miyoshi duellieren. Wobei Letztgenannter nun ins Zentrum gezogen werden könnte, also dorthin, wo Berkan Taz bislang eher enttäuscht hat. Das wiederum ist ein generelles Problem: Nicht alle Neuzugänge zünden wie erhofft. Daniel Hanslik etwa blieb gegen Osnabrück aus Leistungsgründen 90 Minuten auf der Bank, obwohl der VfL einen weiteren Stürmer dringend gebraucht hätte. Die Transfers von Patino und Steuckers sind somit wegweisend. Von ihrer Entwicklung ist abhängig, wie das Transferfenster in einigen Monaten bewertet wird. Dass die beiden Last-Minute-Zugänge Potenzial haben, zeigt ihre Vita. Ohne einen Karriereknick wären sie allerdings nicht in Bochum gelandet. Patino, der in England alle Juniorennationalmannschaften erfolgreich durchlief, hat sich auf Profiebene bislang noch nicht nachhaltig durchsetzen können.

VfL sichert sich Kaufoptionen

Beobachter nennen fehlende Körperlichkeit und eine gelegentliche Lethargie als Hauptgründe dafür, attestieren ihm aber auch besondere Fähigkeiten am Ball. Bei Steuckers ist der Fall etwas anders gelagert. Nach einer starken Premierensaison in Genk, in der er ligaweit Top-Werte bei der Vorbereitung von Chancen und bei erfolgreichen Dribblings erzielte, erhielt er mit dem heutigen BVB-Spieler Konstantinos Karetsas übermächtige Konkurrenz. Erneut durchsetzen konnte sich Steuckers nach dessen Abgang allerdings nicht mehr, was dem VfL erst die Chance auf einen Transfer eröffnete. Dass der VfL große Hoffnungen in ihn setzt, belegt die Vertragsgestaltung. Die Verantwortlichen haben sich, ebenso wie bei Patino, eine Kaufoption gesichert. Diese dient in erster Linie dazu, bei einer positiven Entwicklung finanziell zu profitieren, sprich: Den oder die Spieler gewinnbringend weiterzuverkaufen.

Was ebenfalls auffällt: Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren agierte der VfL im Endspurt der Transferphase strukturierter. Zur Erinnerung: Vor einem Jahr wechselte Michael Obafemi nach Bochum, der nicht nur teuer, sondern auch sportlich keine Hilfe war. Zumindest bei Steuckers und Patino ist überliefert, dass sie schon länger auf der Beobachtungsliste standen. Bei Sean Klaiber ist der Fall etwas anders gelagert, dieser Transfer kam kurzfristig zustande. Der dritte Last-Minute-Neuzugang wechselte am Montag von Bröndby IF zum VfL. Es ist bereits die vierte Verpflichtung mit Dänemark-Bezug in diesem Kalenderjahr. Sie kam zustande, weil Jean Manuel Mbom voraussichtlich drei Monate fehlen wird und der zuletzt schwache Oliver Olsen damit die einzige Option für die Rechtsverteidiger-Position war. Klaiber bringt reichlich Erfahrung mit und hat seine Stärken vor allem in der Defensive. Sein Manko: Ihm fehlt Spielpraxis. Das letzte Pflichtspiel liegt mehr als ein halbes Jahr zurück. Wie lange sein Vertrag läuft, hat der VfL nicht kommuniziert.

Zwei Abgänge machen Budget frei

Dass am Ende überhaupt noch drei Neuverpflichtungen gelungen sind, war vor wenigen Tagen nicht absehbar und eigentlich unrealistisch. Das Umfeld wurde bereits panisch, und auch intern wurde diskutiert, welche Position bei begrenzten Mitteln Priorität genießen würde. Dann aber kamen mehrere Faktoren zusammen: Die Abgänge von Ibrahim Sissoko und Mikkel Rakneberg, der samt Kaufoption zu Odense BK verliehen wurde, entlasteten den Etat spürbar. Zudem fielen die Preise für potenzielle Zugänge. Das Pokern auf bezahlbare Lösungen und eine gute Verhandlungsstrategie zahlten sich schlussendlich aus – und verschiebt die Last vom Management zum Trainer. Rösler ist nun damit beauftragt, die Neuen bestmöglich einzubauen und mit ihnen die zuletzt sichtbaren Probleme zu beheben. Einen grundsätzlichen Stilwechsel wird es vorerst nicht geben. Die Transfers von Patino und Steuckers unterstreichen, dass der VfL nach wie vor auf einen ballbesitzorientierten Fußball setzen will. Im Idealfall hat er jetzt auch die passenden Spieler dafür.

(Foto: VfL Bochum 1848)

Kolumne

Ist das noch Volkssport? Topzuschlag für VfL-Tickets

Die VfL-Kolumne ist ein festes Format auf Tief im Westen – Das VfL-Magazin. Regelmäßig gibt es einen kurzen Kommentar, einen Denkanstoß oder eine Einordnung zu einem ausgewählten Thema – zum sportlichen Geschehen an der Castroper Straße oder zum Drumherum. Die Regel: Maximal 1.848 Buchstaben. Das Ziel: Diskussionen anzustoßen. Das Thema heute: Die Ticketpreise.

Die vermeintlich rote Linie rückt näher. Bereits vor mehr als 15 Jahren haben die aktiven Fanszenen in Deutschland ein Preislimit für Stehplätze definiert. Ihr Credo: Ein Einzelticket soll weniger als 20 Euro kosten. Der VfL Bochum kratzt bereits an dieser Marke. Ein Stehplatzticket für das Heimspiel gegen Osnabrück an diesem Freitagabend kostet 19 Euro; normalerweise sind es 17. Doch der VfL erhebt für die Partie gegen den Aufsteiger einen Topzuschlag wie einst gegen Bayern oder Dortmund.

Dass der VfL Bochum versucht, seine Einnahmen zu maximieren, ist legitim, verständlich und auch notwendig – schließlich sind die Anhänger die ersten, die meckern, wenn Geld für gute Spieler fehlt. Dennoch müssen die Verantwortlichen aufpassen, die Preisschraube nicht zu überdrehen. Viele Fans durchschauen den Versuch, vor der Stadionsanierung noch einmal abkassieren zu wollen. Kein Wunder also, dass am Donnerstagmittag noch rund 700 Karten für das Spiel gegen Osnabrück zu haben waren, vor allem für Block D. Dort kostet ein Ticket mit Topzuschlag fast 50 Euro. Das will – und kann – sich nicht jeder leisten und dürfte sich mit Blick auf die steigende Abgabenlast in diesem Land auch so schnell nicht ändern. Ein Verein, der gerne von „Volkssport“ spricht, sollte den damit verbundenen Erwartungen auch gerecht werden. Auch wenn der Balanceakt zwischen Faninteressen und Konkurrenzfähigkeit zweifellos ein schwieriger ist!

Was bei genauerer Betrachtung auffällt: Die Preisentwicklung im Ruhrstadion (und im Fußball generell) hat sich von der normalen Lebensrealität längst entkoppelt. Ein Beispiel: Eine Karte für Block D kostete im Jahr 2000 regulär 35 DM, sogar für ein Bundesliga-Spiel. Seither sind die Preise hierzulande um durchschnittlich um rund 66 Prozent gestiegen. Umgerechnet würde das bedeuten, dass ein Ticket heute knapp 30 Euro kosten sollte. Die Realität sieht anders aus: Regulär sind es 39 Euro, mit Topzuschlag sogar 49 – für ein Zweitliga-Spiel, wohlgemerkt. Besserung ist übrigens nicht in Sicht, im Gegenteil: Spätestens mit Abschluss der Stadionsanierung dürften die Eintrittskarten noch teurer werden. Und im Zweifel subventioniert der Sitzplatzkunde den günstigen Stehplatz mit.

(Foto: Marc Niemeyer)

Podcast

Dezimiert in Runde zwei: Wo der VfL nachbessern müsste

Dank einer geschlossenen Mannschaftsleistung hat der VfL Bochum hat die zweite Pokalrunde erreicht. Die Defensive hat wieder einmal überzeugt, die Offensive weniger. Personalsorgen kommen hinzu. In unserer neuen Podcast-Folge sprechen wir über das Spiel in Fürth und die letzte Transferwoche: Wo sollte der VfL nachbessern – und was ist überhaupt realistisch?

(Foto: Marc Niemeyer)

Tief im Westen und noch mehr: VfL-News auf WhatsApp & Co.

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Viel Spaß beim Mitlesen und Diskutieren!

Euer Philipp Rentsch

Erste Runde gegen Fürth

Warum ein VfL-Sieg im Pokal wirtschaftlich wichtig wäre

Trier, Halle oder Lübeck – die Liste der sportlich wie touristisch attraktiven Reiseziele in der ersten Runde des DFB-Pokals ist lang. Doch Losglück hat der VfL bekanntlich selten. Zum dritten Mal in vier Jahren müssen die Bochumer zu Beginn der Pokalsaison gegen einen Zweit- oder Drittligisten antreten. 2023 und 2024 endeten beide Duelle mit einer Niederlage. Das soll in diesem Jahr nicht passieren. Allerdings hat der VfL mit dem Ligakonkurrenten Greuther Fürth den wahrscheinlich schwersten und undankbarsten Gegner erwischt, der sich in der Lostrommel befand. Aus sportlicher Sicht ist ein Spiel auf Augenhöhe zu erwarten. Auch aus Fansicht ist die Begegnung angesichts der weiten Reise an einen längst bekannten Ort maximal unattraktiv.

Einnahmen gesunken

Ein nicht zu unterschätzender Aspekt ist auch die wirtschaftliche Bedeutung des Wettbewerbs. Im DFB-Pokal könnte der VfL zusätzliche Einnahmen erzielen, die den Handlungsspielraum erhöhen würden. Wegen des schweren Gegners ist im Etat momentan lediglich die Antrittsprämie für die erste Runde eingepreist. Ein Weiterkommen gegen Fürth würde rund 425.000 Euro zusätzlich in die Klubkasse spülen; Zuschauereinnahmen aus dem Pokalspiel Ende Oktober kämen noch hinzu, egal ob zu Hause oder auswärts. Mit jeder weiteren Runde bestünde die Chance, die Bonuseinnahmen zu erhöhen. In der vergangenen Saison hat der VfL im DFB-Pokal rund 1,5 Millionen Euro allein aus dem Fernsehtopf erhalten, bevor im Achtelfinale gegen Stuttgart Endstation war.

Der Saisonvergleich zeigt ohnehin, dass dem VfL bereits einige Einnahmen weggebrochen sind. Weil der Vertrag mit Stadionsponsor Vonovia seitens des Immobilienkonzerns nach zehn Jahren nicht verlängert wurde und noch kein Nachfolger in Sicht ist, fehlt nach jetzigem Stand ein hoher sechsstelliger Jahresbetrag. Zudem können während der Stadionsanierung nicht alle Zuschauerplätze genutzt werden; zeitweise könnten bis zu 8.000 pro Spiel weniger zur Verfügung stehen. Der VfL rechnet bis 2029 mit Einnahmeverlusten zwischen zwei und drei Millionen Euro. Noch bedeutender sind die Verschiebungen im TV-Ranking der Liga, die nach Auskunft von Geschäftsführer Ilja Kaenzig „rund sechs Millionen Euro“ ausmachen, die der VfL in diesem Jahr weniger erhält.

„Wir verlieren Plätze im TV-Geld-Ranking durch die drei Absteiger, dazu werden wir wohl deutlich weniger aus der Nachwuchssäule generieren“, erklärte Kaenzig jüngst im Interview. In der zurückliegenden Saison kamen beim VfL zahlreiche in Deutschland ausgebildete Nachwuchsspieler zum Einsatz, wofür die Liga einen Bonus zahlt. Das wird in dieser Saison wohl anders sein. Zuletzt schickten die Bochumer die älteste Startelf der Liga ins Rennen. Aufgefangen werden all diese Verluste vor allem durch den Verkauf von Cajetan Lenz, der rund zehn Millionen Euro eingebracht hat. Hinzukommen kleinere Ablösesummen sowie Ausbildungsentschädigungen, etwa für Tjark Ernst und Armel Bella Kotchap, die in Summe einen Betrag knapp über der Millionengrenze ergeben.

Geld für Transfers

Gleichzeitig ist der Lizenzspieleretat gegenüber dem Vorjahr leicht gesunken, als der VfL mehr ausgegeben als eingenommen hat. Dennoch: Ein zentraler Mittelfeldspieler sowie ein linker Flügelstümer stehen in dieser Reihenfolge noch auf der Wunschliste, auch Leihen sind denkbar. Ob beide Transfers auch im Falle einer Pokalpleite realisiert werden würden, ist ungewiss. In jedem Fall wäre es hilfreich, wenn Ibrahim Sissoko einen neuen Verein finden würde. Der Angreifer zählt zu den Besserverdienenden und ist seit Vorbereitungsbeginn vom Mannschaftstraining freigestellt. Das wiederum könnte die Suche nach einem Abnehmer erschweren. Bei einem passenden Angebot wäre der VfL auch bei Philipp Strompf gesprächsbereit, der nur noch Innenverteidiger Nummer vier ist.

(Foto: Marc Niemeyer)

Erster Saisonsieg

Wunschelf mit reichlich Routine: VfL-Siegtor zur besten Zeit

Nicht wenige Fans des VfL Bochum schauen in Anlehnung an das angebliche Gründungsjahr um 18.48 Uhr besonders gern auf die Uhr. An diesem Freitagabend hatten sie dabei einen besonderen Grund zur Freude. Denn exakt zu dieser Zeit erzielte Philipp Hofmann beim Auswärtsspiel gegen Eintracht Braunschweig gegen den Führungstreffer zum 1:0, der zugleich auch der einzige in dieser Partie war. Auf den Tag genau 55 Jahre nach dem allerersten Bundesliga-Spiel des VfL Bochum, damals ebenfalls gegen Eintracht Braunschweig, trafen die beiden Klubs wieder aufeinander – und das Endergebnis war ebenfalls das gleiche. Nur hieß der Torschütze nicht Hans-Werner Hartl, sondern Hofmann. „Dieser Sieg“, betonte Trainer Uwe Rösler, „ist goldwert für die kommenden Wochen. Gerade nach der Auftaktniederlage.“

Starkes Abwehr-Duo

Der VfL steigerte sich gegenüber dem Auftritt gegen Hertha zumindest in kleinen Schritten. Der entscheidende: Vorne gelang das erste Saisontor. Ein schnell ausgeführter Freistoß von Berkan Taz landete über Koji Miyoshi bei Hofmann, der den Angriff souverän abschloss. Es war die erste Chance nach einer schwachen Anfangsphase, und gleichzeitig auch ein Brustlöser. Denn mit der Führung im Rücken übernahm der VfL bis zur Halbzeitpause die Spielkontrolle. Dass im zweiten Durchgang nichts mehr passierte, war der stabilen Defensive zu verdanken. Vor allem das neue Innenverteidiger-Duo, bestehend aus den Zugängen Michael Steinwender und Karol Mets, überzeugte mit einem klugen Stellungsspiel, einer abgeklärten Zweikampfführung und im Vergleich zur Vorsaison mit einem souveräneren Spielaufbau.  

„Dafür haben wir sie ja geholt“, kommentierte Rösler die Leistung zunächst sehr nüchtern, war dann aber voll des Lobes: „Mit ihnen haben wir mehr Ruhe am Ball und dadurch insgesamt mehr Ruhe im Spiel. Sie haben es sehr gut gemacht. Und sobald sie richtig eingespielt sind, können wir die Verteidigungslinie auch höher schieben.“ Generell tat es den Bochumern gut, dass mit Mets, Mats Pannewig und Gerrit Holtmann drei Stammkräfte wieder für mehr als eine Halbzeit zur Verfügung standen. Pannewig und Holtmann mussten zwar ausgewechselt werden, doch Rösler konnte zunächst auf seine momentane Wunschformation setzen – und damit auf reichlich Routine. Im Schnitt waren die Akteure in der Startelf 29,2 Jahre alt; fünf von ihnen sind jenseits der 30, einige andere nicht weit davon entfernt.

Noch zwei Transfers

Größer könnte der Kontrast im Vergleich zur vergangenen Saison kaum sein. Da schickte Rösler bei Anpfiff zeitweise fünf Spieler unter 21 ins Rennen, unter anderem beim Auswärtssieg in Braunschweig. Wobei Rösler angesichts der extremen Temperaturen und der frühen Wechsel darauf hinwies, dass nicht allein die Startelf den ersten Saisonsieg errungen hat: „Moderner Fußball funktioniert nicht mit nur elf Spielern. Die Eingewechselten haben auch einen wichtigen Teil beigetragen.“ Darunter waren mit Profidebütant Tom Meyer sowie Alessandro Crimaldi auch zwei vielversprechende Jungspunde. Rösler lobte sie für eine „reife Leistung“. Allerdings muss die Anmerkung erlaubt sein, dass die beiden womöglich auch nur deshalb zum Einsatz kamen, weil auf ihren Positionen noch nicht die von Rösler erhofften „Qualitätsspieler“ da sind.

Der Trainer geht davon aus, dass bis zum Transferschluss am 1. September noch ein zentraler Mittelfeldspieler für die Achter-Rolle sowie ein schneller linker Außenstürmer verpflichtet wird. Der jüngst eingekaufte Mansour Ouro-Tagba ist quasi eine Art Bonusspieler. Ihn sieht Rösler in erster Linie als Mittelstürmer, also als Ergänzung zu Hofmann und dem bislang schwachen Daniel Hanslik. Weil Ouro-Tagba Trainingsrückstand hat, ist er keine Soforthilfe. Der Plan mit ihm sei ein „mittel- bis langfristiger“, erklärte Rösler neulich. Aktuell setzt er lieber auf die arrivierten Kräfte. Perspektivisch aber muss er auch die Jüngeren einbauen. Denn das erklärte Ziel der Vereinsführung ist es, Jahr für Jahr Transfererlöse im mindestens hohen einstelligen Millionenbereich zu erzielen. Realistisch ist das nur mit Spielern, die den Großteil ihrer Laufbahn noch vor sich haben.

(Foto: Imago / HMB-Media)

Podcast

Nach der Auftaktniederlage: Woran der VfL arbeiten muss

Erneut ist der VfL Bochum ohne Punkte in die Saison gestartet. Im unserer neuen Podcast-Folge sprechen wir über die Gründe dafür, über Stärken und Schwachstellen des Kaders und blicken voraus: Wie groß ist der Erfolgsdruck bereits nach einer Niederlage? Viel Spaß beim Anschauen und Zuhören!

(Foto: Marc Niemeyer)