Kolumne

In der Breite nicht so spitze: Holtmann-Ausfall schmerzt

Die VfL-Kolumne ist ein Format auf Tief im Westen – Das VfL-Magazin. Ab sofort wieder wöchentlich gibt es einen kurzen Kommentar, einen Denkanstoß oder eine Einordnung zu einem ausgewählten Thema – zum sportlichen Geschehen an der Castroper Straße oder zum Drumherum. Die Regel: Maximal 1.848 Buchstaben. Das Ziel: Diskussionen anzustoßen. Das Thema heute: Die Ausfälle im Heimspiel gegen Nürnberg.

Die Startelf ist meist vorhersehbar. Uwe Rösler nimmt nur wenige bis gar keine Änderungen vor. Vor dem Heimspiel gegen Nürnberg war er aber zu Anpassungen gezwungen. Mit Koji Miyoshi und Philipp Strompf fehlten zwei Stammkräfte gelbgesperrt. Zudem fiel Gerrit Holtmann kurzfristig aus, weil er das sogenannte Anschwitzen am Vormittag des Spiels mit muskulären Problemen beendete. Ein weiterer Wermutstropfen: Bereits in der Anfangsphase musste Leandro Morgalla ausgewechselt werden.

Auch wenn Rösler die Kaderbreite oft hervorhebt: In den meisten Fällen waren die Ausfälle nicht zu kompensieren. Das liegt nicht zwingend an der individuellen Qualität, sondern auch an mangelnder Wettkampfpraxis oder an fehlenden Automatismen. Oder im Fall von Farid Alfa-Ruprecht an zu viel Leichtsinn. Als Holtmann-Ersatz war er zwar umtriebig, machte aber viele Fehler und war somit auch maßgeblich an der Entstehung des 0:1 beteiligt – ebenso wie Oliver Olsen. Beim Gegentreffer lief ihm Torschütze Zoma davon, für den der Däne laut Rösler zuständig war. Auch Francis Onyeka, der den Platz von Miyoshi einnahm, trat bis auf den verwandelten Handelfmeter kaum in Erscheinung. Es könnte helfen, ihn nicht ständig mit neuen Aufgaben zu betrauen. Unter Rösler musste er bereits vier verschiedene Positionen bekleiden, nun auf der rechten Offensivseite. Überzeugen konnte lediglich Moritz Kwarteng, der das Bochumer Spiel nach seiner Einwechslung deutlich belebt hat.

Sicher ist: Umstellungen werden in den kommenden Wochen eher die Regel als die Ausnahme sein. Gegen Düsseldorf fehlt Maximilian Wittek, während Miyoshi und Strompf zurückkehren. Bei Morgalla und Holtmann gibt es noch keine Prognose. Speziell Holtmann ist aktuell kaum zu ersetzen. Das ist problematisch, denn: Nur Siege helfen dem VfL wirklich weiter. Drei Remis in Folge sind umgerechnet ein Sieg und zwei Niederlage. „Immer wieder Unentschieden zu holen, kann gefährlich sein“, warnt Philipp Hofmann. „Wir waren in der ersten Halbzeit gegen Nürnberg zu pomadig.“ Erst nach dem Seitenwechsel verdienten sich die Bochumer den Punkt. Im Gegensatz zu den vergangenen Wochen war die Gesamtleistung aber schlechter. Was maßgeblich an den Ausfällen lag.


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(Foto: Marc Niemeyer)

0:0 gegen Paderborn

Chancenwucher und Remis-Serie: „Glas ist halbvoll“

Es war wie verhext. Quasi mit dem Schlusspfiff parierte Paderborns Torwart Dennis Seimen die letzte von etlichen Bochumer Großchancen, als es sogar Verteidiger Maximilian Wittek noch einmal versuchte. 22 Torschüsse verzeichnete der VfL am Sonntagnachmittag gegen die Ostwestfalen. Trotzdem stand am Ende die Null auf beiden Seiten, weil der Schlussmann der Gäste immer wieder zur Stelle war – und weil den Hausherren allzu oft die Präzision im Abschluss fehlte, besonders in der Phase vor der Halbzeitpause. Es ist ein bekanntes Manko beim Team von Trainer Uwe Rösler, das auch schon vor einer Woche gegen Münster einen Sieg verhinderte. Rösler war mit dem Auftritt und dem Ergebnis gegen Paderborn trotzdem nicht unzufrieden: „Wir waren dynamisch und hatten unsere Chancen, haben sie nur nicht genutzt. Ansonsten haben wir vieles richtig gemacht. Für mich ist das Glas halbvoll.“ Der Fußballlehrer weiß schließlich, wo die Bochumer herkommen – und dass die Entwicklung generell positiv ist.

Zahlreiche Chancen für den Sieg

Sie knüpften im ersten von zwei Heimspielen in nur sechs Tagen an zuletzt gute Leistungen an, blieben ihrer Spielweise treu und überzeugten vor allem bei schnellen Umschaltaktionen. Rösler hatte überraschend den zuletzt guten Callum Marshall aus der Startelf genommen und dafür auf Mats Pannewig gesetzt. So wollte er mehr Lufthoheit erlangen und Cajetan Lenz im Rückwärtsgang als fünften Spieler in die Abwehrkette schieben. Der Plan ging auf: Nach einer ereignisarmen und taktisch geprägten Anfangsphase dominierten die Gastgeber die Partie, blieben aber ohne Fortune im Abschluss. Vor allem der agile und clevere Koji Miyoshi scheiterte mehrfach. „Vorne fehlte uns die Coolness. Eigentlich hätten wir dieses Spiel gewinnen müssen“, sagte Gerrit Holtmann nach der Partie und erntete keinen Widerspruch, auch nicht von den Gästen, die immerhin im erweiterten Kreis der Aufstiegsanwärter zählen. „Wir haben uns stabilisiert, ein gutes Spiel gemacht und wieder gegen eine Top-Mannschaft gepunktet“, ergänzte Holtmann.

Zwei Gesperrte gegen Nürnberg

Das Paradoxe: Der VfL hat seit Ende November kein Ligaspiel mehr verloren, kommt wegen der Vielzahl an Unentschieden tabellarisch aber nicht richtig vom Fleck. Rang neun ist trügerisch, denn nach wie vor sind es nur fünf Zähler Vorsprung auf Platz 16. Sechs der letzten sieben Bochumer Spiele endeten mit einer Punkteteilung. Vier dieser Partien absolvierte der VfL gegen ein Team aus dem oberen Tabellendrittel. Auch deshalb ist sich Rösler sicher: „Wenn wir so weiterspielen, dann werden wir den Klassenerhalt schaffen.“ Bereits am kommenden Freitag empfängt der VfL den 1. FC Nürnberg zu einem weiteren Heimspiel im Ruhrstadion. Gegen die nur einen Punkt besseren Franken muss Rösler allerdings auf zwei Stammspieler verzichten. Miyoshi und Philipp Strompf sind gelbgesperrt. Für Miyoshi könnte Marshall oder Moritz Kwarteng in die Anfangsformation rücken. Theoretisch sind auch Kjell Wätjen und Farid Alfa-Ruprecht Optionen, je nach Herangehensweise. Für Strompf wird wohl Erhan Masovic beginnen.

Bochum fehlt ein echter Knipser

Routinier Kevin Vogt trainiert zwar seit einiger Zeit wieder mit der Mannschaft, gehört bislang aber nicht zum Kader. Zumindest das dürfte sich am Freitag ändern. Und ansonsten? Personal, das den Bochumer Chancenwucher per Garantie beenden kann, gibt der Kader nicht her. Mittelstürmer Philipp Hofmann hat sich unter Rösler klar gesteigert und die Ansage erhalten, seine Position strikt einzuhalten, was Rösler anerkennt: „Er braucht den kürzesten Weg zum Tor. Ich bin seiner Entwicklung sehr zufrieden.“ Dennoch steht der 32-Jährige weiterhin bei nur fünf Saisontoren. Bester Bochumer Torschütze ist Francis Onyeka, dem gegen Paderborn die Möglichkeit genommen wurde, seinen achten Treffer im VfL-Dress zu erzielen. Die Leihgabe aus Leverkusen stand nach einer halben Stunde bereits am Elfmeterpunkt, doch der Strafstoß nach einem klaren Handspiel wurde wegen einer knappen Abseitsposition im Vorfeld zurückgenommen. Über einen weiteren Angreifer mit zuverlässigem Torinstinkt verfügt der VfL derzeit nicht.


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(Foto: Imago / RHR-Foto)

Podcast

Die Entwicklung beim VfL: Taktik, Transfers, Tabelle

Unsere neue, mittlerweile zwölfte Podcast-Folge ist online! Claudio Gentile und ich sprechen über die Entwicklung beim VfL Bochum in den vergangenen Wochen – mit Fokus auf Taktik, Transfers und die Tabelle. Viel Spaß beim Anschauen oder Zuhören!


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(Foto: Marc Niemeyer)

Kolumne

Bloß nicht zu ehrlich: Lohnen sich Interviews noch?

Die VfL-Kolumne ist ein Format auf Tief im Westen – Das VfL-Magazin. Ab sofort wieder wöchentlich gibt es einen kurzen Kommentar, einen Denkanstoß oder eine Einordnung zu einem ausgewählten Thema – zum sportlichen Geschehen an der Castroper Straße oder zum Drumherum. Die Regel: Maximal 1.848 Buchstaben. Das Ziel: Diskussionen anzustoßen. Das Thema heute: Interviews im Profifußball.

Die Postfächer waren voll, nicht selten mit Beleidigungen. Als Felix Kroos, Zweitliga-Experte von RTL, zu Beginn des Jahres sagte, dass Schalke 04 trotz Herbstmeisterschaft nicht aufsteigen werde, fühlten sich etliche Fans persönlich angegriffen. Kroos kam trotzdem zu der Schlussfolgerung, auch künftig uneingeschränkt seine Meinung äußern zu wollen.

Das ist längst nicht mehr die Regel. Manche Medien stellen außergewöhnliche Aussagen oft in reißerische Überschriften und setzen die Empörungsmaschinerie damit in Gang. Das Kernproblem: Zu viele Menschen dulden kaum noch andere Meinungen, andere wiederum scheuen die Debatte. Kein Wunder, dass sich auch zahlreiche Fußballer immer zurückhaltender äußern. Wer ehrlich ist und sagt, was er denkt, wird oft bestraft. Die Folge: Interviews im Profifußball lohnen sich dadurch immer weniger, ein echter Austausch findet kaum noch statt. Spieler werden oft geschult und wissen, dass sie im Zweifel lieber eine Floskel mehr nutzen sollen. In Bochum ist das nicht anders. Vielen Jüngeren muss man gefühlt jedes Wort aus der Nase ziehen, und die Älteren sind meist so gewieft, dass sie zwar viel reden, aber oft wenig sagen. Aus dem aktuellen Kader gehört Gerrit Holtmann zu den wenigen Akteuren, die erfrischend ehrlich antworten, wenn sie denn sprechen dürfen. Schon mehrfach kam es in dieser Saison vor, dass sich Spieler zu einem Interview bereit erklärt haben, dann aber von der Medienabteilung in die Kabine geschickt wurden.

Die zunehmende Kontrolle ist aus Klubsicht durchaus verständlich, für uns Journalisten und die Fans aber schade. Die Authentizität geht verloren. Hinzukommt: Vor allem Einzelgespräche unterliegen der Autorisierungspflicht. Das bedeutet, dass die Zitate vor der Veröffentlichung freigegeben werden müssen. Eigentlich geht es dabei nur darum, die korrekte Wiedergabe zu gewährleisten. Das sichert beide Seiten ab und ist sinnvoll. Mitunter werden auf diesem Weg aber auch Passagen geglättet oder, wenn auch sehr selten, gänzlich gestrichen. All diese Entwicklungen führen dazu, dass Interviews weniger aussagekräftig sind, bestimmte Spieler praktisch nie zitiert werden (können) und Podcasts immer beliebter werden. Denn dort gilt das gesprochene Wort.


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(Foto: Marc Niemeyer)

1:1 gegen Münster

Trotz Ballbesitz-Paradoxon: Bochum auswärts makellos

Die Geschichte zum Bochumer Auswärtsspiel in Münster hätte sich fast von selbst geschrieben, wenn ausgerechnet Neuzugang Oliver Olsen in den Schlussminuten den Bochumer Siegtreffer erzielt hätte. Doch sein Schuss wurde im letzten Moment geblockt. Es wäre vier Tage nach seinem Wechsel zum VfL der perfekte Einstand gewesen. Zumal er als rechter Außenverteidiger nicht unbedingt für die entscheidenden Tore verpflichtet wurde. Deshalb war Trainer Uwe Rösler mit dem Auftritt des Debütanten trotz der vergebenen Chance auch zufrieden: „Dafür, dass er noch gar nicht richtig im Match-Modus ist, sehe ich seine Leistung positiv. Er gibt uns Ruhe am Ball und ist kopfballstark.“ Geplant war die Einwechslung des Dänen nicht. Doch Leandro Morgalla musste das Spielfeld nach einem Schlag auf die Achillessehne vorzeitig verlassen.

Sieben Gelbsperren drohen

Auf die Breite des Bochumer Kaders wird es in den kommenden Wochen ohnehin ankommen. Aktuell stehen sieben Spieler unmittelbar vor einer Gelbsperre, darunter vier Profis, die beim 1:1 gegen Preußen Münster zur Bochumer Startelf gehörten. „Ich richte ein Kompliment an unsere Bank. Wir haben gute Wechseloptionen und einen starken Konkurrenzkampf“, lobte Rösler sein Team, das in Münster einen so hohen Ballbesitzanteil hatte wie noch nie unter seiner Leitung – nämlich 60 Prozent. „Das gegen diese Preußen zu schaffen, ist eine Sensation“, meinte der Fußballlehrer, der im Vorfeld des Spiels eigentlich vom Gegenteil ausgegangen war. Dass die Bochumer ausgerechnet die drei Spiele nicht gewonnen haben, in denen sie häufiger am Ball waren als der Gegner, klingt paradox, möchte Rösler aber nicht überbewerten. Denn in allen drei Fällen scheiterte der VfL vor allem an seiner Chancenverwertung.

Miyoshi trifft, Abwehr wankt

Bereits früh beim ersten Bochumer Ligaspiel im Preußenstadion seit 50 Jahren vergab Koji Miyoshi die erste gute Gelegenheit zur Führung. Der Japaner machte es später aber besser und erzielte in der zweiten Halbzeit den hochverdienten Ausgleich. Der Japaner hatte bereits gegen Schalke getroffen. Mit Darbietungen wie diesen dürfte er seinen Platz im Team vorerst sicher haben – es sei denn, er sieht die fünfte Gelbe Karte. Ansonsten gibt es für Trainer Rösler derzeit kaum einen Grund, an der funktionierenden Startformation zu rütteln. Neuzugang Callum Marshall hatte auch gegen Münster wieder gute Momente und bereichert damit das Bochumer Angriffsspiel. Einzig in der Innenverteidigung zeigt die Formkurve teils nach unten. Noah Loosli und Philipp Strompf wirkten nicht ganz sicher und leisteten sich immer wieder Flüchtigkeitsfehler.

Nun zwei Heimspiele in Folge

Strompf war auch maßgeblich an der Entstehung des Gegentreffers beteiligt, was ein grundsätzliches Problem offenbart: Befindet sich der Ball häufiger in den Reihen der Bochumer, stehen die eigenen Verteidiger meist höher – was sie nicht selten vor Probleme stellt. Gegen mehr Ballbesitz will sich Rösler deshalb aber nicht wehren, im Gegenteil: „Wir wollen uns weiterentwickeln und das geht nur über fußballerische Ansätze. Die Balance zwischen Abwehr und Angriff war gegen Münster schon besser als in anderen Spielen.“ Die Auswärtsbilanz bleibt damit makellos. Insgesamt sieben Mal haben die Bochumer mit Rösler in der Fremde gespielt und kein einziges Mal verloren. Nun aber folgen zwei Heimspiele: erst gegen Paderborn, dann gegen Nürnberg.


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(Foto: Marc Niemeyer)

Kaderplanung

Zehn Winterwechsel: VfL mit neuer Transferstrategie

Sammler sind im Vorteil. Wenn der dänische Neuzugang Oliver Olsen vom Randers FC das erste Mal im VfL-Trikot aufläuft, sind sie bestens ausgestattet. Vor etwas mehr als 20 Jahren haben die Bochumer für Sören Colding, Peter Madsen und Tommy Bechmann einen Schal mit Vereinslogo und dänischer Flagge unter dem Motto „Danish Dynamite“ verkauft. An diese Tradition soll der fünfte Winterneuzugang nach Möglichkeit anknüpfen. Dass ihm die Verantwortlichen einiges zutrauen, unterstreicht die Vertragslaufzeit bis 2030. Für die Verpflichtung des rechten Außenverteidigers haben sie eine niedrige sechsstellige Summe locker gemacht, die allerdings ausgeglichen wird durch den Verkauf von Felix Passlack zu Hibernain Edinburgh nach Schottland. Olsen nimmt zwar dessen Kaderplatz ein, soll perspektivisch aber eine andere Rolle spielen als sein Vorgänger in den vergangenen Monaten. Ohnehin ist der 25-Jährige ein anderer Spielertyp. Er ist deutlich größer und damit kopfballstärker als Passlack, zudem ist Olsen ein gelernter Defensivspieler. Parallelen zu Leandro Morgalla sind durchaus vorhanden, was nur allzu logisch ist.

Blick nach Skandinavien

Olsen soll dem deutschen U21-Nationalspieler zunächst Druck machen und spätestens im Sommer dessen Stammplatz übernehmen, weil ein Verbleib von Morgalla nahezu ausgeschlossen ist. Die Verpflichtung von Olsen ist somit ein Vorgriff auf den Sommer. Generell steht die Personalie exemplarisch für die Neuausrichtung der Kaderplanung. Die neue Geschäftsleitung Sport, der unter anderem Markus Brunnschneider, Simon Zoller und Jonas Schlevogt angehören, legt mehr Wert auf Langfristigkeit und hat dafür neue Märkte ins Auge gefasst. Olsen ist der erste dänische Neuzugang seit Ken Ilsö im Jahr 2013, Mikkel Rakneberg der erste Transfer aus Norwegen überhaupt. Dass der VfL in den skandinavischen Ligen fündig geworden ist, überrascht allerdings kaum. Zum einen enden dort einige Spielerverträge nicht erst im Sommer, sondern mit dem Kalenderjahr. Zum anderen hat Trainer Uwe Rösler mehr als zehn Jahre dort gearbeitet, kennt die Ligen also bestens. Gleiches gilt für Kaderplaner Brunnschneider, der vor seinem Wechsel zum VfL für Holstein Kiel tätig war und allein aus geografischen Gründen verstärkt im Norden Neuzugänge gesucht hat.

Fünf Spieler sind gegangen

Viel wichtiger aber: Das übergeordnete Ziel von Trainer Rösler, personell stärker aus der Transferperiode herauskommen als man hineingegangen ist, dürfte erfüllt sein. Insgesamt zehn Transferbewegungen stehen in der Bilanz, was für einen Winter ungewöhnlich viel ist. Von einem größeren Kaderumbruch kann dennoch keine Rede sein, denn der Substanzverlust war gering. Einzig Ibrahima Sissoko zählte zum Kreis der Stammspieler. Die übrigen Abgänge waren ganz im Sinne des Klubs. Passlack war zuletzt lediglich Einwechselspieler; Mathis Clairicia, Colin Kleine-Bekel und Michael Obafemi nicht einmal das. Ibrahim Sissoko und Romario Rösch sind mangels Interessenten in Bochum geblieben. Ein Personalwechsel in der Innenverteidigung war zwischenzeitlich ebenfalls denkbar, Erhan Masovic hat allerdings keinen passenden Verein gefunden. Umgekehrt hat der VfL die offensichtlichen Kaderlücken links in der Abwehr und zentral im Angriff zügig geschlossen. Auch ein Ersatz für Ibrahima Sissoko war schnell verpflichtet, wenngleich der zuvor vereinslose Marcel Sobottka als günstige und unkomplizierte Übergangslösung zu sehen ist.

VfL setzt weiter auf Talente

Perspektivisch planen die Bochumer dort vor allem mit jungen Talenten. Aus dem eigenen Nachwuchs sind Tom Meyer und Lasse Isbruch längerfristig an den Klub gebunden, nun kommt auch noch Moritz Göttlicher hinzu. Den erst 17-Jährigen haben die Bochumer aus der Jugend des FC Bayern verpflichtet und mit einem Vertrag über fünfeinhalb Jahre ausgestattet. Der zentrale Mittelfeldspieler, der vorrangig als sogenannter Achter, aber auch als Sechser oder Zehner spielen kann, soll in den kommenden Monaten behutsam an den Zweitligakader herangeführt werden. Aktuell ist Göttlicher verletzt, anschließend soll er für die U19 oder U21 spielen und bei Rösler mittrainieren. Die Zielsetzung ist klar: Eines Tages soll er für die Profis spielen – und bestenfalls auch Einnahmen durch einen Verkauf generieren. Leihgeschäfte ohne Option wie bei Morgalla, Francis Onyeka, Kjell Wätjen oder Farid Alfa-Ruprecht sollen in Zukunft die Ausnahme bilden, wenngleich sie aktuell einen positiven Effekt über die Saison hinaus haben. Denn junge Talente sehen, dass es beim VfL Bochum sehr realistisch ist, auch in jungen Jahren schon auf Einsatzzeiten zu kommen.

Charakterliche Eignung

So haben die Verantwortlichen nicht nur Göttlicher, sondern auch Callum Marshall von einem Wechsel an die Castroper Straße überzeugen können. Der Nordire ist ebenfalls nur ausgeliehen. Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren war es das Ziel, den Kaderplatz lieber frühzeitig zum Rückrundenstart zu besetzen als auf vermeintlich bessere Optionen zu warten, die sich im Transferendspurt eventuell doch nicht mehr ergeben. Die bisherigen Eindrücke geben der Klubführung recht: Marshall ist eine Soforthilfe und weiß mit seiner unkonventionellen, einsatzfreudigen Spielweise zu gefallen. Auch die charakterliche Eignung der Spieler war Thema bei der Kaderplanung. In der jüngeren Vergangenheit hatte es insbesondere bei Spielern aus dem französisch-afrikanischen Raum Integrations- und Einstellungsprobleme gegeben. Derartige Schwierigkeiten sind bei Rakneberg oder Olsen nicht zu erwarten. Generell haben die Bochumer mit Skandinaviern in der Vergangenheit gute Erfahrungen gemacht, auf dem Fußballplatz genauso wie daneben. Nicht anders ist es zu erklären, dass sich ein VfL-Schal mit Dänemark-Flagge im Besitz vieler Bochumer Fans befindet.


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(Foto: VfL Bochum 1848)

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bonamic – IT aus Bochum, die verbindet

Die Digitalisierung gehört längst zum privaten und beruflichen Alltag. Doch eine verlässliche IT bleibt für viele Unternehmen eine Herausforderung. In Bochum hat sich ein junges Unternehmen diesem Problem angenommen: die bonamic GmbH. Seit 2019 entwickelt das Team Lösungen für kleine wie große Kunden, darunter zahlreiche Partner aus der Sozialwirtschaft. Das bonamic-Team verfügt dabei dank der tiefen Verwurzelung am Unternehmensstandort über ein gutes Verständnis für die Bedürfnisse der Menschen vor Ort. Aus dieser Mischung ist ein IT-Partner entstanden, der im Ruhrgebiet zunehmend an Bedeutung gewinnt – nicht nur wegen seiner Expertise, sondern auch wegen seines Engagements für die Region.

Auffällig ist dabei der klare Fokus auf Menschlichkeit. Es geht den Expertinnen und Experten nicht nur um funktionierende Technik, sondern um verlässliche Partnerschaften, die den Alltag erleichtern. Statt einer unpersönlichen Hotline gibt es feste Ansprechpersonen, schnelle Reaktionszeiten und einen Service, der darauf ausgerichtet ist, dass einfach alles läuft: die IT, Business-Mobilfunk, Cloud-Telefonie und IoT-Lösungen, ganz gleich, ob im Büro, im Homeoffice oder unterwegs. bonamic schafft die technische Basis, damit Teams produktiv arbeiten können, ohne sich um Systeme und Störungen kümmern zu müssen. Die persönliche Begleitung, von der ersten Bedarfsanalyse bis zur langfristigen Betreuung, ist dabei ein zentraler Teil der Unternehmensphilosophie. „Im Ruhrgebiet zählt nicht, wie groß du bist, sondern wie du mit Menschen umgehst. Darum bauen wir auf feste Ansprechpartner, klare Worte und Lösungen, die wirklich helfen“, erklärt bonamic-Geschäftsführer und Gründer Tobias Dörk.

Diese Haltung zeigt sich nicht nur im Umgang mit Kunden, sondern auch im Engagement für die Region. Viele Partner stammen aus der Sozialwirtschaft; ein Bereich, in dem Verlässlichkeit und pragmatische Lösungen besonders gefragt sind. Hier zeigt sich, wie stark bonamic Technik und Haltung miteinander verbindet: modern, lösungsorientiert und auf Augenhöhe. bonamic unterstützt beispielsweise die Bochumer Ehrenamtsagentur BEA, fördert lokale Projekte und setzt mit dem Seniorencafé – einem Azubi-Projekt zum Austausch der Generationen – ein Zeichen für digitale Teilhabe. Hier helfen Auszubildende älteren Menschen im Umgang mit Tablet und Smartphone, beantworten Fragen und schaffen Räume für Begegnung.

Auch im Sport zeigt das Unternehmen Flagge. Als Sponsor und IT-Partner des VfL Bochum 1848 sowie als Partner der VfL-Frauen unterstreicht bonamic seine Verwurzelung in der Stadt. Die Zusammenarbeit ist mehr als ein klassisches Sponsoring: Sie spiegelt den Anspruch wider, Verantwortung zu übernehmen, Gleichberechtigung zu fördern und die Region dort zu unterstützen, wo Menschen zusammenkommen und Gemeinschaft entsteht. „Wir entwickeln moderne IT für eine Region, die sich ständig wandelt und wir begleiten die Menschen dabei. Für mich als Bochumer Junge ist genau das der Kern unserer Arbeit: Nähe, Ehrlichkeit und echte Partnerschaft“, bekräftigt Dörk.

bonamic versteht sich nicht als reiner Dienstleister, sondern als Partner für moderne IT und Konnektivität, der begleitet, unterstützt und vorausdenkt. Im Kern geht es bei bonamic um das, was im Ruhrgebiet seit jeher zählt: Zusammenhalt und Verlässlichkeit. Technik ist dabei das Werkzeug – aber die Menschen sind der Antrieb.

(Foto: bonamic)