2:5-Niederlage in Mainz

„Letzte Warnung“: Bochums überraschender Rückfall 

Unmittelbar nach Anpfiff schnappte sich VfL-Trainer Thomas Letsch eine Wollmütze gegen die Kälte. Hätte er da schon geahnt, wie sich das Spiel in den folgenden 90 Minuten entwickeln würde, hätte er sie am besten etwas tiefer über die Augen ziehen sollen, um das 2:5-Debakel in Mainz nicht mitansehen zu müssen. Denn das, was seine Mannschaft zum Rückrundenstart vor knapp 2.000 mitgereisten VfL-Fans zeigte, war ein Rückfall in längst überwunden geglaubte Zeiten. Sie war über weite Strecken der Partien klar unterlegen und leistete sich erschreckend viele Fehler.

Vorne wie hinten lange desolat

Die unterirdische Leistung in der ersten Hälfte zeichnete sich bereits 50 Sekunden nach Anpfiff ab. Aufmerksame Mainzer überrannten mühelos schläfrige Bochumer. „Wir haben zuletzt viel Leidenschaft und Intensität gezeigt. Heute war nichts davon zu sehen“, bemängelte Kapitän Anthony Losilla. Praktisch jeder Bochumer war an mindestens einem der drei Gegentreffer in der ersten Halbzeit beteiligt. Sie verteilten großzügig Geschenke. Spätestens mit dem vierten Einschlag nach gut einer Stunde schien der VfL auf ein Debakel zuzusteuern und wurde von den Mainzer Fans sogar verhöhnt, als der umtriebige Pierre Kunde und der eingewechselte Erhan Masovic den Anschluss herstellten. Doch die nächsten beiden Großchancen gingen knapp neben das Tor; eine wahrscheinlich historische Aufholjagd blieb aus.

Sie hätte den Spielverlauf trotz einer halbwegs ordentlichen zweiten Halbzeit auch zu sehr auf den Kopf gestellt. „Wir haben nie wirklich ins Spiel gefunden, waren oft zu weit weg und nicht schnell genug“, kritisierte Bochums Cheftrainer. Thomas Letsch hatte seine Startformation vor dem Spiel auf vier Positionen verändert, und zur Halbzeit vier weitere Male gewechselt. Die Rochade vor der Partie brachte der Mannschaft zwar keine zusätzliche Sicherheit, sie als Hauptursache für die Pleite auszumachen, würde allerdings zu kurz greifen. Zumal auch etablierte Stammspieler einen rabenschwarzen Tag erwischten; nicht nur in der Defensive, auch weiter vorn. Bis zur ersten Torchance vergingen fast 40 Minuten. Wirklich gefährlich wurden die Angriffsbemühungen des VfL erst in der Schlussphase.

Der missratene Rückrundenstart kann als „letzte Warnung“ verstanden werden, wie es Philipp Hofmann nach Abpfiff formulierte. Niederlagen gehören im Abstiegskampf dazu, doch einen derartigen Total-Aussetzer, zumal gegen ein Mittelklasse-Team, sollte sich der VfL in den kommenden Wochen möglichst nicht noch einmal erlauben. Zudem wird es nicht ausreichen, sich auf die bislang erfreuliche Heimbilanz zu verlassen – auch in der Fremde müssen Punkte her. Die Spieler wollen es nicht mehr hören, aber ihre Auswärtsbilanz bleibt mit neun Niederlagen nach zehn Partien besorgniserregend. Deshalb ist auch das Torverhältnis so schlecht. Es braucht kein Mathematikstudium, um zu verstehen, „dass wir darüber nicht in der Liga bleiben. Also müssen wir es über die Punkte regeln“, weiß Letsch.

Gegen Hoffenheim und Bayern

Die nächste Chance, das Konto zu füllen, besteht am kommenden Samstag gegen die seit acht Partien sieglose TSG Hoffenheim – zum Glück im eigenen Stadion. Und auswärts? Da geht es in zwei Wochen ausgerechnet zum übermächtigen FC Bayern. Die Bochumer Schlachtenbummler werden natürlich wieder dabei sein. Ihr Motto („Auch nach jeder Pleite gehen wir auf Reise“) war in Mainz sogar Teil einer Choreographie. Diese Treue ist angesichts der sportlichen Darbietungen nicht selbstverständlich. Und verdient endlich wieder eine Gegenleistung.

(Foto: Imago / Beautiful Sports)

0:2 in Leverkusen

Lob trotz Niederlage: Was dem VfL Bochum Mut macht

Es gibt in allen Vereinen Rituale, wie Neuzugänge in den Kreis der Mannschaft aufgenommen werden. Beim VfL Bochum gehört es offensichtlich dazu, einen Strafstoß zu verschulden. Elfmal foulten die Bochumer in der Hinrunde im eigenen Sechzehnmeterraum. Auch Keven Schlotterbeck, der Anfang Januar aus Freiburg ausgeliehen wurde, hat nun einen Elfmeter zu verantworten. Das Spiel in Leverkusen am Mittwochabend war erst wenige Minuten alt, da foulte der Innenverteidiger Bayers Moussa Diaby. Nach einem Check des Videoassistenten zeigte der Unparteiische auf den Punkt. „Das ging in Ordnung. Ich habe den Kontakt gespürt. Dieser Treffer geht auf meine Kappe“, gab Schlotterbeck hinterher freimütig zu. Leverkusens Edmond Tapsoba verwandelte und brachte den VfL früh ins Hintertreffen. Die Gäste aus Bochum brachen dann aber keineswegs ein, sondern zeigten eine mehr als ordentliche Auswärtsleistung.

Kämpferisch tadellose Leistung

„Wir haben alles geboten, was man im Abstiegskampf benötigt“, lobte VfL-Trainer Thomas Letsch sein Team für eine kämpferisch tadellose und auch spielerisch vorzeigbare Leistung. „Wenn wir in der Fremde immer so auftreten, werden wir unsere Punkte auch holen.“ Nach zum Teil desaströsen Darbietungen außerhalb des eigenen Stadtgebiets scheint sich der VfL nun auch auswärts zu stabilisieren. „Wir waren auf Augenhöhe, vor allem in der ersten Halbzeit“, sagte Letsch, der aber auch einsah, dass sich die höhere Qualität der Leverkusener am Ende durchsetzte. In beiden Halbzeiten traf die Werkself früh und nutzte die wenigen Unzulänglichkeiten der Bochumer gnadenlos aus. Vor dem 0:1 hatte nicht nur Keven Schlotterbeck, sondern auch Danilo Soares Schwierigkeiten mit dem hohen Tempo von Diaby; beim 0:2 verlor Kevin Stöger den Ball vor dem eigenen Strafraum, war damit aber auch nur Teil einer Fehlerkette.

Hinrunde endet auf Relegationsplatz

Der VfL zeigte sich ansonsten taktisch diszipliniert, war präsent in den Zweikämpfen, spielte mit Leidenschaft und hohem Tempo, ließ jedoch im gegnerischen Strafraum abermals die Konsequenz vermissen. „Die Chancen, die wir hatten, haben wir leider nicht genutzt“, analysierte Anthony Losilla. Weil das Spiel in Leverkusen gleichbedeutend mit dem Ende der Hinserie war, nahm der Kapitän auch die erfreuliche Entwicklung der vergangenen Monate in den Blick. Seit der Amtsübernahme von Thomas Letsch holte der VfL im Schnitt 1,5 Punkte pro Partie und startete damit eine Aufholjagd. „Wir sind stabiler und entschlossener geworden und haben es geschafft, uns auf den Relegationsplatz vorzuarbeiten“, sagte Losilla. Der VfL tritt wieder als funktionierende Einheit auf, ähnlich wie in der vergangenen Saison. „Wir haben jetzt die gesamte Rückrunde Zeit, es noch besser zu machen und früher zu punkten als in der Hinrunde.“

Rotation gegen Mainz denkbar

Am besten schon in Mainz. Bereits am Samstag geht es für den VfL Bochum mit dem nächsten Auswärtsspiel weiter, kürzer könnte die Pause kaum sein. Trainer Thomas Letsch rotierte bereits in Leverkusen, brachte den schnellen, umtriebigen, aber in Tornähe noch glücklosen Takuma Asano für Simon Zoller. Für den erkrankten Ivan Ordets spielte Vasilios Lampropoulos an der Seite von Schlotterbeck, und im zentralen Mittelfeld lief Erhan Masovic für Philipp Förster auf – definitiv eine Überraschung. Um die intensive Spielweise auch am Ende dieser ereignisreichen ersten Fußballwoche des neuen Jahres hochhalten zu können, plant Letsch weitere Veränderungen. Für die Startelf kommen neben Förster unter anderem die beiden Ex-Mainzer Gerrit Holtmann und Pierre Kunde infrage – in der Hoffnung, dass Winterneuzugang Kunde zum Einstand nicht auch noch einen Elfmeter verschuldet.

(Foto: Marc Niemeyer)

Zu- und Abgänge

Sechs Wintertransfers beim VfL: Was jetzt noch geplant ist

Eine Woche vor dem Ende der Transferperiode ist die Bilanz des VfL Bochum plötzlich ausgeglichen: Drei Neuzugänge – Keven Schlotterbeck, Pierre Kunde und Moritz Broschinski – stehen seit Dienstag drei Abgängen gegenüber. Nachdem Jannes Horn schon Anfang Januar an den 1. FC Nürnberg verliehen wurde, haben nun auch Tim Oermann und Tarsis Bonga den Verein verlassen.

Oermann und Bonga sind gewechselt

Oermann trägt bis zum Saisonende das Trikot des Wolfsberger AC. „Die erste österreichische Liga ist die ideale Spielkasse für ihn“, sagt VfL-Trainer Thomas Letsch. „Wir halten große Stücke auf ihn, deshalb haben wir den Vertrag zuletzt auch bis 2026 verlängert. Aber wir können ihm gerade nicht die Spielpraxis bieten, die er braucht und sich wünscht.“ Beim VfL wäre der 19-Jährige, der aus der eigenen Jugend stammt, nur als Innenverteidiger Nummer fünf oder sechs in die Rückrunde gegangen. In Wolfsberg dürfte er zudem in guten Händen sein. Trainiert wird die Mannschaft von Ex-VfL-Coach Robin Dutt, der immer noch einen guten Draht nach Bochum pflegt, vor allem zu U19-Trainer Heiko Butscher, der Oermann bestens kennt. Eine Kaufoption hat der VfL dem WAC nicht gewährt, der Spieler kehrt also im Sommer nach Bochum zurück.

Tarsis Bonga hingegen hat seinen in wenigen Monaten auslaufenden Vertrag aufgelöst. Der Offensivallrounder geht nun für den Zweitligisten Eintracht Braunschweig auf Torejagd. Bonga hatte zuletzt ein knapp zweiwöchiges Probetraining beim Zweitligisten absolviert und dabei offensichtlich überzeugt – wobei sein Vertrag bei den Niedersachsen zunächst nur bis zum Saisonende datiert ist. Der VfL hat ihm bei dem Wechsel jedenfalls keine Steine in den Weg gelegt. Im Gegenteil: Die Verantwortlichen sind froh, den Ergänzungsspieler von der Gehaltsliste streichen zu können. Das wünschen sie sich natürlich auch im Fall Lys Mousset, bei dem das Einsparpotenzial noch weitaus größer ist. Eine neue Entwicklung gibt es bei ihm allerdings nicht; einzig, dass er sich vorerst krankgemeldet hat und das Trainingsangebot des Vereins aktuell nicht wahrnimmt.

Wohl kein neuer Rechtsverteidiger mehr

Es dürfte nach jetzigem Stand also eine eher ruhige letzte Transferwoche bevorstehen. Es sei denn, Spieler wie Jacek Goralski oder Dominique Heintz, die derzeit Mühe haben, überhaupt in den Kader zu kommen, äußern einen Wechselwunsch. Dass der VfL umgekehrt noch einen neuen Rechtsverteidiger verpflichtet, um auf die Knieverletzung von Cristian Gamboa zu reagieren, ist nicht zu erwarten. „Die Wahrscheinlichkeit, dass wir auf der Position noch einmal aktiv werden, ist eher gering“, sagte Thomas Letsch am Dienstag auf Nachfrage von Tief im Westen – Das VfL-Magazin. Ein Grund dafür ist die Rückkehr von Konstantinos Stafylidis ins Mannschaftstraining. Der Defensivallrounder leidet zwar unverändert an einem Rippenbruch, soll aber schon in absehbarer Zeit wieder spielfähig sein.

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(Foto: Firo Sportphoto)

3:1 gegen Hertha

Zuversicht nach Startsieg: VfL blickt wieder gern auf die Tabelle

Dass der Schiedsrichter noch vor den eigenen Spielern bejubelt wird, kommt im Ruhrstadion eher selten vor. Beim ersten Heimspiel im neuen Kalenderjahr war das aber der Fall. Martin Petersen, der Unparteiische, nahm den frühen Führungstreffer der Berliner zurück, weil der Ball zuvor im Aus gelandet war. Mit dieser Entscheidung ging auch durch die Bochumer Mannschaft ein Ruck, die zunächst Mühe hatte, ins Spiel zu kommen – dann aber maximale Effizienz an den Tag legte, gegen die Hertha mit 3:1 gewann und somit einen perfekten Start ins neue Fußballjahr feierte.

Hofmann trifft doppelt

„Das vermeintliche 0:1 war der Wachmacher für uns“, sagte Philipp Hofmann, dem später sein erster Doppelpack in der Bundesliga gelang. „Danach haben wir den klassischen Bochum-Fußball gezeigt. Viele zweite Bälle gewonnen, gute Zweikämpfe geführt.“ Der VfL machte sicher nicht sein bestes Saisonspiel, traf aber immer wieder zum richtigen Zeitpunkt: Zunächst durch Hofmann kurz nach dem aberkannten Gegentor, dann durch Keven Schlotterbeck unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff. Die Bochumer holten aus einer eigentlich ausgeglichenen ersten Hälfte das Maximale heraus.

Nach dem Seitenwechsel waren die Gäste zunächst stärker, doch ein blitzsauber vorgetragener Konter, den Hofmann vollendete, sorgte für die Entscheidung. Der späte Anschlusstreffer war lediglich Ergebniskosmetik. „Jeder hat mit Leidenschaft und Mentalität gespielt. Das zeichnet unsere Mannschaft aus. Anders geht es nicht, um in der Bundesliga erfolgreich zu sein“, lobte Trainer Thomas Letsch sein Team, dem die lange Pause anzumerken war, das aber als Einheit funktionierte und enttäuschende Testspielergebnisse schnell vergessen ließ.

Schlotterbeck debütiert und überzeugt

Personell hat Letsch mit seiner Aufstellung auf einer Position überrascht: Zoller spielte für Asano. „Simon hat enorme Qualitäten gegen den Ball“, erklärte der Trainer auf Nachfrage. „Das war mir im ersten Spiel nach der Pause wichtiger als die Offensivstärke von Takuma.“ Diese Aufgabe erfüllte Zoller mit Bravour, war stark beim Anlaufen und Dirigent der Mannschaft – aber eher selten in Tornähe. Zoller unterstützte auf seiner Seite auch Saidy Janko, der solide spielte und gute Aktionen hatte, in einigen Szenen aber zu früh abschaltete und dadurch den Ball oder einen Zweikampf verlor.

Neben Doppelpacker Hofmann trat auch Philipp Förster dank zwei Torbeteiligungen wieder positiv in Erscheinung; mit fünf Vorlagen ist er aktuell Bochums bester Vorlagengeber. Einmal profitierte davon auch Keven Schlotterbeck. „Erstes Spiel, erstes Tor, erster Sieg – das ist einfach wunderschön, was ich hier erleben durfte“, sagte der Innenverteidiger, der Anfang Januar für sechs Monate vom SC Freiburg ausgeliehen wurde. Nicht nur wegen seines Treffers feierte Schlotterbeck einen gelungenen Einstand. Er überzeugte mit klugem Stellungspiel und kommunizierte auch viel.

Drei Tabellenplätze geklettert

Nebenmann Ivan Ordets überzeugte ebenfalls und half dabei mit, seinem Trainer eine unverändert makellose Heimbilanz zu bescheren. Viermal stand Thomas Letsch nun im Bochumer Ruhrstadion an der Seitenlinie, alle Partien gewann er. Vier Bundesliga-Heimsiege in Serie sind dem VfL zuletzt vor mehr als 25 Jahren gelungen. Der Trainer warnt allerdings davor, diese Zwischenbilanz überzubewerten. „Wir sind weit davon entfernt, etwas erreicht zu haben“, sagte er mit Blick auf die Tabelle, bei dem auch die Bochumer Fans endlich wieder Freude und Zuversicht verspüren.

Einen Spieltag vor dem Ende der Hinrunde und zum ersten Mal seit der Niederlage in Hoffenheim Mitte August steht der VfL wieder auf einem Nicht-Abstiegsplatz. Zur Erinnerung: Bei der Amtsübernahme von Thomas Letsch Ende September waren die Bochumer noch abgeschlagen Tabellenletzter. Jetzt sind sie von Rang 17 auf 14 vorgerückt, stehen sieben Punkte vor Schalke und haben auch die Hertha erstmals hinter sich gelassen. Die Signalwirkung ist klar: Mit dem VfL ist auch im neuen Jahr zu rechnen, und der Klassenerhalt keineswegs unrealistisch.

(Foto: Marc Niemeyer)

Dritter Wintertransfer

Einigung erzielt: Neuer VfL-Stürmer kommt vom BVB

Update: Der VfL hat den Transfer am Sonntag bestätigt!

Innerhalb des Ruhrgebiets bahnt sich ein Stürmertransfer an. Moritz Broschinski aus der U23 von Borussia Dortmund steht nach gemeinsamen Recherchen von Tief im Westen – Das VfL-Magazin und den Ruhr Nachrichten vor einem Wechsel zum VfL Bochum. Dort soll der 22-Jährige einen Vertrag mit einer Laufzeit von dreieinhalb Jahren erhalten. Die Vereine und der Spieler haben sich bereits geeinigt, der Wechsel dürfte noch an diesem Wochenende bestätigt werden. Dazu passt, dass sich Broschinski bereits am Freitag von der Mannschaft beim BVB verabschiedet hat. Sein Vertrag in Dortmund wäre im Sommer ohnehin ausgelaufen, auch andere Klubs zeigten Interesse an einer Verpflichtung. Der VfL muss vermutlich eine kleine Ablöse zahlen.

Mit seinem insgesamt dritten Wintertransfer erweitert er die Möglichkeiten im Angriff und belebt hinter Stammspieler Philipp Hofmann, dem etatmäßigen Mittelstürmer, den Konkurrenzkampf – wobei Broschinski zunächst als Perspektivspieler eingeplant ist. Der großgewachsene und schnelle Angreifer kann in der vorderen Reihe sowohl zentral als auch außen eingesetzt werden, wobei er seine Stärken als Mittelstürmer am besten entfalten kann. Broschinski kam in der aktuellen Drittliga-Saison in 15 Partien zum Einsatz und erzielte drei Treffer. Bei den Profis des BVB kam er in Testspielen zum Einsatz. Vor seinem Wechsel nach Dortmund im Sommer 2020 spielte er insgesamt acht Jahre für Energie Cottbus.

Ob die Bochumer Personalplanungen mit der Verpflichtung von Broschinski für diesen Winter bereits abgeschlossen sind, steht noch nicht fest. Aufgrund der Knieverletzung von Cristian Gamboa denken die Verantwortlichen darüber nach, auch diese Position zu verstärken. Aktuell gehören 26 Feldspieler und vier Torhüter zum Kader des VfL, Broschinski schon eingerechnet. Mit Lys Mousset und Tarsis Bonga stehen aber noch zwei Profis auf der Streichliste.

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(Foto: Firo Sportphoto)

Transferperiode

Jetzt geht es um Abgänge: Bochum nutzt den Winter

Mit 25 Feldspielern und drei Torhütern ist der VfL Bochum am Samstag in sein diesjähriges Wintertrainingslager aufgebrochen und am Mittag sicher in Spanien gelandet. Eine Woche lang wird sich der Vorletzte der Bundesliga-Tabelle in Jerez de la Frontera auf die mindestens 20 Pflichtspiele im zweiten Saisonabschnitt vorbereiten. Je nach Endplatzierung und einem möglichen Weiterkommen im Pokal könnten es sogar noch einige Partien mehr werden. Ein Kader, der auch in der Breite gut besetzt ist, könnte also von Vorteil sein. Nach den Verpflichtungen von Keven Schlotterbeck und Pierre Kunde dürfte der VfL dieses Kriterium erfüllen. Jede Position ist mindestens doppelt besetzt, einige sogar dreifach. Weitere Neueinkäufe sind deshalb nicht geplant.

Horn wechselt nach Nürnberg

Schließlich kann Cheftrainer Thomas Letsch in der heißen Phase der Vorbereitung praktisch aus dem Vollen schöpfen. Bis auf Ersatztorhüter Paul Grave, der sich nach einer Operation an der Schulter noch in der Reha befindet, sind alle Profis fit. Also auch Jacek Goralski, der in den zurückliegenden Monaten häufiger verletzt war; Dominique Heintz, der ebenfalls länger gefehlt hat; und Takuma Asano, der wegen einer Knieverletzung unter Thomas Letsch noch kein einziges Spiel absolviert hat, auf den der Coach aber große Stücke hält. Angesichts dieser Personalauswahl könnte es nun sogar wieder zu einer Verkleinerung des Kaders kommen. Den Anfang hat am Samstag bereits Jannes Horn gemacht, der nicht mehr mit ins Trainingslager geflogen ist.

Der Defensivspezialist, der erst im Sommer als Ersatz für den seinerzeit verletzten Danilo Soares nach Bochum gekommen war, läuft bis zum Saisonende für den 1. FC Nürnberg auf. Beim VfL hat der 25-Jährige bislang nur zwei Bundesliga-Spiele absolviert und wäre hinter Soares und Konstantinos Stafylidis lediglich als Linksverteidiger Nummer drei in die Rückrunde gegangen. „Für beide Seiten ist das die beste Lösung“, sagt VfL-Geschäftsführer Patrick Fabian. „Wir erhoffen uns von der Leihe nach Nürnberg, dass er durch regelmäßige Einsätze sein Leistungspotenzial voll ausschöpfen kann und erwarten ihn dann im Sommer in guter Verfassung wieder zurück in Bochum.“ Interessant: Der VfL hat dem Zweitligisten keine Kaufoption gewährt.

Bonga zur Probe in Braunschweig

Auch Tarsis Bonga könnte in diesem Winter eine Klasse tiefer unterkommen. Der Offensivallrounder ist vom VfL Bochum für die Dauer des Trainingslagers freigestellt. Er absolviert seit Samstag ein Probetraining bei Eintracht Braunschweig. Bongas Vertrag läuft in wenigen Monaten ohnehin aus, spätestens dann wird er Bochum verlassen müssen. Sollte er schon vorher einen neuen Klub finden, würden ihm die Verantwortlichen beim VfL keine Steine in den Weg legen. Für wen das bis zum Transferschluss am 31. Januar noch gelten könnte, dürfte sich im Trainingslager zeigen. Obwohl es insgesamt drei Testspiele geben soll – das erste gegen den Grasshopper Club Zürich sogar über 120 Minuten – kann es passieren, dass nicht jeder Profi zum Einsatz kommt.

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(Foto: Imago / Revierfoto)

Gamboa fällt länger aus

VfL Bochum denkt über neuen Rechtsverteidiger nach

In weniger als zwei Wochen endet die Transferperiode. Bis zum 31. Januar sind Kaderkorrekturen noch möglich, anschließend nicht mehr. Der VfL Bochum ist in diesem Monat bereits aktiv geworden. Mit Innenverteidiger Keven Schlotterbeck und Mittelfeldspieler Pierre Kunde gab es zwei Neuzugänge. Beide wurden frühzeitig verpflichtet, waren im Trainingslager sowie in den Testspielen dabei und sind bereits in die Mannschaft integriert. Damit sollten die Transferaktivitäten für diesen Winter eigentlich abgeschlossen sein. Doch jetzt gibt es neue Überlegungen. Grund dafür ist die Verletzung von Cristian Gamboa, der sich in dieser Woche das Innenband im rechten Knie angerissen hat. Der Rechtsverteidiger hat sich im Training verletzt und fällt mindestens vier Wochen aus.

Plötzlich Mangel an Außenverteidigern

„Es ist eine neue Situation eingetreten. Wir haben uns zuletzt sicher keine Gedanken über diese Position gemacht. Nun gibt es die Verletzung von Gamboa, und auch Konstantinos Stafylidis, der dort spielen könnte, fällt mit einem Rippenbruch aus. Wir diskutieren jetzt intern, wie wir damit umgehen werden“, erklärte Geschäftsführer Patrick Fabian am Donnerstag auf Nachfrage von Tief im Westen – Das VfL-Magazin und bezog dabei auch eine mögliche Neuverpflichtung mit ein. Derzeit steht mit Saidy Janko nur ein etatmäßiger Rechtsverteidiger zu Verfügung. Janko ist allerdings auch angeschlagen, er hat sich im Trainingslager die Nase gebrochen. Der Schweizer steht zwar zur Verfügung, wird aber womöglich mit einer Schutzmaske spielen. Als naheliegende Option verbleibt also lediglich Jordi Osei-Tutu, der sich offensiv jedoch wohler fühlt.

Auch auf der linken Seite gibt es hinter Danilo Soares aktuell ein Vakuum, nachdem Jannes Horn vor knapp zwei Wochen zum 1. FC Nürnberg ausgeliehen wurde, sich dort aber ebenfalls verletzt hat. Ob der VfL tatsächlich noch einmal auf dem Transfermarkt aktiv wird, hängt nun von verschiedenen Fragen ab: Wie schnell werden Konstantinos Stafylidis und Cristian Gamboa zurückkehren? Welche kaderinternen Alternativen ergeben sich noch? Und: Ergibt sich überhaupt eine passende Option auf dem Transfermarkt? Dabei spielt auch der Faktor Zeit eine wesentliche Rolle. Bis Mitte Februar stehen gleich zwei englische Wochen an. Gerade hierfür benötigt der VfL eine Lösung. Doch so schnell lässt sich ein Transfer inklusive Eingewöhnung kaum realisieren. Anschließend wiederum könnten die jetzt verletzten Spieler schon wieder zurückkehren, vor allem Stafylidis.

Zwei Spieler sollen noch gehen

Das Erfreuliche: Finanziell ist der VfL in der Lage, personell noch einmal nachzulegen. Zusätzlicher Spielraum würde sich ergeben, wenn Lys Mousset, der weiter suspendiert ist, noch einen neuen Verein findet. Der Problemprofi ist aktuell freigestellt. Das gilt auch für Tarsis Bonga. Der Offensivallrounder, der beim VfL keine Perspektive besitzt, ist als Probespieler mit ins Trainingslager von Eintracht Braunschwieg geflogen. In der neuen Woche soll eine Entscheidung fallen.

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(Foto: Firo Sportphoto)