Kolumne

Etat? Fast egal! VfL kann von Elversberg und Paderborn lernen

Die VfL-Kolumne ist ein festes Format auf Tief im Westen – Das VfL-Magazin. Regelmäßig gibt es einen kurzen Kommentar, einen Denkanstoß oder eine Einordnung zu einem ausgewählten Thema – zum sportlichen Geschehen an der Castroper Straße oder zum Drumherum. Die Regel: Maximal 1.848 Buchstaben. Das Ziel: Diskussionen anzustoßen. Das Thema heute: Die Kaderplanung.

Zum Saisonende ist es ratsam, noch einmal auf die eigenen Prognosen zu schauen. Was davon ist eingetreten, und was nicht? Rückblickend war es richtig, schon im Sommer die Bochumer Transferpolitik deutlich zu kritisieren. Falsch war es hingegen, in diesem Zuge Fortuna Düsseldorf für ihre Neueinkäufe zu loben. Im Einzelfall war das gar nicht ganz verkehrt. Im Großen und Ganzen aber ist in der Landeshauptstadt offensichtlich noch viel mehr schiefgelaufen als in Bochum. Ganz besonders bei der Trainerfrage: Während Uwe Rösler die Wende eingeleitet, den VfL gerettet und auf Platz neun geführt hat, hat die Fortuna mit Markus Anfang und Alexander Ende zwei unpassende Trainer verpflichtet. Das war, gestattet mir den Wortwitz, der Anfang vom Ende. Zum Glück ist es beim VfL anders gelaufen!

Das Beispiel Düsseldorf zeigt aber noch viel mehr. Erstens: Auch die vermeintlich Großen sind in dieser Liga nicht sicher. Und zweitens: Die Etathöhe ist gar nicht so entscheidend. Sonst wäre nicht nur Düsseldorf viel weiter oben in der Tabelle platziert, sondern auch der VfL oder die Berliner Hertha. Umgekehrt wären Paderborn und Elversberg höchstens im Mittelfeld gelandet. Was aber machen die genannten Teams – wohlgemerkt seit Jahren – besser? Beide Klubs haben ein gutes Auge für talentierte Spieler und Trainer aus unteren Ligen und den Nachwuchsmannschaften der Bundesligisten. Zudem bestätigen Kenner beider Klubs, dass der Teamgeist an beiden Standorten ein besonderer sei. Die Spieler haben eine ähnliche Vita, kaum Allüren, ticken ähnlich und müssen nicht ständig motiviert werden. Führungsspieler, die schon länger für den Klub spielen, bilden die Basis.

Daraus leitet sich unweigerlich der Auftrag für die Verantwortlichen des VfL Bochum in diesem Sommer ab. Sie müssen nicht nur auf die individuelle Qualität der Spieler achten, sondern auch auf ihre charakterliche Eignung. Scouting ist das A und O! Die Ausgangslage ist nach zwei verkorksten Sommertransferperioden Fluch und Segen zugleich: Viel schlechter kann es nicht laufen. Ein bisschen besser zu werden, reicht aber auch nicht, weil Fehler der Vergangenheit immer noch nachwirken.


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(Foto: Marc Niemeyer)

Podcast

Große Kaderanalyse: Hier braucht der VfL Verstärkung

Sommerpause ist Transferzeit. Deshalb schauen wir in unserer neuen Podcast-Folge auf den Bochumer Kader. Wo gibt es Handlungsbedarf und welche Spielertypen braucht es, um in der kommenden Saison wieder erfolgreicher zu sein? Wir ordnen Gerüchte ein und sprechen über jede Position.

Zwei Hinweise in eigener Sache: Die Aufnahme erfolgte bereits am Mittwochabend, also vor der Verpflichtung von Daniel Hanslik. Der Spieler ist in dieser Folge trotzdem schon Thema. Überdies handelt es sich um die letzte Aufnahme vor unserer Sommerpause. In gut dreieinhalb Wochen, pünktlich zum Trainingsauftakt (24/25.6.), melden wir uns mit einer neuen Folge wieder.


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(Foto: Marc Niemeyer)

Podcast

Kosten, Dauerkarten und mehr: Details zur Stadionsanierung

Unsere neue Podcast-Folge ist online! In dieser Ausgabe sprechen wir über die anstehende Stadionsanierung. Womit müssen Dauerkarteninhaber und Mitglieder rechnen und wie könnte eine faire Ticketvergabe in den kommenden drei Jahre aussehen? Was bedeutet die Baumaßnahme aus wirtschaftlicher Sicht, sowohl für den Verein als auch für die Stadt? Außerdem werfen wir einen Blick auf die Neuvergabe des Stadionnamens. Ist es ein Vor- oder Nachteil, das Sponsoring für eine Baustelle zu übernehmen? Zum Abschluss geht es außerdem um die Zukunftsperspektiven und um eine Grundsatzfrage, die viele Fans umtreibt: Wäre ein Neu- oder Ausbau nicht die bessere Lösung, oder ist das gar nicht umsetzbar? Viel Spaß beim Anschauen und Zuhören!


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(Foto: Claudio Gentile)

Auftaktniederlage

Erneuter Fehlstart: Personelle Alternativen sind rar

Die Erinnerungen an einen Bochumer Auftaktsieg verblassen immer mehr. Zehn Jahre liegt der bislang letzte Erfolg an einem ersten Spieltag inzwischen zurück – und nach dem 0:1 gegen Hertha BSC muss der VfL weiter auf einen gelungenen Saisonstart warten. Wenig Tempo, kaum kreative Lösungen, zahlreiche Ungenauigkeiten und nur wenige gefährliche Torabschlüsse prägten den Auftritt. Die Bochumer waren mit großen Erwartungen in die neue Spielzeit gestartet, wurden beim Eröffnungsspiel aber schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Dabei hatten sich einige der nun sichtbaren Schwächen bereits in den vergangenen Wochen angedeutet.

Beim entscheidenden Gegentreffer waren insbesondere Jean Manuel Mbom, Enis Cokaj und Oliver Olsen nicht auf der Höhe. Vor allem Mbom und Olsen haben bereits in der Vorbereitung immer wieder Schwächen gezeigt. Das Problem: Auf diesen Positionen gibt es derzeit keine besseren Optionen. Auch die überschaubare Zahl an Torchancen war keine große Überraschung. In den fünf wichtigsten Testspielen vor dem Saisonstart hat der VfL gerade einmal vier Treffer erzielt.  Deutlich positiver fällt die erste Zwischenbilanz in der Defensive aus. Mit Ausnahme der spielentscheidenden Szene, die zum Gegentor führte, war die Bochumer Hintermannschaft stabil. Insgesamt bewegte sich der VfL auf Augenhöhe mit den Berlinern.

Für ein leistungsgerechtes Unentschieden reichte es trotzdem nicht. „Wenn man verliert, dann ist natürlich Verbesserungspotenzial da“, sagte Linksverteidiger Maximilian Wittek. Grundsätzlich bewertete er die Leistung jedoch ähnlich wie Trainer Uwe Rösler und Kapitän Timo Horn nicht allzu kritisch und sprach von einem „ausgeglichenen Spiel“. Die Reaktion der Zuschauer fiel dagegen weniger wohlwollend aus. Vor dem Anpfiff hatten die Ultras mit einer beeindruckenden Choreografie für einen stimmungsvollen Rahmen gesorgt. Während der Partie wollte der Funke vom Spielfeld auf die Tribünen allerdings nur selten überspringen. Nach dem Abpfiff war die Enttäuschung über den verlorenen Saisonauftakt groß. Wittek machte dafür vor allem die fehlende Gefahr in den entscheidenden Bereichen verantwortlich: „Es ist viel zwischen den Boxen passiert, aber nicht in den Boxen.“

Auch individuell gab es nur wenige Lichtblicke. Innenverteidiger Michael Steinwender überzeugte mit einer ruhigen und konzentrierten Vorstellung. Berkan Taz war im Mittelfeld häufig anspielbar und versuchte, dem Bochumer Spiel Struktur zu geben. Alessandro Crimaldi, der erstmals von Beginn an auflief, war zwar engagiert, fand gegen die Berliner Defensive aber kaum Lücken. Nach seiner Einwechslung brachte Gerrit Holtmann mehr Dynamik und Durchsetzungsvermögen ins Spiel, blieb vor dem Tor jedoch ohne Erfolg. Rösler setzte zunächst auf die erwartete Anfangsformation. Im zweiten Durchgang kamen neben Holtmann auch Karol Mets, Mats Pannewig und Christian Rasmussen zum Einsatz. Das Quartett zählt grundsätzlich zum Kreis der Startelfkandidaten, hatte allerdings Teile der Vorbereitung verpasst und war deshalb körperlich noch nicht bereit für 90 Minuten. „Wir hätten nicht großartig anders aufstellen können“, erklärte Wittek.

Neu ist auch dieses Problem nicht. Schon in der Vorbereitung war zu erkennen, dass der Kader teilweise zu schmal aufgestellt ist. Im zentralen Mittelfeld fehlt weiterhin ein laufstarker und spielstarker Achter, den sich Rösler weiterhin mit Nachdruck wünscht. Auch die Besetzung auf der rechten Abwehrseite ist im Vergleich zur vergangenen Saison schwächer geworden und könnte im Laufe der Spielzeit zum Problem werden. Bis zum Auswärtsspiel am Freitag in Braunschweig bleibt für einige Spieler immerhin noch etwas Zeit, um den Fitnessrückstand weiter aufzuholen. Gut möglich, dass Pannewig für Mbom in die Startelf rückt oder Mets Karademir ersetzt, der bei seinem Debüt allerdings einen ordentlichen Eindruck hinterließ. So oder so: Der VfL sollte in Braunschweig punkten, um nicht bereits früh ins Hintertreffen zu geraten. Wittek glaubt derweil nicht, dass sich ein Fehlstart wie in der vergangenen Saison wiederholt: „Mannschaftlich ist die Konstellation eine andere. Es sind viele dabei, die mit Rückschlägen umgehen können.“

Mehr zum Spiel und der Lage beim VfL Bochum erfahrt Ihr in unserer neuen Podcast-Folge:

(Foto: Marc Niemeyer)

Personal

Taz, Loosli, Gamboa: Wer kommt, wer bleibt, wer geht?!

Von den neun parallel ausgetragenen Zweitliga-Spielen am Sonntagnachmittag war das Duell zwischen dem Karlsruher SC und dem VfL Bochum das einzige, das für Bluthochdruck-Patienten geeignet war. Denn beim Aufeinandertreffen der beiden Tabellennachbarn ging es weder um den Auf- noch um den Abstieg. Entsprechend befreit traten beide Mannschaften auf – und der VfL ging als Sieger aus dem Duell hervor. Trainer Uwe Rösler und seiner Mannschaft ist damit ein versöhnliches Saisonende auf einem einstelligen Tabellenplatz gelungen. Den ursprüngliche Ambitionen als Bundesliga-Absteiger wird das zwar nicht gerecht, nach dem Fehlstart mit sieben Niederlagen nach acht Spielen ist das Ergebnis jedoch beachtlich. „Hätte mir am 6. Oktober bei meinem Antritt jemand gesagt, dass wir 44 Punkte holen und Tabellenneunter werden, hätte ich ihn für verrückt erklärt“, sagte Rösler nach dem 2:1-Auswärtssieg beim KSC. In der sogenannten Rösler-Tabelle wäre der VfL, hochgerechnet auf die Saison, sogar auf Rang fünf gelandet.

Mehr Spielkultur und Ballbesitz mit Taz

Ein Platz im oberen Tabellendrittel müsste auch in der kommenden Saison das Ziel sein. Ob dieses realistisch ist, hängt von der Neugestaltung der Mannschaft ab. Mindestens zwölf Abgänge verzeichnet der VfL schon jetzt, darunter einige Stammkräfte. Aus der Startelf, die in Karlsruhe begonnen hat, wurden sieben Profis verabschiedet. Wobei in mindestens einem Fall noch nicht das letzte Wort gesprochen ist. Denn Rösler macht sich für einen Verbleib von Noah Loosli stark: „Er verkörpert unsere Kultur und hat sportlich eine Konstanz entwickelt. Ich möchte ihn nicht verlieren.“ Dem Spieler liegt ein Vertragsangebot vor, eine Entscheidung steht noch aus. Dabei dürfte es neben finanziellen Aspekten auch um die sportliche Perspektive gehen. Loosli war zwar Stammkraft in der abgelaufenen Saison, mit seinen Darbietungen aber keineswegs unanfechtbar. Defizite hinsichtlich Tempo und Technik sind unübersehbar. Will sich der VfL weiterentwickeln, muss er sich verstärken. Loosli oder Nebenmann Philipp Strompf droht dann ein Platz auf der Bank.

Indizien dafür, dass die Abwehrzentrale mit schnelleren, spielstärkeren Kräften besetzt werden muss, weil sich die taktische Ausrichtung ändert, liefert der Verein selbst, zum Beispiel mit der Verpflichtung von Berkan Taz. Der 27-Jährige wechselt vom SC Verl ablösefrei an die Castroper Straße, sein Vertrag ist bis 2028 datiert. Beim Drittligisten glänzte Taz zuletzt mit 38 Torbeteiligungen in 38 Spielen. Mit ihm hat der VfL einen typischen Spielgestalter verpflichtet, der den entscheidenden Pass spielen kann und selbst den Abschluss sucht. „Er verfügt über Klasse in engen Räumen und ist auch ein Standardspezialist. Berkan bringt das mit, was wir gesucht haben“, betont Rösler. Zur bisherigen Spielweise würde Taz eher nicht passen. Während der VfL in zurückliegenden Saison durchschnittlich nur 45 Prozent Ballbesitz verzeichnete und damit ligaweit auf dem letzten Platz landete, war Taz in Verl 67 Prozent Ballbesitz pro Partie gewohnt. Umstellen muss sich der Neuzugang allerdings so oder so. Bislang war die 3. Liga das sportliche Zuhause von Taz. VfL-Direktor Simon Zoller traut ihm den Klassensprung jedoch „ohne Umschweife“ zu.

Neuzugänge für alle Mannschaftsteile

Komplette Fehleinschätzungen können sich die Kaderplaner nicht erlauben. Während Zoller die Neuzugänge der Öffentlichkeit präsentieren darf, ist im Hintergrund vor allem Markus Brunnschneider für die Vorauswahl und Umsetzung der Transfers zuständig. Neben eigenen Netzwerken setzt er verstärkt auf datenbasiertes Scouting. Hierfür hat der VfL in diesem Jahr einen Spezialisten eingestellt. Währenddessen befindet sich Ex-VfL-Profi Cristian Gamboa vor dem Absprung aus der Abteilung. Nach seinem Karriereende im vergangenen Sommer hat Gamboa zuletzt im Scouting gearbeitet. Seine Zukunft sieht der Publikumsliebling darin aber nicht. Ob er dem Klub in anderer Funktion erhalten bleibt oder komplett verlässt, ist noch nicht bekannt. Klar ist nur: Der Prototyp Gamboa ist gefragter denn je. Leidenschaft, Teamgeist und Siegermentalität sollen die Neuzugänge mitbringen. Rösler soll intern moniert haben, dass zu viele Spieler aus dem bisherigen Kader immer wieder auf Energieschübe von außen angewiesen waren.

Gesucht wird beim VfL derzeit für alle Mannschaftsteile. Für die Abwehrzentrale sollen zwei neue Spieler kommen; ein erfahrener Abwehrboss und ein junges Talent, das Eingewöhnungszeit bekommt, aber möglichst zügig spielen soll. Auch in der Reihe davor ist die Wunschliste etwas länger. Vom griechischen Erstligisten APO Levadiakos wechselt Enis Cokaj an die Castroper Straße; zwei weitere zentrale Mittelfeldspieler sollen ihm folgen. Für die offensiven Außenbahnen und fürs Sturmzentrum benötigt der VfL ebenfalls neues Personal. Dass er dafür bei Absteiger Fortuna Düsseldorf wildern wird, wie einige Fans hoffen, ist zwar denkbar, aber schwierig zugleich. Die wenigen Top-Spieler wie Torjäger Cedric Itten haben lukrativere Optionen, wiederum andere haben Drittliga-Verträge. Dass dies nicht per se ein Hindernis ist, zeigt ein Blick in die Gerüchteküche. Dort tauchen auffallend viele Spielernamen von verschiedenen Drittligisten auf. Mit einigen beschäftigt sich der VfL tatsächlich, mit anderen weniger bis gar nicht. Das gilt für Transfergerüchte generell. Nichts dran ist zum Beispiel an der Meldung, dass Umut Tohumcu von der TSG Hoffenheim nach Bochum wechseln könnte. Das Gerücht hat sich ein Nutzer der Plattform Transfermarkt schlicht ausgedacht. Unseriöse Fanseiten verbreiten die Information speziell auf Instagram trotzdem weiter.


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(Foto: Marc Niemeyer)

Podcast

Saisonfazit und Neuzugänge: Wo der VfL besser werden muss

Mit einem 2:1-Auswärtssieg beim Karlsruher SC verabschiedet sich der VfL Bochum in die Sommerpause. In unserer neuen Podcast-Folge blicken wir auf den letzten Spieltag, sprechen über positive wie negative Erkenntnisse aus dieser Saison und schauen voraus: Was braucht es für eine bessere Platzierung in der Spielzeit 2026/27? Viel Spaß beim Anschauen oder Zuhören!

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(Foto: Marc Niemeyer)

1:1 gegen Hannover

Bochumer Abschiedsspiel: Bei elf Abgängen bleibt es nicht

Die Rückennummern auf der Auswechseltafel waren die von Leandro Morgalla und Kjell Wätjen. Doch zuerst lief Matus Bero an den Spielfeldrand. Der Kapitän des VfL Bochum nahm die Binde von seinem Arm und übergab sie an Kevin Vogt – ein Zeichen der Wertschätzung bei dessen letztem Spiel an der Castroper Straße und vermutlich auch generell. Vogt wird seine Karriere nach der Saison beenden. Trainer Uwe Rösler schenkte ihm in der Schlussphase gegen Hannover einen letzten Auftritt und damit sein exakt 500. Spiel in der 1. oder 2. Liga. „Als kleiner Junge habe ich hier die Bälle reingeworfen, nun konnte ich wiederkommen und hier meine Karriere beenden. Das ist für mich der perfekte Abschluss“, sagte Vogt später in den Katakomben. Zwei Tage zuvor hatten er und der Verein das Karriereende verkündet.

Elf Spieler schon verabschiedet

Eigentlich wäre der 34-Jährige noch bis 2027 beim VfL geblieben, doch sein Körper machte nicht mehr mit. Beide Parteien fanden deshalb einen Kompromiss, der Vogt einen sanften Übergang in den neuen Lebensabschnitt und dem Verein zugleich die Möglichkeit einer Neubesetzung ermöglicht. Damit ist auch klar: Die Veränderungen im Kader fallen noch größer aus als ohnehin schon. Vor dem Spiel gegen Hannover haben die Verantwortlichen insgesamt elf Spieler verabschiedet. In mindestens acht Fällen herrscht bereits Gewissheit, dass es keine gemeinsame Zukunft mehr geben wird. Neben Vogt verlassen auch Bero, Morgalla, Wätjen, Erhan Masovic, Francis Onyeka, Marcel Sobottka sowie Romario Rösch den Klub nach dem letzten Saisonspiel beim Karlsruher SC am kommenden Sonntag.

Auch bei Noah Loosli, Farid Alfa-Ruprecht und Callum Marshall stehen die Zeichen klar auf Abschied. Wobei Loosli und Alfa-Ruprecht gegen Hannover die besten Bochumer Feldspieler waren. Loosli verteidigte stets aufmerksam und bereitete mit einer Seitenverlagerung den Ausgleichstreffer zum 1:1 vor, das Alfa-Ruprecht sehenswert erzielte. Doch Trainer und Management wollen im Abwehrzentrum künftig schnellere und spielstärkere Verteidiger einsetzen – was gegen einen Verbleib von Loosli spricht. Auch bei Alfa-Ruprecht und Marshall stehen die neuen Prinzipien einer weiteren Zusammenarbeit eher im Weg. Das Ziel ist es, deutlich weniger Leihspieler im eigenen Kader zu haben. Das Duo zu kaufen, ist für den VfL nicht darstellbar. Eine erneute Leihe ist zwar denkbar, aktuell aber nicht in Sicht.

Fünf weitere Abgangskandidaten

Die Liste der Abgänge wird ohnehin noch größer als kleiner werden. Cajetan Lenz wechselt bekanntlich zur TSG Hoffenheim. Der Transfer ist nur noch nicht offiziell kommuniziert, weshalb Lenz am Samstag auch noch nicht verabschiedet wurde. Während mit ihm ein weiterer Stammspieler geht, stehen ansonsten noch einige Reservisten auf der Streichliste. Mit Ibrahim Sissoko planen die Verantwortlichen schon länger nicht mehr, und auch den aktuell verliehenen Profis fehlt die Perspektive an der Castroper Straße. Das gilt insbesondere für Samuel Bamba, Lirim Jashari und Mathis Clairicia, aber auch für Colin Kleine-Bekel, der beim FC St. Gallen bleiben könnte. Sollte es so kommen, wäre Philipp Strompf der einzige von den elf Sommerneuzugängen 2025, der länger als eine Saison beim VfL bliebe.

Das wiederum verdeutlicht einmal mehr, dass die fast beendete und insgesamt enttäuschende Saison schon während der ersten Transferperiode verloren wurde. Der Auftrag an die neuen Kaderplaner ist somit klar. Sie müssen zahlreiche Positionen neu und zugleich besser besetzen, in der Innenverteidigung und im zentralen Mittelfeld ganz besonders. Für das Gespann vor der Abwehr, das bei Rösler in der Regel aus einem Sechser und einem Achter besteht, gibt es im derzeitigen Kader sechs mögliche Kandidaten. Fünf von ihnen werden den Klub verlassen – und der sechste droht länger auszufallen. Mats Pannewig musste gegen Hannover mit einer Knieverletzung früh ausgewechselt werden. Eine genaue Diagnose soll es am Montag geben. Eigentlich ist Pannewig als Stammkraft für die neue Saison fest eingeplant.

Cokaj wird der erste Neuzugang

Immerhin: Einen neuen Spieler fürs Mittelfeld hat der VfL bereits gefunden. Enis Cokaj vom griechischen Erstligisten APO Levadiakos wird an die Castroper Straße wechseln. Der 27-jährige Albaner ist ein klassischer Sechser, der in Griechenland mit einem guten Passspiel und seinen Zweikampfwerten überzeugt hat, sich hinsichtlich Intensität und Spieltempo aber umstellen muss. Dass er die benötigte Verstärkung auf dieser Schlüsselposition ist, lässt seine Vita zwar noch nicht vermuten, klar ist aber auch: Kein Transfer wird in der Bochumer Preisklasse ohne Risiko bleiben. Zugleich besteht die Hoffnung, dass eigene Talente einen ähnlichen Weg einschlagen wie Lenz. Im zentralen Mittelfeld gibt es mit Tom Meyer, Moritz Göttlicher und insbesondere Lasse Isbruch gleich drei Kandidaten dafür.


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(Foto: Imago / Team 2)