Neuzugang

Im zweiten Anlauf: Herbert Bockhorn zum VfL Bochum

Herbert Bockhorn ist seit Mittwoch der zweite Sommerneuzugang des VfL Bochum. Der Rechtsverteidiger wechselt ablösefrei vom englischen Zweitligisten Huddersfield Town an die Castroper Straße. Vor seinem Engagement auf der Insel hat Bockhorn in der Regionalliga West für die Reservemannschaft von Borussia Dortmund gespielt. Ausgebildet wurde der 25-Jährige im Nachwuchs von Werder Bremen.

Zuletzt in England unter Vertrag

Seine Stärken liegen besonders in der Vorwärtsbewegung, Er ist ein moderner Außenverteidiger, der beim VfL vor allem mit Cristian Gamboa konkurrieren wird und Stefano Celozzi ersetzen soll. Bockhorn wurde in Uganda geboren, ist aber in Deutschland groß geworden. Er sammelte erste Profierfahrung beim BVB, wo er unter Lucien Favre mit dem Bundesligateam trainierte und in Testspielen zum Einsatz kam. Vor einem Jahr wechselte er nach England. Dort kam er aber nur ein einziges Mal zum Einsatz. Ihm fehlt also Wettkampfpraxis.

Interesse gab es schon länger

„Nachdem sich Huddersfield Town von seinem ehemaligen Förderer Jan Siewert trennte, war es für ihn eine schwierige Saison“, sagt Sebastian Schindzielorz vom VfL und erklärt: „Wir haben uns nun auf einen leistungsbezogenen Vertrag mit einer Option auf ein weiteres Jahr geeinigt.“ Der Manager charakterisiert Bockhorn als „schnellen, dynamischen und flexiblen Spieler für unsere Außenbahn, der schon unter Beweis gestellt hat, dass er über Offensivdrang verfügt.“ Interessant: Der VfL wollte ihn schon im vergangenen Sommer verpflichten. Nun klappte es im zweiten Anlauf.

(Foto: Pressefoto Eibner)

Abwehr bald wieder komplett?

Lampropoulos will beim VfL Bochum bleiben

Die eigene Saison ist längst vorbei, doch das Daumen drücken beim VfL Bochum geht weiter. Am vergangenen Wochenende haben die Verantwortlichen gespannt auf das Relegationsspiel zwischen dem FC Ingolstadt und dem 1. FC Nürnberg geschaut, weil das Ergebnis noch Einfluss auf die Verteilung der Fernsehgelder hatte. Leider lief es nicht so wie erhofft. Dem VfL sind wegen des Klassenerhalts der Nürnberger Einnahmen entgangen. An diesem Montag fällt nun eine weitere wichtige Entscheidung – und zwar rund 1.500 Kilometer vom Ruhrstadion entfernt.

Hoffen auf Fuenlabrada

Denn in der zweiten spanischen Liga steht der letzte Spieltag an. Die Bochumer blicken dabei besonders auf das Duell zwischen Deportivo la Coruna und CF Fuenlabrada. Steigt La Coruna nämlich ab, wäre Vasilios Lampropoulos für den VfL ablösefrei zu haben. Die Leihgabe ist nach der Corona-Pause zur Stammkraft gereift und soll fest verpflichtet werden. Eigentlich müsste Lampropoulos in diesem Sommer nach La Coruna zurück, doch dazu soll es gar nicht erst kommen. Der Vertrag des 30-Jährigen ist nicht für die dritte Liga gültig.

Aus Bochumer Sicht ist die Ausgangsposition vor dem Showdown in Spanien gar nicht so schlecht. La Coruna steht nach einer erneuten Niederlage tatsächlich auf einen Abstiegsplatz. Bei einem Punkt Rückstand auf das rettende Ufer hilft am letzten Spieltag wohl nur noch ein Sieg für die mögliche Rettung. Gelingt dies nicht, könnte der VfL schon bald Nägel mit Köpfen machen. Denn mit Lampropoulos herrscht grundsätzlich Einigkeit über eine weitere Zusammenarbeit. Der Grieche würde gerne in Bochum bleiben.

Baumgartner verlässt den VfL

Sollte La Coruna jedoch den Klassenerhalt schaffen, steht womöglich ein zähes Ringen um die Ablöse bevor. Die finanziellen Mittel des VfL sind bekanntlich begrenzt, nicht zuletzt wegen der Corona-Krise. Immerhin hat sich die Lage am Freitag etwas verbessert. Dominik Baumgartner bleibt erwartungsgemäß beim Europa-League-Teilnehmer Wolfsberger AC. Der Österreicher spielte zuletzt auf Leihbasis in seiner Heimat. In Bochum war er schon im vergangenen Sommer nicht mehr gefragt, und an dieser Situation hatte sich jetzt kaum etwas geändert.

Deshalb einigten sich die Klubs jetzt mit dem Spieler auf einen endgültigen Vereinswechsel. Die Ablöse für Baumgartner soll bei etwas mehr als 300.000 Euro liegen. Sollte der Deal mit Vasilios Lampropoulos nun auch noch zustande kommen, wäre das Innenverteidiger-Quartett für die neue Saison bereits komplett. Neben Maxim Leitsch stehen weiter Saulo Decarli und Armel Bella Kotchap zur Verfügung. Patrick Fabian hat seine Karriere bekanntlich beendet, und Simon Lorenz ist zum Ligakonkurrenten Holstein Kiel gewechselt.

(Foto: Sportfotos Gerd Krause)

Neues vom Transfermarkt

VfL hofft auf Osei-Tutu – und sucht Verstärkung

Gespannt richteten sich die Blicke der VfL-Bosse zu Wochenbeginn gen Spanien. In der Segunda Division, also der zweiten Liga, stand der letzte Spieltag an. Für die Bochumer hatte der Ausgang tatsächlich Relevanz: Im Falle eines Abstieges von Deportivo La Coruna wäre Wunschspieler Vasilios Lampropoulos nicht mehr an den spanischen Traditionsklub gebunden und somit ablösefrei zu haben. Der Innenverteidiger war zuletzt nur ausgeliehen, doch der VfL würde den Griechen gerne fest verpflichten. Und der hat schon bekräftigt, gerne in Bochum bleiben zu wollen.

​Das Tragische an der Geschichte ist, dass La Coruna gar nicht mehr sportlich ins Geschehen eingreifen konnte. Das Spiel wurde kurzfristig abgesagt, weil beim Gegner CF Fuenlabrada mehrere Spieler positiv auf Covid-19 getestet wurden. Doch weil die Kontrahenten im Abstiegskampf punkteten, hat La Coruna auch bei einem Nachholspiel keine Chance mehr auf den Klassenerhalt. Der frühere Champions-League-Teilnehmer hat jedoch Protest eingelegt und prüft den Rechtsweg. Für den VfL bedeutet dieser Umstand wohl nichts Gutes, Gespräche könnten sich in die Länge ziehen.

Bislang nur ein Neuer

Dabei wäre Lampropoulos nach der viel gelobten Vertragsverlängerung mit Linksverteidiger Danilo Soares der letzte fehlende Baustein, um die nach dem Re-Start so erfolgreiche Abwehrreihe beisammen zu halten. Ohnehin soll sich der Kader gar nicht gravierend verändern. 24 Spieler hat der VfL schon jetzt unter Vertrag. Bislang ist Flügelstürmer Tarsis Bonga der einzige Neuzugang beim Revierklub. Der 23-Jährige hat zuletzt für den Chemnitzer FC gespielt und soll den Konkurrenzkampf in der Offensive befeuern – und am liebsten im Duell mit Jordi Osei-Tutu.

Der Perspektivspieler vom FC Arsenal wurde zwar offiziell verabschiedet, doch der VfL bemüht sich darum, den pfeilschnellen Engländer für ein weiteres Jahr auszuleihen – Ausgang offen. Aktuell hält er sich wieder in London fit. Außerdem schaut sich der VfL weiter nach einem entwicklungsfähigen Rechtsverteidiger, einen zentralen Mittelfeldspieler mit Tempo und einen zweiten Mittelstürmer um. Bis zum Trainingsauftakt am 3. August gibt es für VfL-Manager Sebastian Schindzielorz also noch einiges zu tun. Wobei sich manches bis dahin wohl gar nicht klären lässt.

Gerüchte um VfL-Trio

Umso mehr Arbeit rollt auf den 41-Jährigen dann zu, sollten sich die Wechselgerüchte um drei VfL-Profis bewahrheiten. ​Silvere Ganvoula, Danny Blum und Armel Bella Kotchap werden fast wöchentlich mit zumeist internationalen Klubs in Verbindung gebracht. Auch wenn diese Gerüchte mit Vorsicht zu genießen sind: Sie alle könnten dem Zweitligisten eine Millionen-Ablöse bescheren. Noch liegt dem Verein aber kein konkretes Angebot vor. Vorteil für Bochum: Ganvoula ist noch bis 2023, Bella Kotchap sogar bis 2024 an den Zweitligisten gebunden. Der VfL könnte im Zweifel hoch pokern.

(Foto: Imago / Poolfoto via Firo)

Kommt aus Chemnitz

Bochums erster Neuer: So spielt Tarsis Bonga

Der VfL Bochum hat den Transfersommer eingeläutet und am Montag seinen ersten Neuzugang vorgestellt: Tarsis Bonga wechselt ablösefrei vom Drittliga-Absteiger Chemnitzer FC an die Castroper Straße. In Bochum hat er einen Dreijahresvertrag unterschrieben. Der 23-Jährige ist ein Offensivallrounder, kam zuletzt überwiegend als Rechtsaußen, manchmal aber auch als Mittelstürmer zum Einsatz.

Bonga ist groß und schnell

Mit einer Körpergröße von knapp unter zwei Metern überragt Bonga künftig all seine Mitspieler. Das liegt offensichtlich in der Familie: Sein jüngerer Bruder Isaac ist NBA-Profi, ebenfalls mit Gardemaß. Beide sind in Deutschland geboren und aufgewachsen, haben aber Wurzeln in der Demokratischen Republik Kongo. Tarsis Bonga hat in der Jugend unter anderem für Bayer Leverkusen gespielt.

Trotz seiner Größe ist Bochums erster Neuzugang schnell und athletisch, weiß seinen Körper geschickt einzusetzen und scheut sich nicht, auch defensiv mitzuarbeiten. Technik und Torabschluss sind dagegen ausbaufähig. In 69 Drittligapartien erzielte Bonga sieben Treffer. „Er hat in den vergangenen Jahren eine gute Entwicklung genommen, die jedoch noch nicht am Ende ist“, sagt Sebastian Schindzielorz, Geschäftsführer des VfL.

Bemühen um Osei-Tutu

Offen ist, welche Rolle Bonga genau einnehmen soll. Sein bisheriger Werdegang lässt vermuten, dass er nicht sofort als Stammspieler eingeplant ist. Mit Simon Zoller steht bereits ein Akteur für die rechte Offensivseite zur Verfügung, auch Milos Pantovic und Tom Weilandt können dort spielen. Außerdem kämpft der VfL weiter darum, Jordi Osei-Tutu noch einmal auszuleihen. Der junge Engländer war zuletzt gesetzt.

Eine feste Verpflichtung sprengt allerdings das Budget, weshalb nur ein weiteres Leihgeschäft infrage kommt. Sein Stammverein, der FC Arsenal, muss nun entscheiden, wie es weitergeht. Angeblich sollen auch andere Klubs an Osei-Tutu interessiert sein. Was für den VfL alles andere als vorteilhaft ist, könnte Bongas Chancen auf Spielzeit jedoch erhöhen. Alternativ könnte er aber auch in der Sturmspitze spielen und dort Manuel Wintzheimer ersetzen.

(Foto: VfL Bochum 1848)

VfL-Transfers

Wintzheimer vorerst weg – Gerüchteküche brodelt

Dass Manuel Wintzheimer ausgerechnet in Osnabrück sein wohl bestes Spiel im Trikot des VfL Bochum absolviert hat, könnte für den Revierklub nun zum Verhängnis werden. Denn wer stand dort Mitte Juni noch als Trainer an der Seitenlinie? Genau, Daniel Thioune. Und der ist jetzt seit wenigen Tagen neuer Chefcoach des Hamburger SV. Thioune konnte also aus nächster Nähe die Qualitäten von Wintzheimer bewundern.

Beim HSV steht der Angreifer nämlich noch bis 2022 unter Vertrag, der VfL Bochum hatte ihn nur ausgeliehen. Offizielle Verlautbarungen der Hamburger gibt es noch nicht, doch die Tendenz ist mittlerweile klar: Wintzheimer wird zunächst in die Hansestadt zurückkehren. Der HSV muss bekanntlich sparen; ein junger, zweitligaerprobter Torjäger würde perfekt ins Anforderungsprofil passen.

Viele Transfergerüchte

Der VfL Bochum sollte sich bei seiner Stürmersuche also nicht unbedingt auf eine Weiterverpflichtung von Wintzheimer konzentrieren. Womöglich zeichnet erst im Laufe des Transfersommers ab, ob er sich beim HSV durchsetzen wird oder nicht. Wechsel sind in diesem Jahr bis Anfang Oktober möglich. Ohnehin kommt der Markt bislang nur schwerlich in die Gänge. Auch der VfL hat noch keinen externen Neuzugang vorgestellt.

Erste Gerüchte über potenzielle Verstärkungen gibt es aber praktisch täglich. Zuletzt wurde über eine Verpflichtung von Alexander Jeremejeff spekuliert. Der Stürmer steht bei Zweitliga-Absteiger Dynamo Dresden unter Vertrag. So wirklich heiß soll diese Spur jedoch nicht sein, berichten Insider. Seit Donnerstag wird in Bochum außerdem über einen Profi der Würzburger Kickers gesprochen: Dave Gnaase wurde angeblich am Ruhrstadion gesichtet.

Kurios nur: Nach Vereinsangaben befindet sich Manager Sebastian Schindzielorz in dieser Woche eigentlich im Urlaub – ist zwar erreichbar, aber nicht unbedingt im Büro. „Es gibt auch andere Themen neben dem Fußball, weshalb man in einer Stadt sein kann“, sagte Gnaases Berater dem Portal Transfermarkt.de. Ein Dementi klingt anders – es kann aber auch nur Taktik sein. Solche Vorlagen nimmt ein Spielervermittler meist dankend an.

Gnaase gilt als Abräumer

Es stellt sich ohnehin die Frage, ob der VfL in diesem Sommer ausgerechnet einen weiteren Mittelfeldspieler verpflichten möchte. Gnaase spielt vor allem im Zentrum als Sechser oder Achter. Dort hat sich personell bislang nichts verändert. Einziger Grund für eine Neuverpflichtung: Anthony Losilla und Robert Tesche sind nicht mehr die jüngsten, der VfL muss deshalb schon an die Zukunft denken. Gnaase wäre ablösefrei zu haben.

Mit seiner Spielweise könnte er durchaus zum VfL passen: Er gilt als Antreiber und Abräumer im Mittelfeld, als Bindeglied zwischen Defensive und Offensive. Allerdings hat Gnaase im Aufstiegsendspurt bei den Kickers seinen Stammplatz verloren. Trotzdem würden ihn die Unterfranken gerne halten. Auch der 1. FC Heidenheim, quasi sein Heimatverein, soll an einer Rückkehr des 23-Jährigen interessiert sein.

(Foto: Poolfoto Firo)

Mögliche Abgänge

Blum und Baumgartner: VfL Bochum winkt Ablöse

Transfergerüchte entstehen auf ganz unterschiedlichen Wegen. Manchmal sind es Insider, die zu viel verraten. Hin und wieder sind es Berater, die gerne quatschen. Und immer öfter sind es einfach nur wilde Spekulationen – oft einer schmalen Grundlage, wenn überhaupt. Das wurde im Fall Danilo Soares und dem angeblich bevorstehenden Wechsel zu Schalke 04 wieder einmal deutlich. Dass nun auch VfL-Flügelspieler Danny Blum in einem Atemzug mit anderen Vereinen genannt wird, ist allein noch kein Grund zur Beunruhigung.

Blums Vertrag läuft bis 2021

Bei genauerer Betrachtung fällt eines aber auf: Blum wird konkret mit Vereinen aus verschiedenen Ländern in Verbindung gebracht. „Reviersport“ nannte zuletzt Klubs aus Südkorea, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten, die angeblich an Blum interessiert sein sollen. Die mögliche Gehaltshöhe wurde gleich mitgeliefert. Das alles in dieser Form zu recherchieren, ist fast unmöglich – es sei denn, diese Information wurde der Redaktion gezielt gesteckt, womöglich, um einen Wechsel zu forcieren. Der Verdacht liegt jedenfalls nahe.

Fakt ist allerdings auch: Noch liegt dem VfL keine Anfrage für Blum vor. Jedoch ist der 29-Jährige nur noch ein Jahr an den VfL gebunden, er hat eine gute Saison mit neun Treffern und elf Torvorlagen in 25 Partien gespielt. Eventuell will er die Chance nutzen, sein Gehalt im Frühherbst der Karriere noch einmal zu steigern. Das wäre in den genannten Ländern sicher möglich. Sollte Blum einen passenden Abnehmer finden und der VfL bereit sein, ihn ziehen zu lassen, würde zumindest eine Ablöse fließen. Geld, das der Klub gut gebrauchen könnte, um andere Vorhaben zu realisieren.

Innenverteidiger Vasilios Lampropoulos soll zum Beispiel gehalten werden. Bei Jordi Osei-Tutu strebt der VfL ein weiteres Leihgeschäft an. Und ein Ersatz für den schnellen, technisch starken und torgefährlichen Danny Blum müsste natürlich auch noch her. Doch es winkt wohl noch eine weitere Transfereinnahme. Der Wolfsberger AC aus Österreich ist stark an einer Weiterverpflichtung von Dominik Baumgartner interessiert. Der Abwehrspieler wurde im vergangenen Sommer zurück in seine Heimat verliehen – mit Erfolg.

Wolfsberg will Baumgartner halten

Denn dort hat er die Saison als Stammspieler beendet, sein Verein hat erneut die Europa League erreicht. „Baumgartner steht bei uns sehr hoch im Kurs, wir möchten ihn unbedingt fest verpflichten“, sagte WAC-Präsident Dietmar Riegler jüngst bei Sky Austria. Den VfL dürfte deshalb schon in Kürze ein konkretes Angebot erreichen. Dass Baumgartner noch einmal für Bochum spielen wird, ist unwahrscheinlich. Die Chancen, sich beim VfL durchzusetzen, sind begrenzt. Es sei denn, Thomas Reis schätzt die Lage anders ein als sein Vorgänger.

(Foto: Pressefoto Eibner)

Vertrag bis 2024

Danilo setzt ein Zeichen: VfL Bochum bleibt attraktiv

Dieser Kameraschwenk war kein Zufall. In dem Video, mit dem der VfL Bochum die überraschende Vertragsverlängerung mit Danilo Soares verkündete, war kurz die Arena auf Schalke zu sehen. Seit einigen Tagen hielt sich hartnäckig das Gerücht, der Brasilianer würde in der neuen Saison beim Reviernachbarn spielen. Doch diese Spekulationen sind seit Samstag beendet: Danilo Soares bleibt bis 2024 beim VfL Bochum – anderenfalls würde der Klub eine Ablöse kassieren.  

Nimmt man die Fanreaktionen als Maßstab, ist es schon jetzt die Personalie des Jahres – vermutlich auch, weil kaum jemand damit gerechnet hat, dass Danilo Soares in Bochum bleibt. Der 28-Jährige zählte vor allem nach der Corona-Pause zu den absoluten Leistungsträgern. Sein Vertrag endete am 30. Juni, ein Wechsel in die Bundesliga oder zu einem finanzstarken Zweitligisten schien wahrscheinlich. Seit Ende 2018 legte ihm der VfL immer wieder neue Vertragsangebote vor, doch Soares lehnte ab.

Offensivstarker Linksverteidiger

Jetzt die Kehrtwende: Der Linksverteidiger, der schon seit 2017 das Trikot des VfL trägt, setzt auf Kontinuität. Sein Vierjahresvertrag gibt ihm und seiner Familie zudem Planungssicherheit. „Die letzten drei Jahre hier in Bochum waren eine sehr schöne Zeit. Ich habe mich in diesem familiären Umfeld immer sehr wohl gefühlt“, erklärt Soares, bei dem das keine Floskel ist. „Die letzten Spiele von uns waren richtig stark. Man hat nochmal gesehen, welches Potential in dieser Mannschaft steckt.“

Möglicherweise war der starke Saisonendspurt ein Grund für ihn, den Vertrag in Bochum zu verlängern. Soares trug mit seiner Zweikampfstärke, seiner Einsatzfreude und seinem Offensivdrang einen erheblichen Teil dazu bei, dass der VfL souverän die Klasse hielt und sich zum punktbesten Team nach dem Re-Start entwickelte. Speziell die neu formierte Abwehrreihe, zu der auch Soares gehörte, präsentierte sich in Bestform. In neun Spielen gab es nur sechs Gegentore. Vorne legte Soares zwei Treffer vor.

Schindzielorz blieb hartnäckig

„Wir wissen alle um Danilos Qualitäten. Er zählt zu den besten Linksverteidigern der Liga“, freut sich VfL-Manager Sebastian Schindzielorz über den Vertragscoup, der ihm viel Lob und Anerkennung bringt. Intern hatten die Verantwortlichen immer auf eine Unterschrift des Publikumslieblings gehofft, wirklich damit rechnen konnten sie aber nicht. Doch sie blieben hartnäckig, führten immer wieder Gespräche, auch mit Danilos neuem Berater – am Ende mit Erfolg. Entscheidungsfreude und das richtige Timing haben geholfen.

Der VfL profitierte dabei auch von einer veränderten Situation auf dem Transfermarkt. Zahlungskräftigere Mitbewerber aus der eigenen Liga, die ebenfalls ein Auge auf Soares geworfen hatten, waren von der Corona-Krise beeindruckt und zögerten. Der VfL hofft nun darauf, dass die Unterschrift von Soares auch ein Signal für andere Spieler ist. Denn dieser Vertragsabschluss zeigt: Der Fußball-Standort Bochum ist doch noch attraktiv. Auch für Spieler, die eigentlich reif sind für die Bundesliga.

(Foto: Imago / Picture Point)