Wieder gegen Mainz

Pokalrotation – aber Riemann bleibt im Tor

Wiedersehen macht bekanntlich Vorfreude, und so treffen der VfL Bochum und Mainz 05 nur drei Tage nach dem Duell in der Bundesliga schon wieder aufeinander. Am Dienstag (20.45 Uhr, vor 750 Zuschauern) kämpfen die beiden Klubs im DFB-Pokal um den Einzug ins Viertelfinale. So weit ist der VfL zuletzt in der Saison 2015/16 gekommen. „Der DFB-Pokal ist der kürzeste Weg, um etwas ganz Tolles zu erreichen. Das ist für den Verein, aber auch für die Mannschaft ein wichtiger Wettbewerb. Die Gier, gewinnen zu wollen, wird da sein“, sagt Bochums Trainer Thomas Reis.

Nach der 0:1-Niederlage am Samstag wollen die Bochumer natürlich auch die Chance zur Revanche nutzen: „Wiedergutmachung ist nicht möglich. Aber wir wissen, was auf uns zukommt und werden eine Schippe drauflegen.“ Wie die Mainzer im Pokal zu schlagen sind, wissen die VfL-Profis. In der vergangenen Saison haben sie die 05er in der zweiten Runde geschlagen, im Elfmeterschießen gab es die Entscheidung. Auch in dieser Saison haben die Bochumer jeweils länger gebraucht: In Wuppertal gab es den Sieg nach 120 Minuten, gegen Augsburg im Elfmeterschießen.

Drei Stammkräfte kehren zurück

Das möchte Thomas Reis nach Möglichkeit vermeiden und auch in diesem Fall den kürzesten Weg nehmen, denn „jede Minute in einer englischen Woche ist kräftezehrend.“ Deshalb denkt der 48-Jährige schon im Vorfeld über personelle Veränderungen nach: „Wir haben einige Spieler, die aus Verletzungen oder Erkrankungen kommen. Da müssen wir schauen, ob es Sinn macht, sie in dieser Woche dreimal einzusetzen.“ Weil bis auf Simon Zoller alle Startelfkandidaten fit sind, „und die Leistungsdichte enger geworden ist“, ist eine Rotation sehr wahrscheinlich.

Mit Danilo Soares, Gerrit Holtmann und Elvis Rexhbecaj werden sogar drei Leistungsträger in die Mannschaft zurückkehren, die zuletzt angeschlagen waren oder aus privaten Gründen gefehlt haben. Auch Erhan Masovic, Herbert Bockhorn und Neuzugang Jürgen Locadia drängen ins Team. Keinen Wechsel wird es dagegen zwischen den Pfosten geben. In der zweiten Pokalrunde hatte Thomas Reis auf die etatmäßige Nummer zwei Michael Esser gesetzt. Nun wird Stammkeeper Manuel Riemann das Tor hüten.

(Foto: Firo Sportphoto)

Wer kommt, wer geht?

Transferticker: Wechselt Ganvoula nach Belgien?

Im Januar ist das Transferfenster wieder geöffnet. Auch der VfL Bochum möchte aktiv werden, sowohl Spieler abgeben als auch neue dazuholen. „Tief im Westen – Das VfL-Magazin“ bietet in diesem Winter zum ersten Mal einen Transferticker an. Hier gibt es regelmäßig ein Update zu aktuellen Entwicklungen. Heißt: Neben Vollzugsmeldungen auch Gerüchte inklusive Einordnung.

17. Januar: Möglicherweise wird Silvere Ganvoula den VfL Bochum noch in diesem Winter verlassen. Er beschäftigt sich mit einem Wechsel. Nach Informationen von Tief im Westen – Das VfL-Magazin hat der Angreifer Ende letzter Woche Gespräche mit mindestens einem anderen Klub geführt. Dem Portal Voetbal Belgie zufolge handelt es sich dabei wohl um den belgischen Erstligisten VV St. Truiden. In der Jupiler Pro League hat der 25-Jährige bereits vor seinem Wechsel nach Bochum gespielt. Über den aktuellen Verhandlungsstand ist jedoch nichts bekannt. Schon im Sommer gab es verschiedene Anfragen für Ganvoula, ein Wechsel kam aber nicht zustande.

Ganvoula ist noch bis zum Sommer 2023 an den VfL gebunden, aktuell aber nur noch Nummer drei im Sturm des VfL. Er kommt in dieser Saison auf neun Kurzeinsätze. Seine Situation hat sich durch die Verpflichtung von Jürgen Locadia weiter verschlechtert. Gegen Mainz am Wochenende gehörte Ganvoula nicht zum Spieltagskader. Ein Abgang, entweder auf Leihbasis oder dauerhaft, ist also denkbar. Der VfL wird jedoch eine Ablöse verlangen. Offen ist, ob St. Truiden in der Lage wäre, diese zu zahlen. Der Klub hat jüngst mit der Verpflichtung des ehemaligen BVB-Spielers Shinji Kagawa für Aufsehen gesorgt. Trainer des Tabellendreizehnten ist der frühere Bundesliga-Spieler Bernd Hollerbach.

16. Januar: Fünf Spieler dürfen den VfL Bochum in diesem Winter verlassen, sofern sie einen neuen Arbeitgeber finden. Das trifft auf Raman Chibsah, Tarsis Bonga, Tom Weilandt, Saulo Decarli und auf Luis Hartwig zu. Das Quintett hat keine realistischen Chancen mehr auf Einsätze. Die Verantwortlichen würden ihnen also keine Steine in den Weg legen. Aktuell lägen aber keine konkreten Angebote für sie vor, verrät VfL-Geschäftsführer Sebastian Schindzielorz. Bonga ist noch bis 2023 und Hartwig sogar bis 2024 an den Verein gebunden – sie könnten also auch verliehen werden. Chibsah, Weilandt und Decarli stehen nur noch bis zum Saisonende unter Vertrag. Bei Decarli gab es Ende Dezember Gerüchte, dass der FC Luzern an einer Verpflichtung interessiert sein soll, konkreter ist es bislang aber nicht geworden.

13. Januar: Ein mögliches Weiterkommen im DFB-Pokal hätte keinen Einfluss auf weitere Wintertransfers beim VfL Bochum. Das hat Geschäftsführer Sebastian Schindzielorz in der Pressekonferenz am Donnerstag bekräftigt. Der VfL trifft in der kommenden Woche zu Hause auf den FSV Mainz 05 und könnte mit einem Sieg erstmals seit 2015/16 ins Viertelfinale einziehen. In diesem Fall würde der VfL rund eine Million Euro zusätzlich einnehmen. „Natürlich wäre das ein warmer Geldregen. Es wären Mittel, die bislang nicht eingeplant sind. Dennoch: Davon sind Transferaktivitäten nicht abhängig. Der finanzielle Rahmen ist bereits definiert“, erklärte Schindzielorz auf Nachfrage von Tief im Westen – Das VfL-Magazin.

12. Januar: Ronaldo Deaconu, der mit dem VfL Bochum in Verbindung gebracht wurde, hat gegenüber Digisport in seiner rumänischen Heimat Gespräche mit zwei Bundesligisten bestätigt. Greuther Fürth nannte er dabei sogar namentlich. Demnach würde er einen Wechsel nach Deutschland bevorzugen. Ob der VfL wirklich an Deaconu interessiert ist, darüber ist aktuell nichts bekannt.

11. Januar: Die größte Sportzeitung Rumäniens, die Gazeta Sporturilor, berichtet über ein angebliches Interesse des VfL Bochum an Mittelfeldspieler Ronaldo Deaconu. Der 24-Jährige steht aktuell bei Gaz Metan Medias unter Vertrag, dem Tabellendreizehnten der ersten rumänischen Liga, und ist dort der „Star“ der Mannschaft. Allerdings haben sich der Spieler und der Verein auf eine Vertragsauflösung zum 27. Januar geeinigt. Deaconu ist Linksfuß und spielt im zentralen Mittelfeld, also auf einer Position, für die der VfL noch Verstärkung sucht. Ob der Spieler eine solche wäre, ist aus der Ferne kaum einzuschätzen.

In dem Artikel werden gleich mehrere Klubs genannt, was eher für ein gezielt lanciertes Gerücht spricht. Auch Greuther Fürth, Wisla Krakau und Sturm Graz finden als Interessenten Erwähnung. Nach Bochum gibt es nur eine Verbindung: Chefscout Carsten Schüpmann-Haase dürfte den Spieler noch aus der gemeinsamen Zeit bei Twente Enschede kennen – das allerdings muss kein Indiz für einen bevorstehenden Transfer sein. Deaconu war auch nur Jugendspieler bei den Niederländern.

10. Januar: Für viel Wirbel hat zu Wochenbeginn ein Transfergerücht des Portals fussballtransfers.com gesorgt. Angeblich soll der VfL Bochum an einer Rückkehr von Jan Gyamerah interessiert sein. Der Außenverteidiger ist im Sommer 2019 zum Hamburger SV gewechselt. In wenigen Monaten läuft sein Vertrag beim Zweitligisten aus. Der 26-Jährige wäre dann ablösefrei zu haben. Recherchen von Tief im Westen – Das VfL-Magazin haben allerdings ergeben, dass es zur Stunde keine Anzeichen für einen solchen Transfer gibt, weder von Spieler- noch von Vereinsseite.

Viele Fans haben am Montag mit Ablehnung auf dieses Gerücht reagiert. Gyamerahs Ansehen hat gelitten, weil er seinen Ausbildungsverein seinerzeit ablösefrei verlassen hat. Für seine Stammposition hinten rechts hat der VfL mit Konstantinos Stafylidis, Herbert Bockhorn und Cristian Gamboa zurzeit gleich drei Kandidaten im Kader. Im Sommer laufen allerdings die Verträge von Stafylidis und Bockhorn aus. Dass der VfL dann einen neuen Außenverteidiger benötigt, ist zumindest nicht ausgeschlossen.

7. Januar: Unter VfL-Fans macht gerade das Gerücht die Runde, dass eine Verpflichtung von Robert Zulj unmittelbar bevorstünde und womöglich noch an diesem Freitag verkündet werden soll. Dieses Gerücht ist in verschiedenen Foren und sozialen Netzwerken aufgetaucht, entspricht nach Recherchen von Tief im Westen – Das VfL-Magazin aber nicht den Tatsachen. Zulj hat sich – wie berichtet – über den Boulevard selbst ins Gespräch gebracht. Der VfL schließt eine Rückkehr nicht aus, hält sich die Option offen. Gesucht wird ein Mittelfeldspieler für mehr Kreativität, konkreter ist es bislang aber nicht. Womöglich wird auch ein etwas anderer Spielertyp gesucht, der besser ins jetzige System passt.

6. Januar: Der VfL Bochum hat die Verpflichtung von Jürgen Locadia mittlerweile bestätigt. Der Angreifer wechselt ablösefrei an die Castroper Straße. Sein Vertrag gilt zunächst nur für die Rückrunde, ist also bis Juni 2022 datiert. Locadia wird die Rückennummer 19 erhalten. „Wir sind sehr froh, einen solch interessanten und international erfahrenen Spieler für den VfL begeistern zu können“, sagt Sebastian Schindzielorz, Geschäftsführer Sport. Und Locadia ergänzt: „Ich freue mich, erneut in der Bundesliga zu spielen. Nachdem ich zuletzt wenig Einsatzzeit hatte, hoffe ich natürlich, dass sich das beim VfL ändert“.

5. Januar: Nach eigenen und bislang exklusiven Recherchen von Tief im Westen – Das VfL-Magazin beschäftigen sich die Verantwortlichen aktuell intensiv mit dem Angreifer Jürgen Locadia. Der 28-Jährige steht bei Brighton & Hove Albion in der Premier League unter Vertrag, kam in dieser Saison aber nur zu einem Kurzeinsatz. Zuletzt fiel er mit einer Corona-Infektion aus. Locadia spielte 2019 eine Halbserie in Hoffenheim und erzielte in elf Bundesliga-Partien vier Tore.

Der aus den Niederlanden stammende Mittelstürmer gilt als beweglich und körperlich robust, der Gegenspieler bindet, das Pressing beherrscht und über einen guten, kräftigen Abschluss verfügt. Die meiste Zeit seiner Karriere hat er bei PSV Eindhoven verbracht, ehe es ihn nach England, kurzzeitig nach Deutschland und für anderthalb Jahre in die USA zog. Sollte er zum VfL wechseln, müsste er deutliche finanzielle Einbußen in Kauf nehmen. Allerdings läuft sein Vertrag im Sommer aus. Vorteil für Bochum: Locadia und Trainer Thomas Reis haben denselben Berater.

5. Januar: Laut einem Bericht der Bild soll sich der VfL Bochum mit BVB-Angreifer Steffen Tigges beschäftigt haben. Der 23-Jährige steht beim Reviernachbarn noch bis 2024 unter Vertrag und käme allerhöchstens als Leihkandidat infrage. Allerdings wollen ihn die Dortmunder nach Recherchen von Tief im Westen – Das VfL-Magazin vorerst nicht abgeben, da er als Mittelstürmer die einzige Alternative zu Erling Haaland ist. Tigges kommt in dieser Saison bislang auf sieben Kurzeinsätze und zwei Tore in der Bundesliga. Spielpraxis erhielt er teilweise auch in der Champions League und im DFB-Pokal, außerdem in der U23, die in der 3. Liga spielt. Tigges wäre schnell integrierbar, weil er die Bundesliga kennt, doch nach jetzigem Stand ist ein Wechsel unwahrscheinlich – es sei denn, der BVB ändert seine Meinung.

4. Januar: Robert Zulj hat sich via Bild erneut zu einem möglichen Vereinswechsel geäußert und seinen Rückkehr-Wunsch bekräftigt: „Ich will hier nicht unbedingt weg. Aber […] Bochum hätte Priorität“, sagte der Mittelfeldspieler in einem Interview. Einen Austausch mit den Klubverantwortlichen habe es schon gegeben: „Mein Berater hatte vor einer Woche Kontakt. Wir haben unsere Sichtweise kundgetan, jetzt liegt der Ball bei Bochum. Die wissen ganz genau, dass wir uns das vorstellen können.“

Ob das für den VfL auch gilt, ist weiter unklar, ein klares Statement dazu gibt es nicht. Was für eine Rückkehr spricht: Zulj kennt das Team, ein Mittelfeldspieler wird außerdem gesucht. Was dagegen spricht: Da Zulj seinen Wunsch bereits im Herbst öffentlich kundgetan hat, wäre eigentlich schon genug Zeit gewesen, eine Rückholaktion in die Wege zu leiten. Der Rückrundenstart naht, und Zulj müsste sich dem höheren Niveau in der Bundesliga erst wieder anpassen.

3. Januar: Neues Jahr, neuer Vertrag: Der VfL Bochum und Kapitän Anthony Losilla haben sich am Montag auf eine weitere Zusammenarbeit bis 2023 geeinigt. „Der VfL ist mein Verein, das kann ich guten Gewissens so sagen. Die Stadt Bochum habe ich ins Herz geschlossen“, wird der 35-Jährige in der Pressemitteilung des Vereins zitiert. Losilla ist der dienstälteste VfL-Profi. 256 Spiele hat der Franzose seit seiner Verpflichtung im Jahr 2014 für den Klub absolviert. Er hat die Mannschaft in allen Partien der Bundesliga-Hinrunde als Kapitän aufs Feld geführt.

„Toto ist ein Bochumer Junge, unabhängig von seiner Herkunft“, sagt Geschäftsführer Sebastian Schindzielorz über die Vertragsverlängerung mit dem Leistungsträger und Publikumsliebling. „Er geht immer voran, egal ob im Training, auf dem Platz oder außerhalb. Mit seiner tadellosen Einstellung zu seinem Beruf hat er es geschafft, auch im hohen Alter von 35 Jahren in der Bundesliga Fuß zu fassen. Anthony Losilla ist ein Fixpunkt innerhalb der Mannschaft, eine Identifikationsfigur für unsere Fans. Toto ist ein VfLer.“

3. Januar: Der Wechsel von Soma Novothny nach Zypern ist perfekt. Er schließt sich – wie berichtet – dem 13-fachen Meister Anorthosis Famagusta an. Das hat der VfL nun bestätigt. Über die Ablösemodalitäten ist nichts bekannt. Novothny habe den Wunsch geäußert, sich einer neuen Herausforderung widmen zu wollen, sagte Geschäftsführer Sebastian Schindzielorz am Montag. Novothny ist im Sommer 2020 aus seinem Heimatland Ungarn nach Bochum gewechselt und hat insgesamt 21 Pflichtspiele absolviert.

2. Januar: Soma Novothny steht nach Recherchen von Tief im Westen – Das VfL-Magazin vor einem Wechsel zum zyprischen Traditionsverein Anorthosis Famagusta. Dies war bereits vor einigen Tagen Thema in diesem Ticker. Nun verdichten sich die Anzeichen, dass der Angreifer den VfL Bochum in Kürze verlassen wird. Er wird zu Beginn der neuen Woche sogar schon zum Medizincheck in Zypern erwartet, schreibt das Portal 24sports. Novothny erhofft sich von diesem Wechsel mehr Spielzeit. In dieser Saison kam er beim VfL nur auf sechs Kurzeinsätze. Dabei gelang ihm ein Tor beim 2:0-Erfolg gegen die TSG Hoffenheim. Sein Vertrag in Bochum läuft am Saisonende aus, die Chancen auf eine Verlängerung sind äußerst gering. Bei einem Abgang hätte der VfL nur noch zwei fitte Mittelstürmer in seinem Kader. Die Verantwortlichen suchen allerdings unabhängig von der Personalie Novothny nach Verstärkung.

30. Dezember: Robert Zulj hat den Oberösterreichischen Nachrichten ein Interview gegeben und sich auch zu einer möglichen Rückkehr nach Europa geäußert: „Sollte sich Bochum im Winter melden, werden wir sehen, was passiert. Es gibt auch andere Interessenten. Aber: Es gefällt mir hier sehr gut. Dubai ist eine Stadt mit unglaublichen Möglichkeiten.“

Zulj hatte den VfL erst in diesem Sommer als Top-Scorer der Aufstiegsmannschaft verlassen und eine Ausstiegsklausel genutzt, um zu Al-Ittihad Kalba in die Vereinigten Arabischen Emirate zu wechseln. Schon im Oktober hat er in der Bild laut über eine Rückkehr nach Deutschland, speziell nach Bochum, nachgedacht. Die Verantwortlichen des VfL wollen sich in der Offensive zwar verstärken, ob Zulj aber ihr Wunschkandidat ist, bleibt weiter offen. Trainer Thomas Reis äußerte sich dazu bereits vor einigen Wochen: „Mit seiner Art fehlt er uns. Er ist ein Führungsspieler. Ich habe immer noch ein gutes Verhältnis zu ihm, der Kontakt ist nicht abgerissen.“ Gleichwohl betonte Reis, dass er nicht weiß, in welcher körperlichen Verfassung sich der Spielmacher befindet: „Er ist nicht unbedingt ein Trainingsweltmeister. Der Weg zurück kann sehr schwer sein, auch wenn man nur ein halbes Jahr weg ist.“

Wenn Zulj zurückkäme, müsste er dem VfL sofort weiterhelfen. Daran hat der 29-Jährige aber ebenso Zweifel: „Mit Deutschland kann man das Niveau hier natürlich nicht vergleichen. Es würde sicher ein paar Wochen benötigen, um sich wieder umzustellen, aber ich habe ja nicht sechs Monate Urlaub gemacht und meine Beine nur hochgelegt.“ Offen wäre außerdem noch die Finanzierung des Transfers. Zulj verdient in den Emiraten deutlich besser als zuvor beim VfL, er müsste deutliche Abstriche in Kauf nehmen. Geschäftsführer Sebastian Schindzielorz wollte sich zu diesem Thema auf Nachfrage nicht äußern.

28. Dezember: Saulo Decarli wird den VfL Bochum spätestens im Sommer verlassen, wenn sein Vertrag endet. Allerdings ist auch ein vorzeitiger Abgang des Schweizers denkbar. Die Boulevardzeitung Blick aus seinem Heimatland meldet, dass der FC Luzern wohl über eine Verpflichtung von Saulo Decarli nachdenkt. Der Innenverteidiger spielt seit 2019 beim VfL. Ursprünglich als Abwehrchef verpflichtet, hat er die Erwartungen aber nicht erfüllen können. In dieser Saison kommt der 29-Jährige auf genau acht Einsatzminuten. Decarli ist beim VfL nur noch Innenverteidiger fünf. Auch in der Vorsaison war er meist nur Reservist. Im November hat er sich in einem Testspiel an der Schulter verletzt und befindet sich aktuell im Aufbautraining. Auch aus finanziellen Gründen würde ihn der VfL bei einem Angebot ziehen lassen. Luzern ist Tabellenletzter in der Schweizer Super League und dringend auf der Suche nach Verstärkung, auch für die Innenverteidigung.

27. Dezember: Die Boulevardzeitung The Sun – das britische Pendant zur Bild – berichtet über ein angebliches Interesse von Manchester United an Armel Bella Kotchap, wobei gleich vier deutsche Juniorennationalspieler auf einmal genannt werden. Die Quelle ist also mit Vorsicht zu genießen. So soll Ralf Rangnick, neuer Coach des Premier-League-Klubs, neben Armel Bella Kotchap auch Florian Wirtz (Bayer Leverkusen), Luca Netz (Borussia Mönchengladbach) und Eric Martel (RB Leipzig) auf seine Wunschliste gesetzt haben. Finanziell wäre Manchester ganz sicher dazu in der Lage, Bochums Abwehr-Youngster abzuwerben. Sein Vertrag läuft noch 2024, zuletzt war der 20-Jährige allerdings nur noch Reservist und mit dieser Rolle unzufrieden. Bella Kotchap wurde in der Vergangenheit schon mit zahlreichen Klubs aus England in Verbindung gebracht, wovon aber nur wenige konkret beim VfL angefragt haben.

27. Dezember: Gerne würden die Bochumer in diesem Winter noch einen Stürmer verpflichten. Ausgeschlossen ist aber auch nicht, dass der VfL noch einen Angreifer abgibt. So berichten Medien in Ungarn darüber, dass ihr Landsmann Soma Novothny ein Kandidat beim zyprischen Traditionsverein Anorthosis Famagusta sein soll. Novothny Vertrag läuft in diesem Sommer aus, eine Verlängerung ist ziemlich unwahrscheinlich. Sollte das Interesse tatsächlich existieren, würden ihm die Bochumer wohl kaum Steine in den Weg legen – sofern sie selbst auf dem Transfermarkt fündig werden.

27. Dezember: Die Frankfurter Rundschau bringt den VfL Bochum mit Eintracht-Profi Aymen Barkok in Verbindung. Demnach soll sich der Revierklub für eine Verpflichtung des 23-Jährigen interessieren. Barkok spielt im zentral-offensiven Mittelfeld, also auf einer Position, die beim VfL nicht optimal besetzt ist. Die Verantwortlichen überlegen, den Kader auch an dieser Stelle zu verstärken. Der marokkanische Nationalspieler wäre im kommenden Sommer ablösefrei und in diesem Winter wahrscheinlich für kleines Geld zu haben. Allerdings stünde er im Januar wohl nicht zur Verfügung, weil er mit Marokko am Afrika-Cup teilnehmen wird. Barkok kam in dieser Bundesliga-Saison zu vier Kurzeinsätzen. Auch Greuther Fürth soll interessiert sein.

(Foto: Imago / Firo Sportphoto)

0:1-Niederlage

VfL verliert in Mainz: Auch aus elf Metern zu harmlos

Der perfekte Einstand war möglich. Es lief schon die Nachspielzeit, als Debütant Jürgen Locadia den Ausgleich auf dem Fuß hatte. Aus gut 20 Metern fackelte der Bochumer Neuzugang nicht lange, doch Keeper Robin Zentner wehrte den Ball ab. Wenige Augenblicke später war das Spiel vorbei, die 0:1-Auswärtsniederlage aus VfL-Sicht besiegelt. Locadia war daran aber kaum beteiligt. Der Angreifer kam erst nach 80 Minuten ins Spiel – zu spät, um die Bochumer Offensive zu beleben.

Defensiv stabil, vorne zu harmlos

In einer über weite Strecken ausgeglichenen Partie waren die Mainzer vor dem Tor cleverer und gefährlicher. Jeremiah St. Juste erzielte das Tor des Tages in der 48. Minute, als der VfL nach einer abgewehrten Ecke den Ball in der Vorwärtsbewegung doch wieder hergab, Jonathan Burkardt von außen in den Rückraum passen konnte und der Mainzer Verteidiger den Führungstreffer erzielte. In der Phase nach der Halbzeitpause hatten die Mainzer drei weitere Gelegenheiten. „Da sind wir am meisten unter Druck geraten“, analysierte Trainer Thomas Reis, der sich bei Torhüter Manuel Riemann bedanken durfte, dass das Spiel spannend blieb.

Die sichere VfL-Abwehr ließ ansonsten wenig zu, auch wenn es kurzfristig eine Änderung gab: Konstantinos Stafylidis vertrat Danilo Soares, der aus privaten Gründen nicht dabei war. Seine Frau ist hochschwanger. Innen verteidigte wieder Armel Bella Kotchap für Erhan Masovic, und er machte seine Sache ordentlich. Schwachpunkt in der Viererkette war nicht zum ersten Mal Cristian Gamboa, der bei mehreren Mainzer Angriffen nicht auf Ballhöhe war.

Das wäre mit mehr Torgefahr auf Bochumer Seite allerdings auch weniger aufgefallen. Vor allem im letzten Drittel passierte zu wenig, und wenn doch, dann waren die Abschlüsse nicht gut. Milos Pantovic und Eduard Löwen hatten im Mittelfeld nur selten zündende Ideen. Die beiden Flügelspieler, Takuma Asano und Christopher Antwi-Adjei, waren meist abgemeldet, haben kaum einen Ball festgemacht und warten weiter auf ihr erstes Saisontor. Und ganz vorne in der Spitze gab Sebastian Polter die nächste Bewerbung für eine Schaffenspause ab.

Diskussion am Elfmeterpunkt

Probleme, die nicht neu sind, weiß auch Thomas Reis: „Wir sind mit unseren Chancen fahrlässig umgegangen, haben uns mal wieder technische Unsauberkeiten erlaubt.“ Auch ärgerte er sich über einen verschossenen Elfmeter in der ersten Halbzeit nach einem Foul an Polter. Warum der Stürmer dann selbst schießen durfte und nicht Milos Pantovic, sorgte bei vielen Fans für Verwunderung. Denn Pantovic hatte den Ball schon in seinen Händen, doch plötzlich forderte Polter das Spielgerät, das er mit Unterstützung von Eduard Löwen auch bekam.

„Wir haben keinen Schützen festgelegt, ich habe mich einfach sicher gefühlt“, erklärte Pantovic, dem ja schon im November gegen Hoffenheim ähnliches passiert war. Da nahm ihm Manuel Riemann den Ball weg – und drosch ihn auf die Tribüne. Reis kündigte danach an, sich ab sofort in die Auswahl des Elfmeterschützen einmischen zu wollen. Doch offenbar beschränkte er sich darauf, seinem Torhüter einen Ausflug nach vorne zu verbieten. „Vielleicht muss ich es noch deutlicher machen“, sagte Reis nach der erneuten Diskussion am Punkt, die auch nur deshalb zum Thema wurde, weil Polter aus elf Metern scheiterte. Sein Schuss war so harmlos wie viele Bochumer Angriffe.

Rotation im DFB-Pokal

Immerhin gibt es schon am Dienstag die Chance zur Revanche. Dann trifft der VfL im DFB-Pokal und auf eigenem Platz wieder auf Mainz. Thomas Reis hofft darauf, dass neben Danilo Soares auch Gerrit Holtmann ins Team zurückkehren kann. Der Top-Scorer der Bochumer musste sich unter der Woche mehrfach übergeben und fühlte sich zu schwach, um seiner Mannschaft in Mainz zu helfen. Auch Elvis Rexhbecaj war angeschlagen, blieb deshalb zunächst auf der Bank, dürfte im Pokal aber wieder zur Startelf gehören. Reis wird wahrscheinlich rotieren, auch auf anderen Positionen sind Wechsel möglich, etwa im Sturm. Dann könnte sich Jürgen Locadia vielleicht länger als zehn Minuten zeigen.

(Foto: Imago / Fotostand)

Zweimal gegen den Ex-Klub

Top-Scorer Holtmann ist ein Mainzer Geschenk

Den Zweitklässlern der Bochumer Wilbergschule ist kurz vor Weihnachten ein YouTube-Hit gelungen. Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 2c haben mit ihrem Lehrer einen VfL-Song geschrieben und anschließend gemeinsam gesungen. Mehr als 25.000 Menschen haben das Video allein auf dieser Plattform schon gesehen. Auch über Facebook und Instagram hat sich das Video schnell verbreitet.

Zu den begeisterten Zuschauern gehört auch Gerrit Holtmann, denn Bochums Flügelflitzer spielt in dem Lied quasi die Hauptrolle. Auf die Melodie des bekannten „Wellerman“-Songs heißt es im Refrain: „Hier kommt der VfL! Der Holtmann, der ist superschnell! Erste Liga, wir sind da! Bochum, schieß ein Tor!“ Und genau das hat Bochums flinker Außenbahnspieler in den nächsten Tagen wieder vor.

Zwei Spiele gegen Mainz

Gleich zweimal trifft der VfL auf Holtmanns Ex-Verein, den FSV Mainz 05, für den er drei Jahre lang gespielt hat. Im Sommer 2020 ließen ihn die Rheinhessen schließlich ziehen, denn Holtmann war nur noch Reservist. Also wechselte er ablösefrei nach Bochum – ein Geschenk für den VfL. Denn seither ist er fast unumstrittener Stammspieler, hat nur wenige Partien verpasst. „Die Konkurrenzsituation beim Bundesligisten Mainz 05 war einfach eine andere als beim Zweitligisten VfL Bochum. Außerdem hatte ich in Mainz auch mit Verletzungen zu kämpfen. Wenn man alles aneinanderreiht, war ich da im Grunde eine komplette Saison raus“, erklärt der 26-Jährige seinen persönlichen Aufwärtstrend.

Nun kommt es sogar zum doppelten Wiedersehen mit seinem alten Arbeitgeber – am Samstag in der Bundesliga, am kommenden Dienstag dann im DFB-Pokal. „Ich freue mich extrem. Wir haben die Chance, Mainz in der Liga zu überholen und im Pokal ins Viertelfinale einzuziehen“, sagt Holtmann. Auf ihn werden viele Augenpaare gerichtet sein, denn der Linksfuß war gegen seinen Ex-Klub zuletzt schon zweimal erfolgreich: Ende 2020 im Pokal, und im Hinspiel, als er das erste Bochumer Bundesliga-Tor seit mehr als elf Jahren schoss. Holtmann umkurvte sechs verdutzte Mainzer zwischen Mittellinie und Fünfmeterraum, bevor er den Torhüter tunnelte. Dafür nominierte ihn die Sportschau nun auch für das Tor des Jahres. „Dieser Treffer war bis hierhin vielleicht der schönste meiner Karriere. In der Form wird es wohl so schnell nicht wieder passieren“, sagt er mit einem Grinsen.

Trainer Thomas Reis war zunächst wenig begeistert. „Wir standen draußen und dachten immer: schieß, schieß, schieß! Aber Gerrit lief immer weiter“, kommentierte der Trainer die Szene. Statt von der Strafraumkante direkt aufs Tor zu zielen, setzte Holtmann zum Sololauf an. „Weil ich nicht so viel Vertrauen in meinen rechten Fuß habe“, scherzte er seinerzeit. Und was sagt er heute dazu? „Es ist immer noch so, dass ich den linken Fuß bevorzuge. Aber wir arbeiten daran, dass ich für den Gegner schwerer ausrechenbar werde und somit auch mal auf den rechten wechsle, sei es bei einer Flanke oder beim Abschluss.“

Plötzlich Bochums Top-Scorer

​Ein klassischer Torjäger ist Holtmann allerdings auch mit dem linken Fuß nicht. Seine herausragende Stärke ist die Schnelligkeit. In der 2. Liga hat er sogar einen Geschwindigkeitsrekord aufgestellt. Auch eine Klasse höher stellt Holtmann viele Abwehrreihen vor Probleme. An der Ballverarbeitung, an den Flanken und auch am Torabschluss müsse er weiter arbeiten, sagt Trainer Thomas Reis immer wieder. Doch erste Erfolge sind bereits zu erkennen. In 15 Bundesliga-Partien für den VfL kommt Holtmann auf zwei Tore und fünf Vorlagen. Damit ist er sogar Top-Scorer der Bochumer – und auch für die Nationalmannschaft der Philippinen wieder ein Kandidat. Gerrit Holtmann würde gerne für das Heimatland seiner Mutter spielen, erhielt im Mai 2021 seine erste Einladung. Dann aber fehlten wichtige Unterlagen. Sein Ziel bleibt klar: „Wir bleiben dran und ich hoffe, dass irgendwann ein Einsatz möglich ist.“

(Foto: Imago / Beautiful Sports)

Tief im Westen

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(Foto: Firo Sportphoto)

Neuzugang

Halbes Jahr ohne Klausel: Details zum Locadia-Deal

Die ganz große Überraschung war es nicht mehr, als der VfL Bochum am frühen Donnerstagmorgen den Transfer von Jürgen Locadia verkündet hat – zumindest nicht für die Leser von Tief im Westen – Das VfL-Magazin. Bereits am Abend zuvor sickerte durch, dass der Revierklub den Angreifer gerne verpflichten würde. Wenige Stunden später war die Tinte unter dem Vertrag schon trocken, letzte Details geklärt. Der 28-Jährige kommt ablösefrei aus der Premier League, wo er zuletzt für Brighton & Hove Albion gespielt hat.

Wobei er in dieser Saison nur ein einziges Mal in Englands höchster Spielklasse auflaufen durfte. Das hat den Transfer für den VfL aber erst möglich gemacht. „Ich freue mich, erneut in der Bundesliga zu spielen. Nachdem ich zuletzt wenig Einsatzzeit hatte, hoffe ich natürlich, dass sich das beim VfL ändert“, sagte Locadia vor der ersten Trainingseinheit, die er am Donnerstag direkt absolvierte. „Wir sind sehr froh, einen solch interessanten und international erfahrenen Spieler für den VfL begeistern zu können“, ergänzte Geschäftsführer Sebastian Schindzielorz.

Ersatz für Zoller

Der aus den Niederlanden stammende Mittelstürmer ist 1,85 Meter groß, gilt als beweglich und körperlich robust, der das Pressing beherrscht und über einen kräftigen Abschluss verfügt. Locadia soll beim VfL die Lücke schließen, die durch die schwere Verletzung von Simon Zoller schon im Herbst entstanden war, ihre Spielweise ist vergleichbar. Bochums Neuzugang kann sowohl im Sturmzentrum – alleine oder zu zweit – als auch auf dem Flügel spielen und grenzt sich somit klar von Sebastian Polter ab.

Der hat mit sechs Toren in der Hinrunde zwar ordentlich performt, war aber über weite Strecken Alleinunterhalter im Sturmzentrum. Silvere Ganvoula hat sich in der Bundesliga bislang nicht wie erhofft durchsetzen können, und Soma Novothny hat den Verein vor wenigen Tagen in Richtung Zypern verlassen. Mit Locadia hat der VfL im Regal nun deutlich höher gegriffen, was allein diese Zahl untermauert: Für satte 17 Millionen Euro wechselte er vor vier Jahren von PSV Eindhoven zu Brighton & Hove Albion.

Vertrag bis zum Sommer

Doch wirklich durchsetzen konnte sich Locadia auf der Insel nicht. Er wechselte nach Deutschland zur TSG Hoffenheim, für die er 2019 eine Halbserie spielte und in elf Bundesliga-Partien vier Tore erzielte. Es folgte eine Leihe in die USA und schließlich die Rückkehr nach England. Nun, ein halbes Jahr vor Vertragsende, folgte er dem Lockruf des VfL Bochum und nimmt dafür auch finanzielle Einbußen in Kauf. Deshalb hat er zunächst nur für ein halbes Jahr unterschrieben. Anders war die Verpflichtung für den Klub nicht darstellbar.

Im Falle des Klassenerhalts müsste also neu verhandelt werden, eine Vertragsklausel gibt es nicht – eine weitere Zusammenarbeit ist aber keineswegs ausgeschlossen. Ohne Kompromisse geht es für den VfL bei Transfers dieser Größenordnung jedoch nicht. Die Gehaltsunterschiede zwischen einem etablierten Premier-League-Klub und einem Bundesliga-Aufsteiger sind eklatant. Locadia wird in Bochum nur einen Bruchteil dessen bekommen, was ihm Brighton zahlen konnte.

Mittelfeldspieler gesucht

Weitere Zu- und Abgänge, vielleicht auf ähnlichem Wege, sind weiter möglich. Mit Saulo Decarli, Raman Chibsah, Tom Weilandt und Tarsis Bonga dürfen vier Reservisten gehen, sie alle haben aber noch einen gültigen Vertrag. Gesucht wird noch ein zentraler Mittelfeldspieler für mehr Kreativität. Wobei die Verantwortlichen nur dann zuschlagen werden, wenn es sportlich und wirtschaftlich wirklich passt. Ohne weitere Abgänge ist ein zweiter Neuzugang nicht ausgeschlossen, aber weniger realistisch. Das Transferfenster ist noch bis zum 31. Januar geöffnet.

(Foto: Imago / RHR-Foto)

1:0 zum Rückrundenstart

Pantovic trifft zum Sieg – und muss trotzdem bangen

Ja, er kann es auch aus der Nahdistanz. Weitschussexperte Milos Pantovic hat dem VfL Bochum in dieser Saison schon zu zwei Heimsiegen verholfen. Am Sonntagabend gegen den VfL Wolfsburg war er nun zum dritten Mal entscheidend beteiligt. Nach einer Flanke von Gerrit Holtmann löste sich Pantovic von seinen Gegenspielern, köpfte den Ball ins Tor und brachte sein Team zum Rückrundenstart zurück in die Erfolgsspur. Vor der kurzen Winterpause hatten die Bochumer zwei Spiele verloren, nun gab einen glanzlosen 1:0-Erfolg gegen harmlose Wolfsburger. Pantovic sei Dank.

Spiel auf überschaubarem Niveau

Sein Treffer in der 65. Minute war praktisch der einzige Höhepunkt in einem eher niveauarmen Bundesliga-Spiel. Beide Mannschaften taten sich schwer, Torchancen gab es nur selten, und wenn, dann eher aus der zweiten Reihe. „Technisch haben wir uns viele Fehler erlaubt“, sagte Bochums Trainer Thomas Reis nach der Partie. Aber: „Wir haben hinten wenig zugelassen, gut verteidigt. Ich habe eine super Teamleistung gesehen.“ Reis hatte auch selbst ein glückliches Händchen, vor allem bei der Entscheidung, Erhan Masovic und Konstantinos Stafylidis zu ersetzen.

Die Wahl fiel auf Cristian Gamboa und Armel Bella Kotchap, es gab allerdings auch andere Optionen. Doch das Duo machte ein gutes, fast fehlerfreies Spiel und legte den Grundstein für den fünften Heimsieg der Saison. Außerdem beorderte der Fußballlehrer Milos Pantovic in die Startelf und nicht Eduard Löwen. „Ich kann im zentralen Mittelfeld zwischen mehreren Spielern wählen. Im Nachhinein war es natürlich die richtige Entscheidung“, freute sich der Coach über den gelungenen Start ins neue Jahr, auch wenn es noch Steigerungsbedarf gibt.

Vor allem in der Offensive. Elvis Rexhbecaj und Takuma Asano gaben in den Anfangsminuten gleich zwei Warnschüsse ab, doch allzu viel folgte danach nicht. Immerhin waren die Bochumer vor leeren Rängen die etwas aktivere Mannschaft. Auch nach dem Seitenwechsel gab es allerhöchstens Torannäherungen, aber kaum nennenswerte Chancen auf beiden Seiten. Bis die Bochumer den Ball in der eigenen Hälfte eroberten, Gerrit Holtmann eine Flanke schlug und Mittelfeldspieler Milos Pantovic dort stand, wo normalerweise ein Torjäger stehen sollte.

Neuzugang Jürgen Locadia, der erstmals zum Kader gehörte und sich schon intensiv warmmachte, musste sein Debüt anschließend verschieben. Souverän brachten die Bochumer die knappe Führung über die Zeit. Wolfsburg fiel erschreckend wenig ein, und wenn doch, dann verteidigten die Hausherren konzentriert und konsequent. Mit 23 Punkten schiebt sich der VfL auf Platz 11, bleibt auch vor den Wölfen. Nun folgen die Mainzer Wochen: Erst mit einem Auswärtsspiel in der Bundesliga, dann mit einem Heimspiel im Pokal.

Neuer Mittelfeldspieler gesucht

Ganz sicher hat Matchwinner Pantovic den Platz im Team für diese Spiele allerdings nicht, er muss bangen. Zum einen, weil Eduard Löwen nach seiner Corona-Infektion und kleineren Wehwehchen in die Startelf zurückdrängt. Zum anderen, weil der VfL noch einen Mittelfeldspieler verpflichten möchte. Die Verantwortlichen wünschen sich mehr Kreativität – warum, das war auch gegen Wolfsburg zu sehen. Dass sie deshalb Robert Zulj nach Bochum zurückholen, ist nicht ausgeschlossen, zur Stunde aber nicht wahrscheinlicher als die Verpflichtung eines ganz anderen Spielers.

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